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Veröffentlicht am 09.08.2023

Gefühlvoll

Gefühle
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Nach dem großen Erfolg von Freunde möchte ich nun das nächste zauberhaft illustrierte Bilderbuch von Deborah Marcero über ein weiteres wichtiges Thema der Kindheit vorstellen: überbordende Gefühle!

Leander ...

Nach dem großen Erfolg von Freunde möchte ich nun das nächste zauberhaft illustrierte Bilderbuch von Deborah Marcero über ein weiteres wichtiges Thema der Kindheit vorstellen: überbordende Gefühle!

Leander ist eigentlich ein glücklicher kleiner Hase, der gruselige Bücher, Filme und Geschichten mag, aber was er gar nicht mag, ist wenn er selbst Angst hat! Die Bücher sind ja nicht real, aber nachts, die Schatten in seinem Zimmer und die unerklärlichen Geräusche in der Dunkelheit.... Diese Angst ist ja nicht zu ertragen, was soll er da bloß tun? Nach reiflicher Überlegung beschließt Leander diese Angst in ein Marmeladenglas zu stecken, fest zu verschließen und in der hintersten Ecke seines Schranks zu verstecken! Das klappt wunderbar und so macht er es künftig, mit all seinen Gefühlen, die ihm einfach zu viel und zu stark sind und bei denen die Erwachsenen meine, er solle sie mal zügeln! Doch irgendwann ist Leanders Schrank voll und er fühlt sich ganz leer. Da brechen plötzlich Tränen der Enttäuschung aus ihm hervor und... mehr möchte ich nun wirklich nicht verraten!

Als Kleinkind erlebt man ganz viel zum allerersten Mal und das ist nicht nur aufregend, sondern bisweilen überwältigend! Das kann so einen kleinen Menschen schon mal überfordern, besonders wenn dann die Erwachsenen sagen, man solle nicht so wild sein, nicht so laut, nicht zu... ganz schön schwierig, dem immer gerecht zu werden und seine Gefühle in den Griff zu bekommen. Doch muss man seine Gefühle wirklich kontrollieren und in den Griff bekommen? Ist das nicht gerade herrlich, dass Kinder ihre Gefühle so offen und authentisch ausleben? Das Leben ist für sie so herrlich intensiv und aufregend, aber gemeinsam ist es das Allergrößte! Das Leben und seine Gefühle voll auszukosten und weder die Gefühle noch das Leben zu verschließen, lässt es uns erst so richtig genießen und macht uns zu uns selbst.

Die Illustrationen sind wieder ganz zauberhaft. Farbenfroh und ausdrucksstark und selbst bei den gruseligsten Gefühlen von Leander möchte man selbst als kleines Kind nicht weggucken, weil es so aufregend viel zu endtecken gibt! Leander ist ein süßer kleiner Hase, aber dennoch werden die kleinen Zielgruppenkinder ab 4 Jahren verstehen, dass Leander für sie selbst und ihre Gefühle stehen. Er erlebt ganz ähnliche Dinge wie sieht, er sieht nicht nur Zeichentrickfilme und geht in die Kita und auf Kindergeburtstage, sondern macht all die Dinge, die auch die kleinen Leser machen und dass ist manchmal ganz schön viel für einen kleinen Hasen. Das bringt die Autorin und Illustratorin mit einigen feinen, perfekt gesetzten Strichen in den Hasengesichtern vielschichtig zum Ausdruck.

Eine wunderschöne Ermutigung an Kinder, die Welt in vollen Zügen auszukosten und die Gefühle in der vollen Bandbreite zu zu lassen und nicht zu unterdrücken, denn das macht auf Dauer krank. Sehr gut nachvollziehbar und gerade in Zeiten, in denen Kinder viel zu oft optimiert werden sollen, unverzichtbar! (Es soll kein Appell, an ungezogenen, völlig ungezügelte Kinder sein, ihre Aggressionen rauszulassen, aber diese Kinder bekommen leider auch viel zu selten vorgelesen).

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Adrian Verlag und der Agentur Buchcontact für dieses wunderschöne, gefühlvolle Bilderbuch.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

3 Autoren, 3 ganz unterschiedliche Thriller

Anleger 511
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Drei Autoren, drei Thriller, drei Helden, ein Ziel (Anleger 511 in Eltville).

Ein spannendes Experiment, angelehnt an „Sing my song“: drei befreundete Autoren wählen einen Charakter aus einem der Werke ...

Drei Autoren, drei Thriller, drei Helden, ein Ziel (Anleger 511 in Eltville).

Ein spannendes Experiment, angelehnt an „Sing my song“: drei befreundete Autoren wählen einen Charakter aus einem der Werke des anderen und lässt ihn/sie als Hauptfigur einen Thriller erleben, der letztendlich am Anleger 511 in Eltville (Hessen) endet.

Schließfach 102 Klaus Maria Dechant Thriller 1: Die junge, aufstrebende Enthüllungsjournalistin Emma Berg aus Stuttgart bekommt anonym den Schlüssel zu Schließfach 102 zugeschickt, während sie eigentlich in einem ganz anderen Thema steckt. Statt an dem langen Wochenende mit ihrem Freund den BKA Beamten, romantisch zu chillen und über die Zukunft zu sinnieren, fährt sie nach Zürich auf der Suche nach dem Nummernschließfach: es ist eines dass für Staatsgeheimnisse vorbehalten ist. Der Umschlag, den sie dort findet, irritiert sie noch mehr: Unterlagen über gebrauchte Näh- und Schreibmaschinen Exporte in Krisengebiete. Können sich dahinter verbotene Waffen- und Panzerlieferungen stecken? Wer ist der Whistleblower, was soll das Ganze?

Dieser Thriller gefiel mir ausgesprochen gut und zog mich sofort in seinen Bann. Workaholic Emma finde ich mit all ihren Macken sympathisch. Der Fall ist ebenso aktuell, wie geheimnisvoll, wobei er seine Wurzeln in der Vergangenheit hat. Es geht über die ehemalige „Zonengrenze“, in deutsche Mittelgebirge und hinein in die Politik und die Kunst des Vertuschens, die bisweilen mörderisch sein kann. Der Autor hat eine angenehm volle, melodische Stimme und vermag es seiner Suche nach der Wahrheit den richtigen sprachlichen Schliff und erzählerische Spannung zu geben. Absolut gelungen!

Auszeit, Jo Schuttwolf, Thriller 2: Kommissarin Michaela Cordes ist nach dem letzten Desaster erst mal suspendiert und braucht eine Auszeit, um alles zu verarbeiten und die seelischen und körperlichen Wunden heilen zu lassen. Wie gut, dass ihre alte Schulfreundin in LA lebt. Allerdings wird das Touriprogramm für sie bald zu langweilig und sie schlägt den Weg in die Elendsviertel ein. Das ist gefährlicher als sie ahnt, denn schon bald landet sie in den Katakomben wird von einer mörderischen Gang verfolgt, begleitet von einem asiatischen Teenager, den sie nicht immer versteht. Was wollen die von ihnen, und wie kommen sie da nur wieder heil raus?

Neben dem Erzählstrang um die Kommissarin, die von ihrer Auszeit mental erschöpft ist, gibt es einen zweiten, ein ausführliches Interview mit einem Künstler, der einst als Aussteiger Deutschland verließ, nachdem er so ziemlich alles mitgenommen hat, was seine Zeit so bot: RAF, Flower Power und Selbstfindungstrips. Langsam aber sicher rücken die Erzählstränge zusammen und führen natürlich nach Eltville, auf eine unvorhersehbare Weise, mit Spannung und Schwarzpulver. Spannend erzählt von der melodiös erwachsenen Stimme von Jo Schüttwolf, der gut zu dem abgeklärten Aussteiger passt. Einige der angeschnittenen Themen finde ich aus einer sehr interessanten Perspektive erzählt.

Endstation Eltville, Kai Bliesener, Thriller 3: Andy, der sexsüchtige, dauerzugedröhnte Werbefutzi aus U-Turn (dort ist er allerdings eine Nebenfigur) erwacht nach seinem Absturz während eines schamanischen Rituals in einem andalusischen Krankenhaus. Die Ärztin, die sich um ihn kümmert fasziniert ihn, ehrlich, aber etwas nagt an ihm. Er erinnert sich, dass der Werbefilm, der auf seinem Drehbuch, seinem genialen Einfall, ganz in der Nähe gedreht wurde, eingeschlagen ist wie eine Bombe! Er wurde sogar prämiert, doch er mit keinem Wort erwähnt! Gegen jeden ärztlichen Rat, entlässt er sich selbst und fliegt zurück nach Düsseldorf, um die Agenturchefin zur Rede zu stellen, denn alle ignorieren seine Anrufe. Als er ihr schickes Haus erreicht, sieht er auch wieso. Es ist, als würde er aus einem Albtraum erwachen!

Mit dem selbstverliebten, sexsüchtigen Andy, der ständig zugedröhnt ist, hatte ich schon in U-Turn so meine liebe Not, denn ich finde ihn einfach nur unsympathisch. Punkt, keine Faszination, keine Interesse für eventuelle Tiefen, die ich ihm auch nicht zutraue. Die Erzählweise erinnert an ein Filmskript, das mehrere Genres vermischt, kurze Szeneneinstellungen die zwischen High Noon, Quentin Tarantino und David Lynch schwankt. Irgendwie kam es mir aber auch etwas wirr vor, eben so zugedröhnt wie Andy. Dass mir die Autorenstimme nicht so zusagte, weil sie mir zu flach, zu blechern klang, machte es nicht besser. Für mich ist es einfach die schwächste Geschichte zum Schluss, was ich etwas schade fand. Natürlich landet auch Andy in Eltville am Anleger 511, aber nach einem Überraschungseffekt zum Schluss, der mich leider nicht so ganz überraschte...

Ein reizvolles Experiment, das ich wirklich empfehlen kann, vor allem jenen, die mehr auf Tarantino und Lynch stehen als ich.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Absolut lesenwert! Unbedingt auch für Lehrer!

New Kid - Als wäre Schule nicht eh schon schwer genug
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Jordan Banks (das Alter-Ego von Jerry Craft) 12 Jahre, wechselt auf dringenden Wunsch seiner Mutter, von seiner kleinen übersichtlichen Privatschule in Washington Hights zur elitären Riverdale Day Care ...

Jordan Banks (das Alter-Ego von Jerry Craft) 12 Jahre, wechselt auf dringenden Wunsch seiner Mutter, von seiner kleinen übersichtlichen Privatschule in Washington Hights zur elitären Riverdale Day Care Privatschule. Ihm sollen mal alle Möglichkeiten offenstehen und seine Herkunft aus einem der raueren Viertel der Stadt, ihm nicht im Wege stehen. Dabei wünscht er sich nichts sehnlicher, als auf die Kunst Highschool zu gehen, da er leidenschaftlich zeichnet, doch die beginnt erst ab der 9. Klasse und nicht der 7. Sein Vater versteht seine Sorgen, denn schon die Netzpräsentation zeigt, dass diese Schule nicht nur anspruchsvoll ist, sondern auch nicht sehr divers! Beiden ist klar, dass es ein farbiger Schüler dort nicht leicht haben wird, so wie sein Vater in dem von Weißen dominierten Verlagswelt auch nicht klar kam und nun das örtliche Gemeindezentrum leitet. Seine Mutter aber hat es geschafft und ist stolz darauf, daher soll auch ihr Sohn „die Regeln“ lernen. Schon als sein „Guide“ Liam ihn mit einer fetten Limosine abholt und ihn der blasse Blondschopf muffelig anschweigt, rutscht ihm sein Herz in die Hose. Kaum angekommen, laufen sie dem Schulbully Andy in die Arme und einige seiner Lehrer schaffen es einfach nicht, sich seinen, und Drews Namen zu merken. Drew ist schwarz und einer der Besten der Stufe, ein Typ, den man eigentlich nicht vergessen kann! Dass Jordan sich mit ihm und wider Erwarten auch mit Liam anfreundet, macht den Schulalltag langsam erträglich.

Diese Graphic Novel hat mir so gut gefallen, dass ich ständig meinen Töchtern und meinem Mann davon erzählt habe. Meinem Mann habe ich gesagt, dass er es unbedingt seinen Lehramtsanwärtern vorstellen soll, damit diese sich mal besser in ihre Schüler und den Alltagsrassismus in Schulen hineinfühlen können. Es sind so viele Kleinigkeiten, an denen es sich für farbige Schüler bemerkbar macht, dass sie anders sind und nein, es ist nicht immer gut etwas Besonderes zu sein! Jordan führt hierzu einen absolut unschlagbaren Dialog mit seiner Lehrerin, die es einfach nicht verstehen will, doch seine Argumentation ist unschlagbar! Er schluckt ganz schön viel, doch irgendwann, als es für seinen Freund Drew zu Unrecht kritisch wird, bricht es aus ihm heraus! Er steht zu seiner Überzeugung ein und erhält sogar Unterstützung, weil nicht nur seine Worte der Wahrheit entsprechen, sondern weil viele seiner Mitschüler ihn mögen, weil er niemals fies ist. Das hat mir besonders gut gefallen. Obwohl er viel Leid und Ausgrenzung erfährt, aufgrund seiner gemischt ethnischen Herkunft (das macht ihn ja noch schwieriger ihn einer Schublade zuzuordnen! Wo kommen wir denn da hin!) wird er niemals gemein und schon gar nicht schwächeren gegenüber, denn es gibt immer welche, die noch weiter abseits stehen als man selbst. Dass sich diese Haltung auszahlt merkt am Ende nicht nur er und die Leserschaft! Daher ist es wirklich auch ein großartiges Ende, dass zwar nicht den Alltagsrassismus per se abschafft, aber den Schulalltag und Jordans Leben doch ein Stück voran bringt!

Jerry Craft ist ein brillanter Erzähler mit Worten ebenso wie mit dem Stift! Sein Zeichenstil ist ebenso ansprechend, wie ausdrucksstark und übermittelt unterschwellig weitere Emotionen. So sehen wir bisweilen schon auf dem ersten Blick was an einigen Schülern so besonders ist, noch ehe sie protestieren, dass nicht jeder Hispanic automatisch Mexikaner ist! Ja, Rassismus ist vielfältig und diese Schüler sind erst 12, sexuelle Diversität spielt hier noch keine Rolle, was ich sehr gut finde, damit es nicht vom eigentlichen Thema ablenkt. Das Mädchen Alexandra steht hier stellvertretend für alle, die auf eine andere Weise anders sind, als wegen ihrer Hautfarbe. Richtig klasse finde ich Jordans doppelseitige Skizzen-Tipps wie z.B. Überlebensstrategien auf dem Schulweg, oder das genervte, wenn seine Mutter mit dem Fotoapparat fotografiert. Witzig, mit hohem Wiedererkennungswert und sooo treffend!

Ein sehr intelligentes, warmherziges und witziges Buch gegen Rassismus besonders im Schulalltag!

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Schönes Wohlfühlhörbuch

Das kleine Bücherdorf: Frühlingsfunkeln
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In das kleine Bücherdorf Swinton-on-Sea an der Schottischen Südküste kehrt der Frühling ein und die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen. Die eigenwillige und unabhängige Konditorin Shona (Schwester ...

In das kleine Bücherdorf Swinton-on-Sea an der Schottischen Südküste kehrt der Frühling ein und die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen. Die eigenwillige und unabhängige Konditorin Shona (Schwester des attraktiven Buchhändlers aus Band 1) sieht bei einem Blick aus ihrer Backstube ausgerechnet ihren Kindheitsfreund Nate, der inzwischen als Nathan Woods zum Bestsellerautor avancierte. Sie, Nate und Alfie waren als Kinder unzertrennlich, bis Shona und Alfie ein Paar wurden und vor allem als sie sich wegen Alfies ständigen Affären und Escapaden sich trennten und Alfie tödlich verunglückte. Dies ist nun 10 Jahre her, aber die Wunden schmerzen noch immer. Was macht Nate nur hier und warum hat er sich nicht gemeldet? Als das Haus ihres Vaters durch einen Wasserrohrbruch unbewohnbar wird, zieht Shona zu Nanette ins B&B und erfährt von dieser, dass die Spinner-Schwestern, ihr Cottage verkaufen, weil sie ins Altersheim gezogen sind. Sie spürt in sich eine tiefe Sehnsucht nach diesem Cottage, in dem sie einige der glücklichsten Momente ihrer Kindheit verbracht hat. Als Yuppies es kaufen und abreißen wollen, scheint es ihr das Herz zu brechen, aber es fehlen ihr noch 3.000 Pfund für die erforderliche Anzahlung! Sie muss also unbedingt den Tortenwettbewerb in Edinburgh gewinnen, von dem Isla ihr erzählt hat.

Shona, Grahams Schwester und Inhaberin des Cafés „Sweet little Things“ hat Vicky im ersten Band das Leben nicht einfacher gemacht und sonderlich sympathisch war sie mir da mit ihrer kratzbürstigen, störrischen Art auch nicht. Hier ändert sich das, was nicht nur an ihrer umwerfenden Assistentin Isla, dem Gothic Girl des Dorfes mit dem Hand zu kitschiger Deko liegt. Eine der exzentrischsten Dorfbewohnerinnen erweist sich für Shona nicht nur als Glücksgriff, sondern als PR-Genie. Ohne ihre oft überbordenden Ideen, wäre das Sweet-little-Things wohl immer noch das verstaubte Oma-Café, das Shona einst übernommen hatte. Dank Isla's Instagram-Blog kommen einige Fans von Shonas süßen Zaubereien sogar aus Edinburgh. Das kleine Bücherdörfchen erwacht immer mehr aus seinem Dornröschenschlaf... Anders als Nate, steigt Shona der Erfolg aber nicht zu Kopf, sie macht sich nur Hoffnungen, dass sie vielleicht den Tortenwettbewerb doch gewinnen könnte, um sich vielleicht den Traum vom eigenen Cottage zu erfüllen. Nach und nach lernen wir dabei Shonas Geheimnisse kennen, denn nicht nur diese Träume schlummern in ihr und auch Nate hat so einiges zu verbergen... Ich hatte bisweilen das Gefühl, dass einige Wendungen doch recht vorhersehbar sein, schön bildhaft erzählt, eben nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“, aber dann kam es doch anders, als gedacht (nein, Shona kommt nicht mit Bücherwurm Eliyah zusammen, so unvorhersehbar dann doch nicht, es ist schon in sich stimmig!).

Elena Wilms bleibt der Reihe wieder treu und schenkt ihr, ihre sympathische, facettenreiche Stimme. Lebendig und mit viel Gefühl erzählt sie Shonas Irrungen und Wirrungen auf dem Weg zu ihrem persönlichen Glück, wobei sie uns noch genügend Raum für unsere Fantasie lässt, denn auch Autorin Katharina Herzog blendet die Liebesszenen dezent aus, ehe es sprachlich oft zu banal werden würde. Ich mag es, wenn Liebesszenen meiner Fantasie überlassen werden, statt mir eine Aneinanderreihung von Stereotypen anhören zu müssen (die Geschmäcker sind ja auch verschieden und nicht jeder braucht für lodernde Flammen Six-Packs, Schweißperlen, grüne Augen und ach so faszinierende Tatoos, was sie wohl bedeuten mögen? Ehrlich, mir ist es absolut schnurz, was sich jemand dabei gedacht hat, als er sich vor Jahren, irgendwas hat stechen lassen – aua!).. .

Nate war mal ein netter pummeliger Kerl, der beste Freund, den ein Mädchen nur haben kann, optisch ist ihm das jetzt aber nicht mehr anzusehen. Tatsächlich strahlt er eine gewisse Düsternis aus, ohne dass es gleich eine Bad-Boy-Romance wird (kann ich als weder als Nebenklagevertreterin, noch als Strafverteidigerin irgendwie leiden). Es ist einfach ein gefühlvolles, wendungsreiches Wohlfühlhörbuch, mit Happy-End-Garantie und der Aussicht auf weitere Einblicke in diesen kleinen schottischen Herzensort.

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Veröffentlicht am 01.08.2023

Welch herrlicher Abschluss

Zimt – Für immer von Magie berührt
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Vicky und Konstantin sind erleichtert die Gefahr gebannt zu haben, als sie mit Hilfe eines Tricks Finns fiesen Vater aus der Parallelwelt (der noch schlimmer ist, als der in ihrer Welt) in einem anderen ...

Vicky und Konstantin sind erleichtert die Gefahr gebannt zu haben, als sie mit Hilfe eines Tricks Finns fiesen Vater aus der Parallelwelt (der noch schlimmer ist, als der in ihrer Welt) in einem anderen Universum festgesetzt haben! Da kommt ihnen die Überraschung recht, plötzlich durch einen Zimtsprung in einer anderen Welt in einem Parallel-St. Ives in einem Parallel-Ferienhaus gelandet zu sein und Ferien zu genießen. Großartig, zu Hause müssten sie noch in die Schule gehen, aber ihre hiesige Privatschule hat schon frei. Doch was entdecken sie dort im Schlafzimmer. Vicky ist ganz schön erschüttert von der Entdeckung und sieht einen dringenden Redebedarf. Dazu kommt es aber nicht, da die geniale Pauline inzwischen entdeckt hat, dass sie einem Trugschluss aufgesessen sind! Statt über den nächsten Schritt in ihrer Beziehung zu reden, müssen Vicky, Konstantin und Finn nun in diversen Parallelwelten nach versteckten Teilen einer Matrix suchen, die jedem unkontrollierte Weltensprünge ermöglichen würde. Würde diese Teile Finns bösen Vater in die Hände fallen, würde er die Macht über alle Welten an sich reißen, welch ein Graus! Die Zeit läuft und dabei könnte alles so schön sein, mit dem neuen Baby und den Großeltern, die endlich ein sinnvolles Hobby haben!

Nach dem großen Showdown und den aufregenden Enthüllungen am Ende des letzten Bandes sind Vicky und Co. eigentlich in Ferienstimmung, ganz besonders, weil sich das Schuljahr eh dem Ende entgegen neigt. Der Sprung zum Ferien Cottage in St.Ives könnte also ein Fingerzeig des Schicksals sein... aber so einfach ist es nicht, denn der Genuss hält nicht lange an und eine ebenso aufregende, wie rätselhafte Schnitzeljagd durch die Parallelwelten steht ihnen nun bevor, um die Welt, die sie so sehr lieben, vor dem bösen Finn-Vater aus der Parallelwelt zu schützen, der sie sich zu Untertan machen will. Aber es ist nicht nur Rätsel und Action. Nein, Vicky und Konstantin stellen fest, dass ihre Beziehung in einer Parallelwelt bereits viel weiter geht. Das verwirrt sie ganz schön und es stellt sie vor die Frage, was machen ihre Parallel-Ichs eigentlich gerade in ihrer eigenen Welt? Gehen sie etwa weiter als sie je bereit waren? Sind sie bereit? Wollen sie nicht eigentlich selbst dabei sein oder ihren anderen Ichs die Führung überlassen? Wer sind sie und was wollen sie? Was für ein Identitätschaos inmitten der Gefahr! Aber natürlich kommen auch alle liebgewonnenen Figuren aus den bisherigen Teilen vor und einige von ihnen machen ganz erstaunliche Wendungen, die man nie für möglich gehalten hätte, die aber tatsächlich ein Happy End für Vicky und ihre Familie möglich erscheinen lässt. Tja, da wäre aber natürlich auch Epos, der natürlich auch seinen Teil zum Gelingen beitragen möchte, dessen ungeahntes Talent sich aber bislang hinter so einigen Katastrophen verborgen hat... gut, dass Vicky es durch ihre Springerei entdeckt! Diese running-gags wie die Großeltern des Schreckens oder die gesammelten Pannen des hilfsbereiten Epos sind mal wieder ein echter Knaller!

Christiane Marx verleiht auch dem Finale mit ihrer jugendlich frischen Stimme die nötige Portion Spannung, Gefühl und Verwunderung. Schon von der ersten Silbe ihrer Stimme an, fühlt man sich im Weltenspringer-Universum von Dagmar Bach angekommen. Diese lässt ihre jungen Helden etwas reifen und wirft verantwortungsvolle Fragen zum Thema Liebe und Beziehung auf, die den Zuhörerinnen letztlich rät, auf ihr Bauchgefühl zu hören und zu ihren Überzeugungen zu stehen! Dann kann man die Schmetterlinge im Bauch, ebenso genießen, wie dieses Finale!

Ein aufregendes, romantisches Ende, dieser magischen Weltensprungsaga. Seufz, war es das nun wirklich mit Vicky, Konstantin, Pauline, Nicolas und Finn?

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