Profilbild von danielamariaursula

danielamariaursula

Lesejury Star
offline

danielamariaursula ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit danielamariaursula über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2022

Für kleine Nachdenker

Apfelsaftgedanken
0

Upps, als Jule nicht aufpasst, fällt ihr Becher Apfelsaft (mal wieder um) und es gibt eine Sauerei! Mama ist nicht begeistert, aber Jule fragt sich, warum zieht es Becher und Saft nach unten? Mama meint, ...

Upps, als Jule nicht aufpasst, fällt ihr Becher Apfelsaft (mal wieder um) und es gibt eine Sauerei! Mama ist nicht begeistert, aber Jule fragt sich, warum zieht es Becher und Saft nach unten? Mama meint, das habe etwas mit der Schwerkraft zu tun. Muss das so sein? Wäre es nicht auch irgendwie witzig, wenn alles nach oben fiele? Dann könnten wir wie Spinnen ganz entspannt an der Decke laufen und dann müsste auch.... Hey, ohne die Schwerkraft, wenn alles andersherum wäre, hätte das eine Menge Konsequenzen und Jule denkt ganz intensiv darüber nach, was dann so alles bei uns los sein könnte!

Jule ist ein pfiffiges, aufgewecktes Kind, solange sie sich nicht von ihren eigenen Gedanken ablenken lässt... so ein Becher ist aber auch zu schnell mal verkleckert, wenn man gerade völlig woanders ist. Was ist denn nun die Schwerkraft? Gibt es auch die Leichtkraft? Was könnte die denn so machen? Typische Kindergedanken von einem Mädel, mit dem sich viele Kinder identifizieren können, auch Jungs. Sie sieht nämlich auch gar nicht aus, wie ein klassisches Mädchen mit pinkem Kleidchen und ordentlichen Zöpfen... Nein, so einfach lässt sie sich nicht in einem Schublade stecken, aber wozu auch. Sie sieht nett aus und hat jede Menge originelle Ideen. Ihre Gedanken fangen geradezu an zu tanzen und einer reicht dem anderen die Hände, denn sie kommen vom Hölzchen auf's Stöckchen und eigentlich fragt man sich: Warum habe ich da eigentlich noch gar nicht drüber nachgedacht? Na klar!

Sehr originell finde ich die Idee, das wir, egal was passiert, immer unten links auf jeder Doppelseite eine kleine Jule entdecken. Hä? Wieso ist das so? Ganz einfach, es ist ein kleines Daumenkino, wenn man also alle linken Seiten schnell durch die Daumen flutschen lässt, sieht man, wie Jule... na? Das müsst Ihr schon selbst ausprobieren, da will ich Euch nicht vorweg greifen! Wie auch der Rest der Geschichte ist das Daumenkino sehr liebevoll illustriert. Jule ist ein kleiner Krauskopf, nicht nur was ihre Gedanken betrifft, sondern auch ihr unbändiges Haar. Sie sieht sich alles genau an und denkt drüber nach. Was sie sich so alles anschaut, kann man hier auf den Seiten auch entdecken. Sie sind absolut detailreich und bieten immer wieder neue Möglichkeiten Kleinigkeiten zu entdecken, die einem das letzte Mal beim Lesen oder Anschauen doch glatt entgangen sind!

Ein witziges Gedankenspiel ab 5 Jahren für Träumer und Denker, die auch gerne mal alles um sich herum in Frage stellen, einfach so aus Spaß! Mit fröhlichen, farbigen Illustrationen von Mele Brink.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2022

Hinreißend!

Glücksfisch: Mein allerschönstes Adventskalenderbuch
0

Nicht nur die Menschenkinder freuen sich auf Weihnachten, nein auch im Winterwald ist die Aufregung groß! Es wird der Baum geschmückt, Plätzchen gebacken, Geschenke verpackt und auf den Weihnachtsmann ...

Nicht nur die Menschenkinder freuen sich auf Weihnachten, nein auch im Winterwald ist die Aufregung groß! Es wird der Baum geschmückt, Plätzchen gebacken, Geschenke verpackt und auf den Weihnachtsmann gewartet! Doch zum Glück hat alles Warten auch mal ein Ende und der große Tag ist da! Damit die Kleinen sich die Wartezeit besser vorstellen können, gibt es neben der kurzen Waldtierweihnachtsgeschichte an Ende des Buches noch einen Bildkalender zum Aufklappen und Hinstellen. Jeden Tag können dann die Kleinsten ein neues Türchen öffnen! Ab 1 Jahr.

Die Seiten sind aus extra dicker, abwischbarer Pappe. Gerade durch die Drehscheibenmechanismen Müssen sie auch besonders stabil sein, damit sie bei der Altersgruppe für erste Bilderbücher auch tatsächlich eine Weile halten. Dafür ist es aber umso spannender, wenn die kleinen Kinderhände versuchen das für bessere Griffigkeit geriffelte Rad zu drehen und zu bestaunen, wie sich die Bilder im Buch von ihnen verändern lassen. So können Sie den Häschen beim Schmücken des Weihnachtsbaums helfen und dabei die Farben der Kugeln und Tropfen am Baum varrieren oder aber sie helfen den kleinen Dachsen beim Plätzchen backen. Naschen ist den Jüngsten hier leider nicht möglich, aber dafür können sie mit nur einem Dreh immer wieder andere Plätzchensorten auf den Tisch zaubern. Während die Tierkinder aus dem Fenster schauen und auf den Weihnachtsmann warten, kann wieder durch einen Dreh an der Scheibe der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten vorbeiflitzen oder aber eine Sternschnuppe vom Himmel fallen. Solche Gestaltungsmöglichkeiten haben meine Töchter früher immer geliebt und ich bin ganz sicher, dass mein Neffe (1,5) es ebenso lieben wird, zu sehen, wie sich durch ihn das Bild im Buch verändert.

Da das Bilderbuch an die Allerkleinsten ab 1 Jahr richtet, umfasst es nur 10 Seiten mit wenig Text. An einer Stelle hätte man sich noch einfacher ausdrücken können und z.B. statt „Weihnachtsschmauss“ leckeres Weihnachtsessen schreiben können, aber da die Geschichte ja vorgelesen wird, können die Vorlesenden selbst entscheiden, welche Wörter ihr Kind bereits kennt und welches nicht. Die Geschichte als solche ist sehr schlicht und einfach gehalten, immerhin richtet es sich ja auch an Kinder, die quasi alles das erste Mal machen. Das Schönste ist allerdings der am Ende des Buches aufklappbare Adventskalender. Wenn man ihn Aufklappt, kann das Buch stehen und bildet quasi eine Waldlichtung mit einem großen, zum Festmahl deckten Tisch, umgeben von Winterbäumen und jede Menge aufgeregten Tierkindern. In der farbenfrohen Illustration verstecken sich dann die kleinen Türchen aus Pappe mit den 24 Zahlen darauf. Jeden Tag können die kleinen nun ein neues Türchen öffnen und ein neues Bild dahinter bestaunen. Die Aufklappfunktion zum Hinstellen finde ich sehr gelungen und sieht auch wunderschön aus. Die Farben sind schön leuchtend und alle Tierkinder sehen glücklich und freundlich aus. Man bekommt direkt schon gute Laune und Weihnachtsstimmung, wenn man dieses Buch vorliest oder es durchblättert. Auf allen Doppelseiten gibt es eine Menge zu entdecken, ohne überfrachtet zu sein, um die Kleinsten nicht optisch zu überfordern. Ich bin ganz verliebt. Es ist ein wunderschönes Geschenk für die jüngsten Bilderbuchfans und kann dank der robusten Verarbeitung sicherlich auch nächstes Jahr wieder entdeckt werden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2022

Praxistauglich und unterhaltsam

Hot Cuisine
0

Kochen ist kreativ, Liebe geht durch den Magen und Genießen macht das Leben schöner! Also durchaus für alle und auch im Alltag. Daher müssen es nicht immer Spitzenköche sein, die Kochbücher herausgeben, ...

Kochen ist kreativ, Liebe geht durch den Magen und Genießen macht das Leben schöner! Also durchaus für alle und auch im Alltag. Daher müssen es nicht immer Spitzenköche sein, die Kochbücher herausgeben, sondern auch mal Genießer! Schauspielerin und Mutter Elena Uhlig aka Éléne ist eine von ihnen und hat damit inzwischen sehr erfolgreich ihren Instagram-Kanal aufgepeppt. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Vater ihrer Kinder Schauspieler Fritz Karl alias Fréderic drehen sie kleine, unterhaltsame, kurze Filme über ihre Liebe zur französischen Küche. Die Clips sind kurz und kurzweilig, daher können die Rezepte dazu auch nicht allzu kompliziert sein. Während Fréderic kocht, assistiert und kommentiert Élène und letztendlich genießt sie auch. Nun haben auch ihre Fans, oder einfach andere Fans der französischen Küche, die Möglichkeiten mit/nach ihnen zu kochen. Damit es unterhaltsamer wird, kann man sich ihre Kochvideos per QR-Code auf You Tube kurz anschauen und dann entspannt nachkochen. Die Zutaten sind manchmal etwas der einfachheithalber abgewandelt. Aber es ist einfach und was wir bisher ausprobiert haben auch wirklich sehr lecker. Allerdings sind die beiden keine Vegetarier, wenn ein Kapitel „ohne Fleisch“ heißt, dann ist es nicht zwangsläufig vegetarisch. Da es aber fleischlos ist, können richtige Vegetarier die entsprechende Zutat wie „Hühnerbrühe“ ganz einfach gegen die vegetarische Variante „Gemüsebrühe“ austauschen. Die Rezepte sind einfach und was mir sehr gut gefällt, dennoch frisch. Jedes Kapitel endet dann mit „Küchenwissen“ Infos und Details die wirklich hilfreich oder interessant sind und besonders gut zum jeweiligen Kapitel passen, teilweise auch wieder mit QR-Code zum Nachschauen/-hören.

Dies Kochbuch beginnt mit einem humorvollen Steckbrief der Autoren, gefolgt von dem Vorwort und einem Interview, das man sich auch via QR-Code anschauen kann. Da kann man gleich gut gelaunt starten mit folgenden Kapiteln:

Kapitel 1: Vorspeisen, Salate & leichte Suppen
Kapitel 2.1: Hauptspeisen vegetarisch
Kapitel 2.2. Hauptspeisen Fleisch & Geflügel
Kapitel 2.3: Hauptspeisen Fisch & Meeresfrüchte
Kapitel 3: Beilagen
Kapitel 4: kleine Gerichte
Kapitel 5: Desserts

Abgerundet wird alles durch ein Register und ein Impressum und weiteren nützlichen QR-Codes.

Wir haben zwei der leichten Suppen, eine vegetarische Hauptspeise und 1 Dessert getestet, weil sie gerade gut in unseren Familienalltag passten. Anders als bei den Werken französischer Meisterköche sind sämtliche Pannen und Sauereien ausgeblieben. Uff, da war ich echt froh, ich wollte meinen neuen Herd nicht gleich zusauen. Die Rahmsuppe ging sehr schnell und kam bei allen gut an und soll nun beim kleinsten Frösteln bitte wieder gekocht werden. Die Gemüsesuppe mit Pistou fanden die Eltern prima, die Jüngste mochte die Erbsen in der Suppe nicht und der Großen war es nicht eintopfig genug (aber schon lecker) und das Pistou begeisterte nur die Eltern, die dafür aber nachhaltig. Ich habe nun die Erlaubnis häufiger Pistou zu machen, auch als Aufstrich. Dann würde ich aber den Rest der gehackten Tomaten aus der Dose in der Suppe verbrauchen, statt selbst kleine Cherry-Tomaten zu häuten und dann nicht zu wissen, wohin mit meinen gehackten Tomaten aus der Dose. Der panierte Blumenkohl war lecker und hat allen geschmeckt und erinnerte mich an die klassische Darreichungsform meiner Kindheit, weshalb mein Mann ins Schwärmen geriet. Als Hauptspeise fand ich es etwas wenig. Bei uns peppte er die Reste der Vortage auf. Zum Abschluss gab es dann Crèpes zum Nachtisch, allerdings nicht mit Hagebuttenmarmelade sondern individuell, wie jeder Jeck es gerade wollte. Die Konsistenz des Teigs war optimal und ließ sich gut verteilen, die Menge war perfekt für 4 Crèpes zum Nachtisch.

Was mich etwas stört ist, dass keine Zeitangaben für die Gesamtzubereitung angegeben sind, das stimmt zwar nicht immer für jeden persönlich, ist als Orientierung ganz hilfreich. Auch fehlen Symbole die Rezepte als vegan/vegetarisch/glutenfrei/lacktosefrei/zuckerfrei kennzeichnen. Das hat zwar wahrscheinlich haftungsrechtliche Gründe, ist aktuell aber eigentlich schon selbstverständlich in modernen Kochbüchern. Klar, nicht jedes Rezept trifft jeden Geschmack, allerdings waren wir uns in der Leserunde alle einig, dass „Salzkartoffeln auf Blattsalat“ nicht wirklich der Erwähnung in einem Kochbuch wert ist, mit Kartoffelpüree geht es mir ähnlich. Dazu gibt es dann leider noch nicht mal einen spicy Film. Auch fand ich es schade, dass in einigen Rezepten, mehrere Eigelbe verwendet werden, es aber kein Rezept für die ganzen Eiweiß gibt, was sich beim Dessertkapitel mit Macaron oder Baiser wirklich angeboten hätte. Das finde ich leider nicht nachhaltig (kommt aber leider öfter in Kochbüchern vor).

Die Zutaten lassen sich unproblematisch besorgen, zumindest wenn man einen guten Metzger hat. Die Auswahl der Rezepte ist größtenteils sehr ausgewogen und wirklich appetitlich präsentiert. Sie lassen sich sehr gut umsetzen und in den Familienalltag integrieren, auch wenn nicht alles unbedingt dem Kindergaumen entspricht. Die Tartes und Quiches werden wir auf jeden Fall noch ausprobieren, ebenso wie einige Gemüserezepte oder das Kartoffelgulasch. Es wird nicht bei den vier Rezepten bleiben und die haben sich auch tatsächlich für Wiederholungen empfohlen.

Ein sehr ansprechendes und unterhaltsames Konzept, dass sich wirklich gut nachkochen lässt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2022

Ich bin wahrscheinlich zu alt dafür...

Die Göttin und der Prinz. The other side of the sky
0

Ihre Welten sind gegensätzlich und beide glauben nicht an die Existenz des anderen. North ist der Prinz der Dynastie, die eine hochtechnisierte Welt jenseits der Wolken hält. Alles scheint fortschrittlich ...

Ihre Welten sind gegensätzlich und beide glauben nicht an die Existenz des anderen. North ist der Prinz der Dynastie, die eine hochtechnisierte Welt jenseits der Wolken hält. Alles scheint fortschrittlich und tolerant, sofern es nicht um die Liebe des Prinzen geht. Eine Dreiecksbeziehung des Thronerben mit seinen besten Freunden ist undenkbar, würde es doch die Reinheit der Blutlinie gefährden. North kann und will das nicht akzeptieren, außerdem drängt ihn seine Sehnsucht nach dem Fliegen und Entdeckungen dazu, in einem selbst konstruierten Flieger ins Ungewisse zu starten. Doch jemand hat heimlich die Maschine manipuliert und North stürzt ab. Er stürzt auf die Welt von Nimh, der letzten lebenden Gottheit ihres Volkes. Auch wenn sich ihre Göttlichkeit noch nicht manifestiert hat, ist sie unberührbar, da sie sonst ihre Göttlichkeit verlöre und ihr nur noch ihre Magie bliebe. Langsam beginnt ihr Volk an ihr zu zweifeln und hinter ihrem Rücken zu intrigieren. Auf der Suche nach ihrer Bestimmung und der Erfüllung der Prophezeiung begibt sie sich alleine an den Fluss und entdeckt den in einem Feuerball auf das Wasser zuschießenden North. Sie rettet ihn und heilt mit ihrer Magie seine Wunden. Sie ist überzeugt, dass er der Himmelsstürmer ist, der als Retter angekündigt wurde, doch North glaubt weder an Magie noch an Göttlichkeit, nur an Technik und Logik. Aber alles was nun mit ihnen beiden geschieht, beweist ihm wie falsch er bislang gelegen hat und lässt sein Herz ganz neu entfachen. Doch kann er die Unberührbare lieben?

Hm, diese Dreiecksbeziehung von North und seinen besten Freunden ist bei aller Toleranz nicht so meins. Die Intrigen im Hofstaat finde ich da schon deutlich interessanter. Auch Nimh ist von solchen akut bedroht, doch gemeinsam ist die Lebensgefahr für sie nur noch akuter. Ihre Liebe verkompliziert dann noch mal alles. Eine Liebe ohne Zärtlichkeit und Berührung, gefangen in Traditionen und Weissagungen ist eigentlich zum Scheitern verurteilt, doch kommt es im Leben immer anders als man denkt und das Unmögliche wird möglich.

Die Geschichte wird von den zwei erfolgreichen Jugendbuchautorinnen aus zwei wechselnden Perspektiven erzählt, wobei Julia Nachtmann Nimhs mystisch magische Sicht einnimmt, während Aleksandar Radenkovic für den überlegten, rationalen North spricht. Man hört ihm ganz klar seine Ablehnung gegenüber Nimhs Glaube an Vorbestimmung und Magie an, ebenso wie ihre unbestreitbare Anziehung. Julia Nachtmann lässt immer wieder Nimhs Selbstzweifel und Einsamkeit durchscheinen, gefolgt von banger Entschlossenheit. Beide Stimmen ergänzen sich unheimlich gut und verleihen ihr mehr Lebendigkeit. Dieser Auftaktband endet mit einem Cliffhanger der für mich aber fast auch schon das Ende hätte sein können.
Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz packen, da ich fand, dass sie bisweilen Längen hatte. Eine gekürzte Version wäre sicherlich mehr nach meinem Geschmack gewesen. Mein Problem war wahrscheinlich, dass ich nicht so überzeugt davon bin, dass es wirklich wünschenswert ist, dass diese absolut gegensätzlichen Welten einander begegnen. Würde es wirklich für beide Seiten eine Verbesserung darstellen? Nimhs Volk hungert, aber nicht nur ihre Körper, ihres Seelen dürsten nach Spiritualität, was im Wolkenreich aber eher abgelehnt wird. Ich fürchte, dass ein Zusammentreffen erst einmal Kampf und noch mehr Tote bedeuten würde. Aber es sind Kämpfe, bei denen ich nicht mit Leib und Seele dabei wäre, denn es hat mich nicht wirklich emotional gepackt. Ich finde keine der Welten besser und kann mir bisher noch kein Happy End für Nimh und North vorstellen, oder wüsste noch nicht einmal was ich ihnen wünschen sollte. Den Untergang für eine schillernde Wiedergeburt, wie die Auferstehung des Phönix aus der Asche, an die Nimh fest glaubt, ist für mich eher abschreckend. Wahrscheinlich ist mir ihr Glaube zu fremd, als dass ich mich in die Geschichte fallen lassen könnte.

So traumhaft ich das Cover auch finde, so unentschlossen bin ich, ob ich der Reihe weiter folgen möchte. Da ich mit dieser Meinung die Ausnahme bin, bin ich wahrscheinlich einfach nicht die Zielgruppe, auch wenn ich Romantasy wirklich mag. Ab 13/14 Jahren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2022

Spannend, witzig, geheimnisvoll, romantisch

#London Whisper – Teil 2: Als Zofe tanzt man selten (aus der Reihe)
0

Die Fortsetzung setzt unmittelbar am Cliffhanger des 1. Bandes an: Die Zeitreisenden Hayden und Zoe haben die Verfolgung der Diebe des Mondscheinspiegelsplitters von Lady Arlington gemeinsam auf Haydens ...

Die Fortsetzung setzt unmittelbar am Cliffhanger des 1. Bandes an: Die Zeitreisenden Hayden und Zoe haben die Verfolgung der Diebe des Mondscheinspiegelsplitters von Lady Arlington gemeinsam auf Haydens Pferd bei Vollmond aufgenommen. Nicht gerade schicklich und aufgrund des verräterischen Mondlichts auch nicht ganz ungefährlich. Doch gerade der Vollmond dessen Licht die Zeitreisemagie des Mondscheinspiegels zu erwecken vermag, macht ihre Mission um so dringlicher. Sie müssen unbedingt den Splitter zurück nach Arlington House bringen und natürlich mehr über dessen Funktion und die der Geheimen Gesellschaft in Erfahrung bringen. Bei ihren Nachforschungen wird ihnen klar, dass ein Splitter alleine ihnen wenig nützt, sie benötigen noch ein Gegenstück. Das vermuten sie in dem unzugänglichen Herrenhaus von Honoré de Beauchamps, ihrem ebenso undurchsichtigen, wie bedrohlichen Widersacher. Einzig der alljährliche Winterball könnte ihnen in nächster Zeit die Türen des Hauses öffnen, doch haben Zofen keinen Zugang zu solchen gesellschaftlichen Großereignissen. Da bedarf es schon einer ausgeklügelten List der WhisperWhisper-Kettenbriefe und ihrer Herrin und Freundin Miss Lucy, um ihr die Ballteilnahme inkognito zu ermöglichen.

Auch wenn Zoe als Zofe der Zutritt zu Bällen verwehrt ist, genießt sie dennoch die Freiheiten die ihr der Mangel an Etikette gegenüber Miss Lucy gewährt. Das finde ich äußerst erfrischend, wünscht man sich doch sonst bei Regencylektüre bloß keine Hausangestellte zu sein. Als Zeitreisende aus der Zukunft stellt Zoe mit ihren aus der Zeit gefallenen Ideen noch immer den Haushalt und die Gesellschaft auf den Kopf. Das gefällt nicht jedem männlichen Mitglied des Haushalts und der gehobenen Gesellschaft. Natürlich ist es erfreulich, dass Miss Lucy endlich ihr Zimmer verlässt, Freundschaften schließt und freudig erregt Bälle und andere gesellschaftliche Ereignisse besucht, aber dass sie nun selbstständig beginnt zu denken und Ideen in die Tat um zu setzen, erscheint insbesondere ihrem ebenso bornierten wie tradierten Bruder Arthur bedrohlich. Herrlich wie hier die Frauen des Hauses zusammenhalten und somit Arthurs Pläne vereiteln. Frauen sind wohl doch raffinierter, als er ahnt. Mit Witz, Magie und Spannung nimmt Aniely Ley uns mit in das beginnende 19. Jahrhundert und stellt dieses mit weiblicher Freude auf den Kopf. Mit leichter Feder fragt sie beschwingt: „Was wäre wohl aus dem Frauenwahlrecht und dem Minirock geworden, hätte es die deutsche Austauschschülerin Zoe nicht um 200 Jahre zurück in die Vergangenheit verschlagen?“ Zum Glück hat sie es irgendwie auch geschafft, den jungen französischen Studenten mit in den Zeitstrudel zu reißen. So hat sie in der Vergangenheit einen Verbündeten, den sie nicht schockieren kann, der sie aber bei ihren Plänen zuverlässig unterstützt, nicht ohne dieses verräterische Kribbeln in ihrer Magengegend... und immer dieses lästige Erröten! Ein herrliches Paar geben diese beiden ab, wenn auch absolut nicht gesellschaftsfähig. Das scheint die junge Zofe allerdings auf den Geschmack zu bringen, denn auch andere junge Damen anno 1816 könnten ein paar Glücksgefühle nur allzu gut vertragen.

Dagmar Bittner mit ihrer jungen und quirligen Stimme passt sich wunderbar Zoes Stimmungsspiel an. Immerhin erzählt die junge Zeitreisende aus der Ich-Perspektive. Das lässt das Herzklopfen umso unmittelbarer erscheinen, wenn uns die Sprecherin scheinbar spielerisch mit durch geheime Gänge oder in Teehäuser im shabby chic nimmt. Geheimnisvoll wird es nachts zwischen den Mauern von Ruinen und lustig wenn Miss Lucys Hund mit Starallüren mit Zoe um Gefälligkeiten feilscht. Und wieder lässt sie den Spannungsbogen fast ins Unermessliche steigen, nur um zu offenbaren, dass es erst in Band 3 weitergeht. Ganz fieser Cliffhanger der mich nun bis Mai 23 warten lässt!

Beschwingt hurmorvolle Romantasy ab 12 Jahren!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere