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Veröffentlicht am 15.01.2019

Märchenhaft

Hans Christian Andersens schönste Märchen
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Der Däne Hans Christian Andersen sammelte Volksmärchen aus dem skandinavischen und deutschen Sprachraum, sowie dänische, deutsche und griechische Sagen und bearbeitete sie bis sie seinen literarischen ...

Der Däne Hans Christian Andersen sammelte Volksmärchen aus dem skandinavischen und deutschen Sprachraum, sowie dänische, deutsche und griechische Sagen und bearbeitete sie bis sie seinen literarischen Ansprüchen genügten. So schuf er die bedeutsamsten Kunstmärchen des Biedermeier, die auch heute noch zur Weltliteratur gehören. Der damals erschienene Band „ Märchen, für Kinder“ enthielt 156 Geschichten, die besonders in Deutschland beliebt waren.
Dieser Teil enthält die Märchen:
- Das hässliche Entlein
- Was die Distel erlebte
- Däumelinchen
Die Geschichte vom hässlichen kleinen Entlein ist auch heutzutage noch aktiv im Sprachgebrauch, das Sinnbild für verkannte Schönheit und Größe. Mir war aber überhaupt nicht mehr bewusst, wie lang die Erzählung in voller Länge ist und wie brutal. Gleichzeitig ist das Schicksal des gepeinigten Außenseiters aber aktueller denn je und von erstaunlicher Vielschichtigkeit. Es folgt die Geschichte von der Distel, die am Rande des Schlossparks wuchert, und über ihre Bedeutungslosigkeit traurig ist, bis sie von einer reichen schottischen Erbin gewürdigt wird. Nun hofft sie jeden Tag auf einen Umzug in den Schlosspark, welcher jedoch enttäuscht wird. Doch auch wenn ihr Standort bleibt, so werden doch ihre Nachkommen gewürdigt, was für den Stolz einer Mutter eine noch größere Freude ist, wobei sie ihre Unsterblichkeit in einem Märchen erlangt. Welch größere Anerkennung kann man sich wünschen? Dieses Märchen ist wohl für Kinder noch schwerer zugänglich. Gerade Stadtkinder haben sicherlich keine Vorstellung von einer Distel und noch weniger von der Schwierigkeit ein solches Gewächs auf Dauer von seinem Standort zu entfernen, auch wenn es in seiner Blüte aus der Ferne wunderschön zu bewundern ist. Auch wenn das Sujet nicht der kindlichen Vorstellung von Märchen entspricht, ist diese sprachliche Fassung jedoch unglaublich schön, ebenso wie ihr Aussagegehalt. Manchmal kommt alles ganz anders als, man es sich wünscht und ist dabei doch eigentlich noch viel schöner, als erhofft. So folgt man ihr gerne, auch wenn sie inhaltlich nicht ganz so spannend ist. Auch das dritte Märchen zeugt von großem Leid und Armut. Eine arme Frau wünscht sich sehnlichst ein Kind und weiß nicht, wie sie an eines kommen soll. Sie geht zu einer Kräuterhexe, die ihr ein Samenkorn verkauft. Aus der Blüte der Tulpe, die daraus wächst, pflückt sie ein winziges feines Mädchen, nur daumesgroß und daher Däumelichen getauft, das sie mit seiner Lieblichkeit betört. Doch auch die fiese Kröte, findet sie lieblich und stiehlt sie als Braut für seinen Sohn. Zum Glück kann sie noch vor der Eheschließung entkommen und muß nicht mit dem Krötensohn im Morast leben. Doch auch ihre nächste Station ist nicht so schön, wie bei seiner „Mutter“. Es folgt eine Odyssee, in der Däumelinchen einiges an Leid erfährt, ehe sie ihr Glück findet. Zum Einschlafen ist es bisweilen etwas gruselig, wie Däumelinchen so entführt wird und auch später unter der Erde ohne Sonnenlicht leben muss. Auch diese Zwangsehen, die Däumelinchen ständig bevorstehen, sind in unserem Kulturkreis zum Glück nicht mehr alltäglich. Das Ende der Geschichte erinnert jedoch mehr an die von Disney-Verfilmungen und ist daher für Kinder leichter zugänglich.

Peter Kaempfe, Birte Kretschmer und Anne Moll sind bewährte und beliebte Sprecher mit sehr angenehmen Stimmen. Ruhig tragen sie die märchenhafte Stimmung. Sie betonen gekonnt, ohne es zu übertreiben und die märchenhafte Stimmung zu stören. Es macht Spaß ihrem unaufgeregten Vortrag zu folgen und sich von der Schönheit von Andersens Sprache einfangen zu lassen.

Mir persönlich, aber auch meinen Töchtern liegen die Märchen des zweiten Teils dieser Reihe deutlich mehr als die des Auftaktbandes. Dennoch beeindruckt mich die wunderbare Vertonung der märchenhaften Erzählweise und deren Aktualität nach all den Jahren!

Veröffentlicht am 14.01.2019

Vielschichtig und interessant

Heinrich Heine - Dichter Unbekannt
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Heinrich Heine, ja, das war ein bekannter deutscher Dichter, aus Düsseldorf, nachdem ist sogar die Uni dort benannt, die Lorelay hat er besungen und dann? So spontan fiel mir da auch nicht mehr ein, aber ...

Heinrich Heine, ja, das war ein bekannter deutscher Dichter, aus Düsseldorf, nachdem ist sogar die Uni dort benannt, die Lorelay hat er besungen und dann? So spontan fiel mir da auch nicht mehr ein, aber darauf bezieht sich der Zusatz „Dichter unbekannt!“ nicht. Heinrich Heine wurde am 13.12.1797 in Düsseldorf geboren, also knapp 8, 5 Jahre nach Beginn der französischen Revolution, die Zeit seines Lebens sein Denken prägte. Nach dem Abitur studierte er Jura in Bonn, eigentlich ein staatstragendes Fach, aber er setzte sich dennoch stets kritisch mit der Staatsform, den sozialen Unterschieden und den Besitzständen auseinander. Er bewunderte die Revolution, behielt jedoch stets seinen Geist offen und reflektierte stets alles. So liebäugelte er später auch mit dem Kommunismus, aber auch dies nicht unkritisch. Da er bereits in Preußen für seine Denkweise unter Druck geriet, zog er nach Paris. Obwohl er deutsches Liedgut und Gedichte des Volksmundes aufschrieb und sein deutsches Liederbuch lange beliebt war, war er es nicht. Da er vor allem das Nationalistische Denken in Deutschland anprangerte, das ihn anwiderte, wurde sein Ansehen zu Bismarcks Zeiten nicht besser und die Nationalsozialisten übernahmen zwar zum Teil seine Texte in die Schulbücher, versahen sie dann aber mit dem Hinweis: „Dichter unbekannt!“, was natürlich Quatsch war, doch war Heine nicht nur gegen alles Nationalistische gewandt, er war auch noch Jude, was für Hitler noch erschwerend hinzu kam.
Das war mir gar nicht so bewusst. Ich habe in Trier studiert und die Uni dort hat bis heute noch keinen Namen, weil der berühmteste Sohn der Stadt Karl Marx von vielen für unwürdig empfunden wird, Namenspatron der Uni zu sein. Bei den ewigen Diskussionen kam auch immer wieder auf, daß nun ja auch die Uni Düsseldorf einen Namen habe, aber die Brisanz dieser Namensgebung in Düsseldorf war mir in den 90er Jahren gar nicht bewusst. Daher fand ich diese Verknüpfung des lyrischen Werkes von Heine, von dem mir durchaus mehr bekannt war, als mir bewusst war, und des politischen Heine sehr interessant. Noch besser fand ich es, weil ich parallel einen Roman über eine hohe französische Adelige (Prinzessin Charlotte von Rohan) zur Zeit der Revolution und Heines las, die dieser geistigen Strömung natürlich kritischer gegenüberstand. Einige Gedanken Heines sind noch immer sehr aktuell und als er in etwa zitiert wurde mit „bei solchen Missständen wie in Deutschland damals hätten die Franzosen längst 10 Revolutionen angezettelt“ musste ich an die Gelbwesten denken und grinsen. Wie recht Heine doch hatte. Rolf Becker liest mit viel Gefühl und Nachdruck, wobei auch die Instrumentalisierung sehr passend ist. Seine Stimme kam mir allerdings bekannt vor, doch Becker ist ja als Nachname schon ähnlich wie Müller, Meier, Schmidt. In diesem Fall jedoch nicht so ganz. Rolf Becker ist der Vater der Schauspieler Ben Becker und Meret Becker und selbst nicht unbekannt, so kann man ihn regelmäßig Di. abends ab 21.00h in der Sachsenklinik „In aller Freundschaft“ auf dem ZDF sehen. Eigentlich mäßig spannend, bis man sich mehr mit seiner Person befasst und einem dann auch sein Sohn Ben besser verständlich wird. Rolf Becker hat sich schon sehr früh mit Heinrich Heine befasst, der gerade im Zuge der 68er Bewegung wieder in den Fokus rückte. So erhielten Rolf Becker und Claus Bremer im Juni 1972 den Auftrag zu einer ersten Fassung von „Dichter unbekannt“. Wie Heine ist auch Rolf Becker im linken Gedankengut verwurzelt und hat sich für den langzeitinhaftierten Christian Klar eingesetzt und ihm das Theaterpraktikum zur Resozialisierung verschafft. (Das stand jetzt so nicht alles im Begleitheft, aber als ich das Bild des Sprechers sah, dachte ich mir, den kenne ich doch! – und befasste mich mit ihm).
Die Informationsflut dieses Hörbuches ist nicht zu unterschätzen, daher sollte man es unbedingt mehr als einmal hören und das 12 seitige Begleitbuch lesen, es ist wirklich nicht nur sehr interessant, sondern auch eine wunderbare Ergänzung zu den zu hörenden Texten und Gedanken Heinrich Heines. Sehr komplex, sehr vielschichtig, nicht zum Nebenbeikonsum geeignet, besser in kleinen Dosen zum Mitdenken und auf sich Wirken lassen. Wer bei seinem Namen nur an „Die Lorelay“ denkt, dem wird nicht bewusst sein, wie sehr sein Werk die Denker dieses Landes doch geprägt hat und welch Risiko viele von ihnen eingingen, die in der Weimarer Zeit ein Denkmal für ihn forderten. Ich bin noch ganz geflashed vom Hören und kann es wirklich jedem sehr empfehlen, der Zeit und Bereitschaft hat sich mit Heinrich Heine zu befassen.

Veröffentlicht am 13.01.2019

Super für Lesemuffel!

Wildhexe - Die Feuerprobe
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Clara ist eine ziemlich normale 11- jährige Dänin, sie lebt alleine mit ihrer Mutter in einer Wohnung und ist ziemlich schüchtern und zurückhaltend, außer bei ihrem besten Freund Oscar. Ihre übrige Familie ...

Clara ist eine ziemlich normale 11- jährige Dänin, sie lebt alleine mit ihrer Mutter in einer Wohnung und ist ziemlich schüchtern und zurückhaltend, außer bei ihrem besten Freund Oscar. Ihre übrige Familie kennt sie gar nicht, aber das hat sie bislang auch nicht weiter gestört. Bis sie eines morgens von einem riesigen schwarzen Kater angegriffen wird. Er versperrt ihr den Weg und fährt mit ihren Krallen durch ihr Gesicht. Es brennt höllisch und ihr wird ganz mulmig. Ihre Mutter ist ganz besorgt und als Clara immer höheres Fieber entwickelt, packt sie sie kurzerhand ins Auto und fährt mit ihr scheinbar ans Ende der Welt. Dort wohnt die Tante Isa, die Schwester ihrer Mutter, ganz abgeschieden in einem kleinen Häuschen mit vielen wilden Tieren. Sie ist eine Wildhexe, vertraut mit der Natur und den Tieren. Sie hat einen weiteren Sinn, den Wildsinn, mit welchem sie in ihrem Kopf die Sprache der Tiere hört und mit ihnen sprechen kann. Clara ist angeblich auch eine Wildhexe und nicht nur das, sie ist sogar in höchster Gefahr, weil eine abtrünnige Wildhexe es auf sie abgesehen hat. Ihre schlummernden Sinne zu wecken, ist jedoch schwieriger, als sie gedacht hat.

Meine Kinder mögen gerne magische Geschichten mit Tieren, Hexen und Abenteuern, aber sie sind nicht die eifrigsten Leser und die Schrift möchte bitte nicht so klein sein. Die FBM 2018 war daher eine gute Möglichkeit bei sämtlichen Verlagen die Aufmachung, Schriftgröße, Buchumfang und Geschichten zu vergleichen. Die Wildhexe von Lene Kaaberbol mit knapp unter 200 Seiten und noch recht großer Schrift und gefälligem Zeilenabstand fand vor den Augen beider Töchter Gnade. Dennoch wurde es nach dem ersten Kapitel abgebrochen, weil die ersten 6 Seiten so komisch waren. Als ich dann das Lesen übernahm, war es dann aber doch wirklich spannend (fand sogar der Vater) und wir sind durch die kurzen Kapitel gesaust, weil es sich dann ja auch als echt fesselnd herausstellte. Dieser Kinderroman aus Dänemark ist zu recht ein internationaler Erfolg, wobei Kinder eventuell erst Hemmungen vor den dänischen Namen überwinden müssen, was aber absolut harmlos ist. Es ist eher eine Frage der inneren Haltung. Der zuhörende Vater sagte: das ist aber echt sehr spannend geschrieben und die Vorlesende kann nur ihre große Bewunderung für die Übersetzung von Friederike Buchinger ausdrücken. Die Sprache ist unglaublich flüssig und selbst beim lauten Vorlesen der Wildstimmen, hakt es nie, es fließt wie selbstverständlich, als könne kein anderes Wort auf das nächste folgen, als das was dort gedruckt steht.

Clara ist eigentlich ziemlich unauffällig, eher klein, eher ängstlich, eher, na ja, irgendwie nichts besonderes und so traut sie sich auch nicht viel zu, außer wenn ihr Sandkastenfreund Oscar bei ihr ist. Bei ihrer Tante Isa trifft sie allerdings auf eine andere Wildhexenschülerin, Kahla, die zwar in ihrem Alter, ihr offensichtlich jedoch absolut feindselig gegenübersteht. Clara hat keine Ahnung, warum Kahla so fies zu ihr ist, aber langsam geht sie ihr wirklich auf die Nerven, dieses ständig frierende exotische Mädchen, das stets in 10 Schichten wollener Kleidung eingemummelt ist. Sehr schön wird stets das Mienenspiel der beiden beschrieben, deren gegenseitige Abneigung sich immer wieder an Kleinigkeiten zeigt. So wird man richtig in den Bann dieser Konkurrenz und dieser wilden fremden Welt in den dänischen Wäldern (deren Existenz ich mir bislang nicht wirklich bewusst war) und fiebert mit. Denn Clara ist das Ganze eigentlich gar nicht so recht, sie ist nicht stolz eine Wildhexe zu sein, was immer das eigentlich auch sein mag. Sie möchte eigentlich nur wieder zurück in die Stadt und zu ihrer Mutter und Oscar, auch wenn Tante Isa, ihr Hund Tumpe und Pony Sterjne wirklich klasse sind. Doch in dieser vermaledeiten Pampa gibt es ja noch nicht mal ein Handynetz!

Dieses Buch wird vom dtv in einer sehr leserfreundlichen Art verlegt. Die kurzen Kapitel stammen von der Autorin, klar, kommen aber gerade Lesemuffeln sehr entgegen. Wenn es spannend ist, kann man ja bei so kurzen Kapitel gerade noch mal ein Kapitel mehr lesen, ist ja nicht so lang, und dann noch eins und noch eins..... Der entspannte Zeilenabstand lässt auch ungeübtere Leser leichter die aktuelle Zeile im Blick behalten, ohne daß man verrutscht und auch die Schriftgröße ist zwar kein Großdruck mehr, aber größer als z.B. Harry Potter.


Nun sind wir total gespannt auf Band 2: Wildhexe – die Botschaft des Falken, das müssen wir unbedingt weiterlesen!

Veröffentlicht am 12.01.2019

Sehr einfach, lecker und vielseitig

Das große Mix-Kochbuch für die Familie
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Dieses Buch bietet über 100 Rezepte für den Thermomix TM5 und TM31 (unabhängig vom Hersteller) mit Grill-Spezial und als Extra: Babybrei aus dem Thermomix, Marinaden aus dem Thermomix und Salate aus dem ...

Dieses Buch bietet über 100 Rezepte für den Thermomix TM5 und TM31 (unabhängig vom Hersteller) mit Grill-Spezial und als Extra: Babybrei aus dem Thermomix, Marinaden aus dem Thermomix und Salate aus dem Thermomix.

Das zeitgleich erschienen Thermomix Buch der Autoren aus demselben Verlag ist regelmäßig im Einsatz, daher waren wir gespannt, wie wir diesen offiziellen Familienband finden. Viele Thermomix-Besitzer die ich kenne, haben kein Verständnis für ihr Gerät und machen einfach nur, was das Rezept vorschreibt und zwar genauso. Das passt bei uns nicht so, ich weiß gerne warum ich etwas tue, auch damit ich Rezepte variieren kann. Daher finde ich das Eingangskapitel „Anleitung zum Arbeiten mit dem Thermomix“ sehr hilfreich, in welche alle einzelnen Bestandteile dieser Küchenmaschine erklärt werden und ihre Funktion und Nutzen.

Als Nicht-Thermomix-Besitzerin (wir haben so ziemlich alle Küchenmaschinen außer dieser), sind für uns besonders die Backrezepte interessant. Seither ist mein Mann den Käsestangen verfallen, die dem Rest der Familie ebenfalls sehr gut schmecken. Sie gehen ganz einfach und schnell und können im Bedarfsfall immer auch kurz vorher zubereitet werden.

Sehr praktisch fand ich das Rezept für Bananen-Brötchen, nachdem ich ein vor sich hin gammelndes Exemplar in der Küche erblickte. Da das Rezept 2 Bananen verlangte, habe ich das Rezept halbiert, was bei einem halben Ei nicht ganz ohne ist, aber es wird ohnehin im Rezept angeregt, so lange Mehl hinzuzufügen, bis die Konsistenz stimmt. Da ich ein ganzes Ei nahm, brauchte ich ziemlich viel Mehl zusätzlich, es hat aber hervorragend geklappt. Der Teig muß 5 Stunden ruhen, ehe er gebacken wird. Also nichts für Spontanaktionen, dafür konnte ich feststellen, daß er sich hervorragend 5 Tage lang im Kühlschrank hält, so daß ich jeden Morgen ein frisches Brötchen für die Schule aus einem Teil des restlichen Teigs backen konnte. Sehr praktisch um auf Vorrat zu arbeiten. Allerdings muß man die Rezepte sorgfältig lesen. Ich habe ohne groß nachzudenken, die angegebenen Zutaten in den Mixtopf verworfen, um dann an einer späteren Stelle zu bemerken, daß ich die Hälfte des gemahlenen Puderzuckers für einen etwaigen Zuckerguß hätte zurück behalten muss. Machte nichts, es schmeckte auch so, und Zuckerguss mag ich eh nicht, es war daher wohl eher ein freudsches Verlesen.

Sehr einfach und lecker klang die Nuss-Schoko-Creme als Frühstücksaufstrich. Allergiebedingt, habe ich allerdings gemahlene Mandeln statt Haselnüssen verwendet, damit jeder Gast bei uns mitessen kann. Allerdings war ich zu faul nebenan den Thermomix auszuleihen und habe die Butter mit Zimt und Prise Salz in der Mikrowelle geschmolzen. Zusammen mit der vermengten gerösteten Nuss-Zucker-Mischung, weiß ich also nicht, welche Temperatur die Massen hatten, sie haben sich nicht optimal miteinander verbunden. Vielleicht ist die Konsistenz mit dem Thermomix, der die Butter bei 50 Grad und nicht mit geschätzt 50 Grad schmilzt, besser. Das Produkt ist zuckerarm, aber durch Zimt und Vanillemark sehr aromatisch. Nach einem Brötchen mit Butter und dieser Creme war ich erst mal für Stunden gesättigt. Meine Jüngste beäugte das Produkt skeptisch, fand es aber auch sehr lecker. Sehr einfach und wirklich schnell herzustellen. Bei Bedarf kann man sicher auch noch etwas mehr Zucker beifügen.

Die Struktur dieses Buches ist sehr klar und übersichtlich. Die Rezepte gut verständlich und einfach, wenn ich auch etwas die Hinweise vermisst habe, wenn einige Zutaten nach dem Mahlen geteilt werden.

Aus dem Alter für Babybrei sind wir herausgewachsen und unsere Nachbarn auch. Grillen ist im Januar noch kein Thema. Viele der Gerichte sind mit Fisch (mag ich nicht) oder mit kinderfreundlichem Honig (das einzige Lebensmittel, das mein Mann verabscheut). Spaghetti Carbonara werden hier mit Sahne zubereitet, einer Zutat, die eigentlich nicht in dieses Rezept gehört, das finde ich etwas schade und unnötig.

Insgesamt sehr variabel, für alle Momente des Familienlebens gemacht. Mir gefallen die Backrezepte besonders gut, was an dem speziellen Geschmack meiner Kinder liegt. Die Backwaren kommen alle gut an, Überbackenes mögen sie leider nicht so.

Die Autoren sind übrigens völlig unabhängig von Vorwerk und haben diese Rezepte aus Überzeugung für ihre Familie und ihren Alltag entwickelt.

Ein wirklich empfehlenswerter Begleiter für den Familienalltag, für den wir uns ganz herzlich beim Südwest Verlag bedanken.

Veröffentlicht am 08.01.2019

Friedlich unter einem Dach

Das Staubmaushaus
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Kennt Ihr das? In alten Häusern hat man manchmal das Gefühl, den Wollmäusen nicht Herr werden zu können? Hier erfahrt Ihr die Wahrheit und einen guten Trick, wie man sie aus den Wohnräumen verbannen kann!
Das ...

Kennt Ihr das? In alten Häusern hat man manchmal das Gefühl, den Wollmäusen nicht Herr werden zu können? Hier erfahrt Ihr die Wahrheit und einen guten Trick, wie man sie aus den Wohnräumen verbannen kann!
Das Staubmaushaus ist sicherlich schon über 100 Jahre alt und so lange schon fühlen sich dort die Staubmäuse aus, die dort überall herumschwirren. Man wird ihnen einfach nicht Herr, denn wenn ein feuchter Lappen sich ihnen nähert, huschen sie einfach ganz schnell unters Sofa, in Ritzen oder Spalten. In so einem alten Haus gibt es jede Menge derartiger Verstecke! Ein echtes Paradies für Staubmäuse, doch es ist bedroht, denn ein neuer Bewohner ist eingezogen: der M.I.A.U. 3000 Staubsauger hat ihnen mit seiner grimmig dreinblickenden Düse den Kampf angesagt! Haben die fusseligen Staubmäuse da eine Chance?

Dieses Bilderbuch hat mich schon auf der Frankfurter Buchmesse 2018 so angelacht. Sehen die Staubmäuse nicht niedlich aus? Kann man ihnen da wirklich böse sein, zumindest, sofern man keine Hausstauballergie hat.... Ich fand die Geschichte, die mich an meinen eigenen steten Kampf erinnert sehr tröstlich und meine Bilderbuch-Tochter fand sie einfach schön. Besonders gut hat uns neben den hinreißenden Illustrationen in gedeckten Staubtönen, das Happy End gefallen. Es ist doch ein glückliches Leben sowohl für Reinheit, als auch Staubmäuse unter einem Dach möglich, nur vielleicht nicht überall gleichzeitig, jeder hat da so sein spezielles Revier.... Die Geschichte ist sehr fantasievoll und greift liebevoll die kindliche Vorstellungswelt auf, in der alles und jedes Gefühle und Gesichter hat. Jetzt da ich dieses Buch kenne fallen mir auch gleich die raubtierartigen Züge meines Staubsaugers auf. Würde er doch mal schnurren, statt zu fauchen und zu klackern! Der Lärm tut auch den kleinen Staubmäusen in den Ohren weh. Die Textmenge pro Seite ist wirklich auch schon für ganz kleine Bilderbuchfreunde geeignet, die gerne noch auf den Knien rutschen und in den Ecken und versteckten Winkeln forschen. Auch wenn sie noch nicht lesen können, können sie doch schon die lauten roten Lärmsilben erkennen und wenn sie ihnen vorgelesen werden, ist es völlig klar, was da steht. So klingt es, wenn der Staubsauger mal wieder Kleinteile verschluckt oder gegen die Leisten donnert. Schon bald kann man gemeinsam beim Lesen die Geräusche nachmachen. Auch sonst ist der Text sehr liebevoll gewählt, so daß man sich die hurtig huschenden Staubmäuse bestens vorstellen kann, dank der ausdrucksstarken Wortwahl.

Autorin Asja Bonitz wurde 1981 in Berlin geboren und bekommt seit ihrer Kindheit nicht genug von Büchern. Sie begann in Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, das sie mit einer Promotion beendete. Seit 2010 arbeitet sie als Werbetexterin und Autorin u.a. schrieb sie die von meiner Tochter heiß geliebte „Myka und die Versteckschule“

Illustratorin Mele Brink lebt seit Mitte der 80er Jahre in Aachen. Nach ihrem Architekturstudium hat sie sich völlig der Zeichnerei verschrieben und produziert Bilder für Comics, Schulbücher, Wimmelbücher und alle Bücher die dringenden Bedarf nach Illustrationen haben. Gerne widmet sie sich auch mit Aufzucht und Pflege von Staubmäusen.

Für Kinder ab 3 Jahren und für ihre Mütter und Väter, die manchmal in Erklärungsnöte kommen mögen...