Ein Spiegel der Realität
Evil Eye„Warum wollte die Welt nicht anerkennen, dass Identität und Privilegien bloss Geburtszufälle waren? Wie viel mehr Empathie würden die Leute wohl besitzen, wenn sie begriffen, dass ihre Stellung im Leben ...
„Warum wollte die Welt nicht anerkennen, dass Identität und Privilegien bloss Geburtszufälle waren? Wie viel mehr Empathie würden die Leute wohl besitzen, wenn sie begriffen, dass ihre Stellung im Leben nicht dadurch bestimmt wurde, ob sie Gutes taten oder Fehler begingen, sondern reine Glückssache war, ein Münzwurf?“
Ich habe etwas Zeit gebraucht, in die Geschichte hineinzufinden. Häufig empfand ich beim Lesen Wut und Fassungslosigkeit. Denn dies ist nicht nur eine fiktive Geschichte, sondern spiegelt die bittere Realität vieler Frauen wider.
Wir begegnen unter anderem einem manipulativen Ehemann, erleben Rassismus , Kindheitstraumata und eine übergriffige, kontrollierende Schwiegermutter. Diese Themen steigern sich im Verlauf der Handlung und werden realitätsnah dargestellt.
Yaras Entwicklung ist authentisch, denn sie macht nicht nur Fortschritte, sondern erlebt auch Rückschläge.
Zu Beginn bleiben viele Dinge offen, doch nach und nach bringen die eingebauten Tagebucheinträge Licht ins Dunkel. Anfangs haben sie mich etwas verwirrt, aber mit jedem weiteren Eintrag wurden die Zusammenhänge klarer. Durch diese Einblicke erhalten wir ein tieferes Verständnis für Yaras Kindheit.
Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der generationsübergreifenden Weitergabe von Traumata und wie Yara es nach ihrem inneren Kampf schafft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.