Profilbild von ech68

ech68

Lesejury Star
offline

ech68 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ech68 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2026

Packender und atmosphärisch dichter Abenteuerroman über den Tiger des Indischen Ozeans

Robert Surcouf. Der Tiger des Indischen Ozeans
0

Mit diesem historischen Roman legt der Autor Mac P. Lorne einen weiteren packenden Abenteuerroman um einen berühmten Seehelden vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. ...

Mit diesem historischen Roman legt der Autor Mac P. Lorne einen weiteren packenden Abenteuerroman um einen berühmten Seehelden vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. Standen bislang eher Seefahrer aus England im Mittelpunkt seiner Bücher, ist diesmal der französische Korsar Robert Surcouf an der Reihe, der sich den Beinamen „Der Tiger des Indischen Ozeans“ wahrlich verdient hat.

Die Geschichte umfasst die Jahre von 1786 bis 1827 und beschreibt den Weg von Robert Surcouf zwischen seinen Anfängen als Seefahrer und seinem Tod. Dabei wechselt das Geschehen immer wieder zwischen seiner französischen Heimat Saint Malo, in der er geboren wurde und am Ende auch gestorben ist, und dem indischen Ozean, wo er als Kapitän diverser Schiffe zum Schrecken der Engländer wird. In seinem abwechslungsreichen Leben voller Höhen und Tiefen trifft Robert Surcouf auf zahlreiche historische Figuren, wie z. B. Horatio Nelson und natürlich Napoleon Bonaparte, dessen Aufstieg und Fall er hautnah miterlebt.

Mac P. Lorne legt hier wieder eine atmosphärisch dichte und ausgesprochen gut recherchierte Geschichte vor, die er mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo vorantreibt. Mit einer ausgefeilten Mischung aus fiktiven und historisch verbürgten Protagonisten, die durchgehend sehr vielschichtig angelegt sind, hält er sich dabei zwar eng an die tatsächlichen Begebenheiten der damaligen Zeit, nutzt die durchaus vorhandenen Zwischenräume aber auch geschickt aus, füllt sie mit zahlreichen Spannungsmomenten und lässt dabei seiner schriftstellerischen Freiheit ziemlich freien Lauf, ohne dabei das Gesamtbild zu verfälschen.

Ein Personenregister, eine Karte des Indischen Ozeans auf dem Innenumschlag und die historischen Anmerkungen incl. einem Glossar am Ende des Buches runden das Ganze überzeugend ab und sind auch äußerst hilfreich, um sich im ab und an doch etwas unübersichtlichen Geschehen und dem doch recht großen Personenaufgebot zurechtzufinden.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte historische Romane mit einer satten Portion Seeabenteuer steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2026

Spannender Kriminalroman aus der bayrischen Provinz

Tannengrab - Karla Sommerfeld ermittelt
0

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Ines Buck die Hauptkommissarin Karla Sommerfeld in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und ...

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Ines Buck die Hauptkommissarin Karla Sommerfeld in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit der sympathischen Ermittlerin und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse aus dem ersten Band fehlen würden, obwohl es hier mit dem Fall rund um das spurlose Verschwinden von Karlas Vater einen roten Faden gibt, der sich durch die Reihe zieht. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als die kleine Mathilda Karla Sommerfeld stolz ihren Fund präsentiert, ist diese schockiert, denn sie erkennt sofort, dass der angebliche Wildschweinknochen in Wirklichkeit zu einem Menschen gehört. Und so finden die Ermittler in der Nähe des Kindergartens auch schnell ein Skelett, dass dort schon seit fünf Jahren liegt. Bei ihren Ermittlungen bekommen es Karla und ihre Kollegen mit aufgebrachten Eltern, schweigsamen Dorfbewohnern und einer Familie mit Geheimnissen zu tun.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und garniert sie mit jeder Menge Lokalkolorit aus der bayrischen Provinz. Geschickt legt sie dabei einige falsche Fährten und bietet am Ende eine verblüffende, aber dennoch schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Kommissarin, die wegen der Demenzerkrankung ihrer Mutter in ihren Heimatort zurückgekehrt ist, lockern das Geschehen zudem immer wieder ein wenig auf, die Krimihandlung steht dabei aber jederzeit im Mittelpunkt der Geschichte.

Wer auf spannende Kriminalromane mit sympathischen Ermittlern und reichlich Lokalkolorit steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Für die weiteren Bände bleibt aber noch ein wenig Luft nach oben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2026

Spannender Kriminalroman aus dem hohen Norden, der mit einem gut aufeinander abgestimmten Ermittler-Team aufwartet

FriesLandRaub (Nordseekrimi)
0

In ihrem elften Küstenkrimi schickt die Autorin Nele Bruun ihre gut aufeinander abgestimmten Ermittler Carsten Wolf und Fabiu Covaci vom LKA Kiel in ihren vierten Fall, der sie diesmal nach St. Peter Ording ...

In ihrem elften Küstenkrimi schickt die Autorin Nele Bruun ihre gut aufeinander abgestimmten Ermittler Carsten Wolf und Fabiu Covaci vom LKA Kiel in ihren vierten Fall, der sie diesmal nach St. Peter Ording Sylt verschlägt. Diesmal nimmt auch Carstens ehemalige Partnerin Manuela „Manu“ Kramer nach ihrer Rückkehr in den aktiven Dienst eine größere Rolle ein.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als im Inselmuseum von St. Peter Ording Alarm ausgelöst wird, findet der Wachdienst dort keinen Einbrecher vor, sondern stößt auf die Leiche des schwerreichen Unternehmers und Kunstliebhabers Alexander von Holten. Carsten Wolf und sein Team übernehmen die Ermittlungen, die sich zunächst sehr schwierig gestalten, weil zunächst kein Motiv zu erkennen ist und die Mutter des Opfers auch keine große Hilfe ist und offenbar in erster Linie den Ruf der Familie schützen will. Und Fabiu muss sich zudem seiner Vergangenheit stellen, wegen der er sich zum LKA Kiel hat versetzen lassen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die größtenteils bereits aus den ersten beiden Bänden bekannt sind. Besonders das gelungene Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Hauptermittler ist auch diesmal wieder sehr gelungen. Zudem erweist sich Manu als große Bereicherung des Teams und bekommt diesmal auch deutlich mehr Zeit und Raum, ihr Potential auszuschöpfen. Und an der schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, und dem zugehörigen dramatischem Showdown gibt es auch nichts zu meckern, so dass mich die Autorin erstmals komplett überzeugen konnte.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit aus dem hohen Norden steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2026

Western meets Horror - Gelungener Auftakt einer neuen Serie mit Potential

Nighthunter 1 – Die Nacht der Ghule
0

Mit diesem Buch liefert der Autor Anton Serkalow den gelungenen Auftakt einer neuen Serie mit einem wilden Mix aus Western und Horror bzw. Mystery ab, der mich insgesamt überzeugen und gut unterhalten ...

Mit diesem Buch liefert der Autor Anton Serkalow den gelungenen Auftakt einer neuen Serie mit einem wilden Mix aus Western und Horror bzw. Mystery ab, der mich insgesamt überzeugen und gut unterhalten konnte, für die weiteren Bände aber auch noch ein wenig Luft nach oben lässt.

Im Mittelpunkt der Serie stehen der adlige Vampir Louis Royaume und sein indianischer Gefährte, der Gestaltwandler Geistwolf, die bei ihrem ersten Abenteuer auf einen Zug mit einer gefährlichen Fracht stoßen, die niemals hätte geweckt werden dürfen.

Den typischen Spagat eines Serienauftaktes, bei dem nicht nur eine spannende Geschichte erzählt werden muss, die Lust auf weitere Bände macht, sondern darüber hinaus auch noch interessante Charaktere eingeführt werden müssen, die diese Serie dann auch noch über die weiteren Bände tragen können, absolviert der Autor hier auf überzeugende Art und Weise.
Auch wenn die Geschichte grundsätzlich in sich abgeschlossen ist, werden dennoch bereits ein paar Fäden gespannt, die dann in den Fortsetzungen weitergesponnen werden können bzw. müssen.

Vom Umfang her entspricht das Buch in etwa dem eines handelsüblichen Heftromans und kommt dementsprechend auch schnell zur Sache, ohne sich mit langen Vorreden aufzuhalten. Ein packender Schreibstil und ein hohes Erzähltempo sorgen dann dafür, das man beim Lesen kaum zum Luftholen kommt und dem wilden Treiben gebannt folgt. Es bleibt aber auch noch Raum für fein dosierten Humor, der den eher düsteren Grundtenor immer wieder auflockert.

Ein Auftaktband, der viel Spaß macht und zudem reichlich Potential für die weiteren Bände andeutet. Ob dieses Potential dann auch ausgeschöpft werden kann, werden die weiteren Bände, auf die ich schon sehr gespannt bin, zeigen.
Eine gewissen Suchtfaktor kann man dieser Serie aber schon jetzt nicht absprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2026

Packender und abgründiger Thriller aus Bielefeld

Der Kissenmörder (Bajetzky & Kuper - Thriller 6)
0

In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein Ermittlerduo Emma Bajetzky und Alex Kuper in ihren sechsten gemeinsamen Fall, der mich erneut überzeugen und begeistern konnte. Auch diesmal wird ...

In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein Ermittlerduo Emma Bajetzky und Alex Kuper in ihren sechsten gemeinsamen Fall, der mich erneut überzeugen und begeistern konnte. Auch diesmal wird der Handlungsort Bielefeld gut in die Handlung eingebunden.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten fünf Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal bekommen es Emma und Alex mit einem Serienmörder zu tun, der junge Mütter zunächst auf grausame Art und Weise misshandelt und anschließend mit einem Kissen erstickt. Verstörende Kinderzeichnungen, die an den Tatorten zurückgelassen werden, deuten darauf hin, dass sich der Täter für selbst erlebte Misshandlungen rächen will und dabei immer mehr die Kontrolle über sich verliert. Und am Ende einer Liste steht ein ganz besonders Opfer.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran, legt geschickt einige falsche Fährten und bietet am Ende einen fulminanten Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird fast ausschließlich aus den wechselnden Perspektiven der beiden Ermittler erzählt, immer wieder eingestreute Passagen aus der Sicht der Opfer sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über die Identität des Täters zu verraten. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Akteure lockern das eher düstere Geschehen immer wieder ein wenig auf, die Ermittlungen steht dabei aber immer im Mittelpunkt des Geschehens.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere