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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2017

Die Zeit heilt nicht alle Wunden, doch sie kann das Leben wieder lebenswert machen ...

Geheimnis der Gezeiten
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Ich gestehe, ich bin mit einer gewissen Skepsis an dieses Buch rangegangen. Mutter und Tochter, ein dunkles Geheimnis … das kennen wir doch schon aus vielen anderen Büchern. Doch die Autorin, für die dieser ...

Ich gestehe, ich bin mit einer gewissen Skepsis an dieses Buch rangegangen. Mutter und Tochter, ein dunkles Geheimnis … das kennen wir doch schon aus vielen anderen Büchern. Doch die Autorin, für die dieser Roman ein Erstlingswerk ist, hat es geschafft, den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Immer wenn ich dachte, ok, nun weiß alles darüber, wie es damals zum Verschwinden des kleinen Alfies kam, doch immer wieder hat sie mich mit einer neuen Wendung überrascht. Während des Lesens kommt man nicht umhin sich zu fragen, wieviel Schuld eine Familie auf sich laden, wieviel Schmerz sie ertragen kann? Ist ein Neuanfang überhaupt noch möglich? Die Geschichte endet letztendlich mit einer Art Happy End, das mir sehr gut gefallen hat. Sie schaffen es, wenn auch Narben zurück bleiben.
Hannah Richell hat eine wunderbare Art zu erzählen. Mit ihrem intensiven Schreibstil hat sie mich in den Bann gezogen. Die Charaktere kommen glaubhaft und sehr menschlich rüber, und ich liebäugle schon mit dem nächsten Band der talentierten Autorin!

Veröffentlicht am 20.09.2017

Was niemals geschehen darf ...

Der Report der Magd
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Es ist in der Tat ein altes SUB Schätzchen, das ich dank einer Leserunde hervorgekramt habe, und ich muss sagen, es hat sich gelohnt.
Als Leser wird man mit einem absoluten Horrorszenario konfrontiert, ...

Es ist in der Tat ein altes SUB Schätzchen, das ich dank einer Leserunde hervorgekramt habe, und ich muss sagen, es hat sich gelohnt.
Als Leser wird man mit einem absoluten Horrorszenario konfrontiert, von dem man nur hoffen kann, dass es in dieser oder auch nur annähernd ähnlichen Form nie Wahrheit werden wird.
Die Welt, oder in diesem Buch auf jeden Nordamerika, ist durch einen Atomkrieg verstrahlt. Die Frauen sind zum großen Teil unfruchtbar geworden, die Existenz der Menschheit steht auf dem Spiel. Aber es gibt Männer, die nicht aufgegeben wollen, egal wie hoch der Preis ist, den die wenigen jungen Frauen, bei denen noch Hoffnung auf Nachwuchs besteht, bezahlen müssen …
Mit unglaublicher Wucht katapultiert die Autorin den Leser in diese utopische Welt und lässt ihn oft nur erahnen, wie schlimm es wirklich ist. Kapitel für Kapitel entfaltet sich die Geschichte. Man leidet mit und hofft auf einen halbwegs glücklichen Ausgang … aber kann es den geben? Lasst euch überraschen, mehr kann ich an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel … das Buch lässt einen sehr nachdenklich und fast sprachlos zurück. Nan kann es zudem nicht vermeiden an manchen Stellen Parallelen zu realen vergangenen und durchaus auch heute noch bestehenden Diktaturen zu erkennen …

Veröffentlicht am 19.09.2017

Gefallene Mädchen ...

Zeit der Schwalben
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Der Grundgedanke zu diesem Roman ist ja an sich nix Neues. Er spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in den späten 50er Jahren und einmal in der Gegenwart. Als ich zu lesen begann, dachte ich „ok, total vorhersehbar“ ...

Der Grundgedanke zu diesem Roman ist ja an sich nix Neues. Er spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in den späten 50er Jahren und einmal in der Gegenwart. Als ich zu lesen begann, dachte ich „ok, total vorhersehbar“ aber dann hat mich die Autorin doch überrascht.
Wie schon im Klappentext beschrieben, taucht im Leben der Familie Harington plötzlich eine Frau auf, die behauptet die Tochter der verstorbenen Elizabeth zu sein. Sie wirbelt das Leben der Familie ganz schön durcheinander und verursacht mehr als nur einen Herzinfarkt. Ganz langsam jedoch setzt Adele sich mit der Tatsache auseinander und zusammen entdecken die verlorene gegangene Phoebe und Adele die Vergangenheit neu …
Wie gesagt, was vorhersehbar erschien, entwickelt in dem Roman eine phantastische Eigendynamik. Schockierende Details aus den 50er Jahren kommen ans Licht, die den normalen Menschenverstand knapp an die Grenze bringen. Ging man so damals wirklich so mit „gefallenen Mädchen“ um? Wie schrecklich traurig! Man kann als Leser die Reaktionen mancher Menschen nach dieser Geschichte wirklich besser verstehen. Aus einem lebenslustigen Mädchen wird durch tragische Umstände eine doch eher harte, manchmal direkt gefühlskalt wirkende erwachsene Frau. Als Leserin habe ich mir die Geschichte zu Herzen genommen und wünsche mir, dass so etwas heute nicht mehr möglich ist. Ich gebe dem Buch eine klare Lesempfehlung besonders für eher trübe Tage auf der Couch ;)

Veröffentlicht am 31.08.2017

Eine berührende Geschichte mit Nachhall ...

Bis ans Ende der Geschichte
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Dieser Roman, bestehend aus verschiedenen Handlungssträngen, nimmt sich gleich zwei heikler Themen an, nämlich der Judenverfolgung im Dritten Reich sowie der Sterbehilfe im hier und heute. Ein Strang spielt ...

Dieser Roman, bestehend aus verschiedenen Handlungssträngen, nimmt sich gleich zwei heikler Themen an, nämlich der Judenverfolgung im Dritten Reich sowie der Sterbehilfe im hier und heute. Ein Strang spielt in der Gegenwart und handelt hauptsächlich von Sage, einer einsamen jungen Frau, die sich mit ihren Schuldgefühlen und ihrem narbengezeichneten Gesicht vor der Welt versteckt. In einem weiteren Strang lernen wir ihre Großmutter Minka und die Hartmann Brüder kennen, die das Grauen der Nazizeit auf verschiedenen Seiten erleben. Tja, und dann ist da noch diese zauberhafte erfundene Geschichte, die einen wunderbaren Weg findet Menschen zu einen, die eigentlich nicht vereint sein sollten …

Ich konnte gar nicht aufhören zu hören, so sehr hat mich die Geschichte gefesselt. Man hatte sie vor sich, die Bilder im Warschauer Ghetto und im Konzentrationslager Ausschwitz. Aber gleichzeitig konnte man auch den Duft aus der kleinen Backstube wahrnehmen, in der Sage jede Nacht ihr Kunst walten lässt. Trotz der traurigen Themen schaffte es die Autorin mal wieder ein warmherziges und eindringliches Buch zu schreiben, das mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen wird. Mit jedem ihrer Bücher greift sie stets ein Thema auf, das berührt und unter die Haut geht. Ich bin großer Fan von Jodi Picoult und kann zu fast all ihren Bücher, wie eben auch zu diesem, eine absolute Lesempfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 31.08.2017

Bitte in Zukunft ohne mich ...

Am Ende der Welt ist immer ein Anfang
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Ich sitze hier mit einem großen Fragezeichen auf dem Gesicht und suche verzweifelt nach Worten, dieses Hörbuch zu beschreiben und zu bewerten. Die Beschreibung auf dem Klappentext beginnt mit den Worten: ...

Ich sitze hier mit einem großen Fragezeichen auf dem Gesicht und suche verzweifelt nach Worten, dieses Hörbuch zu beschreiben und zu bewerten. Die Beschreibung auf dem Klappentext beginnt mit den Worten: „Die ist die Geschichte einer erfolgreichen Frau, die scheitert um von vorne zu beginnen …„ Soweit so gut. Ich hatte mich auf das Hörbuch gefreut, die Frau ist ja ungefähr in meinem Alter und ich war gespannt, was sie nun so alles ändern wird. Die erste Enttäuschung kam gleich mit den ersten paar Tracks, ich kam einfach mit der Art des Vortragens nicht klar. Für mich klang es wie eine salbungsvolle Märchenerzählung inklusive einem erfundenem Alter Ego. Nun gut, mit der Zeit hörte ich mich ein doch der Inhalt der Geschichte ließ mich doch immer wieder kopfschüttelt zurück. Kann man denn als erwachsene Frau wirklich so viel Naivität an den Tag legen? Kann man z. B. ständig die Steuerforderungen ignorieren bis einem das Wasser wirklich bis zum Hals steht und man sogar noch das letzte paar Schuhe verkaufen muss? Und dann die Sache mit ihrem Sohn? Hat sie denn aus ihrer eigenen Vergangenheit gar nichts gelernt? Sie ist ihrem Sohn auch nicht wirklich eine bessere Mutter als ihre eigene es ihr war. Maria stolpert ihr ganzes Leben von einer unvernünftigen Leichtsinnigkeit in die nächste. Ob sie das nun alles wirklich geändert kriegt, steht in den Sternen. Ich wünsche ihr und ihrem neuen Mann alles erdenklich Gute, denke aber, dass ich persönlich an beider weiteren Leben keinen Anteil mehr haben möchte.