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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2017

Hat mich nicht vom Hocker gerissen ...

Todesmelodie
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Schon bevor ich diesen Krimi um die beliebte Kommissarin Julia Durant in Angriff nahm, hatte ich beschlossen, diese Reihe für mich als beendet zu betrachten. Leider verstarb der sympathische Autor Andreas ...

Schon bevor ich diesen Krimi um die beliebte Kommissarin Julia Durant in Angriff nahm, hatte ich beschlossen, diese Reihe für mich als beendet zu betrachten. Leider verstarb der sympathische Autor Andreas Franz bevor er diesen 12. Fall fertigstellen konnte. Ich denke, Daniel Holbe hat das Buch würdig zu Ende geschrieben aber die nächsten Fälle werden einfach nicht mehr Herrn Franz‘ typische Handschrift tragen.

Zum Inhalt brauche ich dank des Klappentextes nicht mehr viel verlieren, zur Stimmung möchte ich noch ein paar Worte sagen. Nachdem Julia doch ein ganzes Jahr ausgefallen ist um ihren letzten und persönlich für sie schlimmsten Fall zu verdauen, hat sich in der Abteilung in Frankfurt einiges verändert. Julia Durant ist befördert worden und Sabine Kaufmann ist „the new kid on the block and on the streets“. Julia tut sich schwer damit, nicht mehr auf den Straßen unterwegs sein zu können und so entsteht zwischen allen Charakteren des Öfteren eine leicht gereizte Stimmung, die meiner Meinung nichts in diesem Krimi verloren hat. Mit Sabine hat Julia eine jüngere Konkurrentin bekommen, die Beiden sehen nicht immer Auge in Auge.

Alles in allem fand ich die Reihe um Julia Durant und Kollegen fast immer sehr spannend und unterhaltsam. Ich bin traurig, dass der Autor sein Können und Wissen nicht mehr mit uns teilen kann.

Veröffentlicht am 19.04.2017

Anders als erwartet ...

Bis an die Grenze
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Wie bereits der Klappentext beschreibt, begleite ich Josie und ihre zwei Kinder Paul und Ana aus Ohio auf einen Trip in den Bundesstaat Alaska. Alaska ist auch bekannt als „The last Frontier“, was man ...

Wie bereits der Klappentext beschreibt, begleite ich Josie und ihre zwei Kinder Paul und Ana aus Ohio auf einen Trip in den Bundesstaat Alaska. Alaska ist auch bekannt als „The last Frontier“, was man locker als „Die letzte Herausforderung (Grenze)“ übersetzen könnte. In ihrer derzeitigen Heimat Ohio fühlt Josie sich nicht nur durch ihren Exfreund und Vater ihrer Kinder, sondern auch von der der nicht mehr existierenden Einnahmequelle unter Druck gesetzt. Schnell wird beim Lesen klar, dass sie eigentlich mit dem Leben als solches nicht klar kommt. Während ich zu Beginn noch Mitleid mit ihr hatte, wandelte sich dieses nach kürzester Zeit jedoch in absolutes Unverständnis um. Völlig planlos geht Josie diese Reise an. Die Preise sind schwindelerregend hoch in Alaska, das Wohnmobil alt und ihr Alkoholkonsum scheint trotz ihrer Verpflichtung als Mutter völlig aus dem Ruder zu geraten. Immer wieder vertraut sie sich und auch ihre Kinder wildfremden Menschen an, und sie scheint bei diesem Höllentrip mehr Glück als Verstand zu haben. Ich wollte Josie beim Lesen schütteln und sie fragen, wie sie diese Verantwortungslosigkeit als Mutter zweier kleiner Kinder an den Tag legen kann. Sie lässt wirklich keine Gelegenheit aus, sich selbst und den Rest der Familie in Gefahr zu bringen. Direkt nach ihrem letzten Höhepunkt der vielen Gefahrsituationen bricht das Buch plötzlich mit einem Open End ab. Hiervon war ich total enttäuscht. Ich habe mir nach dem Lesen die Frage gestellt, was Dave Eggers mit dieser Geschichte bezwecken möchte. Habe ich die Nachricht nicht verstanden? Schade, nach einem meiner Lieblingsbücher „Weit gegangen“ des gleichen Autors habe ich etwas anderes erwartet.

Veröffentlicht am 13.04.2017

Die Geister, die ich rief ...

Im Licht des Augenblicks
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Mit diesem Buch ist dem Autor Garth Stein, den ich schon von seinem Debütroman Enzo oder die Kunst, ein Mensch zu sein kannte, eine berührende Geschichte um eine Familie gelungen, deren Porträt bis zum ...

Mit diesem Buch ist dem Autor Garth Stein, den ich schon von seinem Debütroman Enzo oder die Kunst, ein Mensch zu sein kannte, eine berührende Geschichte um eine Familie gelungen, deren Porträt bis zum Anfang des 20. Jahrhundert reicht. Verstörende Dinge passieren auf dem alten Riddle Anwesen, als Trevor mit seinem Vater dort ankommt um das riesige Stück Land zu begutachten und zu Geld zu machen. So der Plan von Jones und seiner Schwester Serena, nicht jedoch der des Großvaters Samuel, der nicht loslassen möchte. Unweigerlich wird der erst 14jährige Trevor in die Geschichte mit reingezogen. Doch er nimmt nicht alles als gegeben hin. Angetan von seinem Großvater, den er eben erst kennen- und sehr schätzen gelernt hat, setzt er es sich zum Ziel, die Vergangenheit zu erforschen und stößt dabei auf unglaubliche Dinge. Die „ghosts of the past“ scheinen lebendiger denn je, immer wieder tauchen sie auf und entblättern so nach und nach eine Familiengeschichte, die man nicht die eigene nennen möchte.

Es gelingt dem Autor in diesem Buch wunderbar die Gegenwart mit der Vergangenheit zu verknüpfen. Die Grenzen verlaufen fließend und immer wieder ist man fasziniert von der Reife des Jungen und oft angewidert von der scheinbaren Unreife der erwachsenen Protagonisten. Das Ende belohnt mit einer schlüssigen Aufklärung der meisten Fragen. Garth Stein ist ein würdiger zweiter Roman gelungen, zu dem ich gerne eine Leseempfehlung ausspreche.

Veröffentlicht am 05.04.2017

Mal eben zu die Omma auf ne Eve und nen Samtkragen ...

Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte
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Dieses Buch ist etwas Besonderes, etwas Anderes, für mich etwas Neues. Ich dufte es in einer von der Autorin begleiteten Leserunde genießen, was mir richtig Spaß gemacht hat. Wir haben das Buch in drei ...

Dieses Buch ist etwas Besonderes, etwas Anderes, für mich etwas Neues. Ich dufte es in einer von der Autorin begleiteten Leserunde genießen, was mir richtig Spaß gemacht hat. Wir haben das Buch in drei Abschnitte aufgeteilt und ich muss sagen, der erste Abschnitt hat mich oft erstaunt, manchmal betroffen gemacht. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen beschreibt Anna Basener wie es sich wohl zugetragen haben mag, damals im Pott im Rotlichtmilieu. Man musste schon ganz schön tough sein, um hier nicht unterzugehen. Gleichzeitig lernen wir im ersten wie im zweiten Abschnitt die ganze Familie kennen, angeführt von keiner geringeren als der Omma. Mit ihrem ausgeprägten Dialekt ist sie natürlich der Hit. Als ich mich reingelesen hatte, hatte ich direkt den Klang in den Ohren. Im letzten Abschnitt geben Omma und Enkelin Bianca nochmal richtig Gas. Am Ende ist verkehrte Welt und doch irgendwie richtig. Das Buch ist flüssig zu lesen und katapultiert den Leser direkt ans Geschehen. Ob alle ihre Beteiligten ihre Bestimmung gefunden haben, bleibt abzuwarten. Vielleicht hören wir ja mal wieder von Bianca, Mitzi, Omma und Co.?

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Veröffentlicht am 05.04.2017

Mafia-gesteuerte Panschereien ...

Tödliche Oliven
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Dieser vierte Band in der netten Reihe um den sympathischen Koch aus Luxemburg war diesmal besonders spannend. Kieffer verschlägt es auf den Spuren seines Freundes nach Italien, genauer gesagt nach Apulien, ...

Dieser vierte Band in der netten Reihe um den sympathischen Koch aus Luxemburg war diesmal besonders spannend. Kieffer verschlägt es auf den Spuren seines Freundes nach Italien, genauer gesagt nach Apulien, wo über 50% des italienischen Olivenöl erzeugt werden. Immer tiefer taucht er ein in die Machenschaften der „Olivenöl-Mafia“. Es ist wirklich unglaublich was in dieser Branche abgeht, mir ist der Appetit auf Olivenöl leicht vergangen. Bis zum Schluss fiebert man mit und hofft als Hörer auf einen guten Ausgang. Hat Xaviers Freund Alessandro überlebt? Wird den kriminellen Machenschaften ein Ende bereitet?

Nicht ganz zufrieden bin ich leider mit der Wahl des Sprechers. Gregor Weber neigt manchmal dazu den Text etwas runterzuleiern. Aus dieser Story hätte man definitiv mehr rausholen können. Das mindert aber in keinster Weise meine Vorfreude auf den nächsten Band.