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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2023

Was war Mamas Lieblingsblume?

Erstaunen
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Wenn man als Kind wie Robbie anders ist als die Anderen, hat man keinen leichten Stand. Das bekommt der sensible und zugleich hochintelligente Junge täglich am eigenen Leib zu spüren. Als er dann auch ...

Wenn man als Kind wie Robbie anders ist als die Anderen, hat man keinen leichten Stand. Das bekommt der sensible und zugleich hochintelligente Junge täglich am eigenen Leib zu spüren. Als er dann auch noch seine Mutter durch einen Unfall verliert, gerät seine Welt vollends in Wanken. Sein Vater Theo versucht ihn aufzufangen und gleichzeitig seine eigene Trauer zu verarbeiten. Gemeinsam versuchen sie die Welt und die Natur um sich herum zu erkunden, lernen wie wichtig ihr Einklang für Mensch, Tier und Pflanze ist, bis sie schließlich an ihre Grenzen stoßen …

Eigentlich fällt dieses Hörbuch nicht so wirklich in mein Beuteschema, aber nachdem es in meiner Lesegruppe hoch gelobt wurde und ich mir doch tatsächlich noch ein wenig Hörzeit freigeschaufelt hatte, ließ ich es auf einen Versuch ankommen. Ich gebe zu, es hat mich an vielen Stellen tatsächlich berührt, ja geradezu fasziniert, doch irgendwann merkte ich, dass auch ich an meine Grenzen stieß. Hier wurden doch viele Themen behandelt, mit denen ich mich wahrscheinlich bis jetzt zu wenig auseinandergesetzt habe. Ich fühlte mich ein wenig erschlagen. Die Geschichte hat zwar eine gewisse Neugier in mir geweckt, konnte mich aber nicht ganz überzeugen. Ich vergebe für „Erstaunen“ gute vier Punkte.

Veröffentlicht am 02.01.2023

Rangelei auf hoher See ...

Über Bord
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Endlich mal wieder habe ich mir ein (Hör)buch der äußerst begabten und inzwischen auch recht betagten Autorin gegönnt. „Über Bord“ ist ihr zwölfter von insgesamt sage und schreibe neunzehn Krimis, von ...

Endlich mal wieder habe ich mir ein (Hör)buch der äußerst begabten und inzwischen auch recht betagten Autorin gegönnt. „Über Bord“ ist ihr zwölfter von insgesamt sage und schreibe neunzehn Krimis, von denen ich schon einige genießen durfte. So freute ich mich dann auch schon auf einen spannenden Roman, gespickt mit Wortwitz und einer großen Dosis schwarzem Humor. Der Klappentext verhieß Gutes und so war ich gespannt auf Ellen, die sich recht unglücklich und vom Leben betrogen, anhörte. Eine luxuriöse Mittelmeer Kreuzfahrt soll sie nun aber aus ihrem tristen Alltag entführen und wer weiß, vielleicht stellt sich ja sogar nochmal so etwas wie Liebe ein? Und dann geht schließlich einer „Über Bord“ …

In dem ohnehin recht kurzen Buch verplempert Frau Noll leider einiges an Zeit uns die Familie vorzustellen, bevor es endlich los geht. An Bord angekommen scheint alles nach Plan zu laufen und ein Todesfall im letzten Drittel der Geschichte scheint die Autorin endlich auf Fahrt zu bringen. Umso enttäuschter war ich, als dieser Wunschgedanke zerplatzte wie eine Seifenblase. Ein unspektakulärer Schluss rundet den Roman zwar ab, aber Begeisterung sieht anders aus. Da die Sprecherin Uta Hallant mich durch ihre angenehme Vortragsweise hervorragend bei der Stange halten konnte, vergebe ich noch drei von fünf Sternen. Dennoch bleibe ich der Autorin treu. Man kann eben nicht immer einen Volltreffer beim Schreiben landen.

Veröffentlicht am 30.12.2022

Kruzinesen, ist das heiß !!!!

Affenhitze (Ein Kluftinger-Krimi 12)
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Klufti is back ;) … ich liebe ihn ja, den grantligen Allgäuer, der mir einfach ans Herz gewachsen ist. Diesmal zeigt er sich mal wieder von seiner besten Seite und lässt natürlich kein Fettnäpfchen aus. ...

Klufti is back ;) … ich liebe ihn ja, den grantligen Allgäuer, der mir einfach ans Herz gewachsen ist. Diesmal zeigt er sich mal wieder von seiner besten Seite und lässt natürlich kein Fettnäpfchen aus. Es gilt einen Mord an Professor Brunner, dem Forscher, der den „Udo“ ausgegraben hat, aufzuklären und so macht er sich auch gleich mit seinem Kollegen Richard „Richi“ Maier auf Spurensuche. Und so ganz nebenbei verstrickt sich der Kommissar, äh verzeih, der Interimspolizeipräsident, in die Welt der neuen „Sozialmedien“. Er kann gar nicht glauben, was über die Seite mit dem weißen F auf blauem Grund so alles möglich ist. Plötzlich kommen Freunde aus allen Ecken und die Zeit zerrinnt ihm nur so zwischen den Fingern. Und vor allem kommt er immer mehr ins Schwitzen, was nicht allein der Hitze des Jahrhundertsommers geschuldet ist …

Klufti forever! Für mich kann es gerne noch weitergehen mit der (Hör)buchreihe um das Allgäuer Urgestein. Die Hörbücher haben nämlich einen wunderbaren Unterhaltungswert. Ich vergebe hier mit vier Sternen fast die Bestnote … ach, nein, ich runde doch auf die volle Punktzahl auf, er hat es einfach verdient !!!!!

Veröffentlicht am 30.12.2022

Wie lebt es sich auf einer Insel?

Zur See
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Schon seit Wochen hatte ich mich auf das neue Buch von Dörte Hansen gefreut und konnte es kaum erwarten, damit loszulegen. Vom Klappentext her, der das Leben der Familie Sander auf einer Nordseeinsel beschreibt, ...

Schon seit Wochen hatte ich mich auf das neue Buch von Dörte Hansen gefreut und konnte es kaum erwarten, damit loszulegen. Vom Klappentext her, der das Leben der Familie Sander auf einer Nordseeinsel beschreibt, schien es ja wieder im Stil ihrer Vorgängerbücher „Altes Land“ und „Mittagsstunde“ verfasst zu sein. Beides Bücher, die ich übrigens mit gerne vergebenen fünf Sternen bewertet hatte. Ich war es aus ebendiesen Büchern gewohnt, dass man sich einlesen muss in den Schreibstil der Autorin und wunderte ich mich nicht, dass es hier ebenso zu sein schien. Nach und nach lernte ich neben Hanne und ihrem Mann auch die Kinder und diverse weitere Inselbewohner kennen. Ich wartete beim weiteren Eintauchen in die Geschichte, dass sich da noch was tun würde, aber irgendwie schien die Handlung zu fehlen. Es plätscherte vor sich hin, wenn es auch einen tiefen Eindruck in das Leben der Charaktere, ihre Inselzugehörigkeit und ihre Freuden und Leiden gab. Es war sehr düster gezeichnet und ich fragte mich beim Lesen mehr als einmal, ob diese Menschen auch irgendwann mal glücklich waren. Gut, mit dem Schreibstil kam ich aber dennoch gut zurecht. Was mich aber diesmal besonders geärgert hat, war die einseitige Sicht auf die Touristen, die angeblich alle rücksichtslos auf der Insel rumtrampeln und überhaupt nie Verständnis für die Inselbewohner zeigen. Ich habe schon immer gerne Urlaub auf Inseln, so zum Beispiel der Insel Usedom oder auch Rügen, gemacht. Ich habe mich dort immer so anständig verhalten, wie ich es auch zu Hause mache und mein Geld wurde eigentlich auch immer gerne genommen. Ja, ich bin sauer über diese einseitigen Aussagen, Frau Hansen. Aber wenn ich so darüber nachdenke, gibt es neben den abweisenden Insulanern sicher auch solche, die sich über uns Landeier ein wenig freuen, das hoffe ich zumindest. Dem Buch vergebe ich leider nur drei von fünf Sternen, das konnte mich diesmal nicht wirklich abholen. Schade.

Veröffentlicht am 29.12.2022

Ein Leben für den Widerstand ...

Die Spionin der Charité
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Der Autor Christian Hardinghaus, der mir aus „Die verlorene Generation“ und „Ein Held dunkler Zeit“ – übrigens beides Bücher, für die ich die volle Punktzahl vergeben habe – bestens bekannt ist, hat auch ...

Der Autor Christian Hardinghaus, der mir aus „Die verlorene Generation“ und „Ein Held dunkler Zeit“ – übrigens beides Bücher, für die ich die volle Punktzahl vergeben habe – bestens bekannt ist, hat auch mit der Spionin der Charité wieder einen exzellent recherchierten Roman vorgelegt. Sicher trug mein Vorabwissen dazu bei, mich hier recht schnell zurecht zu finden, so dass ich der Geschichte gut folgen konnte. Ich freute mich sehr, dass hier scheinbar ein junger Journalist Interesse an der Geschichte rund um Sauerbruch und Kolbe zeigte, wohingegen sich viele Menschen nach dem Krieg doch lieber in das Deckmäntelchen des Schweigens hüllten und vorgaben, entweder alles vergessen zu haben oder – noch besser – von gar nichts gewusst haben wollten. Ähnlich geht es Liliy, die schließlich bereitwillig auspackt und uns als Leser somit das ganze Leid von damals miterleben lässt.

Obwohl es sich an manchen Stellen fast wie ein Sachbuch gibt, schafft der Autor es, den Spannungsbogen durch das Buch hinweg zu halten und den Hörer oder Leser an die Story zu fesseln. Er orientiert sich an wahren Begebenheiten, bedient sich jedoch der schriftstellerischen Freiheit, einige Namen zu ändern und sicher auch den ein oder anderen Verlauf ein wenig anzupassen. Dennoch spürt man deutlich die Gefahr, die für die Mitglieder der Widerstandsbewegung bestanden haben muss, und wieder und wieder ziehe ich meinen Hut vor ihrem Mut.

Der manchmal ein wenig trocken anmutende Schreibstil wird durch den genialen Schluss auf jeden Fall wett gemacht, sodass ich hier sehr gerne vier von fünf Sternen gespickt mit einer Lese- bzw. Hörempfehlung an alle geschichtsinteressierten Leser vergebe.