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Veröffentlicht am 05.02.2026

Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum ...

Clara und Rilke
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Wer kennt ihn nicht, den begnadeten Lyriker und Schriftsteller Rainer Maria Rilke, der zu Lebzeiten immer wieder an seiner Rastlosigkeit und inneren Zerrissenheit zu scheitern droht. Geprägt durch eine ...

Wer kennt ihn nicht, den begnadeten Lyriker und Schriftsteller Rainer Maria Rilke, der zu Lebzeiten immer wieder an seiner Rastlosigkeit und inneren Zerrissenheit zu scheitern droht. Geprägt durch eine nicht einfache Kindheit mit einer dominanten Mutter, entwickelt er über die Jahre seine eigene Überlebensstrategie. Der sensible Dichter sucht oft die Einsamkeit, bis eines Tages die junge Clara Westhoff in sein Leben gespült wird. Die Beiden lernen sich in der mitten im Teufelsmoor gelegenen Künstlerkolonie Worbswede kennen. Clara absolviert eine für Frauen der damaligen Zeit ungewöhnliche Ausbildung zur Bildhauerin und hatte das Glück, unter anderem unter dem sehr bekannten Auguste Rodin studieren zu dürfen. Clara und Rilke nähern sich an und bald schon entsteht eine tiefe Liebesbeziehung, die schließlich in der Heirat der Beiden im April 1901 ihre Vollendung findet. Doch Rilke scheint nicht für ein bürgerliches Leben geschaffen und trotz der Geburt der kleinen Tochter Ruth, beginnt die Ehe bald zu bröckeln …

Nicht nur durfte ich dieses wunderbare Werk als Hörbuch genießen, ich hatte auch das unverschämte Vergnügen, mir den biografischen Roman in einer Lesung durch die Autorin selbst in Auszügen erzählen zu lassen. Die äußerst sympathische Autorin Lena Johannson schafft es fast spielerisch den Hörer, bzw. Leser in ihre Erzählung eintauchen zu lassen, neben der Geschichte selbst präsentiert sie auch verschiedene Kostproben der Dichtkunst Rilkes, was die Romanbiografie immer wieder auflockert. Während mich die Autorin zu 100% überzeugen konnte, bleibt das Hörbuch leider ein klein wenig hinter den Erwartungen zurück. Die große Aufgabe ihre Hörer mitzureißen, bewältigte die Sprecherin Xenia Noetzelmann nur bedingt. Dennoch vergebe ich für dieses Werk sehr gerne vier bewundernde Sterne verbunden mit einer absoluten Empfehlung an alle, die sich wie ich für das Leben und Wirken dieser beiden außergewöhnlichen Künstler begeistern können.

Veröffentlicht am 04.02.2026

Eine Heimkehr der besonderen Art ...

Nachttod
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Ich liebe es einen neuen Kriminalroman zu entdecken, der nach dem ersten Band mit noch vier weiteren Teilen aufwarten kann. So freute ich mich dann auch riesig darauf durch „Nachttod“, aus der Feder der ...

Ich liebe es einen neuen Kriminalroman zu entdecken, der nach dem ersten Band mit noch vier weiteren Teilen aufwarten kann. So freute ich mich dann auch riesig darauf durch „Nachttod“, aus der Feder der schwedischen Krimiautorin Johanna Mo, Bekanntschaft mit der Polizistin Hanna Duncker machen zu dürfen. Hanna ist nach Jahren der Abwesenheit in ihre Heimat auf die Insel Öland vor der südöstlichen Küste Schwedens zurückgekehrt, auf der sie den dortigen Polizeidienst antritt. Die Versetzung dorthin kostete sie viel Mut, denn der Name Duncker ist in der Gegend kein unbekannter. Hanna ist die Tochter eines Mörders, eine Tat, die ihr einige der Einwohner persönlich ankreiden. Gleich zum Einstieg wird der Sohn ihrer ehemals besten Freundin erstochen auf einem einsamen Parkplatz aufgefunden, und so entwickeln sich die Ermittlungen für sie zu einer sehr persönlichen Angelegenheit, bei der sie mehr als einmal an ihre Grenzen stößt. Dass sie nebenher versucht, auch ihre eigenen Dämonen im Zusammenhang mit der Tat ihres Vaters zu bekämpfen, macht die Sache nicht einfacher …

Wer hier einen rasanten und actiongeladenen Thriller sucht, wird enttäuscht werden. Wer aber eintauchen möchte in Hanna Dunckers Leben und teilhaben will an ihrer persönlichen Entwicklung sowie dem Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ist hier bestens bedient. Von mir gibt es – mit ein ganz klein wenig Luft nach oben – vier wohlverdiente Sterne. Zudem spreche ich sehr gerne eine Empfehlung an die Krimiliebhaber und -liebhaberinnen aus, die ruhige und dafür tiefsinnige skandinavische Krimis lieben. Ich per persönlich freue mich schon sehr auf den Folgeband der Reihe um die Polizistin Hanna Duncker.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Die Luft steht, die Schüsse fallen im brütend heißen Chicago im Sommer 1928 ...

Todesblues in Chicago
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Auch dieser zweite Band der „City-Blues-Reihe“ kann seine Leserschaft problemlos abholen, indem es sie gleich zu Beginn in den brütend heißen Sommer in Chicago des Jahres 1928 hineinkatapultiert. Schnell ...

Auch dieser zweite Band der „City-Blues-Reihe“ kann seine Leserschaft problemlos abholen, indem es sie gleich zu Beginn in den brütend heißen Sommer in Chicago des Jahres 1928 hineinkatapultiert. Schnell fallen große Namen wie Al Capone und Lois Armstrong und man spürt förmlich die knisternde Angespanntheit, die in der Luft zu hängen scheint. Im Mittelpunkt dieses außergewöhnlichen Romans stehen drei Handlungsstränge, die der Autor Ray Celestin geschickt miteinander verwebt. Für unsere beiden Protagonisten Ida Davis und Michael Talbot beginnt das Ganze mit dem Besuch der Mutter einer reichen Fabrikerbin, die verschwunden zu sein scheint. Handelt es sich um eine anfangs ungeplante Entführung? Doch kaum haben sie Zeit sich ihrem neuen Fall zu widmen, geschieht eine Reihe von rätselhaften Giftmorden, die wohl der „High Society“ der Gangsterwelt einen empfindlichen Stoß versetzen sollte. Wie fügt sich der legendäre Al Capone in diese Machenschaften ein? Mal wieder beginnt ein rasender Wettlauf mit der Zeit, die entlang des Weges mehr als ein Todesopfer fordert. Auch Ida und Michael kommen nicht ungestreift davon …

Der Autor schafft es die Stimmung der wilden 20er Jahre in Chicago perfekt einzufangen. Geschickt verwebt er historische Fakten mit fiktionalen Elementen und kreiert so authentisch wirkende Ermittlungen mit gut gezeichneten Charakteren. Jeder Band dieses Vierteilers spielt in einer anderen Stadt und so freue ich mich schon heute darauf, mit bekannten Gesichtern die Reise von New Orleans über Chicago nach New York antreten zu dürfen. Von mir gibt es fünf rauchende Colts, äh, ich meine, fünf wohlverdiente Sterne und eine absolute Leseempfehlung für Liebhaber rasanter historischer Kriminalromane.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Wenn mal wieder Unruhe in der Kajüte herrscht ... ;)

Mr. Saitos reisendes Kino
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Fabiola, eine Tango tanzende, Schuh verrückte junge Mutter hat ihre Heimat in Buenos Aires, wo sie – manchmal mehr schlecht als recht - ihre kleine Tochter Carmelita großzieht. Sie hat ein großes Herz, ...

Fabiola, eine Tango tanzende, Schuh verrückte junge Mutter hat ihre Heimat in Buenos Aires, wo sie – manchmal mehr schlecht als recht - ihre kleine Tochter Carmelita großzieht. Sie hat ein großes Herz, aber irgendwie ist sie mit ihren 17 Jahren selbst noch ein Kind. Umstände, die nicht mehr in ihrer Hand liegen, zwingen sie eines Tages dazu, die Heimat zu verlassen und so begeben sich Fabiola und ihre kleine Lita auf eine Fahrt ins Ungewisse. Das Schicksal spült sie an Land der kleinen Insel Upper Puffin vor der kanadischen Küste, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Außer Fischern und ihren Familien gibt es nicht viel und so finden die beiden Aufnahme in einem Heim für gestrandete Seeleute, wo sie zwar neugierig beäugt, aber dennoch herzlich aufgenommen werden. Die skurrilen Inselbewohner bestimmen von nun an ihr Leben, doch das Highlight eines jeden Jahres ist der Besuch von Mr. Saito, der mit allerlei Neuigkeiten und vor allem neuen Filmen auf Upper Puffin aufschlägt. Die Jahre ziehen ins Land und irgendwann stellen Mutter und Tochter fest, dass sie in Kanada eine neue Heimat gefunden haben und Teil geworden sind von dieser eingeschworenen Gesellschaft …

Die magische Geschichte rund um Lita, ihre Freundin Oona, ihre Mutter und natürlich Mr. Saito hat mich von Anfang an in den Bann gezogen und regelrecht verzaubert. Schon lange war ich nicht mehr so traurig, ein Buch beendet zu haben, für mich hätte die Geschichte immer weiter gehen können. Lita hat mir mehr als einmal beim Lesen die Augen geöffnet und mich gelehrt, glücklich durchs Leben zu gehen, auch wenn dasselbe mal wieder Zitronen verteilt. Ganz klar gibt es von mir zauberhafte und sehr verdiente fünf funkelnde Sterne verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung an alle Menschen da draußen, die mal wieder ein wenig Märchenhaftes gebrauchen können.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

"Wake up, little Anna, wake up ..."

Anna O.
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Meet Anna O., die seit vier Jahre ihre Augen nicht mehr geöffnet hat und seitdem für die Mörderin ihrer damals besten Freunde gehalten wird. Gut, man hat sie damals blutverschmiert mit der Tatwaffe in ...

Meet Anna O., die seit vier Jahre ihre Augen nicht mehr geöffnet hat und seitdem für die Mörderin ihrer damals besten Freunde gehalten wird. Gut, man hat sie damals blutverschmiert mit der Tatwaffe in der Hand gefunden, da liegt diese Vermutung durchaus nah. Doch ist sie wirklich schuldig? Dr. Benedict Prince, Ben, ein Koryphäe auf dem Gebiet der Schlafforschung will versuchen sie zu wecken und vielleicht sogar ihre Unschuld zu beweisen. Aber er hat weder Zeit noch die nötige Ruhe und Unterstützung von außerhalb, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, denn er wird von allen Seiten beobachtet …

Man muss sich einlassen auf diese eher ungewöhnliche Geschichte, die immer mal wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt wird. Verschiedene Charaktere wie „Patient X“ und Ben’s Exfrau, dies seinerzeit als Mitglied der Polizei vor Ort war, kommen zu Wort und geben der Story immer wieder neue und unerwartete Wendungen. „Anna O.“ ist kein Buch, das man mal soeben nebenher weghören kann, aber es war so spannend, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Ein überraschendes Ende konnte mich letztendlich davon überzeugen, dass ich hier sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl vergeben möchte. Gut gemacht, lieber Matthew, mich hast du absolut abgeholt!

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