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Veröffentlicht am 09.06.2024

Grausame Morde – Regionalkrimi zum schmunzeln

Bergesspitz und Meuchelmord
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Paul steht mächtig unter Stress. Der bevorstehende Sporttest bereitet ihm grosse Sorgen. Und wäre dies nicht schon genug Stress, fallen auch noch Ermittlungen in einem kuriosen Mordfall an. Die Kollegen ...

Paul steht mächtig unter Stress. Der bevorstehende Sporttest bereitet ihm grosse Sorgen. Und wäre dies nicht schon genug Stress, fallen auch noch Ermittlungen in einem kuriosen Mordfall an. Die Kollegen aus Schwaz können ihn und Vitus leider nicht unterstützen und so greifen sie wieder auf die Hilfe von Leopold und Anna zu, die zufälligerweise in Zillertal sind. Der Ermordete ist ein Mitglied aus einer Qlique von 5 Männer die jedes Jahr eine gemeinsame Wanderung unternehmen. Auf dem Gipfelkreuz entdecken sie im Gipfelbuch unterhalb ihres Eintrages vom letzten Jahr eine seltsame Morddrohung gegen alle fünf. Hat sich hier einer einen Scherz erlaubt oder schweben die fünf Freunde tatsächlich in Gefahr? Auf dem Abstieg vom Gipfel bricht einer der Freunde zusammen und stirbt. Für Anna, Leopold und die beiden Zillertaler Polizisten beginnen umfangreiche Ermittlungen, wobei es nicht bei diesem einen Toten bleibt. Wer übt hier seine Rache aus und hat einen solchen Groll auf die die fünf Freunde?

‘Bergesspitze und Meuchelmord’ ist ein spannender Regionalkrimi aus dem Zillertal. Als Leser wird man die die idyllische Landschaft rund um Mayrhofen und das Tuxertal entführt, was ein bisschen Urlaubsfeeling aufkommen lässt. Bis zum Schluss ist nicht klar wer hinter allem steckt und als Leser stellt man seine eigenen Vermutungen an. Auch ist immer eine Prise Humor dabei. Paul bei seinen Trainings zu begleiten, sowie seine Einstellung zur Ernährung lassen einem immer wieder Schmunzeln.

Mit den altbekannten Charakteren ist es ein Leichtes in die Geschichte rein zu finden. Anna und Leopold treten als Liebespaar auf, dass zwar nicht so richtig weiss was es sein soll. Auf der Alm, die Leopold geerbt hat, fühlen sich die beiden wohl. Die beiden Polizisten Paul und Vitus zaubern dem Leser, wie auch schon in den Vorgänger-Geschichten, immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Für mich passen die beiden immer gut ins Geschehen und geben dem Regionalkrimi die Lockerheit.

Ein spannender Regionalkrimi aus dem Zillertal der zum Schmunzeln einlädt, aber auch seine Grausamkeiten enthält.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Spannende, länderübergreifende Cold-Case Ermittlungen

COLD CASE - Das letzte Bild
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Tess ist vom Dienst suspendiert, da sie ein internes Ermittlungsverfahren am Hals hat. Zu allem Überfluss muss sie auch noch ihren Führerschein abgeben und ist fortan auf den öffentlichen Verkehr angewiesen. ...

Tess ist vom Dienst suspendiert, da sie ein internes Ermittlungsverfahren am Hals hat. Zu allem Überfluss muss sie auch noch ihren Führerschein abgeben und ist fortan auf den öffentlichen Verkehr angewiesen. Wie aus dem nichts meldet sich Carsten Morris und bittet sie um Mithilfe bei der Ermittlungen zu einem Cold Case in Dänemark. Es besteht der dringende Verdacht, dass ein Cold Case aus Dänemark mit einem aus Schweden zusammenhängt. Tess wollte das Verschwinden von Jenny Ramsvik schon länger aufdecken, nun bietet sich ihr genau diese Gelegenheit. Ohne zu Zögern unterstützt sie trotz ihrer Freistellung das Team in Dänemark. Zu den erneuten Ermittlungen führen Fotos der beiden verschwundenen jungen Frauen, die auf einer Plattform hochgeladen sind. Zwischen den beiden Fällen liegen einige Jahre, doch die Fotos sind identisch, beides Mal scheinen die Frauen im selben Wagen fotografiert worden zu sein. Doch was ist das für ein Wagen und wem gehört er? Können sie nach so vielen Jahren diese Spur noch nachverfolgen? In den Ermittlungen zu Jennys Verschwinden wurden dazumals viele Fehler gemacht. Einige wichtigen Hinweisen wurde nicht nachgegangen, die Tess nun versucht aufzuarbeiten. Plötzlich taucht ein weiteres Foto einer jungen, vermissten Frau auf. Auch da wurde der selbe Wagen mit denselben Sitzbezügen verwendet. Nun haben sie es mit drei Frauen zu tun. Gelingt es Tess und dem neuen Cold-Case Team in Dänemark das Verschwinden der drei Frauen aufzuklären und den Täter vor weiteren Taten abzuhalten?

Auch der vierte Band der Cold-Case Reihe mit Tess lässt den Leser nur so durch die Seiten fliegen. Bis zum Schluss ist nicht klar oder absehbar, wer der Täter sein könnte. Der Ursprungsverdacht wird schon schnell zur falschen Fährte und auch die weitern Verdächtigen, die man sich als Leser während dem Lesen rauspickt könnten eine falsche Fährte darstellen. Von der Autorin wird man also immer wieder herausgefordert und der Schreibstil, sowie die Geschichte lassen dem Leser einigen Interpretationsspielraum für eigene Verdächtigungen.

Tess als Hauptprotagonistin finde ich nach wie vor eine sympathische Ermittlerin, die nicht so schnell aufgibt und sich immer wieder auf neue Situationen einlassen muss. Schon gar nicht lässt sie sich aufhalten ihre Ziele zu verfolgen. Ich finde gut dass sie nicht nur als Ermittlerin dargestellt wird, sondern auch als Privatperson. Den gerade Privat ist es alles andere als einfach, wovon sie sich aber nicht gross von den Ermittlungen abhalten lässt. Den Profiler Carsten Morris kann ich nicht ganz so einordnen. Doch er scheint Menschen sehr gut einschätzen zu können, ohne sie gross zu kennen, was ihn natürlich zu einem guten Profiler macht. Doch als er plötzlich verschwindet ohne Mitteilung und dann mit einem Video aus England auftaucht, finde ich schon speziell. Wieso durften dies die anderen nicht wissen? Seine Gedankengänge sind für mich als Leser nicht immer nachvollziehbar.

Eine gelungene Fortsetzung der Cold-Case Reihe, die Lust auf mehr Cold-Case Ermittlungen von Tess und ihrem Team macht. Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung der Reihe, den nächsten Cold-Case und natürlich die Entwicklungen der Charakteren.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Eine junge, mutige Frau im Widerstand

Die Übersetzerin
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Auf Jersey lebt die Jüdin Hedy. Als der 2. Weltkrieg auch die kleine Insel erreicht, verliert sie ihre Arbeitsstelle und muss sich als Jüdin registrieren lassen. Ihre Hoffnung auf der kleinen Insel glücklich ...

Auf Jersey lebt die Jüdin Hedy. Als der 2. Weltkrieg auch die kleine Insel erreicht, verliert sie ihre Arbeitsstelle und muss sich als Jüdin registrieren lassen. Ihre Hoffnung auf der kleinen Insel glücklich zu werden, zerschlägt sich und sie muss auch hier wegen ihrer Religion um ihr Leben bangen. Als Jüdin werden ihr viele Steine in den Weg gelegt und sie muss ihre letzten Ersparnisse zusammen kratzen, damit sie überhaupt etwas zu Essen kaufen kann. Doch ausgerechnet in der Kaserne der deutschen Besatzer wird eine Übersetzerin gesucht, die sowohl Deutsch und Englisch kann. Gerade an Personen die auch Deutsch können, mangelt es und so wird Hedy eingestellt obwohl sie Jüdin ist. Auf der Arbeit lernt sie den Leutnant Kurt kennen. Die beiden verstehen sich gut und werden ein Paar. Doch dies darf niemand wissen, den Hedy schwebt in ständiger Gefahr. Um an Essen zu kommen oder nicht gefangen genommen zu werden, brauchen Hedy, Kurt und auch Dorothea einiges an Phantasie. Alle schweben ständig in Gefahr und ihnen ist keine Ruhe vergönnt.

‘Die Übersetzerin’ hat mir gut gefallen und liest sich sehr flüssig. Die Szenen sind sehr bildhaft beschrieben und als Leser kann man sich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen. Die Autorin erzählt die Geschichte auf der Insel Jersey und beschreibt das Schicksal der Inselbewohner. Dabei kommen die harten Lebensumstände im 2. Weltkrieg nicht zu kurz. Das Leben wird geprägt von Hungersnot, Säuberungsaktionen, Rationierungen und der Verfolgung durch den Geheimdienst. Während dem Lesen kam bei mir oft die Frage auf, wem vertraut werden kann. Eine entscheidende Frage in dieser Zeit.

Hedy als Hauptprotagonistin habe ich als starke Frau wahrgenommen. Sie kämpft für ihr Leben, für die Liebe und ist in Gedanken auch immer bei ihrer Familie, die sie zurück lassen musste als sie auch Österreich geflohen ist. Ihre Menschenkenntnisse täuschen sie nicht und sie weiss immer wann sie vorsichtig sein muss. Mut ist eine enorme Stärke von ihr. Der Klau der Benzinmarken war ein ständiges Risiko und dafür hat es viel Mut benötigt. Der Leutnant Kurt hat ein offenes Herz und ist von Beginn weg von Hedy angetan. Er hilft ihr und später auch Dorothea wo er nur kann, auch wenn er sich dadurch selbst in Gefahr begibt. Mit Dorothea konnte ich mich nicht so anfreunden. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass alles nur gespielt ist und sie das nur Anton zu Liebe tut. Ihre Entwicklung hat mich jedoch eines besseren belehrt.

Ein angenehmer historischer Roman, der die Geschichte einer jungen, mutigen Frau beschreibt.

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Veröffentlicht am 14.05.2024

Spannende und informative Romanbiografie über eine starke Frau

Die Queen
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In diesem Band erleben wir die englische Königin und ihre Familie in den 70er und 80er Jahre. Elisabeth II feiert ihr ihr 25-jähriges Thronjubiläum und begibt sich zusammen mit Ehemann Philipp auf die ...

In diesem Band erleben wir die englische Königin und ihre Familie in den 70er und 80er Jahre. Elisabeth II feiert ihr ihr 25-jähriges Thronjubiläum und begibt sich zusammen mit Ehemann Philipp auf die Jubiläumsreise in die englischen Kolonien und die Commonwealth-Staaten. Die beiden geniessen ihre Reise, haben jedoch auch einige Ängste vor der Reise nach Irland. Aufstände, Bedrohungen und Mordversuche prägen das Leben in Irland. In England nimmt die Frauenmacht zu, als Margaret Thatcher als Premierministerin gewählt wird. Man könnte vermuten, dass diese beiden am selben Strang ziehen und aufgrund ihrer wichtigen Positionen gut miteinander auskommen. Doch weit gefehlt. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und manche Passage im Buch lässt den Leser über das Verhalten der beiden Schmunzeln.

Der dritte Teil der Reihe rund um die Queen war ein informativer und spannender Roman. Der angenehme Schreibstil macht das Lesen einfach. Leider konnte mich aber dieser Band nicht so fesseln wie die beiden Vorgänger. Durch die gute Recherche sind die politischen Ereignisse für den Leser gut greifbar und geben einen neuen Einblick auf die damalige Situation.

Elisabeth mit ihrer strengen, aber auch sehr menschlichen Art stelle ich mir als eine sympathische Persönlichkeit vor. Dass sie auch selbst Haushaltsarbeit erledigt, passt gut zu ihr und lässt sie nicht überheblich scheinen. Froh ihren Sohn endlich unter der Haube zu wissen, fangen für sie die grossen Sorgen jedoch erst an. Über Margaret Thatcher wusste ich bisher noch nicht allzu viel, kann mir diese Persönlichkeit nun jedoch ein bisschen besser vorstellen. Die Beschreibungen in diesem Buch ergeben einen ganz anderen Eindruck von ihr, als ich bisher hatte.

Eine spannende und informative Romanbiografie über die Queen, in der der Leser viele politische Einblicke erhält und in die königlichen Geschehnisse abtauchen kann.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Emotionale Geschichte über Menschen die grausames erlebt haben

Zeit zu verzeihen
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Als die Russen kurz davor stehen in ihr Dorf einzudringen, flüchtet Rosa mit ihren drei kleinen Kindern in die nächste grössere Stadt. Dort fährt, so hiess es überall, ein letzter Zug in den Westen. In ...

Als die Russen kurz davor stehen in ihr Dorf einzudringen, flüchtet Rosa mit ihren drei kleinen Kindern in die nächste grössere Stadt. Dort fährt, so hiess es überall, ein letzter Zug in den Westen. In eisiger Kälte, meterhohem Schnee stapft sie mit dem Schlitten, ihrem Hab und Gut und ihren drei kleinen Kindern die 17 km lange Strecke. Viele haben dieselbe Idee und alle wollen in den sicheren Westen. Doch Rosa bemerkt schnell, dass dieser Zug nicht in den Westen fährt und die erhoffte Freiheit bringt. Sie versucht mit ihren Söhnen aus dem Gewimmel zu kommen und notgedrungen wieder nach Hause zu laufen. Auf der Damentoilette des Bahnhofes finden sie ein ausgesetztes Baby. Glücklicherweise tauchen zwei weitere Frauen, Mutter und Tochter, auf und nehmen sich dem ausgesetzten Baby an. Die kleine Clara, findet hoffentlich ein neues zu Hause. Mit ihren drei Söhnen versucht Rosa ihr zu Hause wieder einzurichten und ja nicht von den Russen erwischt zu werden. Kälte, wenig Essen und die ständige Gefahr entdeckt zu werden, setzt der kleinen Familie zu. Als wäre dies nicht schon Schicksal genug, verliert Rosa ihre zwei ältesten Söhne und wird von den Bewohnern des Dorfes immer mehr ausgegrenzt. Als einzig verbleibende Deutsche hat sie keine Rechte und der kleine Viktor muss sich durchkämpfen, um überhaupt eine Ausbildung machen zu können. Ein Leben das man sich dem eigenen Kind nicht wünscht und man auch Opfer bringen muss.

‘Zeit zu verzeihen’ widmet sich wahren Begebenheiten und lässt den Leser erahnen, welche Grausamkeiten Rosa, ihre Familie, die kleine Clara und viele weitere durchmachen mussten. Hera Lind lässt einem nur so durch die Seiten fliegen, den als Leser möchte man unbedingt wissen, wie es Viktor und seiner Mutter ergangen ist, aber natürlich auch was aus der kleinen Carla geworden ist. Zu Beginn erfährt man sehr viel über die Geschichte von Rosa und Viktor, etwa zur Mitte des Buches wird zur Geschichte von Carla gewechselt, die nichts von ihrer Vergangenheit ahnt. Einige Vorkommnisse lassen den Leser sprachlos zurück und beeindrucken einem, wie stark man als Person sein kann, wenn man sich auf etwas konzentrieren kann.

Rosa fand ich eine sehr eindrucksvolle Frau. Sie kämpft für ihre Familie, den sie hat es ihrem gefallenen Mann Paul versprochen. Dieses Versprechen gibt ihr Kraft und sie baut für sich und ihre Söhne ein gutes Leben auf. Auch von Schicksalsschlägen lässt sie sich nicht unterkriegen. Berührend fand ich, dass Viktor mit dem älter werden die Beschützerrolle von seiner Mutter übernommen hat und nun seine Mutter beschützt. Ein Rollentausch, den beide am Leben hält und ihnen Kraft für ihre neue Lebenssituation gibt. Von Carla erfährt man am Anfang ganz wenig, doch je mehr man in ihre Geschichte eintaucht, umso bewundernswerter ist ihr Kampfgeist. Wie Rosa lässt sie sich nicht unterkriegen und hat die Hoffnung ihre Liebsten und vor allem ihre leibliche Mutter nochmals zu sehen. Alle prägt ein Gedanke, Hoffnungsschimmer oder Versprechen um diese schwierige Zeit zu überstehen.

Eine emotionale Geschichte, die mich vielfach sprachlos zurück liess. Wie kann Menschen so grausames angetan werden? Eine Leseempfehlung, für alle welche gerne Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg lesen die auf einer wahren Begebenheit beruhen.

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