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Veröffentlicht am 03.01.2017

Manchmal bin ich auch der Depp vom Dienst. (wer nicht?)

Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus
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Was in manchen deutschen Firmen so an der Tagesordnung ist, ist wirklich absoluter Irrsinn: Da gibt es Firmen, die den Bewerbern Blut abzapfen, eine Firma bringt einen hausinternen Leitfaden gegen Motzbrüder ...

Was in manchen deutschen Firmen so an der Tagesordnung ist, ist wirklich absoluter Irrsinn: Da gibt es Firmen, die den Bewerbern Blut abzapfen, eine Firma bringt einen hausinternen Leitfaden gegen Motzbrüder (hins. Mobbing) in Umlauf, etc. Die geschilderten Geschichten sind nicht erfunden - sondern fanden bei namhaften Unternehmen statt.

Vom ersten Band (Ich arbeite in einem Irrenhaus) des Autoren hatte ich schon mal gehört und auch schon mal kurz reingelesen - irgendwann nur mal ganz kurz. Nun habe ich dieses Buch in der Bücherei gesehen und die geschilderten Geschichten haben mich ziemlich angesprochen.

Eben weil ich selbst in einem Unternehmen arbeite, zumal ich das Personalwesen etc. manage, von daher war es nochmal interessanter zu sehen. (Nur: Dass solch ein Irrsinn bei uns vorkäme, glaube ich nicht, dafür ist unser Betrieb einfach zu klein. ;) ) Mich haben hier auch wirklich hauptsächlich die Geschichten von Menschen ("wie du und ich") interessiert. Nach jedem Kapitel (wie z.B. Führung mit Knall: Bombenchefs im Einsatz; Mobben als Betriebssport: und raus bist du!; Die Geizkragen GmbH: Blöd sparen) gibt es entsprechende Schilderungen, diese sind immer grau hinterlegt. (So fällt dies auch auf.)

Die mehr oder weniger theoretischen Schilderungen des Autors haben mich zwar auch interessiert, waren oft aber auch ein wenig zu fachlich bzw. erklärten mir zu ausführlich, wie manche Chefs so ticken etc. Das war mir dann einfach zu viel, um es nach Feierabend noch lesen zu wollen. (Zumal meine Fachliteratur ähnlich klingt... ;) ).

Generell hat mir das Buch gut gefallen, jedoch hätte ich noch mehr Irrenhaus-Geschichten lieber gelesen, als soviel fachliches drumherum. Entsprechend konnte mich das Buch nicht gesamt überzeugen.

Ich vergebe hier 3 von 5 Sternen und bleibe unentschlossen.

Veröffentlicht am 03.01.2017

meiner erster Alpenkrimi...

Hüttengaudi
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Irmi Mangold ist Ermittlerin bei der Kriminalpolizei in Garmisch. Zusammen mit Kathi Reindl und Andrea Gässler ermitteln sie in einem Mordfall. Ein Mann wird unterhalb eines Kreuzes im Wald tot aufgefunden. ...

Irmi Mangold ist Ermittlerin bei der Kriminalpolizei in Garmisch. Zusammen mit Kathi Reindl und Andrea Gässler ermitteln sie in einem Mordfall. Ein Mann wird unterhalb eines Kreuzes im Wald tot aufgefunden. Wegen diesem Fall bricht Irmi ihre Schrothkur in Oberstaufen ab, hierzu hatte sie sich von ihrer Nachbarin Lissi überreden lassen. Doch auch in diesem Urlaub gibt es einen Toten, den Irmi sogar kennt... ihren Emann Martin Maurer. Wie kam er zu Tode? Und warum?

Bisher habe ich noch keinen Alpenkrimi gelesen, momentan sind diese ja so richtig im Kommen. Einen Oberbayern-Krimi hab ich mal gelesen vor einiger Zeit, generell aber lange keinen Krimi mehr. Umso gespannter war ich nun auf dieses Buch. Und es hat mir wirklich sehr gut gefallen, um das mal gleich vorweg zu nehmen.

Der Schreibstil von Nicola Förg gefällt mir sehr gut, es ist wirklich spannend, man muss sich natürlich einem Krimi entsprechend so manches kleine Detail auch merken, um weiterhin im Bilde zu sein. Bei manchen bayrischen Ausdrücken habe ich mir echt schwer getan - wobei die wohl nur am Anfang des Buches vorkamen. ( "... a Soach", mehr fällt mir nun spontan nicht ein bzw. mag ich auch nicht heraussuchen). Naja, ist eben ein ganz eigener Dialekt, dem ich nicht mächtig bin, was auch gut so ist.

Das Ermittler-Team passt total gut zusammen, Kathi Reindl ist Ende 20 und wird bald 30, Andrea Gässler wohl ein bißchen älter und Irmi Mangold die älteste Dame im Bunde - mit ca. Ende 40, Anfang 50, wenn ich das so richtig herausgelesen habe. Dieses Trio passt richtig gut zusammen, auch wenn es wohl öfter mal Querelen gibt. Es ist richtig interessant zu lesen, wie hier ermittelt wird, wie man durch kleine Hinweise auf so manchen Verdächtigen kommt - man hat am Anfang des Buches wirklich keine Ahnung, wer der Täter sein könnte - oder die Täter, es sind ja schließlich sogar zwei Mordfälle. Es wird hier wirklich erst ganz zum Ende hin ersichtlich, wer ein möglicher Täter sein könnte.

Mich hat dieses Buch echt begeistert, es war sehr spannend, locker-leicht zu lesen, dennoch etwas anstrengender als mancher Frauen-Roman für den Kopf (man ermittelt ja ein Stück weit mit, hält die Daten im Kopf fest, macht sich so ein eigenes Bild vom Tatort etc.), was natürlich schon auch fordert. So manche Dialekt-Begriffe waren etwas schwierig, wobei wir ja hier noch recht nah "an Bayern dran sind" (Fränkisch und Bayrisch sind zwei dermaßen unterschiedliche Dialekte!).

Ich kann für dieses Buch wirklich eine Empfehlung aussprechen und vergebe 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Zäh wie frischer Teer.

Muttertag
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Eine skrupellose Sekte kehrt zurück um blutige Pläne in die Tat umzusetzen. Das Dorf ist traumatisiert. Ein Pensionär namens Richard Korff gerät dabei ins Fadenkreuz – und bald verfängt sich auch der Rest ...

Eine skrupellose Sekte kehrt zurück um blutige Pläne in die Tat umzusetzen. Das Dorf ist traumatisiert. Ein Pensionär namens Richard Korff gerät dabei ins Fadenkreuz – und bald verfängt sich auch der Rest seiner Familie im tödlichen Spiel einer Mutter, die keine Gnade kennt.

Was habe ich mir mit diesem Buch schwer getan! Ich habe lange kein Buch mehr gehabt, an dem ich so gezweifelt habe, wie es bei diesem der Fall war. Aber langsam. Das Cover fand ich spannend gemacht, eine Frau mit langem Haar – jedoch ein Bild, das auf den Kopf gestellt ist. Daneben in roter Schrift der Titel des Buches – die Aufmachung ist wirklich gelungen, dieser schwarz-rote Kontrast. Unter dem abnehmbaren Buchumschlag kommt dann ein schwarzes, gebundenes, dickes Buch mit rotem Lesebändchen daher, die Buchoberfläche ist wirklich schick gemacht, klein-kariert ist sie, das hat schon Stil.

Die Geschichte an sich klingt super spannend wie ich finde, ich war hier wirklich drauf gespannt wie diese dann umgesetzt wird. Von der Sprache her fand ich alles gut verständlich, keine komplizierten Fachbegriffe oder Fremdwörter, kein großartig verschachtelter Satzbau, alles gut zu lesen. Jedoch sehr ausführlich alles geschildert. Man geht hier sehr gerne ins Detail – und dabei verwirrt man den Leser gerne. Denn allein auf den ersten fünfzig, sechzig Seiten blickt man verschiedene Personen, die man aber nicht direkt zuzuordnen weiß. Es ist wirklich recht verwirrend und meiner Ansicht nach absolut langatmig. Ich gebe Büchern lange eine Chance, aber wenn ich über fünfzig Seiten gelesen habe und die eigentliche Geschichte des Buches nicht beginnt, dann werde ich ungemütlich.

Ich möchte beim Lesen ja unterhalten werden – und die anfangs geschilderten Familienverhältnisse etc. haben mich da nicht wirklich begeistern können. Es zieht sich so in die Länge hin. Auch die Anzahl der Personen die vor kommt ist mehr verwirrend als für mich zur guten Leseunterhaltung beitragend. So etwas finde ich umständlich. Ich lese wirklich gerne, aber ich habe leider nicht täglich zwei, drei Stunden Zeit um zu Lesen – aber genau das sollte man hier wohl haben, damit man sämtliche Zusammenhänge wirklich versteht.

Nachdem es mir zu lange gedauert hat bis hier endlich mal Spannung rein kommt habe ich das Buch zur Seite gelegt, ich mag mich nicht ewig damit herum ärgern. Hinsichtlich der vielen Personen kann ich noch sagen, dass man ganz hinten im Buch eine Übersicht darüber findet, ebenso findet man dort die Zitatquellen aufgeführt.

Ich bin von diesem Buch enttäuscht, denn ich hatte mir eine spannende Geschichte erwartet – von Anfang an, nicht erst ab vielleicht hundert Seiten. Entsprechend vergebe ich hier nur einen Stern und kann leider keine Empfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich, ....

Hände weg oder wir heiraten
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Britta ist Hochzeitsplanerin und hat neben ihrer eigenen Hochzeit auch noch die ihrer besten Freundin und natürlich ihrer Kunden zu organisieren. Auf der Hochzeit ihrer besten Freundin wird deren frisch ...

Britta ist Hochzeitsplanerin und hat neben ihrer eigenen Hochzeit auch noch die ihrer besten Freundin und natürlich ihrer Kunden zu organisieren. Auf der Hochzeit ihrer besten Freundin wird deren frisch angetrauter Ehemann mit der Porno-Queen inflagranti in der Besenkammer erwischt. Doch nicht genau. Auf einmal droht auch noch Brittas eigene Hochzeit zu platzen… Bei einem nächtlichen Weiber-Umtrunk wollen Britta und ihre zwei Freundinnen Pauline und Annabel dann mit Hexerei den Traummann herbei beschwören… und… es kommt alles anders…

Das Buch ist in einem locker, flockigen Schreibstil geschrieben, so konnte ich es recht schnell und zügig durch lesen. Ich habe mich sehr amüsiert, die Geschichte finde ich sehr gelungen, man kann teilweise mit Britta mitfühlen, wie es ihr so in Liebesdingen geht. Es gibt im Buch auch nur mal eine Länge, die relativ zum Schluss kommt. Diese ist jedoch annehmbar und natürlich da, um Spannung aufzubauen. Wobei man hier als Leser schon ahnt, was da kommen wird.

Alles in allem ein Buch, dass in die Kategorie „Frauenroman“ fällt, jedoch keine Liebesschnulze, sondern eine wunderbare Komödie ist. Ich kann dieses Buch jedem, der gute Unterhaltung beim Lesen – ohne großes Nachdenken – sucht, nur ’’’empfehlen’’’ und vergebe ’’’5 von 5 Sternen’’’. Als Tipp sei noch gesagt, dass man das Buch evtl. auch im ein oder anderen Buchtausch-Forum bzw. beim großen Auktionshaus finden kann.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Pudding in der Birne.

Holunderherzen
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Nach einer weiteren gescheiterten Beziehung merkt Anne, dass sie mal raus muss. Raus aus Hamburg, aus ihrem kleinen Cateringservice, sie braucht mal einen Wechsel, eine andere Umgebung. So ergibt es sich, ...

Nach einer weiteren gescheiterten Beziehung merkt Anne, dass sie mal raus muss. Raus aus Hamburg, aus ihrem kleinen Cateringservice, sie braucht mal einen Wechsel, eine andere Umgebung. So ergibt es sich, dass sie zu ihrer Tante Tilly zieht, eine eher griesgrämige, durchaus kuriose Frau die mit ihrem Mops Hugo in der Nähe der Lübecker Bucht auf einem kleinen "Biohof" wohnt. Doch was geht eigentlich in ihrer Tante Tilly vor, ist sie verrückt? Schließlich bleibt Anne bei ihrer Tante und fängt an sich mit dem dort in der Natur vorkommenden Holunder zu beschäftigen - und macht doch auch so die ein oder andere Bekanntschaft.

Die Geschichte klang für mich nach guter Unterhaltung, nette Literatur, die ich doch eher Richtung "Frauenliteratur" packen würde (liest Mann sowas auch?). Und die Geschichte war es dann durchaus auch. Aber mal langsam.

Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen, es war gut geschrieben, sehr verständlich, ohne großartige Fremdwörter oder Fachbegriffe, keine seltsam verschachtelten Sätze, alles soweit gut nachvollziehbar. Eingeteilt in verschiedene Kapitel wechselt sich die Erzählweise ab, so schildert einmal Anne manches Erlebte, dann mal wieder Tilly, was es durchaus auch interessant und abwechslungsreich macht.

Die Geschichte hat für mich zu Beginn ein bißchen gebraucht bis sie so wirklich ins Rollen kam - und es hat sich dann für mich auch gelegentlich ein wenig gezogen. Das Buch war durchaus unterhaltsam zu lesen, es gab schöne und lustige Schilderungen, aber auch durchaus emotionale Momente, die Mischung hier hat mir gut gefallen, wenngleich ich die Vertiefung einer gewissen Thematik gut gefunden hätte. (Ich will hier nichts vorweg nehmen!)

Gerade ein einer bestimmtem Stelle im Buch hat mich das Buch richtig gepackt, Emotionen olé! (Mag allerdings an meiner persönlichen Erfahrung liegen, kann also sein, dass das nicht für jeden so sein wird.)

Generell hätte ich mir noch ein wenig mehr Pfiff für die Geschichte gewünscht, sie plätschert zeitweise so dahin, das fand ich ein wenig langweilig manchmal. Im Großen und Ganzen ist sie aber sonst durchaus unterhaltsam. Was ich noch toll gefunden hätte - Rezepte für Backwaren die vorgestellt werden auch hinten im Buch abzudrucken.

Alles in allem hat mir "Holunderherzen" ganz gut gefallen, es ist eine angenehme, locker-leichte Lektüre, die durchaus emotionalen Tiefgang hat aber auch humorvoll ist. Lediglich ein bißchen mehr Raffinesse hätte ich mir noch für das Buch gewünscht. Von mir gibt es dafür 4 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.