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Veröffentlicht am 26.01.2025

Solides Buch, aber mit Schwächen

Ginsterburg
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In „Ginsterburg“ erzählt Arno Frank die Geschichte verschiedener Personen aus der gleichnamigen fiktiven Stadt während der Zeit des Nationalsozialismus.

Das Buch gliedert sich in drei Teile, die in den ...

In „Ginsterburg“ erzählt Arno Frank die Geschichte verschiedener Personen aus der gleichnamigen fiktiven Stadt während der Zeit des Nationalsozialismus.

Das Buch gliedert sich in drei Teile, die in den Jahren 1935, 1940 und 1945 spielen. Diese Idee das Autors hat mir gut gefallen, da man als Leser so gut die Entwicklung und die sich verändernden Verhaltensweisen der einzelnen Charaktere begleiten konnte. Man begleitet sie dabei, wie sie sich alle auf ihre eigene Art mit dem Nazi-Regime arrangieren und ihren Platz suchen.

Der Schreibstil des Autors war dagegen gemischt. Es gab viele Passagen, in denen ich als Leser gut in die Geschichte gekommen bin und das Buch nicht zur Seite legen wollte. Dann gab es leider auch immer wieder Passagen, durch die ich mich regelrecht durchquälen musste. Dazu kommt, dass ebendiese Abschnitte in meinen Augen auch nicht unbedingt dem Fortgang der Geschichte dienten.

Die Charaktere des Buches haben mir im Grundsatz gut gefallen, allerdings hat mir hier durch die Vielzahl der Personen ein wenig die Tiefe gefehlt. Viele der Charaktere habe ich als Leser nur oberflächlich kennengelernt, zudem fiel es mir an einigen Stellen schwer die Charaktere auseinander zu halten.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass immer wieder Abschnitte vorkommen, die man während des Lesens noch nicht wirklich versteht und erst am Ende des Buches einordnen kann, was für mich den Lesefluss gestört hat.

Insgesamt handelt es sich um ein solides Buch mit einem leider hochaktuellen Thema, das für mich persönlich aber leider ein paar Schwächen zu viel hat. Daher kann ich es nur eingeschränkt weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Sehr kurzweiliges Buch mit viel Humor

Mordscoach
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In "Mordscoach" wird die psychologische Coachin Sophie mit der Affäre ihres Mannes konfrontiert. Durch ein Missgeschick wird Sophie zur Mörderin ebendieser, ab dann nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Als ...

In "Mordscoach" wird die psychologische Coachin Sophie mit der Affäre ihres Mannes konfrontiert. Durch ein Missgeschick wird Sophie zur Mörderin ebendieser, ab dann nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Als Leser wird man direkt in die Story hineingeworfen, durch den tollen Schreibstil der Autorin habe ich Seite für Seite gelesen, ohne richtig zu bemerken, wie viel ich schon gelesen habe. Das Buch ist trotz des Themas kein ernstes Buch, sondern besteht aus sehr viel, teil makaberem Humor, was mir gut gefällt und in meinen Augen der Hauptgrund dafür ist, dass man dieses Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Das Buch ist aus Sicht der Mörderin geschrieben, was für mich eine schöne Abwechslung zu anderen Büchern war. Grundsätzlich bin ich ein Freund von kurzen Kapiteln, in diesem Buch hätte ich mir aber doch ein wenig längere Abschnitte gewünscht, mit den zum Teil nur 2-3 Seiten Länge wirkte es an einigen Stellen eher wie eine Aneinanderreihung kurzer Anekdoten. Zudem zeigte das Lektorat an einigen wenigen Stellen Schwächen, zum Beispiel wenn Namen vertauscht wurden.

Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein sehr empfehlenswertes, kurzweiliges Buch, das ich nur empfehlen kann. Das offene Ende lässt mich zudem auf einen zweiten Band hoffen.

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Leider viel zu schnell vorbei

Idefix und die Unbeugsamen 07
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Als großer Fan der Asterix-Comics war dies für mich der erste Band der Idefix-Reihe. Der Band besteht aus drei Geschichten, was natürlich bedeutet, dass die einzelnen Geschichten relativ kurz sind. Dadurch ...

Als großer Fan der Asterix-Comics war dies für mich der erste Band der Idefix-Reihe. Der Band besteht aus drei Geschichten, was natürlich bedeutet, dass die einzelnen Geschichten relativ kurz sind. Dadurch handelt es sich um recht oberflächliche Geschichten im Vergleich zu den Asterix-Comics. Darüber kann ich allerdings leicht hinwegsehen, da es sich um witzige und kurzweilige Geschichten handelt. Auch wenn ich mir die Geschichten eigentlich aufteilen wollte, habe ich den ganzen Band in einem Stück weggelesen.

In den Geschichten wird erzählt, was Idefix mit seinen tierischen Freunden in Lutetia erlebt hat, bevor er Obelix getroffen hat. Wie bei Asterix sind dabei die Römer natürlich allgegenwärtig, aber Idefix und seine Freund schaffen es natürlich immer wieder die Römer zu überlisten.

Was beim Aufschlagen direkt auffällt, ist, dass der Zeichenstil sehr detailreich und sehr ähnlich zu den Asterix-Bänden ist, was mir sehr gut gefällt, durch den Fokus auf Idefix hat dieser Band trotzdem seinen ganz eigenen Charakter.

Insgesamt handelt es sich um einen schönen Comic-Band mit witzigen Geschichten und einem für mich tollen Zeichenstil und ich freue mich schon auf den nächsten Idefix-Band, der mit Sicherheit auch den Weg in mein Regal finden wird.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Interessante Geschichte mit Schwächen

Die Lungenschwimmprobe
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In "Die Lungenschwimmprobe" wird die wahre Geschichte der Anna Voigt erzählt, der vorgeworfen wird, ihr eigenes Kind getötet zu haben.

In das Buch bin ich sehr schnell reingekommen, da mir der Schreibstil ...

In "Die Lungenschwimmprobe" wird die wahre Geschichte der Anna Voigt erzählt, der vorgeworfen wird, ihr eigenes Kind getötet zu haben.

In das Buch bin ich sehr schnell reingekommen, da mir der Schreibstil des Autors sehr gut gefällt. Was mir ebenfalls sehr gut gefällt, ist, dass der Autor sich - wo möglich - an historische Originalquellen hält.

Neben der Hauptgeschichte über Anna Voigt erfährt man als Leser auch einiges über die anderen Charaktere, wie den Arzt, der die Lungenschwimmprobe durchgeführt hat, Annas Anwalt, Leipzigs Pfarrer und einige mehr. Im Grundsatz gefällt mir das sehr gut, da es für mich dazu beiträgt, mich in der Geschichte zu verlieren. An einigen Stellen führt das in meinen Augen aber zu weit und die Hauptgeschichte rückt für meinen Geschmack zu oft in den Hintergrund, die Nebengeschichten werden dann für mich zu ausführlich erzählt. An diesen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass Informationen, die nicht der Geschichte dienen, kürzer und prägnanter gehalten worden wären.

An einigen Stellen fügt der Autor kurze Absätze als Kommentar seinerseits ein. Die Idee finde ich toll und an einigen Stellen auch gut umgesetzt, an anderen Stellen habe ich mich leider mehrmals geärgert, dass ich dadurch aus dem Lesefluss und aus der Geschichte herausgerissen wurde.

Eine weitere Sache, die ich im Grundsatz eine gute Idee finde, ist der Abwechslungsreichtum des Buches. Normale Erzählpassagen wechseln sich ab mit Auszügen aus historischen Gesetzestexten, Ausschnitten aus Liedern oder ausführliche Gedanken der Charaktere. Auch hier hätte ich mir aber mehrfach gewünscht, dass solche Passagen kürzer und prägnanter gehalten worden wären, da auch hier einige Passagen nicht dem Fortschritt der Geschichte gedient haben und mich aus dem Lesefluss gerissen haben.

Alles in allem handelt es sich um ein gutes Buch, was ich gerne gelesen habe, was für mich aber auch einige negative Punkte mitbringt: Für mich ist es eine tolle, gut geschriebene Geschichte mit interessanten Charakteren, die sich aber leider oft in Nebensächlichkeiten verliert und leider keinen stringenten roten Faden durch das Buch aufweisen kann.

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Veröffentlicht am 05.10.2024

Kein leichtes Thema, aber sehr zu empfehlen

Suche liebevollen Menschen
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In „Suche liebevollen Menschen“ erzählt Julian Borger die Geschichte seines Vaters Robert und weiterer jüdischer Kinder aus Wien, deren Eltern Anzeigen im Manchester Guardian geschaltet haben in der Hoffnung, ...

In „Suche liebevollen Menschen“ erzählt Julian Borger die Geschichte seines Vaters Robert und weiterer jüdischer Kinder aus Wien, deren Eltern Anzeigen im Manchester Guardian geschaltet haben in der Hoffnung, dass sie bei fremden Familien in England Schutz vor den Nazis nach dem „Anschluss“ 1938 finden können.

Da ich von diesen Anzeigen bisher noch nie gehört habe, war ich ziemlich neugierig. Julian Borger führt die Leser mehr oder weniger chronologisch durch das Buch und damit durch das Geschehen. Er erzählt also zuerst von der Zeit des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich, dann von der Zeit während des Krieges und endet mit den Monaten, Jahren und Jahrzehnten nach dem Krieg.
Diese Art die Geschichten aufzubereiten gefällt mir persönlich auch sehr gut, auch wenn ich dadurch an einigen Stellen Probleme hatte durch viele Sprünge zwischen den einzelnen Geschichten und Personen dem roten Faden zu folgen. Hier gilt es genau auf die Namen zu achten, nicht nur einmal ist es mir passiert, dass ich erst ein paar Absätze später gemerkt habe, dass es wieder um eine ganz andere Person als zuvor ging. Hier hätte ich mir doch eine etwas klarere Abgrenzung gewünscht.

Zwischendurch liefert der Autor auch viele Hintergrundinformationen, die nicht direkt mit den Geschichten zu tun haben, zum Beispiel zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Wien oder in Shanghai (wo die Recherchen zu diesem Buch ebenfalls hingeführt haben). In meinen Augen trägt das sehr positiv zum Lesefluss und zum Gesamtverständnis bei.

Das Buch kann ich persönlich sehr empfehlen, es ist aber natürlich nicht unbedingt leichte Kost. Gerade nach dem Kapitel, in dem die Reise von Fred und Frits durch verschiedene Konzentrations- und Vernichtungslager beschrieben wird, bleibt man mit Gänsehaut und einem bedrückenden Gefühl zurück.

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