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Veröffentlicht am 14.08.2025

Bestie - ein Debütroman der nachhallt und Lust auf mehr macht

Bestie
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Mit Joana Junes Debütroman Bestie ist ein neues Jahreshighlight bei mir ins Regal eingezogen. Ein Roman über Freundschaft, Neid, Inszenierung und Selbstfindung wie ich es vorher noch nie gelesen habe. ...

Mit Joana Junes Debütroman Bestie ist ein neues Jahreshighlight bei mir ins Regal eingezogen. Ein Roman über Freundschaft, Neid, Inszenierung und Selbstfindung wie ich es vorher noch nie gelesen habe.
Wir begleiten zwei junge Frauen, die Mitten im Leben und zugleich Abseits von sich selbst stehen. Auf der Suche nach dem Ich zwischen Ehrlichkeit und Inszenierung.

Delia und Anouk lernen sich über eine WG-Besichtigung kennen. Anouk sucht eine neue Mitbewohnerin. Als Delia die Wohnung auf den Fotos der Anzeige wiedererkennt, ist ihr klar: Ich muss diese neue Mitbewohnerin werden. Denn auch wenn kein Name angegeben ist, weiß Delia mit Sicherheit, dass diese Wohnung der Influencerin gehört, die sie seit langem auf Social Media folgt. Anouk, eine Frau, die perfekt ist. Die das perfekte Leben führt. Die so ist, wie Delia sein will - nur verschweigt sie das Anouk.
Als Lilly beginnt Delia ein neues Leben. Neue Stadt, neue Identität. Und während Delia bei Anouk das scheinbare Traumleben sieht, sucht Anouk ihren Traum ganz woanders. Und glaubt mit Lilly diese einen Schritt näher gekommen zu sein.

Auch wenn das Thema für den einen oder anderen im ersten Moment ausgelutscht klingt, trügt der Schein. Ich habe zuvor noch kein Roman gelesen, der Selbstfindung und Inszenierung zwischen Realität und Social Media so präsent und detailreich ausgearbeitet hat.
Anouk und Delia wachsen einen ans Herz. Nicht weil sie so unglaublich sympathische Charaktere sind. Nicht weil man am liebsten mit ihnen befreundet sein will. Die beiden Frauen sind echt. Sie sind lebendig. Mit ihren Gefühlen und Gedanken. Die Angst, nicht gesehen zu werden und zugleich zuviel zu sein. Die Angst, nicht zu wissen wer man ist und wer man sein will. Die Schwierigkeit und Schönheit eine Frau zu sein. Joana June zeigt eine starke Beobachtungsgabe für unsere Gesellschaft - in der Wirkllichkeit und auf Social Media - und ein besonderes Fingerspitzengefühl, wenn sie auf die Wunden drückt, die wir als Einheit und als Individuum tragen.
Das alles eingepackt in einen Schreibstil, der sich sanft und wild und zauberhaft zugleich anfühlt.


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