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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2019

zähe Story

Die Hebamme von Sylt
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Der Roman spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der Insel Sylt. Die Insel und ihre historischen Ereignisse werden, soweit ich das beurteilen kann, detailgetreu erzählt.
Nur mit den Personen habe ich ...

Der Roman spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der Insel Sylt. Die Insel und ihre historischen Ereignisse werden, soweit ich das beurteilen kann, detailgetreu erzählt.
Nur mit den Personen habe ich so meine Schwierigkeiten.
Geesche Jensen ist eine fähige Hebamme, doch sie macht den folgenschweren Fehler, Schicksal zu spielen und darum dreht sich die ganze Handlung. Weil die Menschen um Geesche herum sehr einfach strukturierte Charaktere sind, auch in ihrem Denken ihre gesellschaftlichen Bahnen nie verlassen können, bleibt alles ziemlich an der Oberfläche und vorhersehbar.
Mich konnte die Autorin leider nicht packen, weil der Erzählstil für mich einfach zu langatmig ist. Schade, denn die Grundidee hat durchaus Potenzial.

Veröffentlicht am 16.08.2019

Ziemlich überraschend

Alexander bricht aus
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Dr. Alexander Breitner ist auf der Karriereleiter immer weiter aufgestiegen, doch sein langjähriger bester Freund Jürgen erpresst ihn plötzlich mit einem dunklen Punkt in seiner Vergangenheit. Breitner ...

Dr. Alexander Breitner ist auf der Karriereleiter immer weiter aufgestiegen, doch sein langjähriger bester Freund Jürgen erpresst ihn plötzlich mit einem dunklen Punkt in seiner Vergangenheit. Breitner liebt sein Singledasein (mit Linda als Dauerfreundin), mit gemütlichen Abenden bei teurem Wein und erlesenen Delikatessen als Ausgleich zu seinem anstrengenden Krankenhausalltag. Nun sieht er sich gezwungen, auf unbestimmte Zeit Jürgens Hausarztpraxis in einem Kaff an der Ostsee zu vertreten. Manches erscheint ihm seltsam dort und allmählich kommt es ans Licht: Hinter allem steckt ein geheimer Plan!
Das Cover fand ich wenig einladend und auch die ersten Kapitel versetzten mich eher in eine Trivialgeschichte. Doch als sich die beiden Autorinnen erst mal eingeschrieben hatten, kam langsam Spannung auf.
Ich will nicht zu viel verraten, aber der Schein trügt und es gibt ein sehr überraschendes Ende. Letztendlich habe ich das Buch doch gern gelesen.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Der dicke Profiler

Kinderspiel - Die Fesseln der Vergangenheit
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Das "Kinderspiel" von Michael Seitz ist kein 0815-Krimi, es ist auch keine gewöhnliche Ermittlung. Tobi Miller leidet noch immer unter dem Verlust seiner Kindheitsfreundin, die damals für immer spurlos ...

Das "Kinderspiel" von Michael Seitz ist kein 0815-Krimi, es ist auch keine gewöhnliche Ermittlung. Tobi Miller leidet noch immer unter dem Verlust seiner Kindheitsfreundin, die damals für immer spurlos verschwand. Auch die langen Jahre als Gefängnispsychiater in einem amerikanischen Gefängnis haben sein Trauma nicht lindern können. Nun kehrt er nach Wien zurück, denn die Mordkommission möchte ihn gern als neuen Profiler gewinnen. Doch genau zu diesem Zeitpunkt trifft es wieder die Familie seiner Freundin, denn wieder verschwindet ein kleines Mädchen spurlos. Tobi kann nicht seine gewohnte Leistung bringen, er ist emotional zu nah an der Opferfamilie dran, sein übergewichtiger Körper und seine Psyche sind der Belastung nicht gewachsen. Die Handlung verdichtet sich immer mehr, denn es werden Querverbindungen zu lange zurückliegenden Ereignissen in Ostpreußen bekannt. Außerdem verschweigen Opfer und Zeugen und Verdächtige ihre Beziehungen untereinander, sodass man es als Leser schwer hat, die Informationen einzuordnen.
Das gefällt mir nicht so gut an diesem Thriller und ein weiterer Kritikpunkt ist, dass mir die einzelnen Personen fremd geblieben sind. Emotional konnte ich ihnen nicht immer folgen.
Da der Autor jedoch spannend zu schreiben weiß, dazu die Kapitel sehr geschickt einteilt, hat mich das Buch doch sehr gut unterhalten können.

Veröffentlicht am 14.08.2019

Schicksalsort

Im Freibad
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Bevor ich das Buch las, habe ich mir per Google Bilder vom Brockwell Lido angeschaut. Dieses Freibad scheint ein reines Schwimmbad zu sein mit einem hohen Sprungturm, aber ohne jeglichen Spaßfaktor wie ...

Bevor ich das Buch las, habe ich mir per Google Bilder vom Brockwell Lido angeschaut. Dieses Freibad scheint ein reines Schwimmbad zu sein mit einem hohen Sprungturm, aber ohne jeglichen Spaßfaktor wie zum Beispiel einer Wasserrutsche. Die Leute kommen also in erster Linie zum Schwimmen und zur Abkühlung hier her. Doch wenn man der Autorin Libby Page glauben darf, dann hat dieser Ort für manche noch eine darüber hinausgehende Bedeutung. 

In ihrer fiktiven Erzählung soll das Bad einem Tennisplatz für eine privilegierte Gruppe von Wohnungseigentümern weichen, weil die Stadt sich den Badebetrieb nicht mehr leisten kann. Für Rosemary zum Beispiel wäre das ein grosser persönlicher Verlust, weil quasi ihre ganze 86-jährige Lebensgeschichte eng mit dem Freibad verknüpft ist.  Sie hat schon vor langer Zeit ihren Arbeitsplatz verloren, als die Bibliothek geschlossen wurde. Erst viel später wurden ihr und den anderen klar, dass sie nicht nur eine Bücherei, sondern einen Platz der Kommunikation unwiederbringlich verloren haben. Jetzt soll sich das gleiche nicht mit dem Freibad wiederholen.
Eine junge Nachwuchsjournalistin will und soll sie in ihrem Widerstand  begleiten. Noch hat Kate nicht Fuß gefasst in ihrem Berufsleben fern vom Elternhaus. Genaugenommen drohen sogar Einsamkeit und Depression über ihr zusammenzuschlagen, bis sie sich mit Rosemary anfreundet. Schnell findet sich eine kleine Schar Unterstützer, deren Schicksale von der Autorin kurz skizziert werden. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den beiden unterschiedlichen Freundinnen. Episodenhaft wird Rosemarys Leben, vor allem die große Liebe zu ihrem Ehemann, ausgeleuchtet, wohingegen bei Kate die schrittweise Entwicklung ihres Selbstbewusstseins, den Aufbau eines Freundeskreises und der sich allmählich einsetzende berufliche Erfolg beschrieben wird.

Das Buch lebt nicht von Aktivitäten, sondern von der Charakterisierung eines Londoner Stadtteils und seiner Bewohner. Wenn man sich darauf einlässt, hat man das Gefühl, mittendrin zu sein. Deswegen kann ich sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Ein alter Feind

Jagd auf die Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 10)
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Robert Hunter war nicht immer der durchtrainierte Profiler, sondern als Kind eher dünn und schüchtern. Dass sich das änderte, hat er seinem Zimmergenossen auf der Uni, Lucien Folter, zu verdanken, der ...

Robert Hunter war nicht immer der durchtrainierte Profiler, sondern als Kind eher dünn und schüchtern. Dass sich das änderte, hat er seinem Zimmergenossen auf der Uni, Lucien Folter, zu verdanken, der ihn unter seine Fittiche nahm, ihm Kampfkünste schmackhaft machte und sein Selbstbewusstsein aufbaute.

Doch Lucien mit seinem Superhirn entschied sich für die dunkle Seite. Er wollte eine Enzyklopädie der Psychopathie schreiben und zog systematisch mordend durchs Land. Alle Taten hat er dabei akribisch notiert.

Robert Hunter ist seine Ergreifung zu verdanken, aber Lucien blieb nur weniger als 4 Jahre hinter Gittern. Nun ist er wieder auf freiem Fuß und fordert Hunter zu einem nervenzerreißenden Kräftemessen heraus, das viele Menschen das Leben kostet.
Es ist beeindruckend, welche Finten und Geistesblitze der Autor Chris Carter diesem Psychopathen zuschreibt und ebenso fantastisch reagiert Hunter, doch leider hinkt er seinem ehemaligen Freund immer einen winzigen Moment hinterher.

Als Leser hält man praktisch die ganze Zeit die Luft an, so spannend sind die Abläufe, so unvorstellbar die Gedankenwelt eines irren Mörders.

Das Finale hält, was der Spannungsbogen all die Seiten schon versprochen hat, doch leider ist es in meinen Augen etwas an der Realität vorbei konstruiert. Trotzdem volle Punktzahl und klare Leseempfehlung an alle Thrillerfreunde mit starken Nerven.