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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2024

Blutrünstig

Frevel
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Frankfurt. Man schreibt das Jahr 1800. Die Medizin steckt noch in den Kinderschuhen und geheilt wird eher durch Humbug als durch Wissenschaft. Frauen haben sittsam zu sein, auf gar keinen Fall klug, denn ...

Frankfurt. Man schreibt das Jahr 1800. Die Medizin steckt noch in den Kinderschuhen und geheilt wird eher durch Humbug als durch Wissenschaft. Frauen haben sittsam zu sein, auf gar keinen Fall klug, denn ihr Gehirn soll ja viel kleiner und empfindlicher sein als das eines Mannes. In dieser Gesellschaft wächst die Hauptfigur Manon ohne Mutter auf. Ihr Vater ist ein verstrubbelter Gelehrter, der zwar ihre wissenschaftliche Neugier fördert, allerdings versäumt, ihr gesellschaftliche Gepflogenheiten und Taktgefühl beizubringen. Mit dem Ergebnis, dass man als Leser Manon als unsympathische, egoistische und besserwisserische Person kennenlernt. Wieso sich der angehende Zeitungsschreiber Johann, ein eher schüchterner junger Mann, in sie verlieben kann, grenzt fast in ein Wunder.
Der Start in diesen historischen Roman gelingt leider nur sehr langatmig, vor allem aber grausam. Die Autorin liebt es, eklige Szenen detailliert und blutig zu schildern. Ich war fast schon geneigt, die Lektüre abzubrechen, als dann doch die Krimihandlung einsetzt und für Spannung sorgt.
Ganz nebenbei erfährt man auch einiges über das jüdische Leben, das ganz besonders im damaligen Frankfurt über die Maßen vom Rat mit Gesetzen und Verboten eingeengt wurde.
Obwohl Nora Kain sehr fundierte historische Kenntnisse und gleichzeitig in anderen Genres Bestsellererfahrungen hat, kann ich ihren Roman nur bedingt empfehlen. Sie will einfach zu viel auf einmal: historische Korrektheit, ein Sittengemälde der damaligen Zeit, verbunden mit einer spannenden Kriminalgeschichte. In meinen Augen ist das nicht vollständig gelungen. Es ist vielleicht ein bisschen viel auf einmal. Vor allem diese blutrünstigen Schilderungen könnten manchen Leser abstoßen.

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Veröffentlicht am 19.11.2024

Tote Brüder

Tod auf Schloss Bremont
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In der Provence sterben relativ kurz hintereinander die beiden Brüder, denen das abgewirtschaftete Schloss Bremont gehörte. Untersuchungsrichter Antoine Verlaque kümmert sich intensiv um die Ermittlungen, ...

In der Provence sterben relativ kurz hintereinander die beiden Brüder, denen das abgewirtschaftete Schloss Bremont gehörte. Untersuchungsrichter Antoine Verlaque kümmert sich intensiv um die Ermittlungen, denn es wird schnell klar, dass es sich in beiden Fällen um Mord handelt. Er zieht die Juraprofessorin Marine Bonnet als Beraterin hinzu. Pikanterweise ist sie seine Ex-Geliebte und hat immer noch starke Gefühle für ihn, obwohl er sie vor ein paar Wochen eiskalt abserviert hat. Insgesamt kommt Antoine nicht sonderlich sympathisch daher. Er wirkt Marine gegenüber einfach nur blasiert und intolerant, aber fachlich muss er gut sein, denn er hat in Rekordgeschwindigkeit eine beachtliche Karriere hingelegt.
Die Handlung ist sehr langatmig und die vielen französischen Namen verwirren nicht nur am Anfang. Allerdings ist das ein häufigeres Problem bei Hörbüchern, wo man nicht schnell mal etwas nachlesen kann. Für mich kam kaum Spannung auf. Ja, ich bin zwischendurch sogar eingeschlafen und hatte nach einer halben Stunde Auszeit überhaupt keine Verständnislücken. Positiv muss man den Sprecher Max Hoffmann erwähnen, aber selbst er konnte das Buch nicht aufpeppen.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Mörderischer Urlaub

Dunkle Schatten über der Camargue
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Eine deutsche Familie macht Sommerurlaub in der Camargue auf einer Stierfarm. Die Einheimischen verschweigen, dass schon zwei junge Frauen brutal ermordet worden sind, und die Tochter der Urlauber wird ...

Eine deutsche Familie macht Sommerurlaub in der Camargue auf einer Stierfarm. Die Einheimischen verschweigen, dass schon zwei junge Frauen brutal ermordet worden sind, und die Tochter der Urlauber wird nun tragischerweise das dritte Opfer.
Aus Marseille wird der junge Capitaine Mathieu Dubois von der Kriminalpolizei nach Arles abkommandiert, um die Mordserie zu klären. Nach anfänglichem Kompetenzgerangel mit der örtlichen Gendarmerie läuft die Zusammenarbeit reibungslos.
Der Plot ist leider recht trivial gestrickt. Die Protagonisten sind sehr eindimensional angelegt, allein Dubois kann sich zum Sympathieträger entwickeln. Die Handlung ist vorhersehbar und bietet wenig Überraschung.
Und dennoch ist das Buch lesenswert, denn die Autorin, selbst in Südfrankreich lebend, kann die Stimmung von Land und Leuten einfangen und gekonnt zu Papier bringen. Gerade Leser, die schon einmal dort waren, können die Handlung gut verorten. Deswegen reicht es bei mir noch ganz knapp zum vierten Lesestern.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Zuviel über Wein

Königin bis zum Morgengrauen
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Ich mag keinen Wein!
Mich nerven Gespräche, die sich ausschließlich um Wein, Geschmack, Anbau etc. drehen.
Und dann gerate ich ausgerechnet an dieses Buch. Ich dachte, es wäre ein Krimi. Ich liebe Krimis.
Aber ...

Ich mag keinen Wein!
Mich nerven Gespräche, die sich ausschließlich um Wein, Geschmack, Anbau etc. drehen.
Und dann gerate ich ausgerechnet an dieses Buch. Ich dachte, es wäre ein Krimi. Ich liebe Krimis.
Aber der Autor schreibt endlos über Weinverkostungen und Weingeschmack und Weinanbau.
Der Tod der frisch gekürten Weinkönigin wird zur Nebensache.
Nicolas Hollmann als Hauptperson denkt und handelt wie ein älterer Herr, auch seine Meinung bezüglich Frauen, Discos und Drogenhandel wirken ziemlich überkommen, woraufhin ich das Alter des Autors gegoogelt habe!
Seine Frau Rita strahlt ständige Unzufriedenheit über ihren Heimatbesuch aus. Also gibt es für mich auch keine Sympathieträger in dem Krimi.
Mich stören auch die politischen Spitzen, die meiner Meinung nach hier völlig unpassend sind.
Normalerweise hätte ich dieses Hörbuch spätestens nach der Hälfte abgebrochen, aber der wunderbare Thomas M. Meinhardt hielt mich bei der Stange. Er liest fantastisch und hat eine sehr angenehme Stimme.

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Veröffentlicht am 09.11.2024

Superhirn

Das Programm
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Nicholas Eichborn ist BKA-Ermittler. Er zeichnet sich vor allem durch überbordendes Ego und bösen Sarkasmus aus. Seine Lösungsansätze sind nicht raffiniert, sondern eher Schusswaffen basiert. Kurz, kein ...

Nicholas Eichborn ist BKA-Ermittler. Er zeichnet sich vor allem durch überbordendes Ego und bösen Sarkasmus aus. Seine Lösungsansätze sind nicht raffiniert, sondern eher Schusswaffen basiert. Kurz, kein Typ zum Gernhaben. Doch seine Kollegin Helen Wagner versteht sich gut mit ihm und die beiden werden nicht nur beruflich ein Paar. Zusammen jagen sie einen übermenschlichen Killer, der es auf alleinstehende junge Frauen abgesehen hat. Dabei geraten sie mitten in ein geheimes Projekt, das unerlaubte Feldforschungen an Nichtfreiwilligen durchführt.
Die Thematik dieses Thrillers ist brisant und nicht alles ist an den Haaren herbeigezogen. Aber die Handlung leidet an Überlänge und unsympathischen Protagonisten. Gerade Eichborn ist sich für keine Plattitüde zu schade. Und ganz ehrlich: für ausgebildete Agenten handeln Nicholas und Helen oft ziemlich naiv und unvorsichtig.
Das Niveau des Hörbuchs wird deutlich durch die professionelle Sprechweise von Gerrit Petersen angehoben.

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