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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2022

sympathische Urlaubslektüre

Dänische Brandung (Ein Gitte-Madsen-Krimi 4)
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Ohne Vorkenntnisse und trotzdem ohne Probleme habe ich mich in dem vierten Band von Gitte Madsen zurechtgefunden.
So liebt man Dänemark! Der Schauplatz ist der beliebte Ferienort Marielyst auf der Insel ...

Ohne Vorkenntnisse und trotzdem ohne Probleme habe ich mich in dem vierten Band von Gitte Madsen zurechtgefunden.
So liebt man Dänemark! Der Schauplatz ist der beliebte Ferienort Marielyst auf der Insel Falster. Gitte Madsen hilft hier dem örtlichen Bestatter. Als die eigentlich noch rüstige Ella bei ihr auf dem Tisch landet und zur Beerdigung vorbereitet werden soll, ist es allein Gittes Scharfblick zu verdanken, dass eine Mordermittlung in Gang gesetzt wird. Sie selbst mischt auch ordentlich bei den Nachforschungen mit und nicht nur, weil sie gern in der Nähe des Polizisten Ole ist. Nein, Gitte hat eine kriminalistische Ader und außerdem ist ihr Vater als Täter ins Visier geraten.
Es sind einfach sympathische Menschen, die hier in diesem netten dänischen Krimi agieren. Auch wenn die Handlung spannend ist, so wird sie trotzdem nicht allzu blutig und grausam. Nette Randepisoden (mir haben die nervigen deutschen Nachbarn besonders gut gefallen) lockern den Inhalt auf. Die Grundstimmung bleibt durchgängig positiv. Und man fragt sich ständig, was Gittes Vater so eisern zu verbergen sucht.
Ja, "Dänische Brandung" ist genau das richtige Buch für entspannte Sommertage.

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Veröffentlicht am 06.07.2022

Gefährliches Erbe

Bretonische Nächte
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Wahrscheinlich hat der Autor Jean-Luc Bannalec ein Arbeitszimmer voller Bücher und Artikel über die Bretagne. Anders kann ich mir sein enormes Wissen nicht erklären. 
Und wieder schüttet er sein Füllhorn ...

Wahrscheinlich hat der Autor Jean-Luc Bannalec ein Arbeitszimmer voller Bücher und Artikel über die Bretagne. Anders kann ich mir sein enormes Wissen nicht erklären. 
Und wieder schüttet er sein Füllhorn an bretonischen Sagen, Weisheiten und lukullischen Spezialitäten über seine Leser aus. 

Diesmal wird der Kollege von Kommissar Dupin, Kadeg, niedergeschlagen. Kadegs Tante war kurz zuvor friedlich entschlafen und Kadeg wollte ihrer eigentlich nur noch einmal im Garten gedenken. Kadeg überlebt, wenn auch nur knapp. Das Glück haben dann andere im Umfeld der Familie leider nicht.
Die Tante hinterlässt ein großes Vermögen und nicht alle Familienmitglieder sind philanthropisch gesinnt. Geld verändert den Charakter. Oder hängt es doch eher mit den sensationellen Vogelbeobachtungen der begeisterten Hobbyornithologin zusammen? Es tauchen sogar noch mehr Tatmotive auf. Als Leser weiß man gar nicht, welche Spur am erfolgversprechendsten ist.

Dupin braucht auch seine Zeit, ehe der Knoten platzt und er in gewohnt cooler Manier den Fall aufklärt. 
Der Leser ist zu diesem Zeitpunkt selbst zu einem Fachmann für die bretonische Vogelwelt, aber auch für die unvergleichlich guten bretonischen Apfelsorten geworden. 

Mein besonderes Highlight ist mal wieder der Sprecher Christian Berkel. Er hat nicht nur dieses besondere Timbre in der Stimme, sondern ist auch im Vortrag ein Meister der feinen Nuancen.

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Veröffentlicht am 05.07.2022

Cläre

Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit
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Auch ohne Vorkenntnisse bin ich im zweiten Band rund um die Hamburger Kaffeedynastie Behmer & Söhne gut zurechtgekommen. 
Hier geht es vornehmlich um die mittlerweile erwachsen gewordene Tochter Cläre, ...

Auch ohne Vorkenntnisse bin ich im zweiten Band rund um die Hamburger Kaffeedynastie Behmer & Söhne gut zurechtgekommen. 
Hier geht es vornehmlich um die mittlerweile erwachsen gewordene Tochter Cläre, die eigentlich lieber ein Wirtschaftsstudium beginnen statt in die Familienfirma eintreten möchte. Doch im Jahr 1929 sind Frauen noch viele Wege verbaut. 
Als es nicht anders geht, springt sie dann doch tatkräftig ein. Sie muss viel aushalten. Die Kriegsjahre sind für alle nicht leicht und gerade Kaffee als Luxusgut hat es in Notzeiten schwer.
Die Menschen in diesem Buch kommen sehr lebendig herüber. Gerade der Gegensatz zu Cläres missgünstiger Cousine Emma, die strenggläubig dem Nazikult anhängt, macht für mich viel von der Spannung aus.
Historisch ist dieser Roman gut recherchiert. Und weil der Schluss so genial ist, freut man sich schon auf den letzten Band dieser Trilogie.

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Veröffentlicht am 05.07.2022

Wo ist der Koch geblieben

13° – Tödlicher Sommer
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Nachdem ich schon mit Hanne H. Kvandal die dunkelste Zeit auf Spitzbergen verlebt habe, so lerne ich jetzt die Landschaft in gleißendem Sonnenlicht und milden Temperaturen kennen.
Schön ist es, wieder ...

Nachdem ich schon mit Hanne H. Kvandal die dunkelste Zeit auf Spitzbergen verlebt habe, so lerne ich jetzt die Landschaft in gleißendem Sonnenlicht und milden Temperaturen kennen.
Schön ist es, wieder auf bekannte Gesichter zu treffen.
Diesmal wird der pensionierte norwegische Polizist Trond Lie gebeten, sich um den Fall eines verschwundenen asiatischen Kochs zu kümmern. Während seiner Nachforschungen wird auch noch der kleine Enkel Bjarne entführt. Eine schlimme Situation für Trond, der dennoch wie gewohnt souverän seine Aufgabe meistert.
Ganz nebenher erfährt der Leser einiges über diesen speziellen Ort Longyearbyen, seine Geschichte und vor allem seine politische Sondersituation. Diesmal spielt die verlassene Grubenstadt Pyramiden eine größere Rolle. Sehr bildhaft werden die Örtlichkeiten dort geschildert.
Es ist nach wie vor dieses besondere Setting, dass mich an den beiden Spitzbergen-Krimis so fasziniert hat. Leider fiel die Handlung diesmal gemächlicher aus als in dem "Winterkrimi". Der Schluss ist etwas oberflächlich geraten. Gerne hätte ich mehr über die Rolle von Fridas Vater erfahren, aber insgesamt bleibe ich ein Kvandal-Fan.

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Veröffentlicht am 03.07.2022

Tödliche Jagd

Stürmisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 8)
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Auch ohne Kenntnis der sieben Vorgängerbände kann man "Stürmisches Lavandou" problemlos lesen.
Der Pathologe Dr. Leon Ritter, gebürtiger Deutscher, ist mittlerweile fast ein Einheimischer in Le Lavandou. ...

Auch ohne Kenntnis der sieben Vorgängerbände kann man "Stürmisches Lavandou" problemlos lesen.
Der Pathologe Dr. Leon Ritter, gebürtiger Deutscher, ist mittlerweile fast ein Einheimischer in Le Lavandou. Er liebt die stellvertretende Polizeichefin, deren Tochter ist für ihn wie ein eigenes Kind.
In dem Küstenort sollen Surfmeisterschaften stattfinden. Alle Leute sind in freudiger Erwartung, als ein Serienmörder es auf Liebespärchen abgesehen hat. 
Die Leichen landen auf Leons Obduktionstisch. Wieder setzt er seinen kriminalistischen Spürsinn weit über das Medizinische hinaus ein, was dem Polizeichef so gar nicht passt. All die möglichen Verdachtsfälle, die zu einem schnellen Fahndungserfolg geführt hätten, werden durch Ritter schnell entkräftet.
Dies ist mal wieder ein richtig spannender französischer Krimi, der eine komplexe Handlung bietet und sich nicht seitenweise mit einheimischen Speisekarten und Rezepten beschäftigt. Trotzdem kommt das Provence-Flair nicht zu kurz. Außerdem sind die handelnden Personen sehr eigenständige Charaktere, sodass man sich alles gut vorstellen kann.
Ich kann diesen schönen Urlaubskrimi weiterempfehlen, auch wenn ich gerne noch etwas mehr über den Hintergrund des Mörders erfahren hätte.

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