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Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein vielschichtiges Buch, dem es stellenweise leider etwas an Spannung mangelt.

Grave Mercy - Die Novizin des Todes
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"Grave Mervy. Die Novizin des Todes" ist ein sehr vielschichtiges Buch. Am besten lässt es sich wohl als fantastisch-abenteuerlicher Historienroman zusammenfassen. Dabei überwiegt aber der historische ...

"Grave Mervy. Die Novizin des Todes" ist ein sehr vielschichtiges Buch. Am besten lässt es sich wohl als fantastisch-abenteuerlicher Historienroman zusammenfassen. Dabei überwiegt aber der historische und abenteuerliche Part. Die Tatsache, dass Ismae über übersinnliche Fähigkeiten verfügt, rückt im Verlauf des Buches immer mehr in den Hintergrund.

Der Leser erfährt zunächst einiges über Ismaes Vergangenheit und schließlich ihre Ausbildung am Kloster zur Novizin des Todes. Anschließend begleiter er sie auf einigen ihrer Aufträge, die sie im Namen des Gottes des Todes auszuführen hat. Dabei wird der Leser unweigerlich in die Politik Frankreichs im 15. Jahrhundert hineingezogen und erfährt von Intrigen und Machtspielchen am Hof der Herzogin der Bretagne.

Und natürlich darf auch die Romantik nicht zu kurz kommen. Ausgerechnet für das Opfer ihres Auftrags entwickelt Ismae Gefühle. Wie kann sie diesen dann überhaupt ausführen? Und werden ihre Gefühle erwidert? Die Szenen, die sich mit Ismae und Duval entwickeln, sind allesamt sehr feinfühlig und liebevoll beschrieben und schnell versteht man als weiblicher Leser, woher Ismaes Gefühle für Duval stammen. Doch kann sie ihm überhaupt trauen? Der Zwiespalt, in dem Ismae sich befindet, wird von der Autorin sehr gut herausgearbeitet und sorgt für Dramatik.

Ismae ist eine sehr sympathische Hauptfigur. Sie ist hübsch, dazu intelligent, mutig und schlagfertig. Aber sie ist keine Heldin, die über allem steht, sondern kann ebenso auch ängstlich, schüchtern und schlechtgelaunt sind. Sie ist einfach menschlich, und das macht sie so angenehm. Und ja - auch Duval ist ein sehr angenehmer Charakter, auch wenn man als Leser ebenso wie Ismae nie so richtig weiß, ob man ihm wirklich trauen kann. Den anderen Charakteren mangelt es etwas an Tiefe und Schärfe. Sie bleiben neben den beiden Hauptfiguren doch sehr blass.

Der Handlung fehlt es zuweilen an Spannung. Gerade die vielen politischen Intrigen und Machtkämpfe lassen eine leichte Leseflaute aufkommen. An anderen Stellen wiederum schreitet die Handlung zu schnell voran und es kommt das Gefühl auf, nicht umfassend über die Ereignisse informiert zu werden. Vor allem Ismaes Ausbildung am Kloster wird zu kurz abgehandelt, obwohl sie viel interessantes Potential bieten würde. Stattdessen liegt der Schwerpunkt aber eindeutig auf Politik und Kämpfen - etwas mehr Abwechslung hätte der Handlung stellenweise gut getan.

Der Schreibstil der Autorin ist der Zeit, in der das Buch spielt, angepasst. Nichtsdestrotz ist die Sprache von Robin LaFevers nicht altmodisch, sondern gut und flüssig zu lesen und wirkt zugleich authentisch. Das Buch eignet sich somit sehr gut für jugendliche Leser, die wohl auch Zielgruppe des Romans sind.

Obwohl das Buch der erste Band einer Reihe ist, ist das Ende doch recht abschließend und lässt nicht allzu viele Fragen offen.

Mein Fazit:

Ein vielschichtiges Buch, dem es stellenweise leider etwas an Spannung mangelt.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein kurzweiliges, unterhaltsames und spannendes Buch - so kann die Reihe weitergehen!

Hades
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Die Handlung von "Hades" beginnt sechs Monate nach den Ereignissen in "Halo". In Venus Cove ist Ruhe eingekehrt. Die Menschen sind fromm und gläubig geworden, besuchen regelmäßig die Kirche. Die Kriminalität ...

Die Handlung von "Hades" beginnt sechs Monate nach den Ereignissen in "Halo". In Venus Cove ist Ruhe eingekehrt. Die Menschen sind fromm und gläubig geworden, besuchen regelmäßig die Kirche. Die Kriminalität ist entschieden zurückgegangen und die sozialen Einrichtungen können sich kaum noch vor freiwilligen Helfern retten. Bethany und Xavier genießen ihre Beziehung und sind unendlich glücklich miteinander. Man sieht sie kaum eine Sekunde getrennt voneinander. Scheint so, als wäre alles in bester Ordnung.

Das Buch beginnt dementsprechend angenehm und ruhig. Die Autorin beschreibt sehr liebevoll die Beziehung zwischen Beth und Xavier, die gar nicht genug voneinander bekommen können, und beschäftigt sich mit dem harmlosen Alltag der Charaktere. Alles ist schön.

Doch bei einer Halloween-Party rufen Beth und ihre Freundinnen bei einer Geisterbeschwörung Jake Thorn herbei, der Bethany kurzerhand mit einer List in die Hölle entführt. Vorbei ist es mit der Ruhe und dem Frieden.

Die Handlung wird nun sehr düster und auch stellenweise sehr erschreckend. Alexandra Adornetto hat ein originelles, aber auch überzeugendes Bild von der Hölle gezeichnet. Hier findet man alles, was die dunkle Seite der Seele begehrt: Spielcasinos, Folterinstrumente, willige Frauen, Alkohol, Partys. Es geht nicht sonderlich gesittet in der Unterwelt zu und die Autorin nimmt sich Zeit, den Alltag anschaulich zu beschreiben. Teilweise gibt es Szenen, die wirklich zum Fürchten sind, aber dennoch eine Einstufung des Buches als Jugendbuch zulassen.

Beth fühlt sich nicht nur wegen ihrer neuen Umgebung furchtbar unwohl, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass Jake sie zu seiner Frau nehmen will. Und natürlich vermisst sie Xavier. Der Leser begleitet Beth auf ihrer verzweifelten Suche nach einem Ausweg, bei der sie Höllenbewohner kennenlernt, die ihr bei ihrer Suche behilflich sind.

Die neuen Charaktere sind ebenso wie die altbekannten Figuren sehr liebevoll und interessant gezeichnet. Sie wecken sofort das Interesse des Lesers und es macht Spaß, sie im Verlauf des Buches kennenzulernen. Besonders mi Opa Luzi - ja, der heißt hier tatsächlich so - bekommt das Buch eine interessante neue Figur verpasst, die aber leider nur einen kleinen Auftritt hat. Dafür verrät die Autorin aber einige Hintergründe über die Rolle der Dämonen und Engel im Gesamtgefüge von Himmel und Hölle.

Im Wechsel zu den Szenen um Bethany erfährt der Leser, was auf der Erde geschieht. Xavier, Gabriel, Ivy und Beth's Freundin Molly sind verzweifelt auf der Suche nach Beht und setzen alles daran, sie zu finden. Ihr Weg führt sie in ein Kloster, wo eine Nonne von einem Dämon besessen ist. Auch hier erwarten den Leser gruselige Szenen, die nichts für schwache Nerven sind.

Das Buch ist insgesamt sehr kurzweilig. Die Handlung ist abwechslungsreich und der Stil der Autorin sehr erfrischend und angenehm. Neben all der Düsternis der Hölle sorgt ein angenehmer Humor immer wieder für neuen Lebensmut.

Der Epilog des Buches beweist den Hang der Autorin zum Kitsch. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt.

Vermutlich kann man "Hades" auch lesen, ohne vorher "Halo" gelesen zu haben. Allein für das Verständnis macht das keine Probleme. Aber es ist wohl doch schöner, wenn man die Figuren schon aus dem ersten Band kennt und weiß, wie sich ihre Beziehungen zueinander entwickelt haben. Erst dann macht die Handlung des zweiten Buches so richtig Spaß.

Mein Fazit:

Ein kurzweiliges, unterhaltsames und spannendes Buch - so kann die Reihe weitergehen!

Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein toll ausgearbeitetes Jugendbuch, dem ein bisschen mehr Dramatik gutgetan hätte.

Wir beide, irgendwann
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Mit "Wir beide, irgendwann" wird der Leser zurück in das Jahr 1996 versetzt. Ein Jahr, in dem das Internet gerade erst begann, seine wahre Kraft zu offenbaren, und in dem PCs noch eine Seltenheit in den ...

Mit "Wir beide, irgendwann" wird der Leser zurück in das Jahr 1996 versetzt. Ein Jahr, in dem das Internet gerade erst begann, seine wahre Kraft zu offenbaren, und in dem PCs noch eine Seltenheit in den Haushalten waren. Es macht Spaß, zusammen mit den beiden Ich-Erzählern in die Vergangenheit zu reisen und das Ende des 20. Jahrhunderts noch einmal zu erleben. In vielen Dingen erkennt man sich wieder, so manche Sachen wecken Erinnerungen.

Der Roman ist ein Jugendbuch und als solcher beschäftigt er sich auch mit typischen Problemen eines Teenagers: Liebe, Freundschaft, Schule, Erwachsenwerden - das sind die Hauptthemen, die angesprochen werden. Besonders die Freundschaft zwischen Emma und Josh steht dabei im Vordergrund und deren Entwicklung wird durch das Buch hindurch verfolgt.

Besonders gut gelungen ist es den Autoren, zu beschreiben, wie die Gegenwart die Zukunft verändert - nämlich wie durch Emmas und Joshs Verhalten ihr ganz persönliches Schicksal beeinflusst wird, was sich anhand des Facebook-Profils jeweils überprüfen lässt. Aber auch die Zukunft verändert die Gegenwart. Dadurch, dass vor allem Emma nicht zu der Person werden möchte, die ihr durch ihr Facebook-Profil gezeigt wird, ändert sie aktiv ihr Verhalten in der Gegenwart. Diese Zusammenhänge wurden von dem Autoren-Duo sehr anschaulich herausgearbeitet. Die Veränderungen allerdings waren im Endeffekt wenig dramatisch. Hier hätten die Autoren ruhig noch etwas mehr Fantasie an den Tag legen können, um für mehr Spannung zu sorgen.

So bleibt "Wir beide, irgendwann" ein nett zu lesendes Jugendbuch, das durchaus logisch entwickelt und durchdacht wurde, dem es aber an einem Hauch Dramatik fehlt. Auch ist die Handlung an manchen Stellen vorhersehbar und dadurch wenig überraschend. Der Schreibstil der Autoren ist für ein Jugendbuch passend - der Roman liest sich leicht und flüssig. Dazu kommt ein feiner Humor, der für angenehme Unterhaltung sorgt.

Die Hauptaussage hinter dem Buch ist passend und leicht erkennbar und auch die Kritik an sozialen Netzwerken und der Macht des Internets wird deutlich.

Mein Fazit:

Ein toll ausgearbeitetes Jugendbuch, dem ein bisschen mehr Dramatik gutgetan hätte.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Ein anspruchsvoller, aber gleichwohl unterhaltsamer Roman.

Das Festmahl des John Saturnall
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Sowohl sprachlich als auch inhaltlich ist "Das Festmahl des John Saturnall" ein anspruchsvoller Roman. Der Stil des Autors ist sehr feinfühlig, seine Beschreibungen sind umfangreich und detailliert. Sowohl ...

Sowohl sprachlich als auch inhaltlich ist "Das Festmahl des John Saturnall" ein anspruchsvoller Roman. Der Stil des Autors ist sehr feinfühlig, seine Beschreibungen sind umfangreich und detailliert. Sowohl die Handlungsumgebung als auch die Charaktere und deren Handlungen werden in ausschweifenden und stilistisch hochwertigen Sätzen beschrieben, wirken dadurch aber auch sehr eindringlich und vor allem lebendig. Als Leser fühlt man sich mitten im Geschehen, sieht alles mit den Augen von der Hauptperson John Saturnall und riecht vor allem mit dessen Nase. Denn die Kochkunst des John Saturnall, deren Grundsteine schon im Kindesalter gelegt wurden, nimmt einen Großteil des Romans ein.

Lawrence Norfolk nimmt sich Zeit für seine Figuren und die Entwicklung der Geschichte, sodas der Umfang des Buches durchaus berechtigt ist. Dabei springt die Handlung vor allem in den ersten Kapiteln häufig zwischen Gegenwart und Vergangenheit und verlangt dadurch viel Aufmerksamkeit von dem Leser. Gerade am Anfang fällt es schwer, sich ein zusammenhängendes Bild von der Handlung zu erschaffen und die Ereignisse zu ordnen und in einen Zusammenhang zu bringen. Nachdem man sich aber an den Stil des Autors gewöhnt hat, gelingt es schnell, sich in das Buch einzulesen und einen Überblick zu bekommen.

"Das Festmahl des John Saturnall" ist ein sehr vielschichtiger Roman. Er beschreibt das England des 17. Jahrhunderts mit seinen politischen Problemen und Intrigen, beschäftigt sich umfassend mit Religion und Aberglaube und beschreibt das Zusammenleben im Herrenhaus von Buckland, das geprägt ist von Freundschaft und Neid, Liebe und Hass, Trauer und Freude. Es treten eine Vielzahl an Charakteren auf, die nicht alle greifbar werden. Aber gerade die Hauptfiguren, ihnen voran John Saturnall und Lady Lucretia, sind so lebendig, dass man als Leser mit ihnen mitfiebert, leidet und einfach lebt. Die Handlung ist durchweg abwechslungsreich und hat kaum Längen. Obwohl das Buch vordergründig nicht spannend ist, übt es doch einen gewissen Sog aus, der zum Weiterlesen drängt. Gerade die Entwicklung des John Saturnall ist überaus interessant und fesselnd. Auch mangelt es dem Buch nicht an einer gewissen Dramatik, die immer wieder Wellen schlägt.

Mein Fazit:

Ein anspruchsvoller, aber gleichwohl unterhaltsamer Roman.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Eine sehr geradlinige Fortsetzung, die stellenweise zu einseitig ist, aber mit einigen Überraschungen für den Leser aufwartet.

Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit
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"Tödliche Wahrheit" - einen treffenderen Titel könnte der zweite Band der Reihe "Die Bestimmung" wohl kaum haben. Denn in dieser Fortsetzung geht es vor allem um Wahrheiten, die schmerzlich, erschreckend ...

"Tödliche Wahrheit" - einen treffenderen Titel könnte der zweite Band der Reihe "Die Bestimmung" wohl kaum haben. Denn in dieser Fortsetzung geht es vor allem um Wahrheiten, die schmerzlich, erschreckend und ja, auch tödlich sein können. Es werden einige offene Fragen beantwortet, aber mindestens genau so viele neue ins Spiel gebracht. Einige neue Charaktere werden eingeführt und es wird sehr deutlich, dass nicht jeder der ist, der er zu sein vorgibt. Dass man nicht jedem Menschen blindlings vertrauen sollte. Dass es manchmal eine Wahrheit hinter der Wahrheit gibt.

Die Ereignise des zweiten Teils knüpfen unmittelbar an die Geschehnisse des ersten Bandes an. Nur wenige Tage sind vergangen, seit Tris Schreckliches durchgemacht hat, aber auch selbst eine schreckliche Schuld auf sich genommen hat. Es fällt ihr schwer, das Vergangene zu verarbeiten und sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Auf die Bedrohung, die der plötzlich entfachte Krieg zwischen den Fraktionen darstellt.

Über einige Fraktionen, besonders über die Amite, erfährt der Leser Details. Und auch die Fraktionslosen erhalten ihre ganz besondere Rolle in dem Spiel um Macht und Herrschaft. Denn darum geht es doch in diesem Krieg. Oder?

Es handelt sich bei dieser Reihe um eine Jugendbuch-Trilogie. Gerade deshalb sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es in "Tödliche Wahrheit" oft blutig und brutal zugeht. Dabei beschränkt sich Veronica Roth zwar auf knappe Worte, aber die Fantasie des Lesers tut ihr Übriges. Unschöne Bilder entstehen dabei teilweise vor dem eigenen geistigen Auge. Aber glücklicherweise gelingt der Autorin immer rechtzeitig der Wechsel zu friedvolleren Szenen. Auch in diesem Buch kommt ein feiner Humor zum Tragen, der für Schmunzler sorgt.

Die Handlung ist relativ einseitig. Es geht vor allem darum, wie ein offener Krieg zwischen den Fraktionen verhindert werden soll, wie vorgegangen werden soll, um die Ken an der Umsetzung ihres Plans, die Regierung zu übernehmen, zu hindern. Dabei erwarten den Leser viele Gespräche über taktisches Vorgehen, die stellenweise doch etwas ermüdend sind. Es fehlt diesem Buch ein wenig die Action, die in Teil 1 der Reihe doch vorherrschender war.

Dafür passiert in der Fortsetzung hingegen gerade auf der zwischenmenschlichen Ebene sehr viel. Freundschaften und Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt und nicht immer fällt es leicht, zu erkennen, wer die Wahrheit sagt. Freunde werden zum Feind und andersherum. Auf den Leser warten hier einige Überraschungen.

Mein Fazit:

Eine sehr geradlinige Fortsetzung, die stellenweise zu einseitig ist, aber mit einigen Überraschungen für den Leser aufwartet.