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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2024

sehr lesenswert

Über allen Bergen
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An diesem Buch hat mich eigentlich sofort alles angesprochen. Zum einen das winterliche Bergmotiv, dass das Cover ziert und der ruhige verheißungsvolle Titel. Aber auch die Idee, einen jungen in die Berge ...

An diesem Buch hat mich eigentlich sofort alles angesprochen. Zum einen das winterliche Bergmotiv, dass das Cover ziert und der ruhige verheißungsvolle Titel. Aber auch die Idee, einen jungen in die Berge zu schicken, damit er vor den Nazis in Sicherheit ist. Das klang gut und ich wurde nicht enttäuscht.

Das Buch lebt erst mal sehr von seiner ruhigen und anschaulichen Erzählweise. Das liest sich einfach wunderbar und die Bedrohung ist eher subjetiv und unterschwellig. Es geht mehr um den Jungen, seine Freude über all das Neue und Ungewohnte der Bergwelt. Um erste Freundschaften. Um das einfache Leben der Menschen mit der rauen Natur.

Und als dann die Gefahr zunimmt und der Junge wieder fliehen muss, da steigt die Spannung und man hat ihn schon so ins Herz geschlossen, dass man beginnt mitzufiebern und zu hoffen, dass er die Schweiz rechtzeitig erreicht.

Sehr lesenswerte Geschichte.

Veröffentlicht am 18.12.2024

beglückende Geschichte

Zwischen Ende und Anfang
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Jojo Moyes hat mal wieder abgeliefert. Inzwischen ist sie ein garant für spannende, kluge und warmherzige Geschichten. Diesmal ist es eine Familiengeschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes einem Patchwork ...

Jojo Moyes hat mal wieder abgeliefert. Inzwischen ist sie ein garant für spannende, kluge und warmherzige Geschichten. Diesmal ist es eine Familiengeschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes einem Patchwork ähnelt.
Da ist Lila mit ihren zwei Töchtern. Der Ehemann hat sich eine jüngere Frau gesucht und wird demnächst mit dieser erneut Vater. Die Großmutter, die kürzlich auf tragische Weise ums Leben kam, hinterlässt einen verzweifelten Witwer. Deshalb zieht dieser, Lilas Stiefvater, bei ihnen in das altersschwache Haus. Und dann erscheint da plötzlich auch der seit 30 Jahren wegen seiner Schauspielerei abgängige biologische Vater von Lila. Und dieser Gene bringt den ganzen Haushalt erst mal mit seiner arroganten impertinenten Art durcheinander.
Aber nicht genug damit hat LIla mit jeder Menge anderer Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Rechnungen für Reparaturen türmen sich und sie hat eine Schreibblockade muss aber dringend einen neuen Lebensratgeber abgeben um Geld zu verdienen. Und zwei sehr unterschiedliche Männer stehen plötzlich vor der Türe und sie entscheidet sich erst mal für den falschen.

Das Buch hat alles, was so eine Familiengeschichte braucht. Eine Handvoll sehr starke und autentischen Charaktere. Einige Geschehnisse, die wir als Leserschaft nur zu gut nachempfinden können. Ein Schreibstil der klug und aufmerksam erzählt und bei dem das Alltagsdrama mit einer Prise Augenzwinkern aber auch Ernsthaftigkeit rüber kommt.

So eine Familie hätte ich gerne in meiner Nachbarschaft. Aber zumindest durfte ich ein Weilchen Mäuschen spielen in ihrem Häuschen und ihrem wunderbaren Garten. Beglückende Lektüre als Hörbuch ein Knaller.

Veröffentlicht am 18.12.2024

harte Realitäten

Über dem Tal
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Ein Buch, das mit einem wunderbaren Cover und einem passenden Titel daherkommt. Und dann geht es um einfache Bauern in einer kargen Landschaft. Das hat mich sehr angesprochen.
Im Mittelpunkt stehen mehrere ...

Ein Buch, das mit einem wunderbaren Cover und einem passenden Titel daherkommt. Und dann geht es um einfache Bauern in einer kargen Landschaft. Das hat mich sehr angesprochen.
Im Mittelpunkt stehen mehrere Männer, die mit der Schafzucht ihr Leben verdient haben als die Maul- und Klauenseuche durchs Land zieht und einen Betrieb nach den anderen erreicht. Auch die abgelegenen Höfe von Steve und William. Und es gibt kein Entrinnen. Die Behörden schicken ein Schlachterkommando und die gehen äußert schnell, hart und effektiv zu Werke. Der Tod der Schafe wird zur Wende im Leben der Männer. Die ruhige, friedliche und ehrliche Landarbeit mit den Tieren ist zuende und niemand hilft ihnen. Weder finanziell noch psychologisch.

Die Story ist depremierend und traurig. Die Sprache des Erzählers ist passend dazu klar aber oft etwas gefühllos. Dem Leser ist bewusst, dass Schreckliches passiert aber keiner will sich etwas anmerken lassen. Man versucht hinzunehmen, was passiert. Es fehlt bald die Kraft etwas zu ändern, wieder nach vorne zu blicken. Immer wieder bleibt der Blick an dem großen Verlust hängen, der ein Leben beendet hat, dass den Menschen in Fleisch und Blut übergegangen war und aus dem sie sich nicht endgültig lösen können.

Man erkennt die Leistung der Bauern und die Innigkeit, die sie mit den Tieren und der landschaft verbindet.

Veröffentlicht am 18.12.2024

wundervolle Lovestory

Pages unwritten
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Wenn ich mal etwas fürs Herz suche, dann greif ich immer öfter zu Kathinka Engel. Wie gut, dass die Autorin einen regelmäßigen Output hat.
Pages unwritten beschreibt ziemlich treffend, worum es in dieser ...

Wenn ich mal etwas fürs Herz suche, dann greif ich immer öfter zu Kathinka Engel. Wie gut, dass die Autorin einen regelmäßigen Output hat.
Pages unwritten beschreibt ziemlich treffend, worum es in dieser Lovestory geht. Ein Autor im Schreibblockade fängt an über seine heimliche Liebe zu seiner besten Freundin und Verlegerin zu schreiben. Diese ahnt erst mal nichts.

Mir gefällt immer wieder der einfühlsame und warmherzige Erzählton der Autorin. Natürlich ist die Story nicht neu. Aber sie wird so charmant erzählt und man schließt die Darsteller so schnell ins Herz. Das kann nicht jedes Buch bei mir. Deshalb, wer in der dunklen Jahreszeit ein Lesehighlight sucht, der ist bei diesem Buch genau richtig.

Veröffentlicht am 13.12.2024

wohlverdiente 5 Sterne

Rath
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Nachdem ich kürzlich in der Lesung war, hab ich mich nun ans Lesen von Volker Kutschers mutmaßlich letztem Rath gemacht. So ganz hat der Autor die Frage nach dem was kommen soll, nicht beantwortet. Er ...

Nachdem ich kürzlich in der Lesung war, hab ich mich nun ans Lesen von Volker Kutschers mutmaßlich letztem Rath gemacht. So ganz hat der Autor die Frage nach dem was kommen soll, nicht beantwortet. Er hüllte sich über neue Romane in Schweigen. Umso bewusster wollte ich also diesen Krimi genießen. Und der Autor machte es mir leicht.

Man ist sofort wieder drinnen im Rath-Universum. Und diesmal ist es scheinbar noch düsterer und noch bedrohlicher. Wir befinden uns in den letzten 1930er Jahren und die Nazis sind auf dem Höhepunkt ihrer Macht angekommen und knebeln das Land. Selbst den Blauäugisten muss nun auffallen, was die Stunde geschlagen hat. Trotzdem ist Geron aus Amerika zurückgekehrt und versteckt sich vor den Schergen bei einem alten Freund. (Wird nicht verraten, wer das ist. Lest selber.) In einigen geheimen Treffen mit seiner Frau erfährt er, was in Berlin los ist. Charlie ist unter anderem damit beschäftigt ihrem Ziehsohn zu helfen, der des Mordes beschuldigt wird. Das Ehepaar Rath muss sich die Frage stellen, wie es weitergehen soll mit ihnen, denn lange können sie nicht mehr so weitermachen.

Noch einmal landen wir also in einem Deutschland, wie man es sich gar nicht vorstellen mag. Gerade in heutigen Zeiten hat man wieder eine düstere Ahnung, wie das alles losgegangen ist. Kutscher hält der Gesellschaft den Spiegel vor. Seine Figuren sind realistisch und facettenreich und man merkt, dass er sich wirklich viele Gedanken gemacht hat darüber, was und wie er den Schlusspunkt erzählen und setzen will. Wie schon von mir erwartet ist das Ende nicht weichgespült und auch keines, bei dem man ganz zufrieden ohne weitere Fragen das Buch zuklappt. Das hätte zu dieser Reihe gar nicht gepasst. Aber für mich war es ein sehr guter Abschluss und ich hoffe sehr, dass alle Teile irgendwie noch verfilmt werden. Wohlverdiente 5 Sterne.