Cover und Titel fand ich ausgesprochen vielversprechend. Ich finde, die Debatte über Wölfe ist teilweise - auch durch die Politik - sehr aufgeheizt und ich war gespannt, wie das Thema hier in den Plot ...
Cover und Titel fand ich ausgesprochen vielversprechend. Ich finde, die Debatte über Wölfe ist teilweise - auch durch die Politik - sehr aufgeheizt und ich war gespannt, wie das Thema hier in den Plot einfließt. Dabei fand es von Anfang an glaubwürdig, wie der Autor ein Bild der Sachlage aber auch eines über die emotionalen Befindlichkeiten der verschiedenen Lager zeichnet. Das war treffend und hat meine Neugierde befeuert, ob wirklich Wölfe Schuld sind am Tod einiger Jäger. Aber schnell wird klar, dass hier eine ganz andere durchweg menschliche Gruppe ihre Finger im Spiel hat.
Die zwei Hauptakteure, eine Tierärztin und ein Staatsanwalt, fand ich eine sehr kluge Wahl und durch deren Job-bedingte Standpunkte werden zwei wichtige Facetten in das Thema eingebracht. Aber beide müssen zusammenarbeiten und ihre vorgefassten Meinungen ändern, bis sie den Tätern auf die Spur kommen.
Ein ausgesprochen spannender Wissenschaftsthriller den ich wämstens empfehlen möchte.
Ich schätze die Bücher von Tracy Chevalier und war sehr gespannt auf das neue Buch "Das Geheimnis der Glasmacherin". Die Aufmachung erhält schon mal die volle Punktzahl. Ein ausgesprochen schön gemachtes ...
Ich schätze die Bücher von Tracy Chevalier und war sehr gespannt auf das neue Buch "Das Geheimnis der Glasmacherin". Die Aufmachung erhält schon mal die volle Punktzahl. Ein ausgesprochen schön gemachtes Cover mit einem tollen Farbschnitt. Etwas für Buch-Ästheten.
Womit ich mich etwas schwer tat, war der erzählerische Kniff, der für meinen Geschmack etwas zu phantastisch war und nie erklärt wird. Nämlich, dass das Buch im 15.ten Jahrhundert beginnt und dann über die nächsten über 400 Jahre die Personen weitgehend die Selben bleiben. Ich nehme mal an, die Autorin wollte eine Generationen umfassende Geschichte über das Muranoglas erzählen aber den Leser nicht mit ständig wechselnden DarstellerINNEn verwirren.
Aber mich hat statt dessen dieser Modus Operandi verwirrt und auch wenn mir das Buch gut gefallen hat, sehr informativ und schön geschrieben ist, muss ich dafür ein Pünktchen abziehen. Mir wäre es anders lieber gewesen. Egal ob man nur ein,zwei Generationen erzählt hätte oder die Darsteller über die vielen Jahre neue gewesen wären. Da bin ich tatsächlich etwas altmodisch.
Ich bin ziemlich geflasht vom neuen Buch von Kristin Hannah. Ich kenne und schätze die Autorin ja schon lange. Aber diesmal hat sie sich, meiner Meinung nach, wirklich übertroffen mit einer Geschichte, ...
Ich bin ziemlich geflasht vom neuen Buch von Kristin Hannah. Ich kenne und schätze die Autorin ja schon lange. Aber diesmal hat sie sich, meiner Meinung nach, wirklich übertroffen mit einer Geschichte, wie ich sie so noch nie gelesen habe.
Es gibt sehr viele Bücher von Männern im Krieg. Aber nur ganz wenige erzählen von den starken Frauen, die auch schon immer in den Kriegs- und Krisengebieten ihr Leben riskiert haben und über sich hinaus gewachsen sind. Das ist in vielen Formen passiert, hier werden vor allem die Erfahrungen der Krankenschwestern in Vietnam geschildert. Aber damit nicht genug, dürfen wir die Frauen auch zurück in der Heimat begleiten und müssen miterleben, wie sie versuchen, das Erlebte zu verarbeiten und weiter zu leben und wie die Gesellschaft sie oft für ihre Leistungen nicht angemessen würdigt.
Die Darstellerinnen im Buch wachsen einem sehr schnell ans Herz. Ich habe sie sehr bewundert, wie sie alles meistern und dass sie zueinander stehen und sich nie unterkriegen lassen. Wie schön, dass die Autorin dieses Thema in einem Buch aufgegriffen hat. Und sie findet genau die richtige Sprache und den richtigen Ton.
Lang, lang ist es her, dass ich "Das letzte Einhorn" von Peter S. Beagle gelesen habe. Schon damals hat mir gefallen, dass er eine ganz neue Geschichte erzählt, die alte - auch liebgewonnene - Vorurteile ...
Lang, lang ist es her, dass ich "Das letzte Einhorn" von Peter S. Beagle gelesen habe. Schon damals hat mir gefallen, dass er eine ganz neue Geschichte erzählt, die alte - auch liebgewonnene - Vorurteile aufbricht, die die gewohnten Pfade verlässt, in denen Einhörner meist wunderbar und unerreichbar sind, Prinzen auf weißen Pferden reiten und heldenhaft denken, Prinzessinnen schön, naiv und wehrlos sind, und in denen Drachen groß, feuerspeiend und sehr gefährlich dargestellt werden.
Hier sind die Drachen eher eine Plage, die man mit speziellen Drachenjägern - bessere Kammerjäger - bekämpfen möchte. Vor allem, da eine Hochzeit ansteht und da die Räume gesäubert sein sollen. Der Drachenjäger will eigentlich lieber Leibdiener sein, die Prinzessin ist genervt, dass sie immer im Hintergrund stehen soll, während der Prinz sie rettet und der Prinz muss noch sehr an seinem Heldenprofil arbeiten.
Wer sich also abseits des gängigen Genres mal mit einer schrägen und überraschenden Fantasygeschichte unterhalten lassen will, der ist hier goldrichtig.
Für mich hätte das Buch etwas umfangreicher und ausführlicher sein dürfen. Aber was für ein wundervolles Cover und was für eine nette Idee.
"The Windover View" heißt die wohl elitärste Zeitung der Welt. Nur eine Handvoll Milliardäre und Multimillionäre sind die Abonnenten, die James Henry Windover und ein Team exquisiter Journalisten mit gehaltvollen ...
"The Windover View" heißt die wohl elitärste Zeitung der Welt. Nur eine Handvoll Milliardäre und Multimillionäre sind die Abonnenten, die James Henry Windover und ein Team exquisiter Journalisten mit gehaltvollen Hintergrundinformationen und aufwendig recherchierten Fakten im Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich versorgen. Die daraus entstanden Zeitungsartikel sollen den Kunden helfen, zukünftige Investitionen besser zu planen und ihr Geld zu mehren. Als eine neue Firma im Silicon Valley zu einer Informationsveranstaltung für Geldanleger lädt, wird James von seiner besten Klientin losgeschickt, das geheimnisvolle Unternehmen auf Herz und Nieren abzuklopfen und herauszufinden, um was es bei der Entwicklung einer neuen spektakulären Wissenschaft wohl gehen könnte.
Wie der Titel des Buches "Die Abschaffung des Todes" bereits verrät, geht es um eine ganz besondere Idee, wie jeder dem eigenen Tod - vor allem dem Tod des intellektuellen Individuums - ein Schnippchen schlagen könnte. Dabei spielt die Computertechnis wie auch die Neurologie eine entscheidende Rolle. Ich möchte gar nicht genau verraten, worum es geht. Nur soviel. Man muss sich auf diese wissenschaftliche Idee erst mal einlassen. Dann wird man vom Autor mit sehr vielen, teils sehr datailverliebten Infos gefüttert. Die muss man nicht alle verstehen. Ich habe verstanden, worum es geht und worin die Schwierigkeiten liegen. Das reicht vollkommen aus, um dem Thema zu folgen. Im letzten Drittel nimmt der vorher eher ruhige Erzählton Fahrt auf. Als klar wird, dass hinter grundlegenden Ideen der Firma eine dicke Lüge stecken könnte wird es für Windover und sein Team gefährlich.
Es handelt sich, meiner Meinung nach, um einen typischen Eschbach. Die Idee ist hochaktuell und zumindest teilweise durchaus in Bereichen, die die reale Wissenschaft derzeit erforscht. Der Autor hat diesmal besonders umfangreich recherchiert. Allerdings geht das manchmal auf Kosten des restliche Plots, der etwas langsam daherkam und bei dem einige wichtige Nebenfiguren in ihrem Potential nicht ganz ausgeschöpft wurden. Dadurch fehlte mir oft die Nähe zu den Darstellern. Das Ende möchte ich nicht verraten, ist aber für ich auch typisch für diesen Autor. Man mag es oder eben nicht. Ich bleibe Eschbach treu. Vor allem, da ich es mag, mir neue Ideen vorzustellen und mir die Zukunft in einer möglichen Variante zu zeigen.