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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2022

süchtig machend

Rokesby - Tollkühne Lügen, sinnliche Leidenschaft
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Kann man auf eine Bücherreihe süchtig werden? Ja, man kann. Wer das nicht glaubt, sollte man ein Buch von Julia Quinn lesen. Und gleich vorne weg. Ich bin wirklich keine, die viele Liebesromane liest. ...

Kann man auf eine Bücherreihe süchtig werden? Ja, man kann. Wer das nicht glaubt, sollte man ein Buch von Julia Quinn lesen. Und gleich vorne weg. Ich bin wirklich keine, die viele Liebesromane liest. Meist sind mir die zu seicht und langweilig und einfallslos. Also ich bin da echt kritisch und eigentlich total voreingenommen. Darum wiegt meine positive Meinung sicherlich mehr als die von den Leserinnen, die solche Bücher bevorzugt lesen.

Also genau darum: Zugreifen ohne groß nachzudenken. Ist auch ganz egal, mit welchem Band man loslegt, denn auch wenn es natürlich eine Reihenfolge gibt und auch wenn es natürlich netter ist, wenn man alles schön der Reihe nach liest. Ich hab einfach zwischendurch mal zugegriffen und bin hängen geblieben. Und jetzt suchte ich mich durch all die Bücher..

Und was gefällt mir besonders. Ehrlich gesagt der humorvolle, charmante Plauderton, in dem die Storys erzählt werden und die genial witzigen klugen Dialoge, die nur Funken sprühen. Das macht es aus, dass ich die Bücher so gerne lese. Ja, es gibt jede Menge Liebe, Herzschmerz, Verwechslungen, Irrungen und Wirrungen und das ganze Pi, Pa, Po. Aber wie gesagt. Auch wenn hier Altbewährtes erzählt wird. Wie es erzählt wird, dass ist das Besondere.

Veröffentlicht am 17.10.2022

guter erster Teil

Bruch
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Da ich die Histokrimi-Reihe mit Kommissar Heller geliebt habe, musste ich hier beim neuen Goldammer natürlich zugreifen. Außerdem liest Stefan Kaminski das Hörbuch und ist somit ein Garant für ein angenehmes ...

Da ich die Histokrimi-Reihe mit Kommissar Heller geliebt habe, musste ich hier beim neuen Goldammer natürlich zugreifen. Außerdem liest Stefan Kaminski das Hörbuch und ist somit ein Garant für ein angenehmes Hörvergnügen. Im Nachhinein denke ich, es war eine gute Entscheidung, das Buch nicht zu lesen sondern zu hören. Dadurch entstand für mich mehr Tiefgang und Emotionalität.

Die beiden Hauptdarsteller sind sperrig und haben so einige Probleme. Der Typus gebrochener Kommissar wird hier schon ziemlich ausgereizt. Und da es der erste Teil einer Reihe ist, muss man die Personen erst mal richtig kennenlernen und ihre Vergangenheit auf sich wirken lassen.

Die Krimihandlung ist wie immer bei Goldammer dicht und schlüssig gewoben und man kann wunderbar miträtseln. Für mich fehlt noch ein Sternchen zu den Vorgänger-Romanen. Aber ich kann das Buch empfehlen. Ich mag den Erzählstill des Autors einfach sehr.

Veröffentlicht am 17.10.2022

unblutig aber spannend

Dämmerung. Falsch.
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Endlich mal ein Krimi, in dem zum einen nicht Mord und Totschlag an erster Stelle stehen, sondern Kunstfälschung. Und zum anderen sind es zwei taffe Frauen, die hier die Hauptrolle spielen. Das gibt es ...

Endlich mal ein Krimi, in dem zum einen nicht Mord und Totschlag an erster Stelle stehen, sondern Kunstfälschung. Und zum anderen sind es zwei taffe Frauen, die hier die Hauptrolle spielen. Das gibt es nicht allzu oft und ist zudem noch sehr unterhaltsam und intelligent in Szene gesetzt.

Das Cover passt wie die Faust aufs Auge zum Inhalt des Buches. Zwei Frauen beginnen aus unterschiedlichen Gründen gemeinsam teure Gemälde zu fälschen. Dass die Polizei unter anderem Mithilfe von der einen erbittet bei der Jagd nach Kunstfälschern, gibt dem Ganze einen doppelten Boden. Überhaupt ist eine große Stärke der Geschichte, dass es viele überraschende Volten im Plot gibt und der Leser deshalb immer wieder neue Erkenntnisse bekommt und neue Möglichkeiten für ein Finale gegeben werden.

Unblutig aber spannend.

Veröffentlicht am 17.10.2022

schönes Leseerlebnis

Das Buch des Regenwurms. Eine Entdeckungsreise durch unsere Erde
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Es ist ein kleines feines Büchlein über die noch immer oft unterschätzte Spezies des Regenwurmes. In diesem Sachbuch werden all jene großen und kleinen Fakten erzählt, die man über diese Tierchen wissen ...

Es ist ein kleines feines Büchlein über die noch immer oft unterschätzte Spezies des Regenwurmes. In diesem Sachbuch werden all jene großen und kleinen Fakten erzählt, die man über diese Tierchen wissen muss. Das Leben, dass sich da in den unergründlichen Tiefen unseres Erdreiches ausbreitet, wird beleuchtet und beschrieben. Wissenschaftliche Details sind angenehm verpackt. Der Regenwurm bekommt das Lob und die Aufmerksamkeit, die er auch verdient als Kompostierer, Belüfter, Erdreich Verbesserer, Wassergänge Schaffender.

Für Gartenbesitzer, Biologie-Begeisterte und neugierige Menschen ein schönes Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 11.10.2022

Lesehighlight

Die Forscherin. Prinzessin Therese und der Ruf des Amazonas
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Dieses Buch war meine erste bewusste Begegnung mit Therese, Prinzessin von Bayern. Bis dahin war mir gar nicht bewusst gewesen, was für eine bemerkenswerte Frau sie gewesen ist. Der historische Roman von ...

Dieses Buch war meine erste bewusste Begegnung mit Therese, Prinzessin von Bayern. Bis dahin war mir gar nicht bewusst gewesen, was für eine bemerkenswerte Frau sie gewesen ist. Der historische Roman von Katharina Innig füllt also eine große Wissenslücke. Aber der Roman ist so viel mehr. Er ist ein wundervolles Leseerlebnis, welches ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann. Aber der Reihe nach.


Die Jugend von Therese von Bayern wird nur am Rande erwähnt. Wir steigen im Jahr 1888 ein, als sie ihre erste Reise an den Amazonas in den brasilianischen Urwald machte. In einem zweiten Erzählstrang treffen wir die 74-jährige Therese in Lindau am Bodensee, wo sie ihren Lebensabend verbrachte, nach vielen langen Reisen in alle Teile der Welt.


Von der ersten Seite an war ich begeistert vom warmherzigen klugen Schreibstil der Autorin. Auf sehr nahbare Weise schafft sie es, dass man die lebhafte, unglaublich wissbegierige Therese spontan sofort ins Herz schließt, aber auch für die Reisebegleiter und viele der Nebenfiguren eine große Sympathie entwickeln kann. Die Naturbeschreibungen sind intensiv und herrlich bildgewaltig. Man kann die schwüle Hitze des Urwaldes spüren, die vielfältigen Geräusche des Dschungels hören, die schillernden Farben und Formen der Fauna und Flora lebhaft vor dem inneren Auge sehen. Die Neugierde und der Forscherdrang Thereses erinnern an Alexander von Humboldt der sicher auch eins ihrer Vorbilder war. Ähnlich wie er vermisst sie die Welt, hält alles in Bildern und Worten fest, sammelt alles, was man sammeln kann, einschließlich diverser exotischer Tierwesen, die sie später sogar mit nach Europa nimmt. Durch den Kunstgriff des zweiten Stranges erfährt man außerdem, wie ihr Leben nach dieser Reise weiterging und wie sie im ersten Weltkrieg zupackend für verletzte Soldaten sorgte.


Es ist ein Wohlfühlbuch über eine Frau, die das Entdecken und Forschen nicht in die Wiege gelegt bekam, die aber auf ihrem ungewöhnlichen Lebensweg zur Vorreiterin wurde für viele weibliche Wissenschaftlerinnen. Es geht aber auch darum, dass man das Glück, die Leidenschaften und die Liebe auf ganz ungewöhnliche Weise entdecken und erleben kann. Ein spannendes, erfülltes Frauenleben in einer Zeit, die vielen Frauen noch Fesseln auflegte, wird hier so schön erzählt, dass man am Ende auch glücklich und zufrieden ist, wenn man das Buch zuklappt.


Ich hoffe sehr, dass es weitere Romane von Katharina Innig geben wird. Ich habe eine neue Lieblingsautorin für mich entdeckt.

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