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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2018

gehaltvoll

Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
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Eine junge Deutsche wird tot aufgefunden. Die rumänischen Polizisten Cippo und Cozma werden überraschend auf den Fall angesetzt und verbeißen sich nach leichten Anlaufschwierigkeiten in den verzwickten ...

Eine junge Deutsche wird tot aufgefunden. Die rumänischen Polizisten Cippo und Cozma werden überraschend auf den Fall angesetzt und verbeißen sich nach leichten Anlaufschwierigkeiten in den verzwickten Fall. Dabei wird schnell klar, dass der Fall nicht nur grenzübergreifend und politisch ist, sondern auch Ursachen in der Vergangenheit hat, die der Autor durch diverse Rückblenden Stück für Stück dem Leser näher bringt.


Interessant war das ungewöhnliche Setting, denn ich hatte vorher noch keinen Krimi gelesen, der in diesem Teil Europas spielte. Außerdem versucht Bottini in seinem Roman die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen und daraus resultierende Vergehen und Straftaten objektiv und intensiv zu beleuchten.


Der Grundtenor der Geschichte ich ziemlich düster und teilweise bedrückend. Die Ermittler werden einem schnell sympathisch und haben ihre ganz eigenen Methoden, den Fall zu lösen. Wie alle Bottini-Krimis ist es kein Buch, welches man so nebenbei weg liest sondern eines, welches zum aufmerksam werden und nachdenken anregt. Gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung von mir

Veröffentlicht am 26.03.2018

tolles Buch

Liebe wird aus Mut gemacht
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Eigentlich startet Nina nach ihrer Krebsbehandlung ja nicht "von Null". Ganz im Gegenteil trägt sie ein dickes Päckchen mit sich rum. Sie ist gerade mal 20 Jahre und die überraschende Diagnose einer solchen ...

Eigentlich startet Nina nach ihrer Krebsbehandlung ja nicht "von Null". Ganz im Gegenteil trägt sie ein dickes Päckchen mit sich rum. Sie ist gerade mal 20 Jahre und die überraschende Diagnose einer solchen Krankheit hat ihr die Füße unter dem Boden weggezogen. Nichts ist mehr wie früher aber ein wirklicher Neustart will ihr erst mal nicht gelingen als sie als vorerst geheilt aus dem Krankenhaus entlassen wird, denn sie fürchtet sich davor, dass sie einen Rückfall erleiden könnte. Sie hat die Sicherheit und Leichtigkeit verloren und auch ihre Freundschaft mit Baharhat ein einen tiefen Riss. Ihren Eltern und Bruder Theo ergeht es ähnlich. Alle bewegen sich auf Zehenspitzen umeinander herum und durch ein neu geschenktes Leben, welches sie erst wieder annehmen müssen.


Ziemlich schnell lernt Nina aber Erik kennen und verliebt sich Hals über Kopf und diese Liebe stellt sie bald vor die alles entscheidende Frage, ob sie wieder durchstarten kann und bereit ist für Glück und Liebe oder ob sie weiter in diesem Zustand des Wartens verharren soll.


Der Autorin Catharina Junk gelingt aufs Trefflichste der Spagat zwischen der glaubhaften Beschreibung einer Leukämieerkrankung und deren wenig romantische Therapie und den Gedanken und Gefühlen einer jungen Frau, die nach dem Leben lechzt. Mit einer gehörigen Prise Humor und Situationskomik erzählt sie von der liebenswerten Nina, ihrer strickwütigen und aufopfernden Freundin Bahar, den unendlichen besorgten Eltern und dem Teenagerbruder Theo, der versucht seine Probleme und Nina's Erkrankung mit Gebeten zu bekämpfen. Und dann gibt es auch noch Erik, einen jungen Mann, der sich in ein pausbäckiges Mädchen mit wilder Krausfrisur verliebt und dessen Vater viel mehr kann als Autos reparieren und schlechte Laune verbreiten.


Mehr will ich gar nicht erzählen, denn es macht einfach großen Spaß, dieses kluge und einfühlsame Buch selbst zu entdecken. Man kann damit weinen und lachen, schmunzeln und grübeln und ehrlich gesagt rechne ich schwer damit, dass diese tolle Geschichte bald als Fernsehfilm zu sehen ist. Das Format dazu hat sie allemal. Ich kann es nur sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 26.03.2018

bewegend

Libellenschwestern
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„Libellenschwestern“ war mein erstes Buch von Lisa Wingate. Der Titel und das wunderschöne Cover haben mich aufmerksam gemacht und der Klappentext klang vielversprechend. Meine Hoffnungen wurden nicht ...

„Libellenschwestern“ war mein erstes Buch von Lisa Wingate. Der Titel und das wunderschöne Cover haben mich aufmerksam gemacht und der Klappentext klang vielversprechend. Meine Hoffnungen wurden nicht enttäuscht auch wenn es ein sehr trauriges und teilweise sogar deprimierendes Buch ist.

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es allerorts auf der Welt verbreitet, dass Kindern in Kinderheimen misshandelt, gequält, unterdrückt und mit Gewalt und Strafen erzogen wurden. Dies ist auch in den USA so passiert und wird hier geschildert. Aber die Sache geht hier noch über das Normale Horrormaß hinaus, denn die Kinder wurden den Eltern auch gewaltsam ungewollt weggenommen und sie wurden gegen harte Dollar an kinderlose reiche Paare weitergegeben. Und, um dieses Ausmaß für den Leser noch schockierender zu machen, handelt es sich um ein real existierendes Kinderheim und die dämonische Leiterin Georgia Tann gab es wirklich.

Am Beispiel von vier Schwestern erzählt die Autorin vom Schicksal der Kinder. Von dem lebenslang gefühlten Verlust der eigenen Familie, von den unmenschlichen Methoden der Heimleiterin und ihrer Schergen, von der Suche nach den Eltern und den Schwestern, von den seelischen Verletzungen, die tief gingen und nie ganz verarbeitet werden konnten.

Wie gesagt, keine leichte Kost aber man sollte es gelesen haben. Der Erzählstil der Autorin ist eindringlich aber sehr gut lesbar. Man hat sicher am Schicksal der Kinder zu kauen. Und nicht alle Lebenswege nehmen ein wirklich glückliches Ende. Ich bin froh, dass ich das Buch lesen durfte.

Veröffentlicht am 26.03.2018

Gelugenes Finale

Der Glanz der Dunkelheit
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Endlich kommt es zum finalen vierten Buch. Das Warten hatte ein Ende und ich wurde nicht enttäuscht.

Am Cover konnte man schon sehen, dass es diesmal für Lia ernst wurde. Sie musste ihre Stärke zeigen ...

Endlich kommt es zum finalen vierten Buch. Das Warten hatte ein Ende und ich wurde nicht enttäuscht.

Am Cover konnte man schon sehen, dass es diesmal für Lia ernst wurde. Sie musste ihre Stärke zeigen und nicht nur eine Herrscherin sondern auch eine Kämpferin sein. Und die Prophezeiung war gnädig mit uns und mit den Darstellern. Ohne zu viel zu verraten, so war es doch ein Ende, welches einem Happy End schon sehr nahe kommt.

Aber vorher muss noch der ein oder andere Feind besiegt, der ein oder andere Kampf ausgefochten werden und auch in Sachen Liebe läuft nicht alles so rund und leicht, wie die jungen Leute es sich wünschen würden.

Der einzige Kritikpunkt war dann auch, dass der Showdown fast ein bisserl kurz gehalten war und der endgültlige Sieg schnell errungen. Wenn man bedenkt, dass es ja vier Bücher gedauert hat, dann hatte ich hier doch noch etwas dramatischere und längere Auseinandersetzungen erwartet.

Eine empfehlenswerte Reihe und die Autorin hat einfach einen schönen, eingängigen Erzählstil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Handlung
  • Spannung
Veröffentlicht am 26.03.2018

komplexer Wirtschaftskrimi

Operation Bird Dog
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Carl Wrede ist 14 Jahre als seine Eltern sich am Weihnachtstag umbringen. Wie durch ein Wunder überlebt er den erweiterten Suizid und ist von Anfang an überzeugt, dass seine Eltern nicht Selbstmord begangen ...

Carl Wrede ist 14 Jahre als seine Eltern sich am Weihnachtstag umbringen. Wie durch ein Wunder überlebt er den erweiterten Suizid und ist von Anfang an überzeugt, dass seine Eltern nicht Selbstmord begangen haben. Das traumatische Erlebnis verändert den Jungen, macht ihn zum introvertierten Einzelgänger, und 10 Jahre später ist der Wunsch übermächtig geworden, selbst herauszufinden, wie seine Eltern wirklich zu Tode kamen. Die Geschichte spielt also von Anfang an in zwei Zeitebenen. 1948 und 1958.

1948 wird Deutschland weiterhin von den Siegermächten kontrolliert, die in ihren jeweiligen Besatzungszonen die nötigen Machtbefugnisse haben. Ganz langsam wird die BRD in die Unabhängigkeit entlassen. Einer der ersten Schritte ist eine Währungsreform, denn die Menschen hungern noch immer und die Wirtschaft läuft nur langsam an. Da Bankier Wrede direkt und indirekt mit dem Prozess der Währungsreform zu tun hatte, liegt die Vermutung des Lesers nahe, dass sein Tod damit zu tun haben könnte. Bei der Vermutung bleibt es erst mal sehr lange, denn der Autor nimmt sich Zeit und fährt jede Menge Personal und verschachtelte Handlungsstränge auf, um die komplizierte Thematik zu beleuchten. Dabei tummeln sich diverse reale Persönlichkeiten und auch fiktive Darsteller in beiden Zeiten.

1958 versucht Carl mit allen Mitteln, seine Theorie von einem Mord zu beweisen und kann schließlich seinen Vormund überzeugen, dass an der Sache vielleicht doch etwas dran ist. Interessant ist dabei vor allem zu lesen, wie wenig oder viel sich in 10 Jahren in Deutschland verändert hat und wie stark vor allem die amerikanischen Einflüsse immer noch waren.
Das Thema des Buches ist spannend und man merkt dem Autor seinen wirtschafts- journalistischen Hintergrund deutlich an. Auch, dass er bei seiner Recherche sehr fleißig war, kommt gut rüber. Der Erzählstil an sich war für mich etwas sperrig zu lesen. Eine sehr verzwickte Handlung und viele Darsteller und noch mehr Nebendarsteller machen das Ganz unübersichtlich, obwohl es ein Personenverzeichnis gibt. Es gelang mir auch oft nicht, dem Verlauf der Geschichte ganz zu folgen oder ich brauchte ziemlich lange, um zu verstehen, worum es in manchen Szenen eigentlich ging. Es fällt mir schwer, den Finger direkt auf das Problem zu legen. Personen wie Carl, Tennenbaum oder Jennings dürfen durchaus mit Gedanken und Gefühlen agieren, aber ich kam ihnen nicht wirklich nahe. Den Fakten wurden intensive Beschreibungen gewidmet, dafür fehlte es oft an Aktion und Spannung. Ich denke, es hätte mir gefallen, wenn die fiktive Handlung etwas ausführlicher gewesen wäre und in Dialogen die Zusammenhänge und Rückschlüsse, die vor allem Carl und Jennings gezogen haben, noch besser erklärt worden wären. Auch Beschreibungen von Orten und Situationen hätte man noch ausbauen können.

Fazit: Der Autor hat etwas zu sagen aber an der Struktur eines spannenden Kriminalfalles muss er noch etwas arbeiten, damit es nicht wie eine nüchterne Reportage rüberkommt.