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Veröffentlicht am 03.08.2021

Das Geheimnis der getrennten Herzen

Parted Hearts
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Stella wächst ohne Mutter auf. Diese ist bei ihrer Geburt gestorben. Jetzt muss sie den Tod ihres Vaters verkraften. In seinem Nachlass findet sie eine alte Fotographie, die ihren Vater und ihre Mutter ...

Stella wächst ohne Mutter auf. Diese ist bei ihrer Geburt gestorben. Jetzt muss sie den Tod ihres Vaters verkraften. In seinem Nachlass findet sie eine alte Fotographie, die ihren Vater und ihre Mutter zeigt, eine Kette mit einem halben Herzanhänger und einen Brief, der an sie gerichtet ist. Was sie liest, stellt ihr Leben auf den Kopf. Ihre Mutter ist nicht tot, sie lebt in Italien.
Stella, die mit viel Liebe ein Büchercafé in Köln betreibt und mitten in den Vorbereitungen ihrer Hochzeit steckt, kann nicht anders, sie muss nach Italien reisen, um ihrer rätselhaften Familiengeschichte auf die Spur zu kommen. Stellas Verlobter Jonas hat für ihre Reise kein Verständnis. Er drängt sie, ihr Büchercafé aufzugeben, weiter die Hochzeit zu planen und ihre Rolle als Ehefrau und Hausfrau einzunehmen. In Italien angekommen freundet sich Stella mit dem gutaussehenden und äußerst charmanten Matteo an. Durch Matteo bekommt Stella viel Hilfe und Einblick in den herzlichen Lebensstil von Matteos italienischer Verwandtschaft. Ist es da ein Wunder, dass sich Stella in die schöne Küstenregion von Ligurien und in Matteo verliebt?
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, was abwechslungsreich ist und mir sehr gefallen hat. In einem Handlungsstrang reist der Leser mit Stella im hier und jetzt nach Italien und im anderen ist es eine Reise zurück in das Jahr 1986, mitten hinein in die Urlaubsromanze der italienischen Hoteliers Tochter Giuliana und dem deutschen Urlauber Robert. Die Autorin hat beide Zeitebenen geschickt miteinander verbunden und am Ende stimmig zusammengeführt. Ihre Sprache ist bildreich und das Lesen hat richtig Spaß gemacht.
Parted Hearts von Sylvia Klinzmann ist ein unterhaltsames Buch über Familiengeheimnisse und die Liebe. Ich bin froh, Stella bei ihrer Reise an die italienische Riviera begleitet zu haben und empfehle diesen Roman gerne weiter.

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Veröffentlicht am 09.07.2021

Ein Commissario, der italienische Staat und die Mafia

Der Tintenfischer
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„Der Tintenfischer“ ist ein tolles Buch, bei dem – außer Corona – auch andere aktuelle Themen angesprochen werden. Das Flüchtlingsproblem, Zwangsprostitution, Korruption und verbrecherische Vereinigungen ...

„Der Tintenfischer“ ist ein tolles Buch, bei dem – außer Corona – auch andere aktuelle Themen angesprochen werden. Das Flüchtlingsproblem, Zwangsprostitution, Korruption und verbrecherische Vereinigungen wie die Mafia werden ebenfalls behandelt.
Commissario Morello ist sympathisch, hat Charakter und jede Menge Mut. Er legt sich mit der sizilianischen Mafia an, hat glücklicherweise einen siebten Sinn und auch sieben Leben. Auf einem Kontrollgang durch Venedig zusammen mit seiner Kollegin Anna Klotze sehen sie einen jungen Mann - einen Flüchtling aus Nigeria - in den Canal Grande springen. Anna Klotze kann ihn vor dem Ertrinken retten. Er heißt David Ekele und seine bewegende Geschichte wird nach und nach erzählt. So erfährt der Leser, dass Davids große Liebe Oni auf Sizilien festgehalten und zur Prostitution gezwungen wird. Commissario Morello und Anna Klotze lassen sich nun auf ein selbstmörderisches Unternehmen ein und fahren nach Sizilien, um die junge Frau aus den Fängen der Mafia zu befreien. Als Leser ist man hautnah an der Seite der Beiden und übersteht mit ihnen einige beängstigende und bedrohliche Situationen. Aber auch die weiteren Charaktere sind lebendig und überhaupt nicht langweilig dargestellt. Trotz des ernsten Themas besticht die Geschichte durch eine Leichtigkeit, die mich schon von den ersten Seiten in Bann gezogen hat. Die Ausgewogenheit zwischen Wohlfühlgeschichte und Kriminalroman ist sehr gut ausbalanciert. Einige Fakten zur Mafia, genauer gesagt zur Cosa Nostra waren mir so nicht bekannt, die Informationen waren aber gut verständlich und nicht zu ausführlich.
In die Gestaltung des Buches ist viel Liebe eingeflossen. Das Cover beeindruckt mit den schlichten, gedeckten Farben und lässt Venedig genauso geheimnisvoll erscheinen wie den Mann, der allein über eine der unzähligen Brücken Venedigs geht. Man spürt die Corona bedingte Stimmung, die schwer über der menschenleeren Stadt liegt.
Es folgt ein berühmtes Zitat von Giovanni Falcone, Jurist und Symbolfigur des Kampfes gegen die organisierte Kriminalität auf Sizilien. „Die Mafia ist ein menschliches Phänomen. Und wie alle menschlichen Phänomene hat es einen Anfang und wird auch ein Ende haben.“ Er wurde am 23. Mai 1992 zusammen mit seiner Frau und Leibwächtern bei einem Bomben-Attentat von der sizilianischen Mafia ermordet.
Beim Studieren der ersten Seiten findet man eine Auflistung der Figuren, was für mich sehr hilfreich war, war es doch mein erstes Zusammentreffen mit Commissario Morello. Doch auch ohne Kenntnis des Vorgängerbuches „Der freie Hund“ war der Geschichte problemlos zu folgen.
Als nächstes fiel mir auf, welchen außergewöhnlichen Platz den Seitenzahlen zugewiesen wurde. Ein besonderes Highlight sind Morellos Rezepte, genauer gesagt die Rezepte von Claudios Mama. Italienische Eigennamen und Begriffe runden den fürsorglichen Support für den Leser ab.
Von mir eine klare Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 24.06.2021

Mein Gott, was für eine Geschichte

Tiefer Fjord
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Tiefer Fjord beginnt als kraftvoller und rätselhafter Thriller. Haavard ist Arzt und Clara hat eine einflussreiche Position im Justizministerium. Ein wohlhabendes Paar, das auf der schönen Seite von Oslo ...

Tiefer Fjord beginnt als kraftvoller und rätselhafter Thriller. Haavard ist Arzt und Clara hat eine einflussreiche Position im Justizministerium. Ein wohlhabendes Paar, das auf der schönen Seite von Oslo lebt. Doch ich habe schnell das Gefühl bekommen, dass nichts so ist wie es scheint. Als ein kleiner Junge bewusstlos in die Klinik in der Haavard arbeitet eingeliefert wird, stirbt er kurz darauf an den Folgen seiner Verletzungen. Haavard ist überzeugt, dass der Junge misshandelt wurde. Bevor die Polizei die Eltern, pakistanische Einwanderer, vernehmen kann, wird der Vater des Jungen erschossen im Gebetsraum der Klinik aufgefunden. Kurz darauf erschüttert ein ähnlicher Mord die Stadt. Er wird nicht der letzte sein. Nach und nach beginnt nach diesen erschütternden Verbrechen der Anstrich der Normalität zu verschwinden.
Clara ist eine zielstrebige und ehrgeizige Kinderrechtsaktivistin im Justizministerium. Aufgewachsen im ländlichen Westnorwegen, ist sie auch eine Außenseiterin in Oslo. Obwohl ihre Ehe ernsthaft belastet ist, verbindet Clara und Haavard außer der Liebe an ihren Zwillingssöhnen auch ihre Arbeit, bei der sich beide der Rettung von Leben verschrieben haben.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und springt in der Zeit hin und her. Die Ereignisse bringen Jahre des Traumas, Geheimnisse und begrabene Ressentiments im Herzen von Claras und Haavards zerbrechlicher Ehe zu Tage. Es ist eine schnelle, intensive Lektüre, die oft nur schwer zu ertragen ist, da sie Kindesmissbrauch und psychische Probleme offenlegt. Ein Roman voller psychologischer Spannung, Intrigen und Familiengeheimnissen. Es treffen Rache und gerechte Wut aufeinander und ich habe mich am Ende auf die Seite des Mörders geschlagen. Ich kann dieses Buch von Ruth Lillegraven nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.05.2021

Ein Gewalt-iges Buch

Letzte Ehre
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Eine scheinbar unfassbar geduldige Kommissarin
Das Buch gliedert sich in drei Teile. Es beginnt mit der Suche nach Finja Madsen. Die Siebzehnjährige verschwindet nach einer Party spurlos. Oberkommissarin ...

Eine scheinbar unfassbar geduldige Kommissarin
Das Buch gliedert sich in drei Teile. Es beginnt mit der Suche nach Finja Madsen. Die Siebzehnjährige verschwindet nach einer Party spurlos. Oberkommissarin Fariza Nasri vernimmt auch den Freund der Mutter, Stephan Barig, in dessen Haus die Party stattgefunden hat. Barig ist überheblich und frauenverachtend und Fariza kommen Zweifel an seinen Aussagen. Sie ist sehr geduldig in ihren Vernehmungen und erkennt Lügen schnell. Doch auch in ihrem Leben gibt es etwas Verborgenes, dass ihr zu schaffen macht. Der Fall Finja wird gelöst.

Auch im zweiten Teil spielt Barig eine Rolle. Bei den Ermittlungen um einen schon länger zurückliegenden Todesfall vernimmt Fariza eine ältere Frau. Das seelische Leiden dieser Frau schmerzt beim Lesen. Die Unmöglichkeit, der Gewalt entrinnen zu können, und die immer lauernde Gefahr der Misshandlung und Ausbeutung ist grauenhaft. Die Ohnmacht und die Hoffnungslosigkeit waren für mich kaum vorstellbar.

Der dritte Teil stellt den Bezug zu dem Cover her und spielt sich in Farizas privatem Umfeld ab. Der Horrortrip in menschliche Abgründe geht weiter.

Friedrich Ani schreibt von abgrundtiefem Leid und Elend. Die Schicksale seiner Figuren sind schmerzhaft und hinterließen in mir ein Gefühl von Wehrlosigkeit. Hoffnungslos und düster - und ein fesselnder Lesestoff.

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Veröffentlicht am 27.05.2021

ABER IHN HABEN SIE NICHT GEKRIEGT

Lange Schatten über der Côte d'Azur
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Lange Schatten über der Côte d'Azur war mein erstes Buch von Christine Cazon und der achte Fall von Kommissar Duval.
Der Einstieg gelang gut, man muss die vorherigen Teile nicht unbedingt gelesen haben. ...

Lange Schatten über der Côte d'Azur war mein erstes Buch von Christine Cazon und der achte Fall von Kommissar Duval.
Der Einstieg gelang gut, man muss die vorherigen Teile nicht unbedingt gelesen haben. Trotzdem hätte ich manche Zusammenhänge gerne etwas näher erläutert bekommen. Warum besteht Lea so beharrlich auf geschlechtergerechte Sprache? Was ist mit Duvals erster Frau und seinen Kindern aus dieser Ehe?
Auf dem historischen Friedhof Le Grand Jas in Cannes wird auf einem der Gräber im israelitischen Feld ein toter junger Mann gefunden. Simon Wolff war Jude, was Duval einen antisemitischen Hintergrund vermuten lässt. Seine Vorgesetzte, die Madame La Juge Marnier, will nicht, dass Duval in diese Richtung ermittelt. Doch Duval kann diese Spur nicht ausschließen. Bei seinen Ermittlungen in diese Richtung kommt ihm seine Frau Annie zur Hilfe. Sie ist Journalistin und bekommt einiges heraus über die Familie von Simon Wolff. Der Kernpunkt des Krimis ist die Lebensgeschichte seines Großvaters, Jakob Silberstern. Jetzt erfährt der Leser viel über den historischen Hintergrund und die Ermittlungen in dem Mordfall treten in den Hintergrund. Der historische Diskurs ist sehr interessant und zugleich erschütternd. Gut geschrieben, flüssig zu lesen und lehrreich.
Zu den Charakteren kann ich sagen, dass mir Kommissar Duval sehr sympathisch war. Seine Partnerin Annie konnte bei mir keine Pluspunkte sammeln und auch das Ermittlerteam war ziemlich farblos. Das Schicksal von Jakob Silberstern ging mir sehr ans Herz und die letzten Abschnitte des Buches haben mir die Tränen in die Augen getrieben.
Im Buch überwiegt die familiäre Geschichte der Silbersterns und die Krimihandlung kommt etwas zu kurz. Ich empfehle das Buch Lesern, die gerne in die Vergangenheit eintauchen und dazulernen möchten, und sich deshalb an weniger Krimispannung nicht stören.

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