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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2021

Wissenschaft und Glaube

Die Gottesmaschine
4

Der römische Weihbischof Lombardi reist in ein abgelegenes Kloster, um den Mönch Sebastian , den Freund eines Freundes, zu besuchen . Sebastian versuchte mit Hilfe eines Supercomputers die Geheimnisse ...

Der römische Weihbischof Lombardi reist in ein abgelegenes Kloster, um den Mönch Sebastian , den Freund eines Freundes, zu besuchen . Sebastian versuchte mit Hilfe eines Supercomputers die Geheimnisse der Schöpfung zu beweisen . Lombardi findet nur noch Sebastians Leiche und gemeinsam mit der Physikerin Samira Amirpour begiebt er sich auf die Suche nach dem Mörder und den Hintergründen.

Die Story ist zu Beginn gut aufgebaut, der Schreibstil ist flüssig und der Schwerpunkt liegt von Anfang an auf einem hohen Spannungslevel. Lombardi hat selber einige geheimnisvolle Punkte in seiner Vergangenheit auf deren Auflösung ich sehr gespannt bin.

Nach Beendigung des Buches bin ich hin und her gerissen.
Die Idee in diesem Roman mithilfe der Wissenschaft einen Gottesbeweis zu finden oder eben mit Hilfe von Supercomputern die These , das es keinen Gott gibt, zu widerlegen bzw. nicht beweisen zu können, gefälllt mir gut. Allerdings verzettelt sich der Autor in den unterschiedlichen Handlungssträngen und Charakterdarstellungen. Der Schwerpunkt liegt oft in der Erklärung wissenschaflicher Ansätze, während die Personen blass beiben und der Handlungsverlauf nicht ganz glaubhaft erscheint. Man erwartet Zusammenhänge wo keine sind und wird auf Fährten gelockt, die sich als falsch erweisen. Dies steigert die Spannung zwar immens, läßt aber auch manchmal einen roten Faden vermissen. Insgesamt gesehen hat mich das Buch gut unterhalten, während das Ende für mich doch unerwartet war und die ein oder andere Aktion etwas unglaubhaft erscheint. Für mich liegt der Schwerpunkt zu sehr auf der Wissenschaft. Eine nähere Erläuterung zur Vergangenheit des Weihbischofffs hätte ich mir auf jeden Fall gewünscht und eine Stellungsnahme der Kirche fehlt ganz. Die Glaubensseite wird hauptsächlich durch Fanatiker befeuert, während die inneren Konflikte des Weihbischoffs nur kurz Erwähnung findet.

Man erkennt klar, das der wissenschaftliche Teil des Buches sehr fundiert recherchiert und belegt wird, während der Glaubensaspekt und die Charakterdarstellung eher nebensächlich wird. Vieleicht wollte der Autor einfach zu viel in diesem Buch unterbringen, so das man je nach Erwartung eine tiefere Ausarbeitung einzelner Punkte vermisst.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 30.07.2021

Rentnersein, ersehnt und gefürchtet

Mann! Bin ich jetzt alt?!
0

Dieses Sachbuch besteht aus voneinander unabhängigen Episoden, die das Leben männlicher Rentner unter sehr verschiedenen Aspekten beleuchten.

Nachdem ich das Buch jetzt beendet habe, hat sich meine nach ...

Dieses Sachbuch besteht aus voneinander unabhängigen Episoden, die das Leben männlicher Rentner unter sehr verschiedenen Aspekten beleuchten.

Nachdem ich das Buch jetzt beendet habe, hat sich meine nach den ersten gelesenen Seiten gebildete skeptische Meinung etwas geändert. Meine Erwartung nach dem Lesen des Buches mehr über die Innenwelt von Männern im Alter von 60 plus zu erfahren hat sich leider nicht ganz erfüllt. Kurzweil und Unterhaltung ,wie im Klappentext angekündigt, habe ich beim Lesen des Buches nicht erfahren. Gesellschaftskritik ja, die ist bei mir angekommen und einige Anregungen über den zukünftigen Ruhestand nachzudenken habe ich auch erhalten. Einzelne Episoden haben bei mir auch den erwähnten Wiedererkennungswert geweckt. Christliche Aspekte spielen eine eher untergeordnete Rolle. Der Schreibstil ist nicht immer einfach nachzuvollziehen, wie eben auch die Auswahl der zitierten Zeitungs-und Buchauszüge. Mich persönlich hat der Aspekt der leiblichen und sozialen Enkel sehr angesprochen. Auch das Distinktionsbedürfnis der Eltern, ihren erwachsenen und nicht ausziehen wollenden Kindern gegenüber, kann ich nur zu gut nachvollziehen. Ich glaube einfach,das jeder Leser je nach Alter und eigener Lebenssituation von anderen Episoden angesprochen wird. Den angepriesenen Humor habe ich etwas vermißt oder ihn einfach nicht verstanden. Auf jeden Fall hat mich das Buch an einigen Stellen zum Nachdenken gebracht und mir auch bisher unbedachte Aspekte des Rentnerseins eröffnet.

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Veröffentlicht am 24.07.2021

Erkenntnisse auf dem Jakobsweg

Und im Gepäck das Leben
0

Abbie ist es gewohnt alles unter Kontrolle zu haben. Als ihre beiden Söhne aus unterschiedlichen Gründe ausziehen und ihr Ehemann Bill sich eine Auszeit von der Ehe nimmt, bricht ihre Welt zusammen. Sie ...

Abbie ist es gewohnt alles unter Kontrolle zu haben. Als ihre beiden Söhne aus unterschiedlichen Gründe ausziehen und ihr Ehemann Bill sich eine Auszeit von der Ehe nimmt, bricht ihre Welt zusammen. Sie beschließt ihrem ältesten Sohn auf den Jakobsweg zu folgen und lernt dort eine andere Art von Gemeinschaft kennen, die das Innere nach Außen kehrt und bei den meisten Pilgern ein neues Bewußtsein für den weiteren Lebensweg schafft.

Dieser Roman läßt den Leser sehr tief in die Gedankenwelt der Hauptpersonen blicken. Der Schreibstil ist flüssig und emotional . Die geschilderten Einzelschicksale sind sehr vielschichtig. Es geht um Kontrolle und Kontrollverlust, um das Loslassen anderer Familienmitglieder, um das Loslassen von Schuldgefühlen, um die Flüchtlingsthematik , um Sinnfindung, um Glaubenssuche und Fanatismus. Und alles ist eingebettet in die wunderbare und auch anstrengende Wanderung auf dem Jakobsweg.Jeder der Teilnehmer lernt auf diesem Weg etwas über sich selber und jeder hat eine andere Inspirationsquelle. Gehaltvolle Gespräche und Zeit für tiefgehende Gedanken über die eigene Vergangenheit bereichern den Roman . Im genau richtigen Moment passiert öfter etwas entscheidendes, das den weiteren Weg weist, so als wenn es von oben gelenkt wird.

Das Buch unterhält und regt zum Nachdenken an.

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Veröffentlicht am 12.07.2021

eine Dystophie mit erschreckend realem Bezug

RC2722
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Oliver lebt in einem Bunker, weil die Oberfläche der Erde durch den Klimawandel unbewohnbar geworden ist und das Leben der Menschen dort durch einen Virus bedroht wird. Als sein Vater stirbt und sein Bruder ...

Oliver lebt in einem Bunker, weil die Oberfläche der Erde durch den Klimawandel unbewohnbar geworden ist und das Leben der Menschen dort durch einen Virus bedroht wird. Als sein Vater stirbt und sein Bruder Marco aus dem Bunker verbannt wird, macht sich Oliver auf die Suche nach ihm. Dabei trifft er auf die toughe Tsche und erfährt, das nicht alles so ist , wie er bisher geglaubt hat.

Die hier entwickelte Zukunftswelt ist leider gar nicht so unrealistisch. Die dargestellten Klimaänderungen werden sehr detailliert und nur alllzu glaubhaft dargestellt. Die daraus sich entwickelnden Flüchtlingsströme gibt es auch heute schon . Die Charakterentwicklung der Hauptpersonen ist gut gelungen und die Story ist spannend. Überraschende Wendungen besonders am Ende vertiefen diese Spannung noch. Die aufkommenden Gefühle zwischen Oliver und Tsche geben dem hoffnungslosen äußeren Umständen eine Perspektive auf die Zukunft. Der Schreibstil ist klar und einfach gehalten. Die Zielgruppe des Buches sind Jugendliche ab 14 Jahre. Das Buch unterhält den Leser, regt ihn aber auch zum Nachdenken an. Egoismus und Eigennutz steht gegen Hilfsbereitschaft und Mitgefühl, Rachegefühle gegen Offenheit und Glaube an das Gute im Menschen, Härte gegen Liebe. Ich persönlich hätte mir an einigen Stellen mehr Tiefgang und Ausarbeitung einzelner Passagen gewünscht, weil man gerade am Ende den Eindruck erhält, das sich einiges zu glatt und zu oberflächlich entwickelt.

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Veröffentlicht am 04.07.2021

aktuelle Themen mit steigerungswürdiger Umsetzung

Die Babylon-Verschwörung
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In diesem 3. Teil der Babylon-Reihe kommen Lion Daniels und seine Freunde der Geheimorganisation um Gilbert Winter immer näher und ergründen dessen Absichten. Dabei kommt es zu spannenden Verfolgungsjagden ...

In diesem 3. Teil der Babylon-Reihe kommen Lion Daniels und seine Freunde der Geheimorganisation um Gilbert Winter immer näher und ergründen dessen Absichten. Dabei kommt es zu spannenden Verfolgungsjagden und einem abschließenden Show down, der unsere Helden oft in größte GEfahr bringt.

Der Hintergrund dieser Reihe ist aktuell und führt dem Leser die Gefahren unserer immer stärker digitalisierten Welt sehr plastisch vor Augen. Medien und die gezielte Verbreitung von Nachrichten beeinflusst die öffentliche Meinung unabhängig vom Wahrheitsgehalt sehr stark . Und bei neuen Techniken muss die GEfahr von Machtmißbrauchauch immer im Augen behalten werden. Dieser Jugendroman verarbeitet diese Themen inhaltlich sehr gut, wobei der Schreibstil und auch die Ausarbeitung der Charaktere stark auf diese Zielgruppe ausgerichet ist. So ist die wörtliche Rede auch bei Erwachsenen wie Ex-Agenten und Wissenschaftler sehr umgangssprachlich und jugendlich. Das macht einige Aussagen eher unglaubhaft und wirkt manchmal unreif und überzogen. Der Einbezug des christlichen Glaubens in das Leben und Wirken der Jugendlichen hier nimmt einen ungewöhnlich großen Teil ein. Teilweise wirkt es aufgesetzt, teilweise kommt die Verarbeitung von Fragen und Zweifeln aber gut beim Leser an. Die Handlung überstürzt sich in diesem dritten Teil etwas und man muss stark aufpassen , um nicht den Faden zu verlieren. Ich denke, das ich einfach nicht mehr der Zielgruppe entspreche und deshalb mir die Umsetzung des Buches nicht so zusagt.

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