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Veröffentlicht am 04.07.2026

Wenn ein Traum Wurzeln schlägt

Der vergessene Wald
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„Es ist … ein ambitioniertes Projekt.“ (S. 12) – das ist noch einer der freundlicheren Kommentare, die Saskia von Bauunternehmern zu hören bekommt, wenn sie die Ruine von Schloss Gair besichtigen. Vor ...

„Es ist … ein ambitioniertes Projekt.“ (S. 12) – das ist noch einer der freundlicheren Kommentare, die Saskia von Bauunternehmern zu hören bekommt, wenn sie die Ruine von Schloss Gair besichtigen. Vor allem die alte Eiche mitten im Schlosshof sehen, die unbedingt erhalten werden soll, sorgt für skeptische Blicke und Ablehnung.

Mit ihrem neuestem Roman entführt Sharon Gosling ihre LeserInnen ins Grenzgebiet zwischen England und Schottland zu einer romantisch verfallenen Schlossruine, eingebettet in einem verwunschen wirkenden Wald.

Saskia kennt diesen Ort seit ihrer Kindheit. Es war der Lieblingsplatz ihres Vaters, eines Architekten, der stets davon träumte, das Schloss wiederaufzubauen, ohne die alte Eiche fällen zu müssen. Gemeinsam suchten sie jahrelang nach einer Lösung. Nun möchte Saskia diesen Traum endlich mit ihrem hart erkämpften Erbe verwirklichen.
Doch die abgelegene Lage und der zu schützende Baum schrecken nahezu alle Baufirmen ab. Auch Owen, der letzte Bauunternehmer auf ihrer Liste, sagt erst zu, nachdem Saskia ihm einen ordentlichen Vorschuss anbietet. Für ihn ist nicht nur das Bauprojekt eine Herausforderung, sondern auch seine Auftraggeberin. Dass sie in einem Tiny House direkt neben der Ruine wohnt, hält er zunächst für einen Spleen und vermutet, sie wolle ihn ständig kontrollieren. Er findet Saskia überheblich und ihre Vorstellungen kaum umsetzbar – doch letztlich ist es ihr Geld, das sie investiert. Außerdem braucht er den Auftrag dringend, um nach dem Scheitern seiner Ehe finanziell über die Runden zu kommen und weiterhin Zeit mit seiner Tochter verbringen zu können.

Als wären die Spannungen zwischen den beiden noch schon genug, sorgen protestierende Anwohner und Umweltschützer zusätzlich für Schwierigkeiten. Auch Archäologen und eine historische Gesellschaft versuchen, einen Baustopp zu erwirken. Der gemeinsame Kampf gegen diese scheinbar übermächtigen Widerstände schweißt Saskia und Owen schließlich zusammen. Doch wird ihr Traum am Ende Wirklichkeit?

„Der vergessene Wald“ ist eine schöne Geschichte über (Wahl-)Heimat, das bewusste Leben im Einklang mit der Natur, sowie den Spannungsbogen zwischen Denkmalschutz, Naturschutz und persönlichen Träumen. Besonders gefallen hat mir das Geheimnis der alten Höhlen, das der Handlung eine zusätzliche mystische Note verleiht.
Lediglich die ausführlichen Schilderungen der Bauarbeiten haben meinen Lesefluss gelegentlich gebremst. Ich habe selbst zehn Jahre in einer Baufirma gearbeitet und kann bestätigen, dass die geschilderten Probleme durchaus realistisch sind. Für meinen Geschmack wirkten diese Passagen jedoch stellenweise etwas zu technisch und erinnerten eher an ein Sachbuch als an einen Roman.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Alte Schule

00-Laschet
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„Innerhalb von zwei Tagen war er von einem britischen Geheimdienst, der britischen Königin selbst und von Brad Pitt attackiert wurden. … Womöglich sollte er eine Gefahrenzulage beantragen.“ (S. 137)
So ...

„Innerhalb von zwei Tagen war er von einem britischen Geheimdienst, der britischen Königin selbst und von Brad Pitt attackiert wurden. … Womöglich sollte er eine Gefahrenzulage beantragen.“ (S. 137)
So hatte sich Armin Laschet seinen Job als Bundespräsident sicher nicht vorgestellt. Statt auf Bällen mit Meryl Streep zu tanzen, wird bereits an seinem ersten Amtstag ein Attentat auf ihn verübt. Dabei erfährt er, dass sowohl Schloss Bellevue als auch sein Amt lediglich als Tarnung für den geheimsten Geheimdienst der Welt dienen. Selbst seine Staatsreisen haben in Wahrheit nur einen Zweck: die Agentinnen und Agenten unauffällig zu ihren Einsatzorten zu bringen.

Seine derzeitige Begleiterin ist jung, dynamisch und offiziell seine Social-Media-Beauftragte. Wenn sie nicht gerade die Welt rettet, denkt sie sich neue Challenges aus, die Armin und sein Konkurrent Söder absolvieren müssen, um Armins Reichweite zu steigern. Dabei sehnt sich Armin vor allem nach seiner Familie, die in Aachen geblieben ist. Wenigstens leistet ihm seine neue Freundin Mausi, eine kleine Hausmaus, Gesellschaft beim nächtlichen Käseplattensnack – Blauschimmel ist der Favorit von beiden. Sie lauscht geduldig seinen Selbstgesprächen und scheint grundsätzlich seiner Meinung zu sein.

Der Geheimdienst ist mit seinem neuen Schützling allerdings weniger zufrieden. Armin tritt in jedes Fettnäpfchen, liest die vorbereiteten Einsatzunterlagen nie, sondern bezieht sein Wissen lieber aus der Gala und von ChatGPT. Außerdem löst er die ihm gestellten Aufgaben lieber nach alter Schule – und manchmal bringt einen ein gutes Gespräch tatsächlich weiter.

Nach Miss Merkel nimmt David Safier nun den nächsten Politiker aufs Korn. Ich muss zugeben, dass ich sehr gespannt auf das Buch war, am Ende aber leider etwas enttäuscht wurde. Die Figuren sind durchweg liebenswert, doch die Balance zwischen Armins alltäglichen „Normalo-Problemen“ und den überdrehten James-Bond-Actionsequenzen hat für mich nicht ganz funktioniert.

Der Hintergrund ist zwar brisant und erstaunlich aktuell, entwickelt sich im Verlauf der Geschichte jedoch immer weiter ins Unrealistische und Abgedrehte. Auch der Showdown war mir letztlich eine Spur zu überzogen.

Die Miss Merkel-Reihe hat nicht ohne Grund ihren Weg auf den Bildschirm gefunden. 00-Laschet dagegen sehe ich eher als Comic – mit überzeichneten Figuren, irrwitziger Action und lautmalerischen „Bäm! Klirr! Zack! Uff! Ächz!“ auf jeder zweiten Seite.

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Eine unbequeme Frau

Sturm über Christiansø
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Von seiner neuen Loftwohnung im Industriehafen von Rønne hat Lennart Ipsen, Leiter der Bornholmer Kripo, einen direkten Blick auf die Firma Airpower. Das Unternehmen betreibt einen Offshore-Windpark vor ...

Von seiner neuen Loftwohnung im Industriehafen von Rønne hat Lennart Ipsen, Leiter der Bornholmer Kripo, einen direkten Blick auf die Firma Airpower. Das Unternehmen betreibt einen Offshore-Windpark vor Bornholm und montiert die dafür benötigten Bauteile vor Ort. Ebenso kann Lennart die Gruppe von Vogelschützern beobachten, die vehement gegen den Windpark und die Firma protestiert und mit spektakulären Aktionen immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt. Schlimmeres zu verhindern, gehört derzeit zu den wichtigsten Aufgaben der örtlichen Polizei.
Als jedoch Anna, die Anführerin der Umweltaktivisten, verschwindet und auf dem Boot, auf dem sie lebt, Blutspuren entdeckt werden, übernehmen Lennart und seine Kolleginnen Britta und Tao die Ermittlungen. Die Spur führt Lennart auf die Erbseninseln Christiansø und Frederiksø. Vor deren Küste war Annas Segelboot führerlos aufgefunden worden, und dort leben auch ihre Eltern. Schnell wird deutlich, dass Anna bereits als Kind für Unruhe sorgte und bis heute nichts von ihrer Streitlust verloren hat. Sie denunziert jeden, dem sie etwas anhängen kann, und auf den Inseln gibt es kaum jemanden, der sie mag. Auch mit ihrem jüngeren Bruder geriet sie immer wieder aneinander, weil er ausgerechnet für Airpower arbeitet. Der Firmenchef gibt offen zu, dass er nicht unglücklich wäre, sollte Anna nicht zurückkehren. Und auch ihr Freund gilt als aufbrausender Macho. An Verdächtigen mangelt es den Ermittlern also nicht. Doch solange unklar bleibt, was Anna tatsächlich zugestoßen ist, kommen die Ermittlungen nur schleppend voran.

In „Sturm über Christiansø“ dreht sich vieles um Umweltschutz und erneuerbare Energien. Anna und ihre Mitstreiter sind überzeugt, dass der Windpark zahlreiche Zugvögel tötet und boykottieren deshalb immer wieder den Ausbau der Anlage. Dieser Konflikt spielt bei den Ermittlungen eine zentrale Rolle und regt auch die Ermittler zu Diskussionen über die verschiedenen Standpunkte an. Ebenso wichtig ist die Frage, wer Anna als Person war. Sie galt als unbequem, kompromisslos und hat sich im Laufe der Jahre viele Feinde gemacht.

Wie schon in den vorherigen Fällen teilen sich Lennart und seine Kolleginnen die Arbeit auf. Lennart ermittelt meist an vorderster Front, häufig unterstützt von Britta, die scheinbar jeden kennt und mit viel Einfühlungsvermögen auf Menschen zugeht. Nicht selten übernimmt sie deshalb auch die Aufgabe, schlechte Nachrichten zu überbringen. Tao hingegen bleibt lieber im Revier und kümmert sich um Technik, Datenanalyse und Hintergrundrecherchen.

Auch der 4. Band der Bornholm-Reihe von Michael Kobr überzeugt erneut mit einer spannenden Krimihandlung und interessanten Einblicken in Lennarts Privatleben. Seine Tochter Ida hat ihn überredet, gemeinsam mit ihr den Segelschein zu machen, doch vor dem Lernen drückt er sich nach Kräften. Für humorvolle Momente sorgt einmal mehr sein Vater, der versucht, Lennart für das Thema Longevity zu begeistern, selbst die Regeln dieser Lebensphilosophie jedoch nur sehr selektiv befolgt. Zudem versteht es Michael Kobr erneut, landestypische Spezialitäten und Delikatessen ganz nebenbei in die Handlung einzuflechten – schließlich ist Lennart einem guten Essen nie abgeneigt. Und nicht zuletzt weckt der Roman die Lust, die Erbseninseln bei schönem Wetter selbst einmal zu besuchen.

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Veröffentlicht am 28.06.2026

Der Flüsterwald und der Fluss der Sterne

Das geheime Buch der Flora Lea
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„Vor nicht allzu langer Zeit und nicht allzu weit entfernt gab und gibt es immer noch einen unsichtbaren Ort gleich hier bei uns.“ (S. 24) Mit diesen Worten beginnt eine fortlaufende, magische Geschichte, ...

„Vor nicht allzu langer Zeit und nicht allzu weit entfernt gab und gibt es immer noch einen unsichtbaren Ort gleich hier bei uns.“ (S. 24) Mit diesen Worten beginnt eine fortlaufende, magische Geschichte, die Hazel ihrer kleinen Schwester Flora Lea erzählt. Während des Zweiten Weltkriegs soll sie dem fünfjährigen Mädchen die Angst nehmen und wird für beide zu einem Zufluchtsort, in dem sie selbst die Hauptrollen spielen. Flora Lea ist erst fünf Jahre alt, Hazel bereits vierzehn und fühlt sich seit jeher für ihre Schwester verantwortlich. Als die beiden im September 1939 im Rahmen der Operation Rattenfänger aus London aufs vermeintlich sichere Land evakuiert werden, wird die Geschichte zu Floras Anker.
Die Schwestern kommen bei Bridie Aberdeen und ihrem Sohn Harry unter, die in einem idyllischen Cottage voller Bücher leben. Tag für Tag spinnt Hazel die Geschichte weiter, erfindet neue Abenteuer und lässt die Umgebung des Cottages darin lebendig werden. Deshalb warnt sie Flora immer wieder eindringlich davor, dem Fluss zu nahe zu kommen. Doch eines Tages verschwindet Flora ausgerechnet dort beim Spielen – und Hazel gibt sich die Schuld.

„Selbst wenn sie sich dessen nicht bewusst war, suchte ihr Herz ständig ihre Umgebung ab auf der Suche nach etwas, das ihr den Weg zu Flora zeigen würde.“ (S. 38) 20 Jahre später arbeitet Hazel in einem Buchladen und entdeckt unter den Neuerscheinungen „Der Flüsterwald und der Fluss der Sterne“. Es ist genau die Geschichte, die sie Flora damals erzählt hat und die sonst niemand kennen dürfte. Hazel ist wie elektrisiert. Hat sie all die Jahre recht gehabt und Flora ist gar nicht ertrunken? Könnte die Autorin Peggy Andrews sogar ihre Schwester sein? Hazel setzt alles auf eine Karte, riskiert ihren Job und ihre Beziehung zu ihrem Freund und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen und ihre eigenen Erinnerungen hinterfragen.

„Das geheime Buch der Flora Lea“ ist eine poetische Geschichte voller Magie über Geschwisterliebe und Familie, Zusammenhalt und Verantwortung, Verlust und Trauer – vor dem Hintergrund der Evakuierung der Londoner Kinder aufs Land. Hazel hat sich immer für ihre kleine Schwester verantwortlich gefühlt und nach dem Tod ihres Vaters ihre Mutter bei deren Betreuung unterstützt. Nur ein einziges Mal gönnt sie sich einen Moment der Unachtsamkeit, und ausgerechnet da verschwindet Flora spurlos. Hazel macht sich nicht nur dafür verantwortlich, sondern hört auch nie auf, nach ihrer Schwester zu suchen, obwohl niemand ihren Hoffnungen Glauben schenkt. Dafür opfert sie ihre erste Liebe und hört auf, sich Geschichten auszudenken, als wäre mit Flora auch ihre Fantasie verschwunden. Unbewusst bestraft sie sich selbst für deren Verschwinden.

Patti Callahan Henry erzählt die Geschichte fast ausschließlich aus Hazels perspektive und verknüpft dabei zwei Zeitebenen miteinander. Das Auftauchen des Buches gibt Hazel endlich den Mut und den Anstoß, noch einmal nach Flora zu suchen. Gleichzeitig muss sie aufpassen, sich nicht in der Vergangenheit und ihren Sehnsüchten zu verlieren.

Besonders gefallen hat mir die „Buch-im-Buch“-Idee. Gemeinsam mit Hazel und Flora konnte ich in die magische Welt des Flüsterwalds fliehen und für eine Weile den bedrückenden Alltag hinter mir lassen.

Die Autorin beschreibt sowohl den Flüsterwald und den Fluss der Sterne als auch die realen Schauplätze sehr bildhaft. Liebenswerte Figuren, eine sehnsuchtsvolle Geschichte und ein berührendes Thema über Selbsterkenntnis, Schuld und Vergebung machen diesen Roman zu einer emotionalen Lektüre.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Einer liebt immer mehr

People in Love
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„Ihr seid meine beiden Lieblingsmenschen. Aber seit du wieder da bist, habe ich das Gefühl, du erwartest von mir, dass ich mich… zwischen euch entscheide.“ (S. 216)
Nora und Robin sind seit 9 Jahren ein ...

„Ihr seid meine beiden Lieblingsmenschen. Aber seit du wieder da bist, habe ich das Gefühl, du erwartest von mir, dass ich mich… zwischen euch entscheide.“ (S. 216)
Nora und Robin sind seit 9 Jahren ein Paar. Obwohl Nora stets betont hat, niemals heiraten zu wollen, sagt sie Ja, als Robin plötzlich mit einem Ring vor ihr steht. Eigentlich wünschen sich die beiden nur eine kleine Hochzeit, doch Robin verliert sich zunehmend in der Planung, sodass das Fest immer größere Dimensionen annimmt.
Zu ihrer Verlobungsparty lädt Nora auch ihren besten Freund Bren ein, der seit 12 Jahren nicht mehr zu Hause war und seitdem als Work-and-Travel-Reisender um die Welt zieht. Sie rechnet nicht einmal damit, dass er ihre E-Mail liest. Eine Antwort bleibt tatsächlich aus – bis Bren plötzlich vor ihrer Tür steht.

Nora und Robin sind mit ihrem Leben zufrieden. Gemeinsam mit einer Freundin führt Nora erfolgreich ein Kunstcafé, während Robin als freier Fotograf viel unterwegs ist. Ihre Beziehung ist eingespielt und harmonisch; beide kennen die Vorlieben, Bedürfnisse und Eigenheiten des anderen und nehmen Rücksicht darauf. Es ist keine lodernde, alles verzehrende Leidenschaft, sondern eine ruhige und verlässliche Partnerschaft – bis Brens Rückkehr dieses Gleichgewicht ins Wanken bringt.
Denn Bren ist das genaue Gegenteil von ihnen. Rastlos zieht er von Ort zu Ort, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern, Bekanntschaften und Gelegenheitsjobs. Er geht keine festen Bindungen ein, hält selbst zu seiner Mutter nur sporadischen Kontakt. Lediglich mit Nora hat er über die Jahre hinweg gelegentlich E-Mails ausgetauscht, ohne jedoch Einblicke in sein tatsächliches Leben zu gewähren. Noch immer scheint er in der Vergangenheit festzustecken. Er war stets in Nora verliebt, obwohl zwischen ihnen nie mehr als Freundschaft bestand – nicht einmal ein Kuss. Auch jetzt ist er überzeugt, dass Nora sich letztlich für ihn entscheiden und mit ihm auf Reisen gehen wird.
Nora gerät zunehmend zwischen die Fronten. Sie liebt ihr Leben und Robin, doch Bren verkörpert das Ungebundene und Aufregende, das sie gleichzeitig fasziniert und verunsichert.

Nach Claire Daverleys letztem Buch „Vom Ende der Nacht“ waren meine Erwartungen an „People in Love“ entsprechend hoch. Leider konnte der Roman diese nicht vollständig erfüllen. Die Handlung war für mich über weite Strecken zu vorhersehbar, auch wenn einige überraschende Wendungen und eine nur sehr behutsam angedeutete Dreiecksgeschichte für Spannung sorgten. Zudem empfand ich das Drama stellenweise als überzogen, und viele Gedanken und Gefühle wurden mehrfach wiederholt. Im Mittelpunkt stehen die Aufarbeitung der Vergangenheit, Missverständnisse sowie unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen an Liebe und gemeinsame Zukunft – Themen, die durchaus interessant sind, deren Umsetzung mich jedoch nicht durchgehend überzeugen konnte.

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