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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2017

Unbedingt lesen!!

NEXX: Die Spur
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Wenn Sie gute Nerven haben, beginnen Sie das Lesen mit dem Nachwort des Autors. Denn dann können Sie sich im Verlauf der Geschichte nicht mehr damit selbst beruhigen, dass dieser Thriller reine Fiktion ...

Wenn Sie gute Nerven haben, beginnen Sie das Lesen mit dem Nachwort des Autors. Denn dann können Sie sich im Verlauf der Geschichte nicht mehr damit selbst beruhigen, dass dieser Thriller reine Fiktion ist.
Die Journalistin Valerie de Crécy steht unter Erfolgszwang. Um die sinkenden Einschaltquoten zu erhöhen, entschließt sie sich, den medienscheuen und praktisch unfehlbar erfolgreichen Wahrsager Nexx zu einem Interview zu bewegen. Bei einer Pressekonferenz rettet sie ihm bei einem Anschlag in letzter Minute das Leben. Ab da wird Valerie zum Objekt seiner Begierde, mehr noch, zu seinem erklärten Besitz, obwohl Valerie seine Annäherungen vehement zurückweist. In ihrem Umfeld sterben Menschen auf bizarre Weise. Valerie ist sich sicher, dass Nexx dahinter steckt, aber sie kann nichts beweisen. Schließlich findet sie in dem Ermittler Lenny Koriadis Unterstützung auf der akribischen Suche nach dem Geheimnis von Nexx. Dieser prophezeit jedoch öffentlich ihren baldigen Tod…
Zunächst: Wenn ich ein Buch von Volker Dützer in die Hand nehme, weiß ich, dass mich gut geschriebene, spannende Handlung erwartet. Insofern öffnete ich auch dieses Buch mit einem inneren wohligen Zurücklehnen und Genießen-Wollen. Was aber dann tatsächlich passierte, ist schwer beschreibbar. Das Buch packte mich, saugte mich ein. Ich geriet in eine Art Schleudergang wie in der Waschmaschine, bis ich atemlos und schwindelig wieder ausgespuckt wurde. Ich geriet auf eine emotionale Achterbahn mit Bangen und Zittern um Menschen, die mir nahe gingen. Hinreißende sprachliche Feinheiten wie z. B. „Die See trug ein zerknittertes Kleid aus zornigen grau-grünen Wellen“ ließen mich für Momente innehalten, dann wiederum erlag ich wehrlos der grenzenlosen Spannung, die über das gesamte Buch hinweg kein einziges Mal nachließ, im Gegenteil, die sich ins fast Unerträgliche steigerte.
Fazit: Perfekt geschriebener, unermesslich spannender Thriller, dessen Realitätsnähe das Grauen direkt in unsere private Welt schickt.

Veröffentlicht am 25.12.2017

Unbedingt hörenswert

Mudbound – Die Tränen von Mississippi
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Klappentext:
Mississippi, 1946: Laura McAllan ist ihrem Ehemann zuliebe aufs Land gezogen, der als Farmer einer Baumwollplantage Fuß fassen will. Doch ihr ist die Umgebung fremd, und auf Mudbound gibt ...

Klappentext:
Mississippi, 1946: Laura McAllan ist ihrem Ehemann zuliebe aufs Land gezogen, der als Farmer einer Baumwollplantage Fuß fassen will. Doch ihr ist die Umgebung fremd, und auf Mudbound gibt es weder fließendes Wasser noch Strom. Unterstützung erhalten die McAllans durch die Jacksons, ihre afroamerikanischen Pächter. Die aufgeweckte Florence Jackson hilft Laura, wo sie nur kann. Aber auch wenn der Alltag sie an ihre Grenzen treibt und sie für gewöhnlich nicht auf den Mund gefallen ist, würde sie es nicht wagen, ihre Stimme zu erheben und Missstände anzumahnen. In diese angespannte Situation geraten zwei junge Kriegsheimkehrer: Florences Sohn Ronsel und Lauras Schwager Jamie. Deren Freundschaft wird zu einer Herausforderung für beide Familien, und so lassen Missgunst und Ausgrenzung die Stimmung bald kippen ...
Meine Meinung:
Das Hörbuch ist großartig und macht das Erleben dieses beeindruckenden Romanes noch intensiver als durch das Lesen allein. Da die handelnden Personen von unterschiedlichen Sprechern zum Leben erweckt werden, wird das Zuhören einem Hörspiel gleich zu einer mitreißenden, bewegenden und grausamen Reise in die Südstaaten, in ein brutal hartes Leben zur Zeit der Rassentrennung und des Rassenhasses mit seinen teils extremen Auswüchsen. Es werden in sehr bildhafter, einfühlsamer und teils dramatischer Weise Grausamkeiten von Natur und Mensch ebenso erfahrbar gemacht wie Mut, Duldsamkeit und Freundschaft, wobei die Hilflosigkeit gegenüber Naturgewalten und den herrschenden Gesellschaftsnormen einen dunklen Schleier über die gesamte Geschichte legt. Unbedingt hörenswert!

Veröffentlicht am 17.12.2017

Thriller ohne Thrill

Wer Sünde sät
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Bei Arbeiten auf einem Golfplatz in Bad Sodernheim wird eine Leiche gefunden, eine sogenannte Wachsleiche, die bereits vor ungefähr 30 Jahren zu Tode gekommen war. Bei einem Klassentreffen von Ehemaligen, ...

Bei Arbeiten auf einem Golfplatz in Bad Sodernheim wird eine Leiche gefunden, eine sogenannte Wachsleiche, die bereits vor ungefähr 30 Jahren zu Tode gekommen war. Bei einem Klassentreffen von Ehemaligen, die vor 30 Jahren in Bad Sodernheim Abitur gemacht hatten, wird über diesen Leichenfund viel spekuliert. Außerdem lernen wir einen 31-jährigen Mann kennen, der sich auf die Suche nach seinen ihm bisher unbekannten leiblichen Eltern macht. Und in Dortmund verschwindet auf unerklärliche Weise die Ehefrau eines Oberarztes… Gibt es Zusammenhänge, Geheimnisse, die in der Vergangenheit liegen?

Soweit der Plot, der durchaus das Potenzial hätte für einen spannenden Thriller. Leider konnte mich die Ausführung jedoch nicht überzeugen. Am Schreibstil an sich lag es nicht. Das Buch ist angenehm und zügig zu lesen, die Konversationen sind lebendig formuliert. Aber die Protagonisten bleiben allesamt blutleer, blass. Sie werden vom Autor nüchtern und emotionslos dargestellt und sind teilweise in ihrem Verhalten unglaubwürdig und weit von psychologisch nachvollziehbaren Reaktionen entfernt.
Die Handlung schreitet zwar logisch durchdacht voran bis zu einer durchaus überraschenden Aufklärung. Aber die beständige Spannung, die einen Thriller von einem Krimi unterscheidet, fehlt leider. Nur wenige Stellen vermögen den Leser wirklich zu fesseln. Das liegt natürlich zum einen daran, dass die vorgestellten farblosen Charaktere keine Identifikation zulassen. Gravierender jedoch empfinde ich als spannungstötend die konstruiert-verkopfte Erzählweise insgesamt. Auftretende Fragen oder Probleme werden ganz schnell durch irgendwelche komischen Zufälle aus dem Weg geräumt. Immer tritt zur rechten Zeit jemand mit einer passenden Fähigkeit oder einer Erklärung gebenden Erinnerung auf und so wird jegliches Geschehen schnell durch passende Fügungen glatt gebügelt und jegliche mögliche Spannung im Keim erstickt.
Fazit: Solide, aber emotionslos geschrieben und spannungsmäßig meilenweit von einem Thriller entfernt.

Veröffentlicht am 15.12.2017

Noch viel Platz nach oben

Falsche Engel küsst man nicht
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Ratlos stehe ich vor der Aufgabe, über dieses Buch eine Rezension zu schreiben. Da mir das Buch zur Verfügung gestellt wurde, sollte ich dankbar sein und ein wohlwollendes Urteil abgeben. Da der Autor ...

Ratlos stehe ich vor der Aufgabe, über dieses Buch eine Rezension zu schreiben. Da mir das Buch zur Verfügung gestellt wurde, sollte ich dankbar sein und ein wohlwollendes Urteil abgeben. Da der Autor mitliest, sollte ich bemüht sein, ihm ein Feedback zu geben, das ihn nicht ärgert oder gar verletzt. Das alles sollte ich. Aber das kann ich nicht. Denn ich habe das Buch wirklich gelesen, von der ersten bis zur letzten Seite, aufmerksam und fachlich-kritisch. Und ich gebe immer, immer, in meinen Rezensionen meine ehrliche ungeschminkte Meinung wieder, verfüge nicht über Gefälligkeits-Textbausteine, die zu jedem Buch nahezu das Gleiche erzählen. Tja, was mache ich nun…
Der Inhalt ist in Kurzform schnell erzählt gemäß Klappentext: Von einer internationalen Stadtentwicklungsfirma soll in Meißen ein Großprojekt umgesetzt werden. Der Oberbürgermeister, der diesem Plan im Weg stand, wird ermordet. Steffen Schröder wird beauftragt, anhand eines ähnlichen Bauprojektes, das auf Mallorca bereits realisiert wurde, gegen diese Stadtentwicklungsfirma zu ermitteln. Völlig unerwartet gerät Steffen Schröder in große Gefahr…Klingt gut, nicht wahr? Dazu ein ansprechendes Cover, wenngleich ohne jeglichen Bezug zum Buchinhalt.

Und was schreibe ich jetzt als Fazit? Vielleicht geht es anhand positiver Empfehlungen: Als Autor soll man sein Handwerkszeug, die Sprache, perfekt beherrschen. Oder einen Lektor bemühen, der alle sprachlichen und grammatikalischen sowie Zeichensetzungs-Fehler und sämtliche inhaltlich-logischen Unrichtigkeiten ausmerzt. Zudem ist immer empfehlenswert, sich die Grundlagen kreativen Schreibens vor Augen zu führen. Einen Krimi, einen Roman, eine Erzählung zu schreiben, ist etwas ganz anderes als einen Zeitungsartikel, einen Erfahrungsbericht oder einen Aufsatz zu verfassen. Erzählend muss es gelingen, den Leser (auch) emotional zu erreichen. Dazu genügt es nicht, wenn mehr oder weniger geschickt Fakten nüchtern und verkopft aneinandergehängt werden. Sondern es braucht das Einbeziehen aller Sinne. Geschehnisse und Protagonisten werden erst lebendig, wenn der Leser sie hören, fühlen, riechen und schmecken kann. Also noch viel Platz nach oben…


Veröffentlicht am 14.12.2017

Zuviel Vielerlei

Scherbennacht
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Der vorliegende Band ist der dritte einer Reihe rund um Kommissar Waechter und seine Kollegen in der Münchner Mordkommission.
Demonstrationen, Straßenschlachten, brennende Autos – ein glühheißer Sommer ...

Der vorliegende Band ist der dritte einer Reihe rund um Kommissar Waechter und seine Kollegen in der Münchner Mordkommission.
Demonstrationen, Straßenschlachten, brennende Autos – ein glühheißer Sommer in Münchens Innenstadt. Und dann ein Polizistenmord! Leo Thalhammer, Drogenfahnder, liegt auf dem Beifahrersitz seines Autos, erschossen mit seiner eigenen Dienstwaffe. Kommissar Waechter, ein erfahrener Ermittler mit Herzproblemen und seine Kollegen beginnen, akribisch dem Fall nachzugehen. Es gibt viele Denkansätze, viele mögliche Verdächtige, immer wieder laufen die Spuren ins Nichts. Neue scheinbar vielversprechende Fakten tauchen auf, führen in die eigenen Reihen der Polizei, aber interne Machtrangeleien behindern das konsequente Verfolgen dieser Spuren. Und so wird der Leser kreuz und quer durch München gejagt, bekommt so manchen ekelhaften Geruch in die Nase, beginnt mit den Protagonisten reichlich zu schwitzen – und ist am Ende des Buches völlig perplex über die Lösung des Falles…
Mit diesem Krimi habe ich mich schwergetan. Zwar steigt der Spannungsbogen in der zweiten Buchhälfte kontinuierlich an und der bisweilen locker eingestreute Münchner Jargon hat etwas Sympathisches, aber in der Summe lässt mich das Buch sehr unzufrieden zurück. Nahezu jeder der Protagonisten hat entweder einen dunklen Fleck in der Vergangenheit oder ist sonst irgendwie „beschädigt“ oder belastet. Zwar arbeiten sie alle in irgendeiner Form zusammen, sind aber nie wirklich ehrlich zueinander. Gefühlt ist das Buch zur Hälfte angefüllt mit Berichten über missglückte Beziehungen, über erlittene Traumata, über negative Vorerfahrungen, über Ängste, Krankheiten und unerfüllte Sehnsüchte der handelnden Personen und lässt dadurch das eigentliche Geschehen des Kriminalromans sehr oft völlig in den Hintergrund treten. Nach einer Weile des bereitwilligen Durchhaltens gingen mir die Protagonisten schließlich allesamt ziemlich auf die Nerven, denn sie blieben mir bis zum Ende entweder unsympathisch oder gleichgültig und all der private Kram, die Fülle der für die Handlung unbedeutenden Nebenschauplätze wurde mir schlichtweg zuviel. Etwas mehr Konzentration auf das Wesentliche des Kriminalromans, nämlich auf den durchaus interessanten und raffinierten Plot, hätte meiner Meinung nach dem Buch gut getan.