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Veröffentlicht am 15.09.2016

Heringsmord / Sina Beerwald 4/5

Heringsmord
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Familie Schmälzle aus dem Schwabenland träumt schon ein Leben lang davon ein Reetdachhaus auf Sylt zu kaufen um dort ihren Lebensabend zu verbringen, wofür natürlich das Geld aus dem Verkauf ihres Eigenheims ...


Familie Schmälzle aus dem Schwabenland träumt schon ein Leben lang davon ein Reetdachhaus auf Sylt zu kaufen um dort ihren Lebensabend zu verbringen, wofür natürlich das Geld aus dem Verkauf ihres Eigenheims nicht reicht. Als Alternative ziehen sie in einen Wohnwagen auf dem Campingplatz.
Frieda ist zunächst entsetzt über den alten Wohnwagen, den Ernst der Platzwartin abgekauft hat, lässt sie sich doch gerne von einem Jonny trösten, während ihr Ernst Gefallen an der Platzwartin findet. In der Ehe der beiden kriselt es gewaltig als dann auch noch ihr Platznachbar ermordet wird.
Helga und Jonny lassen die Leiche während ihrer Ermittlungen weiterleben und so kommt es zu einigen urkomischen Szenen.
Auch wenn es in dem Buch zu einem Mord und den dazugehörigen Ermittlungen kommt, als Krimi würde ich es nicht bezeichnen, und das Buch eher in die Kategorie Humor einordnen. Dort ist es allerdings sehr gut aufgehoben denn die Autorin versteht es sehr gut die Leser zum schmunzeln zu bringen, auch wenn es an Spannung nicht fehlt.
Die Geschichte wird immer im Wechsel aus Sicht von Ernst und Helga geschildert, so bekommt man bestens einen Einblick in ihr Seelenleben, was alleine schon wieder für allerhand Vergnügen sorgt. Sehr gut gefallen haben mir auch das einige Kommentare, insbesondere Flüche, im schwäbischen Dialekt wiedergegeben wurden. Auch die Beschreibungen über Sylt haben mir gut gefallen und machen Lust auf Urlaub.
Das dünne Buch hat mir knappe vier Stunden Lesevergnügen bereitet und mich gut unterhalten. Jedem der einmal vom Alltag abschalten möchte, und der keinen blutrünstigen Krimi erwartet, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Vollkommen sinnfrei

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
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Jonasson, Jonas / Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind 1/5
Johan Andersson, genannt Mörder Anders, lebt in einem Motel und beschließt nicht mehr ins Gefängnis gehen zu müssen, ...

Jonasson, Jonas / Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind 1/5
Johan Andersson, genannt Mörder Anders, lebt in einem Motel und beschließt nicht mehr ins Gefängnis gehen zu müssen, nachdem ihm ein paar Morde "passiert" sind. Dafür schließt er sich Per Persson, dem Rezeptionisten und der unehrenhaft entlassenen Pfarrerin Johanna Kjellander an, um zusammen die „Körperverletzungsagentur“ zu gründen.
Normalerweise versuche ich meine Rezensionen sachlich zu begründen und fair zu bleiben, was mir hier wirklich sehr schwer fällt. Bei humorvollen Büchern kann es eben passieren das der eigene Humor nicht getroffen wird, hier kann ich jedoch keinerlei Humor erkennen, für mich ist die Geschichte ganz einfach eine Aneinanderreihung von Blödsinn, deren Aussage keine Pointe hat, nur Seiten füllt, ohne einen wirklichen Sinn hinter dem ganzen zu finden.
Mich wundert es sehr dass ich Hundert Seiten lang durchgehalten habe, um dann entnervt abzubrechen. Jede Minute mit dem Buch war verschwendete Lesezeit. Man kann nur hoffen dass der Autor für sein nächstes Buch bessere Ideen hat oder es lieber ganz sein lässt die Leser mit Schwachsinn zu quälen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nerviger Kommissar

Der Gefrierpunkt des Blutes
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Der Gefrierpunkt des Blutes / Manzini, Antonio 2/5
Rocco Schiavone wird aus seinem geliebten Rom ins Aosta Tal strafversetzt, für ihn eine wahre Zumutung. Nur kurz darauf geschieht ein Mord auf einer ...

Der Gefrierpunkt des Blutes / Manzini, Antonio 2/5
Rocco Schiavone wird aus seinem geliebten Rom ins Aosta Tal strafversetzt, für ihn eine wahre Zumutung. Nur kurz darauf geschieht ein Mord auf einer Ski Piste, das Opfer wird von einer Schneeraupe überrollt n dabei vollkommen entstellt.
Das Buch wurde in Italien sofort zu einem Bestseller, was ich gar nicht nachvollziehen kann. Der Krimi an sich hätte gut werden können, geriet aber durch den vollkommen überzogenen Kommissar in den Hintergrund.
Schiavone war einfach nur respektlos, überheblich, dumm, feindlich gegenüber den Bewohnern eingestellt, wird im Dienst handgreiflich, genießt seine Joints und handelt kriminell. Seinen Humor konnte ich nicht nachvollziehen, der grenzte eher an Dummheit.
Ich mag Charaktere mit Ecken und Kanten, hier jedoch war es zu viel des Guten und die Figur des Kommissars hat mir den kompletten Lesespaß verdorben. Einen Krimi in dem dieser Kommissar ermittelt mag ich nun wirklich nicht mehr lesen, es war schon eine Leistung das Buch überhaupt bis zum Ende zu lesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gut zu lesen, es fehlt aber an Spannung

In guten wie in toten Tagen
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In guten wie in toten Tagen / Mayer, Gina 3,5/5
Helena heiratet ihren ehemaligen Lehrer Tom, der von allen Schülerinnen angehimmelt wird, und bittet ihre Schwester Cara den Jungesellinnenabschied zu ...

In guten wie in toten Tagen / Mayer, Gina 3,5/5
Helena heiratet ihren ehemaligen Lehrer Tom, der von allen Schülerinnen angehimmelt wird, und bittet ihre Schwester Cara den Jungesellinnenabschied zu organisieren.
Cara hat Spaß bei den Vorbereitungen und bis auf eine Freundin, die in Amerika lebt, kommen alle um ausgelassen, mit viel Alkohol, um zu feiern. Dann schlägt die Stimmung um als eine der Freundinnen beginnt Tom schlecht zu machen. Morgens, nachdem alle gegangen sind, steht dann überraschend die Polizei vor Caras Tür und verkündet das Tom ermordet wurde. Keine der Freundinnen kann sich richtig erinnern was sie am Rest des Abends getan hat und Cara beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
Bei dem Buch handelt es sich um einen Thriller für Jugendliche, das auch gut für Erwachsene zu lesen ist, jedoch fehlten mir hier die richtigen Thriller Elemente. Gut zu lesen, auch teilweise spannend, jedoch waren die Ermittlungen Caras zu offensichtlich, ihr Glaube an die Unschuld der Schwester war zu vordergründig um die wahren Vorgänge darzustellen.
Die Sprache hat mir gut gefallen, ebenso die eingeflochtenen Nebenpersonen, die die ganzen Gespräche mit den Freundinnen etwas aufgelockert haben.
Für einen wirklichen Psychothriller, auch im Jugendbereich, fehlte es mir an Nervenkitzel, dennoch habe ich mich beim Lesen nicht gelangweilt und war dann doch überrascht von dem Ende.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Auf der emotionalen Suche nach der Vergangenheit

Das Haus der verlorenen Kinder
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1941 wird Norwegen von den deutschen besetzt und immer wieder kommt es dazu das sich norwegische Frauen in deutsche Soldaten verlieben und schwanger werden. Die Frauen sind verhasst, werden als Huren ...

1941 wird Norwegen von den deutschen besetzt und immer wieder kommt es dazu das sich norwegische Frauen in deutsche Soldaten verlieben und schwanger werden. Die Frauen sind verhasst, werden als Huren und Deutschenmädchen beschimpft. Die Kinder wurden ihnen weggenommen und im Kinderheim des Vereins Lebensborn untergebracht.
In dem Buch erfahren wir die düstere Geschichte von Lisbet und Oda, die einen hohen Preis für ihre Liebe zahlen müssen. Ein Thema das nahe geht und mir bis dato unbekannt war.
In einem zweiten Handlungsstang geht es um Marie, die 2005 in einem Heim arbeitet um mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren. Dort freundet sie sich mit der 84 jährigen Betty an, die aus Norwegen stammt.
Beide Geschichten sind spannend und vor allem sehr einfühlsam beschrieben, man leidet als Leser mit und möchte gerne helfen und trösten. Man kann zwar recht bald erahnen wie die beiden Geschichten zu einer werden, jedoch bleibt es spannend auf welchem Weg dies geschehen wird.
Die Autorin hat hervorragende Recherche betrieben und ein Thema bearbeitet dass wohl vielen unbekannt war. Noch heute leiden viele Betroffene darunter nichts über ihre Abstammung zu erfahren, da Akten größtenteils vernichtet wurden. Viele Betroffene habe aus diesem Grund sogar Selbstmord begangen.
Die Geschichte von Lisbet und Oda ist eine fiktive Geschichte, basiert aber auf realen Ereignissen, die emotional sehr berührend sind. Mit vielen bewegenden Sätzen hat es Linda Winterberg geschafft mich sehr zu berühren, das Buch bleibt sicherlich noch sehr lange in meiner Erinnerung.
Einen halben Stern abziehen würde ich weil es mir hier und da ein wenig zu viel Zufall gegeben hat und weil ich die Person Jan als überflüssig wahrgenommen habe, dies ist aber schon jammern auf hohem Niveau weil ansonsten alles bis zur letzten Seite stimmig ist und den Leser mit in eine Welt nimmt, der er so schnell nicht entfliehen kann.