Profilbild von honigbuch

honigbuch

Lesejury Star
offline

honigbuch ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit honigbuch über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2025

Einsam glücklich

Die Frau und der Fjord
0

Gro trauert um ihren geliebten Ehemann. Sie hält die Welt um sich herum nicht mehr aus und flüchtet in ihrem Schmerz ganz in den Norden Norwegens auf die Lofoten. Sie bezieht ein einsames Haus an einem ...

Gro trauert um ihren geliebten Ehemann. Sie hält die Welt um sich herum nicht mehr aus und flüchtet in ihrem Schmerz ganz in den Norden Norwegens auf die Lofoten. Sie bezieht ein einsames Haus an einem Fjord, ohne Kontakt zur Außenwelt. Hier gibt es kein Internet oder Fernsehen. Nur ein altes Funkgerät und die Bücher des Vorbesitzers stehen ihr zur Verfügung. So erlebt sie die Härte aber auch die Schönheit und Stärke der Natur. Sie versucht sich aus der Natur zu ernähren und reaktiviert viele Rezepte ihrer Familie. So versucht sie zu heilen und gleichzeitig bleibt die Welt nicht stehen. Neue Probleme aber auch Beziehungen drängen sich in ihr Leben und müssen von ihr bewältigt werden. Ich habe diesen Roman schon allein durch diese wunderschönen Landschaftsbeschreibungen Norwegens geliebt. Gro steht an einem völlig anderen Punkt in ihrem Leben als ich, obwohl wir im selben Alter sind. Dennoch fand ich die Entwicklung, die sie in dieser Geschichte durchläuft, sehr inspirierend. Gro konnte in die Einsamkeit abtauchen, um zu sich selbst zu finden. Das ist nicht jedem möglich, aber sich dennoch auf die Suche nach sich selbst zu machen, durchaus. Ein wunderbares Buch über Trauerbewältigung und Selbstfindung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2025

Sehr langatmig

Die Teehändlerin
0

„Die Teehändlerin“ von Susanne Popp
1838: Friederike Ronnefeldt lebt mit ihrem Mann Tobias und ihren vier Kindern in Frankfurt. Ihr Mann ist Geschäftsmann und betreibt einen Teeladen in der Innenstadt. ...

„Die Teehändlerin“ von Susanne Popp
1838: Friederike Ronnefeldt lebt mit ihrem Mann Tobias und ihren vier Kindern in Frankfurt. Ihr Mann ist Geschäftsmann und betreibt einen Teeladen in der Innenstadt. Um mehr über Tee zu lernen, begibt er sich auf eine weite Reise nach China und lässt seine Familie in Frankfurt zurück. Nicht ahnend, dass der Prokurist, der in seiner Abwesenheit die Geschäfte führen soll, ein ganz durchtriebener Kerl ist, der seinem Geschäft und seiner Familie nichts Gutes will. Friederike ist somit auf sich allein gestellt, und muss sowohl den Laden als auch sich selbst retten. Uns begegnen in diesem Buch viele bekannte historische Figuren. Und auch die Geschichte des Tees hat mir gut gefallen. Leider konnte mich das Buch dennoch nicht besonders fesseln. Es war eines der Bücher, an denen ich monatelang gelesen habe, weil ich es zwischendurch einfach furchtbar langatmig fand. Gespräche waren mir zu sehr in die Länge gezogen und Handlungen oft vorhersehbar. Der zweite Band steht ebenfalls noch in meinem Regal. Ich bin mir jedoch noch nicht sicher, ob ich den noch lesen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2025

Leid und Liebe

Die Sonntagsschwestern
0

Von einem Tag auf den anderen ist der Vater nicht mehr da. Die Mutter fällt in eine tiefe Depression und die drei Schwestern, Hanne, Mone und Jessy sind sich selbst überlassen. Dies schweißt die Geschwister ...

Von einem Tag auf den anderen ist der Vater nicht mehr da. Die Mutter fällt in eine tiefe Depression und die drei Schwestern, Hanne, Mone und Jessy sind sich selbst überlassen. Dies schweißt die Geschwister zusammen. Im Erwachsenenalter versucht Hanne weiterhin die Familie zusammenzuhalten und hält, komme was wolle, an ihren Sonntagstreffen fest. Doch dann erfährt Hanne, dass sie unheilbar erkrankt ist. In all der Hoffnungslosigkeit und Schwere hält die Familie eng zusammen. Dieses Buch ging mir sehr nahe. Man spürt, dass die Autorin genau weiß, von was sie da schreibt. Die Gefühle die Hanne aber auch die Schwestern durchleben sind von solcher Intensität, dass sie nur jemand beschreiben kann, der sie erlebt hat. Neben all dem Leid und der Trauer geht das Leben der anderen Protagonistinnen weiter. Sie erleben ihr eigenes Leben mit Höhen und Tiefen. Und es wird begreiflich, dass das Leben nicht stehen bleibt. Das das Glück Nachbar der Tragödie ist und in all der Traurigkeit auch Licht zu finden ist. Ein sehr persönliches Buch der Autorin, da es auch über sie sehr viel erzählt. Wunderschön geschrieben, zum Weinen und Lachen, mit Tiefgang und doch einer gewissen Leichtigkeit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2025

Darfs ein bisschen mehr sein?

Greta & Valdin
0

Greta und Valdin sind Geschwister und leben zusammen in Neuseeland. So schrill und farbenfroh wie das Cover sind auch sie und ihre gesamte Familie. Ihr Vater kommt aus Russland ihre Mutter ist Maori, was ...

Greta und Valdin sind Geschwister und leben zusammen in Neuseeland. So schrill und farbenfroh wie das Cover sind auch sie und ihre gesamte Familie. Ihr Vater kommt aus Russland ihre Mutter ist Maori, was sie in Neuseeland zu einer Minderheit macht. Auch ihr Liebesleben ist bewegt. Während Greta unglücklich in Holly verliebt ist und versucht sich mit „Heterogeschichten“ abzulenken, trauert Valdin noch immer seiner großen Liebe Xabi hinterher. Ein Mann den er einfach nicht vergessen kann. Wir wechseln ständig die Perspektive zwischen Valdin und Greta und bekommen so einen Rundumblick dieser ziemlich verrückten Familie. Denn wer hier was mit wem hat und aus welchem Grund ist nicht so ganz klar. Verwirrend auch, dass mehrere Protagonisten denselben Namen haben oder einfach auch mal mehrere Namen. Die Gespräche waren Girlmore Girls-like. Witzig aber teilweise auch sinnlos. Auch die Handlung ist leider eher mager. Ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss, dass aber sehr unterhaltsam und kurzweilig ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.04.2025

Das Klavier im Raum

Die Summe unserer Teile
0

Lucy wohnt, mit Oliver in einer WG in Berlin. Sie wähnt sich weit weg vor ihrer besitzergreifenden Mutter, als diese ihr plötzlich einen Konzertflügel liefern lässt. Der riesige Flügel nimmt nicht nur ...

Lucy wohnt, mit Oliver in einer WG in Berlin. Sie wähnt sich weit weg vor ihrer besitzergreifenden Mutter, als diese ihr plötzlich einen Konzertflügel liefern lässt. Der riesige Flügel nimmt nicht nur Raum in Lucys Zimmer ein, sondern auch in ihren Gedanken. Sie flieht nach Polen. An den Ort aus dem ihre Großmutter einst stammte. Die selbst aber im Zweiten Weltkrieg in den Libanon geflohen ist. Mit ihrer Mutter hat Lucy seit drei Jahren nicht mehr gesprochen. Um aber mehr über ihre Großmutter zu erfahren, wagt sie eine Kontaktaufnahme. Das Cover und auch der Titel des Buches haben mich sehr angesprochen. Umso enttäuschter war ich vom Inhalt. Die drei Protagonistinnen sind sich leider extrem ähnlich und bleiben eher farblos. Ihre Probleme blieben mir fremd. Für mich lief das alles unter: Jammern auf hohem Niveau. Da ist die Tochter traumatisiert, weil sie als Kind gezwungen wurde Klavier zu üben. Mittlerweile erwachsen, schafft sie es dann nicht mit ihrer Mutter zu sprechen und dieser Grenzen aufzuzeigen. Stattdessen bricht sie den Kontakt ab, lässt sich ihr Leben aber weiter von den Eltern finanzieren. Der Vater wird gleich mit bestraft, als würde er gar nicht existieren. Ist jedoch ein berühmter Psychologe, der es aber scheinbar auch nicht schafft, eine normale Beziehung zu Frau und Tochter zu führen. Mich hat dieses Buch nur aufgeregt. Wie sich gesunde junge Menschen aus falschem Stolz ihr Leben so versauen können, ist für mich unbegreiflich. Dieses ständig Ungesagte, dieses wegrennen vor Problemen, dieses mimosenhafte Gehabe hat mich einfach nur wütend gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere