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Veröffentlicht am 13.06.2025

Sehr unterhaltsamer Roman über den nicht alltäglichen Pflägealltag.

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
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Es geht wieder rund im Haus Sonnenuntergang! Einerseits verbreitet jemand schlechte Rezensionen über Sybille und ihre Kollegen im Pflegeheim. Andererseits will diese unbedingt mit den Bewohnern an der ...

Es geht wieder rund im Haus Sonnenuntergang! Einerseits verbreitet jemand schlechte Rezensionen über Sybille und ihre Kollegen im Pflegeheim. Andererseits will diese unbedingt mit den Bewohnern an der "Ü-80-Show" - einer Quizshow für Senior:innen - teilnehmen.

Heimleiter Otterle ist natürlich dagegen. Aber Sybille wäre nicht Sybille, wenn sie nicht einen Weg finden würde, um ihren Willen durchzusetzen!

Nebenbei steht ihre "Slimmy-Jimmy-Diät" an und sie kümmert sich um den Wellensittich Bulli ihrer Nachbarn - da ist Chaos vorprogrammiert!

Bereits zum dritten Mal durfte ich dem nicht ganz so alltäglichen Pflegealltag im Haus Sonnenuntergang beiwohnen. Sybille ist ein liebenswerter Schussel, der sich immer wieder in die skurrilsten Situationen bringt - und irgendwie trotzdem immer ungeschoren davonkommt. Der Band kann unabhängig von den Vorgängern gelesen werden.

Die ersten beiden Bände habe ich als Hörbuch - von der Autorin persönlich in schönstem Schwäbisch eingesprochen - genossen. Mir nicht klar, dass das auch im gedruckten Werk teilweise so ist, hab mich aber köstlich amüsiert dabei.

Mit viel Liebe und Engagement versucht Sybille nur das Beste für die Bewohner des Hauses Sonnenuntergang. Dass sie dabei auch mal übers Ziel hinausschießt, macht das Buch gleich nochmal mal unterhaltsamer und liebenswerter! Auch die Nebenstränge, wie das Beaufsichtigen des Wellensittichs, ihre Diät, zu der sie genug Essen muss, wegen des Jojo-Effektes, bieten genügend Anlass, herzlich zu schmunzeln!

Otterle ist ja nicht gerade ein Fan unserer liebsten Pflägekraft (Eigenschreibweise der Autorin), und so will ihre Idee mit der Teilnahme an der Quizshow auf keinen Fall umsetzen. Und wenn es schon sein muss, dann ganz sicher nicht mit ihr vor der Kamera. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Und so schafft es Sybille mit mehr Glück als Verstand, dass sich letzten Endes (fast) alles zum Guten wendet.

Auch wenn das Leben im Heim sehr überzeichnet ist, macht es doch Spaß, davon zu lesen. Und Hoffnung, dass Senioren und Seniorinnen nicht nur dort geparkt, sondern wirklich umsorgt werden!

Fazit: Sehr unterhaltsamer Roman über den nicht alltäglichen Pflägealltag.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Viel Nordseeflair, der nicht ganz über die Lücken in der Geschichte hinwegtrösten kann.

Wellenverliebt
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"Sagte ich schon, dass ich Zufälle hasse? Sie waren so ... zufällig. Nicht planbar, unvorhergesehen, und das passte mir nicht, passte niemals."
Kapitel 11
Doch momentan wird Jenna von Zufällen gebeutelt. ...

"Sagte ich schon, dass ich Zufälle hasse? Sie waren so ... zufällig. Nicht planbar, unvorhergesehen, und das passte mir nicht, passte niemals."
Kapitel 11
Doch momentan wird Jenna von Zufällen gebeutelt. Zufällig ist ihre Wohnung abgebrannt, ihr einziger Zufluchtsort: Ihre Freundin Anne, doch die lebt ausgerechnet auf Sylt. Zufällig hat Jenna seit ihrer Kindheit panische Angst vor dem Wasser, da ist ein Leben auf einer Insel das letzte, was sie möchte.
Prompt gerät sie schon kurz nach ihrer Ankunft in eine Notsituation und wird von Rettungsschwimmer Finn gerettet. Zufällig kennt sie Finn, er war ihre erste große Liebe. Doch jetzt hat er eine 14jährige Tochter, da ist das Flattern in Jennas Magengrube gar nicht erwünscht.
Dies ist der zweite Teil der "Verliebt auf Sylt" Reihe, und ich habe den ersten Band gemocht. Die Protagonisten aus dem ersten Teil haben einen kurzen Gastauftritt, "Wellenverliebt" ist aber ein eigenständiger Roman, der unabhängig vom Vorgänger gelesen werden kann.
Wie im ersten Band wird die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt, Jennas und Noahs, was ein gutes Verständnis für die beiden schafft. Die Chemie zwischen den beiden stimmt von Anfang an und ist gut spürbar.
Jenna ist eine Protagonistin mit Ecken und Kanten, einer schweren Vergangenheit und einer eigenen Art zu leben. Mit derben Boots und schwarzen Shirts mit Totenkopf drauf ist sie herrlich unangepasst - und will auch so gar nicht auf die Insel passen. Das hat mir gut gefallen.
Womit ich mir schwer tat, ist Jennas hartnäckiges Festhalten daran, dass es zu Noahs Tochter Emma eine Mutter geben muss, er somit verheiratet ist und ihn immer wieder vor den Kopf stößt - ohne einmal nach seinem Beziehungsstatus zu fragen. Dass sich dieses Missverständnis erst nach mehr als der Hälfte des Buches aufgeklärt hat, hat es etwas in die Länge gezogen.
Jennas Freundin Anne ist ein Plappermaul, ich fand sie manchmal ein wenig anstrengend und teenagerhaft.
Noah ist ein liebevoller und gewissenhafter Vater, der sich gut um seine Tochter Emma kümmert, aber gerne wieder eine Frau an seiner Seite hätte.
Gegen Ende wurde es dann noch ein wenig dramatisch, das war für mich nicht ganz stimmig und etwas zu viel. Auch dass Jenna durch die Liebe dann doch eine "normale" Frau in "normaler" Kleidung wird, hätte ich nicht gebraucht.
Der wirkliche Star ist Sylt, das Meer, die Dünen, das Auenland von Sylt, diese Beschreibungen haben mir sehr gut gefallen und für ein Extra-Sternchen gesorgt.
Fazit: Viel Nordseeflair, der nicht ganz über die Lücken in der Geschichte hinwegtrösten kann.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Ein unterhaltsamer aber auch nachdenklicher Roman über neue Liebe im hohen Alter und neues Glück.

Jünger geht immer!
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"Manchmal wünschte ich, jemand würde mir auf die Schulter klopfen und sagen: April, April, das ist gar nicht dein Leben."

Kapitel 5

Gerade jetzt ist so ein Moment. Akribisch hat Anne die Feier zur goldenen ...

"Manchmal wünschte ich, jemand würde mir auf die Schulter klopfen und sagen: April, April, das ist gar nicht dein Leben."

Kapitel 5

Gerade jetzt ist so ein Moment. Akribisch hat Anne die Feier zur goldenen Hochzeit ihrer Eltern organisiert, dekoriert, geplant. Und jetzt verkündet ihre Mutter - statt liebevoller Worte - die Trennung von ihrem Vater! Als wäre das nicht genug, lernt Anne kurz darauf Johannes, den neuen Lebensgefährten ihrer Mutter, kennen. Und der ist 15 Jahre jünger. Gemeinsam mit ihrer Walking-Gruppe sagt Anne dieser Beziehung den Kampf an. Denn dass der Neue der Liebe wegen bei ihrer Mutter bleiben wird, können sie sich nicht vorstellen. Um auf Nummer sicher zu gehen, möchte Anne auch noch Tom, Johannes Sohn, mit ins Boot holen.

Doch der hat vollstes Verständnis für seinen Vater und Annes Mutter, und irgendwie will er Anne nicht mehr aus dem Kopf. Sie beginnt, ihre lieblos gewordene Ehe zu hinterfragen ...

Auch wenn das Cover eher humorvoll ist, so sind Ellen Bergs Bücher immer ein wenig ernster als erwartet. Gibt es ein "zu spät" für eine neue Liebe, für ein neu ausgerichtetes Leben? Anne ist es gewohnt, zu funktionieren. Ob im Büro als Angestellte ihres Mannes oder Tochter oder Mutter ihren Kindern gegenüber. Sie wagt neu Outfits, eine neue Frisur - und das Interesse der Männer lässt nicht lange auf sich warten. Doch will sie das überhaupt? Natürlich schmeichelt es, wenn ein jüngerer Mann einem Komplimente macht. Aber gilt das, was sie ihrer Mutter über Beziehungen zu einem deutlich jüngeren Mann sagt, nicht auch für sie selbst?

Wie immer fliegen die Seiten nur so dahin, trotz des manchmal auch traurigen Themas unterhaltsam und lustig, und mit ein paar romantischen Szenen! Anne verrennt sich völlig und will unbedingt einen Keil zwischen Johannes und ihre Mutter treiben. Denn wenn diese im hohen Alter eine neue Liebe wagen kann, warum sie selber nicht auch?

Mir hat "Jünger geht immer" gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf Ellen Bergs nächstes Buch!

Fazit: Ein unterhaltsamer aber auch nachdenklicher Roman über neue Liebe im hohen Alter und neues Glück.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Herausfordernde aber faszinierende Geschichte über eine bewegte Vergangenheit und zwei Autoren, die versuchen, diese und einander zu greifen.

Great Big Beautiful Life
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"Verstehe", antworte ich. "Aber versuche heute, die anderen Quadrate zu ignorieren. Ich möchte wissen, wie es war, du zu sein."
Sie lächelt breit. "Eine Zeit lang", sagte sie, " war es zauberhaft."
Seite ...

"Verstehe", antworte ich. "Aber versuche heute, die anderen Quadrate zu ignorieren. Ich möchte wissen, wie es war, du zu sein."
Sie lächelt breit. "Eine Zeit lang", sagte sie, " war es zauberhaft."
Seite 235
Ja, es war zauberhaft, das Leben von Margaret Ives. Nachfahrin einer Mediendynastie, reiche Tochter, die mit jeder Faser feierte und lebte. Bis sie verschwand, völlig von der Bildfläche und aus Skandalblättchen, ihren Aufenthaltsort scheint niemand zu kennen.
Doch Alice Scott ist hartnäckig, seit jeher fasziniert von der Geschichte der Ives und findet eine Spur. Als sie eingeladen wird, Margarets Biografie zu schreiben, ist sie überglücklich. Bis sie auf Hayden Anderson trifft. Pulitzer-Preis-Träger und ebenfalls bemüht, dieses Buch zu schreiben. Margaret verpflichtet sie zu einem Probemonat, getrennt voneinander will sie den beiden ihre Geschichte erzählen. Doch sie verrät immer nur Bruchstücke. Und den beiden Autoren ist es strikt untersagt, sich auszutauschen.
Dennoch laufen sich Alice und Hayden immer wieder über den Weg - und in die Arme, denn die Anziehung zwischen den beiden lässt sich nicht leugnen ...
Der neue Roman von Emily Henry dreht sich um zwei Handlungsstränge - einerseits die bewegte Vergangenheit von Margaret Ives und ihrer Familie und Alice und Scott, die versuchen, diese einzufangen. Normalerweise verschlinge ich Emily Henrys Bücher fast in einem Rutsch, bei diesem habe ich Häppchen gebraucht. Margarets Geschichte ist langatmig und reicht weit in die Vergangenheit, erst sehr spät wird klar, warum das nötig ist. Ich hatte etwas Mühe, mir all diese Personen zu merken und sie einzuordnen. Ehrlich gesagt hätte ich gerne einen Auszug aus dem Stammbaum der Family Ives zum Nachblättern gehabt.
Ganz anders die Begegnungen von Alice und Hayden. Die beiden haben mich vom ersten Aufeinanderprallen weg fasziniert. Ein typischer Grumpy/Sunshine Trope, wobei die zwei vielschichtig sind und wir langsam erfahren, warum sie so sind, wie sie sind. Beide sind fest entschlossen, diesen Auftrag zu bekommen und sich streng an ihre Verschwiegenheitsklausel zu halten. So lernen sie sich abseits der Arbeit kennen, ihre Schicksale, ihre Gefühle, ihre Familien und bald tritt die Konkurrenz um diesen Traumjob in den Hintergrund - und schwebt doch wie ein Damoklesschwert über ihnen.
Ich mag es, dass die Autorin keine einfachen, glatten Protagonisten zeichnet, sondern reale Menschen, mit Ecken, Kanten und Problemen.
Auf den letzten Seiten überschlagen sich die Ereignisse, lose Fäden werden zu einem dicken Strang und ich hatte mehr als einen Überraschungsmoment.
Und so reiht sich "Great big beautiful life" - trotz meiner kleinen Schwierigkeiten mit Margarets Vergangenheit - nahtlos in die Reihe meiner Lieblingsbücher ein. Wenn Emily Henry draufsteht, muss ich´s lesen!
Fazit: Herausfordernde aber faszinierende Geschichte über eine bewegte Vergangenheit und zwei Autoren, die versuchen, diese und einander zu greifen.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Eine liebenswerte Romance mit Humor und Tiefe.

The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?
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"Wie war es nur so weit gekommen? Vielleicht würde das irgendwann der Titel meiner Autobiografie."
Ja, wie war es nur soweit gekommen? Eigentlich ist Maes Alltag von viel Arbeit und wenig Abwechslung geprägt. ...

"Wie war es nur so weit gekommen? Vielleicht würde das irgendwann der Titel meiner Autobiografie."
Ja, wie war es nur soweit gekommen? Eigentlich ist Maes Alltag von viel Arbeit und wenig Abwechslung geprägt. Als Bibliothekarin verdient sie nicht genug, um die Arztrechnungen ihrer Mutter zu bezahlen, also arbeitet sie nach Feierabend als Bedienung. Dazwischen bleibt nicht viel Zeit. Und jetzt? Seit NFL-Star Chris in ihr Leben getreten ist, überschlagen sich die Ereignisse.
Ich mochte Mae von Anfang an. Fleißig, fast schon zu hilfsbereit, und als Bibliothekarin genau der Typ Frau, von dem man als leidenschaftliche Leserin gern erzählt bekommt. Ihr ist der Status von Chris völlig egal, und das beeindruckt ihn.
Chris ist liebenswert, ein durchtrainierter Schrank von einem Mann, mit dem Herz am rechten Fleck. Nach einem Skandal hat er sich in Maes Heimatörtchen zurückgezogen. Um seinen Ruf wieder herzustellen, macht er Mae ein unverschämtes Angebot - das sie dennoch nicht ausschlagen kann.
Ich habe mir eine locker-leichte Romance versprochen, mit lustigen Szenen. Doch ich habe viel mehr bekommen! Mae versucht alles alleine zu stemmen, denn von ihrem Vater hat sie nur gelernt, dass man sich auf niemanden verlassen kann. Und Chris würde alles tun für die Menschen, die er mag. Und er mag Mae, ihre unkonventionelle, freche Art, ihren Humor.
Sie tut sich sehr schwer damit, seine Hilfe anzunehmen - und ihre eigenen Gefühle. Mae hat keine Modelmaße und steht perfekt dazu, das hat mir sehr gut gefallen.
Die zwei zusammen lassen die Funken fliegen und haben doch Tiefe. Beide haben ihre Gründe, so zu sein, wie sie sind. Ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich näher kennenlernen, anziehen, wegstoßen, füreinander da sind, war herzerwärmend und unterhaltsam.
Die Geschichte fließt nur so dahin, mit ein paar unvorhergesehenen Wendungen, prickelnd aber nicht zu spicy.
Klare Empfehlung.
Fazit: Eine liebenswerte Romance mit Humor und Tiefe.

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