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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2024

Weniger ist mehr

Wer zu spät kommt, den belohnt das Leben
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Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Minimalismus und dem räumlichen Verkleinern, deswegen habe ich mich gefreut, auf diesen Roman gestoßen zu sein.
Die Autorin kannte ich schon durch ihre vorherigen ...

Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Minimalismus und dem räumlichen Verkleinern, deswegen habe ich mich gefreut, auf diesen Roman gestoßen zu sein.
Die Autorin kannte ich schon durch ihre vorherigen Bücher, deshalb war meine Erwartung groß: Und sie wurde nicht enttäuscht.
Man kommt sehr leicht in die Geschichte hinein. Gleich zu Beginn trifft man auf die Protagonistin Ella, die sich von ihrem Mann getrennt hat und jetzt als Experiment in ein Tiny House zieht.
Ich fand sie von Anfang an sympathisch.
Allerdings hat mir hier gefehlt, dass wir auf ihre Ausmist-Reise mitgenommen werden. Denn als das Buch beginnt, hat sie sich eigentlich schon von allem materiellen getrennt und ist dabei umzuziehen. Das fand ich ein bisschen schade, denn hier habe ich mir auch etwas Inspiration erwartet.
Überhaupt geht es in meinen Augen nur um Rande um das "Wenig-Besitzen". Es geht mehr darum, wie völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen und dennoch miteinander auskommen (müssen), um verdrängte Gefühle und Trauer, um eine Reise zu sich selbst.
Das hat mir sehr gut gefallen, weil viele Aspekte abgedeckt werden, die einem selbst in seinem Leben begegnen.
Neben Ella fand ich auch die anderen Figuren gelungen. Sie sind sehr unterschiedlich, aber jeder ist auf seine Art authentisch.
Die Liebesgeschichte war schön und hat das ganze nochmal etwas gemütlicher gemacht, hätte ich aber nicht unbedingt gebraucht, weil sie - zumindest am Anfang - sehr vorhersehbar war. Die Entwicklung fand ich dann aber wieder toll.
Auch der Schreibstil gefällt mir: Sehr ruhig, manchmal fast sachlich, aber dennoch gefühlvoll.
Ich hatte einige sehr schöne Lesestunden und werde mich jetzt weiter ans Ausmisten machen :)

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.09.2024

Tod für Geld

Death TV
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Die Handlung des Buches ist in einer früher Zukunft angesiedelt. Das Leben unterscheidet sich nicht von unserem jetzigen, allerdings das Unterhaltungsprogramm. Dass es eine Show gibt, in der sich Menschen ...

Die Handlung des Buches ist in einer früher Zukunft angesiedelt. Das Leben unterscheidet sich nicht von unserem jetzigen, allerdings das Unterhaltungsprogramm. Dass es eine Show gibt, in der sich Menschen live im TV umbringen lassen und das von Millionen Menschen gesehen wird, ist ekelhaft - aber für den Plot unheimlich spannend.

Wie das Ganze abläuft, erfährt man schon im Prolog. Danach lernt man die Protagonistin Frankie kennen. Sie ist Mentalistin, hält sich ganz gut damit über Wasser, benötigt aber dringend Geld. Also entscheidet sie sich für die Teilnahme in der Show, damit ihre Erben von ihrem Tod profitieren können.

Der Aufbau ist richtig gut gemacht: Man begleitet Frankie in ihrem Alltag und lernt sie so gut kennen. Immer wieder gibt es Rückblenden, die ihren Weg zur "Todes-Attraktion" begleiten. Hier wird erklärt, wie alles abläuft und so werden geschickt diese wichtigen Informationen in die Handlung eingebettet. Ich konnte die Rückblenden immer kaum erwarten, weil sich während des Lesens immer wieder Fragen ergeben, die dann beantwortet werden.

Toll fand ich auch, dass man nie genau wusste, wer ist jetzt Freund und wer Feind von Frankie. Denn es könnte ja auch die Agentur dahinter stecken - vielleicht sogar ihr Mörder? Ich habe immer wieder umgeschwenkt und meine Sympathien neu verteilt. Das mag ich.

Es gibt ja einige Bücher, die das Umbringen von Menschen zur Unterhaltung anderer als Plot haben. Hier hat mir aber gefallen, dass sich die Protagonistin freiwillig dafür entscheidet und dass zwar die Art und Weisen, wie jemand umgebracht wird, genannt wird, aber nicht blutrünstig beschrieben. Es geht hier nicht darum, den Leser durch Blut zu schocken, sondern eher damit, wie "normal" ein Mord zur Unterhaltung werden kann. Und das ist es auch, was dieses Buch für mich ausmacht.

Ein Thriller ist es in meinen Augen nicht unbedingt, dafür ist es zu ruhig und an manchen Stellen fast schon zu sachlich. Aber ich könnte es jetzt auch keinem anderen Genre direkt zuordnen. Deswegen geht das in Ordnung.

Das Ende hingegen... hm... da bin ich noch hin- und hergerissen. Es passt zum Rest des Buches, ist aber auch leider etwas zu erwartbar. Nicht in jedem Detail, hier wurde ich auch noch überrascht, aber im Großen und Ganzen kann man damit rechnen, dass es so ausgeht.

Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden, denn ich hatte schöne Lesestunden!

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Für immer leben?

Die Abschaffung des Todes
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Ein neuer Eschbach - also muss ich ihn lesen!

Wieder einmal schafft es der Autor, ein sehr aktuelles Thema aufzugreifen, diesmal geht es darum, dem Tod von der Schippe zu springen und ewig zu leben. ...

Ein neuer Eschbach - also muss ich ihn lesen!

Wieder einmal schafft es der Autor, ein sehr aktuelles Thema aufzugreifen, diesmal geht es darum, dem Tod von der Schippe zu springen und ewig zu leben. Klingt im ersten Moment auf jeden Fall verlockend und ich war gespannt, wie Eschbach es diesmal umsetzt, sodass es auch real wirkt.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht James Windover. Der Protagonist ist Herausgeber einer exklusiven Zeitung für Milliardäre, in der reine Fakten genannt werden.
Er ist super sympathisch, da er sehr rational denkt und handelt und außerdem das Gute im Sinn hat. Im Laufe des Buches erfährt man mehr über ihn und sein Privatleben, was ich persönlich mag, da man so eine bessere Beziehung zum Prota aufbaut.

Spannend war das Buch sicher nicht von der ersten Seite, sondern erstmal informativ. Es dauert auch ein Weilchen, bis James den gleichen Wissenstand hat wie der Leser, da wir durch den Klappentext schon mehr Informationen hat, worum es bei dem mysteriösen Start-Up eigentlich geht.
Das hat mich nicht gestört.

Ich mag es, wenn wissenschaftliche Dinge erklärt werden, das darf dann auch ruhig ein bisschen ausführlicher sein. Ob natürlich alles so stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber es hat für mich Sinn gemacht. Es wurde also gut für Laien heruntergebrochen.

Ein klassischer Thriller ist das Buch nicht, aber Gänsehaut hatte ich beim Lesen trotzdem. Denn das Thema schafft es, einen zum Nachdenken anzuregen und irgendwie ist es sehr "gruselig", aber auf eine gute Art und Weise.

Die Handlung wird ausführlich erzählt, dadurch zieht sich das Buch ein bisschen, aber das hat mich nicht gestört. Ich mag den Schreibstil und die Erzählweise von Eschbach sehr, deswegen habe ich das Lesen sehr genossen.
Am Ende wird es dann noch rasant, so wie man es von seinen Büchern kennt, deswegen habe ich nichts zu meckern.

Mir hat das Buch wieder gut gefallen!

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Tod durch Töne?

Tödlicher Schall
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Endlich geht die Geschichte rund um Matthias Hegel und Jula Ansorge weiter! Es wird wieder gemordet - und natürlich auch ermittelt. Auch wenn dieser - wie die vorherigen Bände - in sich abgeschlossen ist, ...

Endlich geht die Geschichte rund um Matthias Hegel und Jula Ansorge weiter! Es wird wieder gemordet - und natürlich auch ermittelt. Auch wenn dieser - wie die vorherigen Bände - in sich abgeschlossen ist, empfehle ich, die Reihenfolge beim Lesen einzuhalten, denn dann kann man die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren einfach besser verstehen.

Es wird wieder gemordet in Berlin und auch diesmal steht Hegel im Mittelpunkt der Geschehnisse bzw. ist dafür verantwortlich. Er hat im Laufe seines Lebens wirklich viele Feinde angehäuft, die ihm etwas Böses wollen - und das ist mein erster kleiner Mini-Kritikpunkt. Die komplette Handlung beruht auf eine persönliche Abrechnung des Täters und Hegel, aber gerade in Hinblick auf den vierten Teil wäre es abwechslungsreicher gewesen, wenn diesmal ein anderer Ausgangspunkt gewählt worden wäre.

Nichtsdestotrotz ist die Story spannend - und zwar von Anfang an. Es geht wieder viel um das Hören, hier ist Hegel ja der Profi. Ich fand es super interessant zu lesen, welche akustischen Phänomene es gibt und wie diese als Waffe eingesetzt werden können. Die Erklärungen hierzu waren für mich als Laien nicht zu langatmig und sogar einigermaßen verständlich - auch wenn ich natürlich nicht beurteilen kann, ob das wirklich alles so stimmt und in der Realität funktionieren würde. Das stört mich aber nicht.

Es beginnt eine Jagd nach Hegels ehemaligen Freund und Studienkollegen Vries, der Rache nehmen möchte. Für was, weiß man lange Zeit gar nicht genau. Ich fand es super, dass man von Anfang an wusste, wer der Täter ist. Es wurde auch immer wieder aus dessen Sicht erzählt. Trotzdem wurde nicht zu viel vorweggenommen, sodass es spannend blieb und es offene Fragen gab, über die man während des Lesens rätseln konnte.

Genervt haben mich diesmal leider sehr Julas kleiner Bruder und sein bester Freund. Friedrich und Elias kennt man ja schon aus den Vorgängern und ja, sie sind Teenies - aber trotzdem konnte ich mir bei ihren Handlungen nur immer wieder die Hand vor den Kopf schlagen. Für mich hätten sie nicht so viel Raum einnehmen müssen.

Richtig gut war aber das Ende. Erst denkt man, es ist vorbei und man ist so einigermaßen zufrieden - aber dann kommt der richtige Showdown, der wirklich überraschend ist und nochmal alles an Spannung bietet, was ein guter Thriller braucht. Super! Und wirklich ganz zum Schluss wurde noch ein ganz fieser Cliffhanger eingebaut - ich freue mich also auf Band 6!

Insgesamt bin ich mit kleine Abzügen zufrieden. Es ist nicht der stärkste Teil der Reihe, aber absolut lesenswert.
Von mir gibts 4 Sterne!

Veröffentlicht am 14.08.2024

Zwei die sich finden

Funny Story
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Wenn man den Klappentext des Buches liest, dann erwartet man eine Liebesgeschichte, deren Ausgang man schon kennt, ein paar witzige Situationen und gute Unterhaltung. Genau das bekommt man auch - aber ...

Wenn man den Klappentext des Buches liest, dann erwartet man eine Liebesgeschichte, deren Ausgang man schon kennt, ein paar witzige Situationen und gute Unterhaltung. Genau das bekommt man auch - aber meiner Meinung nach noch einiges mehr, denn ich hätte nicht gedacht, dass so viel Tiefe in diesem Roman steckt.

Der Anfang des Buches ist sowohl lustig als auch tragisch, denn die Protagonistin Daphne wird kurz vor der Hochzeit sitzen gelassen und hat nur wenig Zeit, sich eine neue Bleibe zu suchen - also zieht sie zum Ex-Verlobten der Frau, für die sie sitzengelassen wurde. Eigentlich total traurig, aber so locker und lustig geschrieben, dass man eher schmunzeln als weinen muss.

Daphne ist eine sehr sympathische Protagonistin. Das liegt nicht nur daran, dass sie in einer Bücherei arbeitet und Bücher liebt, sondern dass sie Rücksicht auf andere nimmt und sich selbst nicht in der Vordergrund stellt. Etwas mehr Selbstbewusstsein könnte sie vertragen, deswegen fand ich ihre Entwicklung innerhalb des Buches auch richtig schön.

Richtig ans Herz gewachsen ist mir allerdings ihr Zweck-Mitbewohner Miles. Er hat eine Art an sich, mit Menschen umzugehen, dass man ihn einfach mögen muss. Er ist offen, herzlich und denkt zuerst an andere.

Dass die Zwei also gut zusammen passen, sieht man auf den ersten Blick. Vor allem besser als ihre Ex-Partner. Diese wurden allerdings auch etwas zu einseitig dargestellt, es ist von Anfang an klar, wen der Leser mögen soll und wen nicht. Bei diesem Genre stört mich das nicht so sehr.

Unerwartet war für mich die Tiefe der Handlung. Denn es geht um mehr als dass sich zwei Menschen finden. In zahlreichen Situationen wird deutlich gemacht, worauf es im Leben eigentlich ankommt. Hier wird das Buch auch manchmal ernst und regt zum Nachdenken an. Das ist ein sehr großer Pluspunkt.

Einzig und allein hat es mich etwas gestört, dass es zum Ende hin doch sehr viel Hin und Her gibt, was ein bisschen künstlich wirkt. Das hätte ich nicht gebraucht.

Dennoch spreche ich für diese "Funny Story" gerne eine Leseempfehlung aus: 4 Sterne von mir!