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Veröffentlicht am 13.02.2018

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The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten
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Der Plot ist jetzt nicht unbedingt ungewöhnlich: Es gibt einen Serienkiller, der entführt Menschen und schickt einzelne Körperteile per Post zu den Angehörigen, bis schließlich die Leiche gefunden wird. ...

Der Plot ist jetzt nicht unbedingt ungewöhnlich: Es gibt einen Serienkiller, der entführt Menschen und schickt einzelne Körperteile per Post zu den Angehörigen, bis schließlich die Leiche gefunden wird. Es gibt einen Ermittler, der schon jahrelang hinter ihm her ist, aber ihn nicht zu fassen bekommt.

Trotzdem ist die Art und Weise, wie das Buch geschrieben ist, nicht gerade gewöhnlich. Zum einen stirbt der Mörder bereits zu Anfang des Buches und die Polizei ist weniger mit der Aufklärung, als mit der Suche nach dem letzten Opfer beschäftigt. Außerdem erhält der Leser drei verschiedene Perspektiven. Die einzelnen Kapitel sind entweder aus der Sicht der Ermittler oder des Opfers geschrieben. Dazwischen gibt es immer wieder Tagebucheinträge des Killers. Das hat mir richtig gut gefallen. Zum einen erfährt man so viel über die Kindheit des Mörders, zum anderen gibt es immer wieder kleine Cliffhanger innerhalb des Buches. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz, deswegen liest man automatisch immer weiter.

An sich hat mir auch die Story sehr gut gefallen. Sie ist über weite Strecken sehr spannend, man fiebert mit, vor allem weil man erlebt, wie es dem Opfer immer schlechter geht. Man hofft beim Lesen einfach, dass die Ermittler schnell genug sind, um die junge Frau noch zu finden. Trotzdem hatte der Thriller für meinen Geschmack ein paar Längen. Da wurde mir zu viel über die Ermittler und deren Privatleben geschrieben. Das hätte ich hier nicht unbedingt gebraucht.

Gegen Ende kommt es dann zu einer Wende, die man vielleicht schon erahnt, aber garantiert nicht so erwartet hat. Das hat den Plot auf jeden Fall nochmal aufgewertet. Außerdem schreit das Ende geradezu nach einer Fortsetzung. Ich werde das auf jeden Fall im Auge behalten.

Der Schreibstil ist nichts für schwache Nerven. Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, aber gerade die Praktiken des Mörders werden ziemlich brutal geschildert. Besonders extrem wird das meines Erachtens in den Tagebucheinträgen. Man muss es mögen, ich fand es in Ordnung, mehr hätte es aber nicht sein dürfen.

Insgesamt ein spannendes Buch, das Thriller-Liebhaber sicher gefallen wird. Von mir gibt es 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.02.2018

Wer ist der Ehemann?

Eine Leiche auf Abwegen
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Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Fall bzw. die zweite Frage (denn er ermittelt ja nicht, sondern beantwortet nur Fragen) von Samuel Hoenig. Man muss den Vorgänger nicht kennen, um die Geschichte ...

Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Fall bzw. die zweite Frage (denn er ermittelt ja nicht, sondern beantwortet nur Fragen) von Samuel Hoenig. Man muss den Vorgänger nicht kennen, um die Geschichte zu verstehen, jedoch empfehle ich es schon. Denn man kennt dann einfach die wichtigsten Personen, neben Samuel seine Mitarbeiterin Janet Washburn, bereits und so macht das Lesen einfach noch mehr Spaß.

Samuel Hoenig hat das Asperger-Syndrom und kann deswegen zwischenmenschliche Beziehungen nicht wirklich einordnen. Aus diesem Grund braucht er die Unterstützung von Janet, die eigentlich nicht mehr bei "Fragen beantworten", Samuels Geschäft, arbeiten möchte. Das hat sie am Ende des ersten Teils klar gemacht, deswegen war ich umso erfreuter, dass sie auch im zweiten Teil wieder auftaucht. Die Beiden sind einfach ein tolles Team, sie ergänzen sich super und einer wäre ohne den anderen nicht so erfolgreich. Es macht richtig Spaß zu verfolgen, wie sie sich immer besser kennenlernen und aufeinander eingehen. Für mich ist das das Highlight des Buches.

Der Fall bzw. die Frage an sich hat es aber auch wieder in sich: Ein Ehemann, der gar keiner ist? Und warum liegt er plötzlich tot in Samuels Büro? Ich will an dieser Stelle nichts vom Inhalt vorwegnehmen, doch wird es wieder sehr spannend und Samuel muss sehr viel kombinieren. Ich hatte Spaß daran, alles mitzuverfolgen, wurde aber gegen Ende etwas enttäuscht. Denn eine Sache ist sehr auffällig, sodass sie mir beim Lesen sofort aufgefallen ist. Samuel aber nicht. Deswegen hatte ich auch die Auflösung früher als sie im Buch auftauchte und das mag ich bei Krimis einfach nicht.

Gut gefallen hat mir wieder die Sprache: Die rationalen Dialoge zwischen Samuel und den anderen Personen sind einfach super. Aber auch die Missverständnisse, wenn er wieder etwas wörtlich nimmt, was aber übertragen gemeint ist. Da wird einem erstmal bewusst, wie kompliziert Sprache sein kann. Dabei schafft es der Autor, dass man seine Vorurteile gegen Menschen mit autistischen Zügen verliert, denn im Endeffekt zeigt er auf, dass man die Welt auf verschiedene Arten sehen kann. Letztendlich hat am Ende immer Samuel die Hosen an und lässt seine Gesprächspartner das ein oder andere Mal mit offenem Mund zurück.
Leider habe ich aber auch zwei Übersetzungsfehler gefunden, die mich schon etwas gestört haben.

Insgesamt hatte ich aber wieder viel Spaß beim Lesen. Ich hoffe, es wird noch einige weitere Teile geben: 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.02.2018

Super witzig!

Pseudonyme küsst man nicht
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Schon auf den ersten Seiten weiß man: Man hat ein Buch von Vera Nentwich in der Hand. Der Humor ist einfach unverkennbar und so ist es kein Wunder, dass man schon auf den ersten Seiten nicht aus dem Schmunzeln ...

Schon auf den ersten Seiten weiß man: Man hat ein Buch von Vera Nentwich in der Hand. Der Humor ist einfach unverkennbar und so ist es kein Wunder, dass man schon auf den ersten Seiten nicht aus dem Schmunzeln herauskommt.

Amanda Schneider ist eine wunderbare Protagonistin, die einfach ist, wie sie ist: Nicht so glamourös oder erfolgreich, wie ihr Pseudonym, unter denen sie ihre Liebesromane verfasst und bei weitem nicht in einer glücklichen Beziehung. Gerade deswegen, weil sie so herrlich normal ist, muss man sie sofort ins Herz schließen. Außerdem ist sie sehr stark, denn sie macht nicht, was ihre Eltern eigentlich wollen. Statt in Papas Firma einzusteigen, bleibt sie ihrer Leidenschaft, Bücher zu schreiben, treu. Hut ab!

Aber auch die anderen Figuren sind einfach herrlich. Mein liebster Charakter war eigentlich Dimitri, der russische Bodyguard, hinter dem viel mehr steckt, als man zuerst erwartet. Von ihm hätte ich gern noch ein bisschen mehr gelesen, aber ich denke, das hat seine Rolle in dieser Geschichte nicht hergegeben. Nicht so gern dagegen mochte ich die Braut Vanessa. Sie ist ziemlich naiv und verwöhnte. Denn sie bekommt alles, was sie möchte, dafür sorgt ihr Papa - und so kommt ja auch Amanda sehr unfreiwillig auf die Hochzeit.

Der Schreibstil ist einfach genial: Locker-leicht zu lesen und mit ganz viel offensichtlichen und verstecktem Humor gespickt. Es gibt eigentlich keine Seite, auf der man nicht einmal Schmunzeln muss. Extrem wird es aber immer dann, wenn Amanda auf die Bruder der Braut, Sascha, trifft. Dass zwischen den beiden eine besondere Situation herrscht, wird dem Leser schnell klar.

Und das ist auch mein einziger kleiner Kritikpunkt an dem Buch: Auch wenn es teilweise sehr chaotisch ist und drunter und drüber geht, ist mir das Ende dann doch zu plötzlich bzw. zu vorhersehbar. Es passt ohne Zweifel sehr gut zum Buch und als Leser wäre man sauer, wenn es anders ausgehen würde, aber es geht dann doch alles sehr schnell und ohne nochmal einige Hindernisse. Hier hätte es für meinen Geschmack etwas ausführlicher sein dürfen - und auch gern nochmal mit einigen Pannen.

Insgesamt habe ich das Buch verschlungen und habe wirklich herzlich gelacht. Kleine Abzüge gibt es für das Ende, deswegen gibt es von mir 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung, wenn man mal wieder gute Laune braucht!

Veröffentlicht am 12.02.2018

Unsichtbare Gefahr

Sturzflug (Ryder Creed 3)
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"Sturzflug" ist der dritte Thriller rund um Ryder Creed, der mit seinen Spürhunden schon das ein oder andere Mal das FBI unterstützt hat. Man kann das Buch aber ohne Vorkenntnisse gut lesen, für mich war ...

"Sturzflug" ist der dritte Thriller rund um Ryder Creed, der mit seinen Spürhunden schon das ein oder andere Mal das FBI unterstützt hat. Man kann das Buch aber ohne Vorkenntnisse gut lesen, für mich war es auch das erste Buch der Autorin, ich habe aber Lust auf mehr bekommen. Alle Hintergrundinfos, die man wissen muss, werden nochmals aufgegriffen, so gibt es keine Verständnisprobleme.

Den Aspekt, dass es nicht nur "normale" Ermittler gibt, sondern auch Spürhunde eingesetzt werden, fand ich total faszinierend. Es war nicht nur mal etwas anderes, es hat auch deutlich gemacht, was für tolle Eigenschaften die Hunde haben. Ryder Creed als Hundeführer ist ein sehr sympathischer Protagonist, da man immer merkt, dass die Tiere bei ihm an erster Stelle stehen und er ihnen seine ganze Liebe gibt. Er nimmt nämlich vor allem Streuner und ausgesetzt Hunde auf und bringt ihnen diese Fähigkeiten bei.

Neben den Hunden steht aber natürlich die unsichtbare Gefahr im Vordergrund: Ein mutiertes Vogelgrippevirus, dass auch Menschen infizieren kann. Es gilt die totale Pandemie zu verhindern. Und hier wird es einfach nur unglaublich spannend, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Die Spannung wird noch zusätzlich dadurch aufgebaut, dass man als Leser immer wieder an unterschiedlichen Schauplätzen ist und es so kleine Cliffhanger nach jedem Kapitel gibt. Zum einen verfolgt man das FBI auf der Suche nach dem Auslöser, aber eben auch den Hundeführer und - für mich mit am spannendsten - die infizierten Personen, die selbst nicht wirklich wissen, was mit ihnen geschieht. Der Gedanke, dass die Viren großzügig in den Großstädten Amerikas verteilt werden, ist einfach nur gruselig. Vor allem weil ich immer im Hinterkopf hatte, dass so etwas auch wirklich passieren könnte.

Auch der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Es gab erklärende Passagen, in denen man Einblicke in die Welt der Hundetrainer bekommen hat. Diese waren aber nicht langatmig, sondern boten interessante Einblicke. Rasant ging es dagegen in den Ermittler-Passagen zur Sache. Das war eine schöne Mischung.

Am Ende geht es nochmal Schlag auf Schlag und hier kann man das Buch wirklich nicht mehr weglegen. Alles spitzt sich zu und die Ereignisse überschlagen sich. Trotzdem bleibt in sich alles schlüssig und auch ein bisschen offen. Ich vermute, der Leser darf sich auf mindestens einen weiteren Fall von Ryder freuen.

Mein einziger, kleiner Kritikpunkt ist, dass mich manchmal die vielen Personen etwas verwirrt haben. Dadurch, dass so viele Behörden mitmischen, kann man schon mal durcheinander kommen und die Zuordnung fällt etwas schwer.

Insgesamt gibt es deswegen von mir 4,5 Sterne - und eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 30.01.2018

Eifersucht vorprogrammiert...

Gib mir deinen Ex, ich geb dir meinen
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Ich gebe zu: Hier hat mich vor allem der Titel neugierig gemacht, weil ich mir nicht vorstellen kann, mit dem Ex einer Freundin verkuppelt zu werden - oder selbst zu verkuppeln. Und die Geschichte zeigt ...

Ich gebe zu: Hier hat mich vor allem der Titel neugierig gemacht, weil ich mir nicht vorstellen kann, mit dem Ex einer Freundin verkuppelt zu werden - oder selbst zu verkuppeln. Und die Geschichte zeigt auch, dass das nicht unbedingt eine gute Idee von Marnie war.

Grundsätzlich dreht sich das Buch um die vier Freundinnen Helen, Rosa, Ani und Marnie, die alle irgendwie kein Glück in der Liebe zu haben scheinen. Sie sind alle sehr unterschiedlich und trotzdem fiel es mir während des Lesens schwer, alle auseinanderzuhalten. Zwar werden die Kapitel immer mit dem jeweiligen Namen versehen, aber richtig für sich gewinnen konnte mich keine der Frauen.

Und ich glaube, deshalb habe ich mich bei diesem Buch auch etwas schwer getan. Ich konnte mich mit keiner der Frauen richtig identifizieren, sie und ihre Geschichten haben mich einfach nicht berührt, auch wenn es einige Wendungen gab, die einen schon hätten berühren können. Alle gemeinsam hatten sie für mich, dass sie sich herumschubsen lassen und nicht richtig zu dem stehen, was sie wollen.

Auch die Story an sich ist ziemlich vorhersehbar und ich habe mich über die Naivität an der ein oder anderen Stelle etwas aufgeregt. Es geht hin und her, hier ein Date, da ein bisschen Glück und vor allem Eifersucht. Das musste ja so kommen, war deswegen eben auch nicht überraschend.

Einzig und allein das Ende hat mich dann doch etwas versöhnt. Es ist relativ ernst im Vergleich zum Rest des Buches und vor allem in Bezug auf Marnie anders als erwartet.

Mehr konnte mich das Buch aber nicht überzeugen, deswegen gibt es nur 2 Sterne!