Profilbild von julemaus94

julemaus94

Lesejury Star
offline

julemaus94 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit julemaus94 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2024

Meer Vielfalt

Wenn Haie leuchten
0

Das Meer und seine Geheimnisse faszinieren mich seit meiner Jugend. Allein die Tatsache, dass wir den Mars mittlerweile schon besser kennen als den großen blauen Teil unseres Planeten, finde ich bemerkenswert.

Was ...

Das Meer und seine Geheimnisse faszinieren mich seit meiner Jugend. Allein die Tatsache, dass wir den Mars mittlerweile schon besser kennen als den großen blauen Teil unseres Planeten, finde ich bemerkenswert.

Was für eine faszinierende und beeindruckende Welt sich unterhalb der Meeresoberfläche verbirgt und wie viel wir von diesem Teil unseres Planeten noch lernen können, hat Julia Schnetzer in kurzen, aufschlussreichen, mit Wissen voll gepackten Kapiteln für den Leser ausgebreitet.

Dabei fasst sie nicht nur unzählige Fakten und Forschungsartikel knapp zusammen, sondern schafft es auch, hochwissenschaftliche Erkenntnisse auf verständliche Art und Weise zu "übersetzen". Ein gewisses Maß an Schulkenntnissen sollten allerdings trotz allem vorausgesetzt werden, auch wenn sie die grundlegenden biologischen oder auch physikalischen Prinzipien kurz erklärt.

Die Kapitel beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen Themen, haben aber immer einen gewissen Grundtenor: was können wir Menschen aus diesen Erkenntnissen lernen und vielleicht auch für unseren Alltag aneignen, worauf müssen wir aber auch achten, was müssen wir an unserem Verhalten ändern, um die Gefahren, die diesen kompleen Lebensraum bedrohen, zu minimieren oder abzuwenden.

Sie spricht hochaktuelle Themen wie Überfischung oder Müllverschmutzung an, ohne dabei zu belehrend zu wirken und bringt dabei selbst noch Lesern, die sich bereits mit diesem Thema beschäftigt haben, noch etwas bei.

Fazit:
Ein kleines, feines Sachbuch, das sich dank seiner Kürze sehr gut als Bettlektüre eignet und jedem noch etwas beibringen kann, ohne den Kopf zum Platzen zu bringen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2024

Starke erste Hälfte

Sing, wilder Vogel, sing
0

Ist es nicht wunderbar, dass man mit Büchern immer wieder etwas neues lernen kann? In diesem Fall bzw Buch geht es um die große Hungersnot in Irland, die durch die Siedlungspolitik der englischen Besatzungsmacht ...

Ist es nicht wunderbar, dass man mit Büchern immer wieder etwas neues lernen kann? In diesem Fall bzw Buch geht es um die große Hungersnot in Irland, die durch die Siedlungspolitik der englischen Besatzungsmacht ausgelöst wurde.

Durch diese unwirtliche, extreme Zeit begleiten wir Honora, die von Geburt an am Rande ihrer Dorfgesellschaft steht. Nicht nur sind ihre Mitmenschen durch abergläubische Umstände von ihr abgeschreckt, auch ihre Stärke und Willensstärke, nicht zuletzt auch ihre Klugheit, schrecken sie ab. Wie sie ihren Weg durch Entbehrung, extreme Witterungsbedingungen und die menschlichen Abgründe der damaligen Gesellschaft von Irland nach Amerika findet, erzählt uns Jacqueline O'Mahony.

Dabei findet sie eine unheimlich eindringliche Sprache und lässt mich dabei fühlen, als würde ich gemeinsam mit Honora durch Wind, Eis und Schnee stapfen, diesen unvorstellbaren Hunger leiden und jeden Schicksalsschlag miterleben, den sie erleiden muss.

Leider lässt diese Wirkung mit den Erlebnissen in Amerika etwas nach, ist jedoch bis zum Ende hin atmosphärisch und bildhaft. Beeindruckend!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2024

Drachenmärchen

Ich fürchte, Ihr habt Drachen
0

Wer wie ich mit "Das letzte Einhorn" aufgewachsen ist, wird nicht daran vorbeikommen, einen zweiten Blick auf "Ich fürchte, ihr habt Drachen" zu werfen. Denn Peter S. Beagle, der Autor dieses überaus beliebten ...

Wer wie ich mit "Das letzte Einhorn" aufgewachsen ist, wird nicht daran vorbeikommen, einen zweiten Blick auf "Ich fürchte, ihr habt Drachen" zu werfen. Denn Peter S. Beagle, der Autor dieses überaus beliebten Fantastikmärchens, ist zurück mit einer ähnlich skurrilen, liebevoll gestalteten Geschichte.

Robert hat von seinem Vater den ungeliebten Job des Drachenjägers geerbt und wird von allen im Dorf engagiert, die kleinen Jungdrachen und Drachennester zu beseitigen. Den größten Auftrag erhält er, als er die Festhalle im Schloss in Vorbereitung auf die anstehende Hochzeit der Prinzessin säubern soll. Doch weder Robert, noch Prinz Reginald oder Prinzessin Cerise scheinen sich ihrer Sache wirklich sicher. Und so finden sich alle drei kurze Zeit später auf großer Drachenjagd wieder.

Der Autor schreibt in seinem gewohnt märchenhaft, poetischen Schreibstil, doch sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Er kann auch blutig und erwachsen, wenn es darauf ankommt. Wer seinen Stil mag, wird hier auch voll auf seine Kosten kommen.

Was die Geschichte an Detailreichtum aufweist und ausgefallenen Ideen, das fehlt ihr leider etwas an der Tiefe der Figuren. Wie für Märchen typisch, folgen die Figuren gewissen Stereotypen. Allerdings schafft es Herr Beagle, sie zumindest in gewissen Teilen aufzubrechen. Ich zumindest bin ihnen sehr gerne in jedes Abenteuer gefolgt und habe besonders Robert fest in mein Herz geschlossen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2024

Weich und kuschelig

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
0

Ich bin grundsätzlich eher in der Liga "bitte keine Romantik" zu finden, aber Ich.Will.Herbst! Und dieses Buch schreit so laut und stark nach meiner liebsten Jahreszeit, dass ich einfach nicht daran vorbeigehen ...

Ich bin grundsätzlich eher in der Liga "bitte keine Romantik" zu finden, aber Ich.Will.Herbst! Und dieses Buch schreit so laut und stark nach meiner liebsten Jahreszeit, dass ich einfach nicht daran vorbeigehen konnte.

Jeanie und Logan, wenn wir ehrlich sind eigentlich ganz Dream Harbor, haben mich diese unerträgliche Hitze zumindest für eine kurze Weile vergessen lassen. Die Geschichte des Großstadtmädchens, dass in die Kleinstadt zeiht, weil sie das Cafe ihrer Tante übernehmen soll, und dabei sofort ein Auge auf den netten Gemüsebauern von nebenan wirft, ist austauschbar, ja. Sie sprüht vor Klischees und plakativen Abläufen. Aber manchmal braucht man genau das. Bekannte Muster und Strukturen, von denen man sich auffangen lassen kann. Die einen umhüllen wie eine Kuscheldecke oder der liebste Wollpulli.

Da kann ich auch darüber hinwegsehen, dass die Geschichte vorhersehbar ist. Dass sich Jeanie und Logan im Kreis drehen und Reden manchmal wirklich viel hilft (aber dann wäre die Geschichte vielleicht schon nach 100 Seiten vorbei gewesen). Und dass vieles, was in Büchern geschieht, im wahren Leben einfach nicht so passiert.

Aber das ist okay, wenn ich dafür die volle Ladung Herbstgefühl bekomme!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2024

Zu gewollt

VIEWS
0

Marc-Uwe Kling hat sich ein sehr aktuelles Thema vorgenommen, mit dem er genau den Nerv der (deutschen) Zeit trifft.

Die 16-jährige Lena ist verschwunden. Das fällt zunächst gar nicht auf, bis ein Live-Video ...

Marc-Uwe Kling hat sich ein sehr aktuelles Thema vorgenommen, mit dem er genau den Nerv der (deutschen) Zeit trifft.

Die 16-jährige Lena ist verschwunden. Das fällt zunächst gar nicht auf, bis ein Live-Video viral geht, dass ihre Vergewaltigung zeigt. Das allein könnte schon schlimm genug sein, doch dazu scheinen die Täter, die sich dabei zu erkennen geben, auch noch einen Migrationshintergrund zu haben. Der Aufschrei ist groß und fordert lauthals Selbstjustiz, da die eigens vom BKA eingesetzte Sonderermittlerin (aus Kalkül natürlich auch mit entsprechendem familiären Background) nicht schnell genug Ergebnisse liefert.

Der Autor ist bekannt für seine Känguru-Chroniken; dafür, unbequeme Themen anzusprechen und sie in tiefschwarzen Humor zu verpacken. Diesen hat er hier zuhause gelassen, was dem Roman einiges an Charme nimmt.

Klar, das Thema ist ernst und ja, er spricht den Leser auf einer tieferen Ebene an, aber es fühlt sich streckenweise einfach zu bemüht an. Die Figuren wirken teilweise dermaßen schablonenhaft und gefühlskalt. Dem Ermittlungsplot fehlt die Inspiration (die ist ja schon an das thematische Drumrum geflossen). Und über das Ende breiten wir einfach den Mantel des Schweigens aus, das hat für mich einfach nicht gepasst.

Sollte man das Buch lesen? Meiner Meinung nach ja, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Aber vielleicht gibt es dazu auch bessere Bücher.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere