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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2026

Irreführend

Ruf der Leere
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Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.

Wir begleiten ...

Es gibt sie leider immer wieder, diese Bücher, deren Klappentext einerseits kaum zum Buch passt und andererseits zu viel verrät und damit Erwartungen weckt, die das Buch nicht halten kann.

Wir begleiten Felix und einen weiten Kreis an Freunden und Bekanntschaften auf die einsame Hütte seines Vaters. Vorderegrtündig soll die Rückkehr seines besten Freundes gefeiert werden, unterschwellig geht es aber auch um die Aufarbeitung alter Wunden und Streitereien. Bis ein Überraschungsgast die Party aufmischt.

Es klingt wie ein Thriller, ist aber mehr eine Sozialstudie in Rückblenden. Dabei ist mir keine der Figuren in irgendeiner Weise sympathisch, am wenigsten jedoch Hauptfigur Felix. Man könnte natürlich der kaputten Familie die Schuld geben, die nur vom Geld zusammengehalten wird. Aber eigentlich geht diese Antipathie weit darüber hinaus.

Dieser Figur durch ihre Überlegungen hindurch zu folgen, hätte mir ja schon gereicht. Die übertrieben bemühte Wendung hätte der Roman eigentlich wirklich nicht gebraucht.

Diese, genauso wie das Ende, haben mir das Buch ein wenig versaut.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Fesselndes Academy-Setting

The Ordeals
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Mit Academy konnte ich bisher ehrlicherweise nicht viel anfangen. Irgendwie schien mir das nie genug Spannung, Fantasie und Weltenbau bieten zu können. Wie sollte man bei einem so starren Thema etwas neu ...

Mit Academy konnte ich bisher ehrlicherweise nicht viel anfangen. Irgendwie schien mir das nie genug Spannung, Fantasie und Weltenbau bieten zu können. Wie sollte man bei einem so starren Thema etwas neu erfinden oder hinzufügen können? Rachel Greenlawe hat es geschafft, mich zu verlocken und zu ihrem Buch zu greifen- und ich habe es nicht bereut!

Sophia ist dank eines magischen Vertrags an ihren Onkel gebunden und dazu gezwungen, gefährliche Aufträge für ihn zzu erledigen. Ihr einziger Ausweg scheint es zu sein, sich an der Kilmarth-Hochschule zu bewerben, denn innerhalb ihrer Mauern wird alle Magie außer Kraft gesetzt. Doch dazu muss sie die Ordeals, die Aufnahmeprüfung bestehen, und diese scheint lebensgefährlich zu sein!

Der Weltenbau ist gut ausgearbeitet, es gibt drei mehr oder weniger verfeindete Gebiete, ein Magiesystem ebenso wie den Glauben an die alten Götter, der damit konkurriert. Wie in jeder guten Historic Fantasy gibt es Altes Blut, das snobistisch auf alle anderen herabschaut. Neben Magiern werden wir im Laufe des Buches von anderen Fabelwesen überrascht.

"The Ordeals" bringt also einiges mit, das von Anfang an für sich spricht. Daneben haben wir natürlich noch eine kluge weibliche Hauptfigur, die dank ihres Mutes und der Gefahren, denen sie sich stellen muss, über sich hinauswächst und einen männlichen Love interest, der durch seine Offenheit und Zurückhaltung überrascht.

Hätte es die Liebesgeschichte für meinen Geschmack gebraucht? Nein, das Buch hätte auch ohne sehr gut funktioniert. Bin ich böse drum? Auch nicht, denn sie fügt sich ganz gut in die Geschichte ein, ohne sie zu überschatten.

Insgesamt ist dieses Buch also ein gelungener Reihenauftakt, der mich so sehr von sich überzeugen konnte, dass ich mich schon auf die Fortsetzung freue!

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Zeit ändert alles

Das Buch der verlorenen Stunden
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Hayley Gelfuso hat eine interessante Idee aufgegriffen und daraus ein bewegendes, spannendes Buch geschrieben. Wer kontrolliert die Zeit und was passiert, wenn einzelne Menschen die Kontrolle über das ...

Hayley Gelfuso hat eine interessante Idee aufgegriffen und daraus ein bewegendes, spannendes Buch geschrieben. Wer kontrolliert die Zeit und was passiert, wenn einzelne Menschen die Kontrolle über das Gedächtnis der Menschheit besitzen.

Lisavet lebt mit ihrem Bruder und Vater im Deutschland der 1930er Jahre. In der Kristallnacht bringt ihr Vater sie in eine geheime Bibliothek zwischen den Falten der Zeit mit dem Versprechen, ihr zu folgen. Doch er kommt nie nach. Gefangen in dieser Zwischenwelt beobachtet sie insgeheim andere Menschen dabei, wie sie die in den Büchern gespeicherten Erinnerungen studieren und teilweise auch verändern. Bis sie eines Tages Ernest begegnet und zum ersten Mal wieder Nähe zulässt.

Ich finde es unheimlich gelungen, wie die Autorin mit der Wahrnehmung des Lesenden spielt. Ähnlich wie die Zeit sich ständig im Wandel befindet und teilweise Haken schlägt, verändern sich auch die Figuren im Laufe der Geschichte und wechseln teilweise gekonnt die Seiten. Wer ist gut, wer ist böse? Wer ist im Recht, wer im Unrecht?

Natürlich hat sie neben einer sehr ambivalenten Hauptfigur auch einen charismatischen Gegenspieler erschaffen, der im Widerspiel mit Lisavet das Buch sehr gut trägt.

Zum Schluss entscheiden die teilweise etwas ungelenk gelungenen Antworten auf die verschiedenen Fragen des Romans darüber, dass aus einem großartigen Roman nur ein ziemlich guter wird.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Rettende Insel

The Second Death of Locke
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So wie die romantische Fanatsy gerade den Markt flutet, wird es immer schwerer die Perlen aus der Masse herauszupicken. Umso schöner ist es doch, mal wieder ein Buch zu erwischen, dass den Leser noch mit ...

So wie die romantische Fanatsy gerade den Markt flutet, wird es immer schwerer die Perlen aus der Masse herauszupicken. Umso schöner ist es doch, mal wieder ein Buch zu erwischen, dass den Leser noch mit einer originellen Idee überraschen kann.

Die Königreiche liegen im Krieg miteinander und kämpfen um die letzten Reste Magie, seitdem das Königreich und die Insel Locke untergegangen ist und die Quelle aller Magie mitgenommen hat. Die verbliebenen Magier sind auf die wenigen Menschen angewiesen, die ihnen noch als Quelle dienen können. Denn das ist das besondere: nur wenn zwei Menschen vertrauensvoll zusammenarbeiten, können sie Magie wirken. Kier und Grey sind ein besonders mächtiges Team und sind deshalb bisher erfolgreich im Kampf, bis sie auf eine geheime Mission geschickt werden. Während sie um ihr Leben bangen müssen, drohen gleichzeitig ihre Geheimnisse ans Licht zu kommen.

Wie gesagt: dieses Welten- und Magiekonzept ist überzeugend und mal was anderes. Die Beziehung zwischen Kier und Locke ist einfühlsam beschrieben und erfreulicherweise agieren beide auf Augenhöhe miteinander.

Hat das Buch gewisse Längen? Sicher. Und doch macht es immer wieder Spaß, mit den beiden durchs Land zu reisen, auch wenn es zeitweise ziemlich blutig und brutal wird.

Einziger Wehmutstropfen ist die Tatsache, dass die historische Sage, auf der alles beruht, etwas zu kurz kommt und mehr in den Mittelpunkt hätte gerückt werden können.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Kunststück

Mr. Saitos reisendes Kino
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Das muss ein Buch auch erst mal schaffen, mich gleichzeitig total zu fesseln und zutiefst zu langweilen!

Lita führt mit ihrer Mutter Fabiola ein eher ungewöhnliches Leben. Weil Fabiola als Findelkind ...

Das muss ein Buch auch erst mal schaffen, mich gleichzeitig total zu fesseln und zutiefst zu langweilen!

Lita führt mit ihrer Mutter Fabiola ein eher ungewöhnliches Leben. Weil Fabiola als Findelkind bei Nonnen aufwächst und schon früh eine Vorliebe für Schuhe entwickelt, kennt Lita kein "normales" Leben und wächst mit ungewöhnlichen Persönlichkeiten auf. Bis sich die kleine Familie mit den falschen Leuten anlegt und schnell das Land verlassen muss. So verschlägt es sie auf eine einsame Insel vor der Küste Neufundlands und wir entdecken die Welt durch Litas kluge und enugierige Augen.

Dieses Buch hat eigentlich alles, was es braucht, um interessant und warmherzig zu sein. Das ist es ni Teilen auch. Mir war jedoch die Verschrobenheit Litas irgendwann zu viel und wirkte sich zu sehr auf den Erzählstil aus. Damit wurde es für mich immer schwieirger am Ball zu bleiben.

Es kann eine kleine Fundgrube wunderschön erzählter und formulierter Szenen sein, wenn man ein Gespür und die richtige Stimmung dafür hat. Für mich war es das leider nicht.

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