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Veröffentlicht am 11.11.2024

Fremdscham auf Griechisch

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Die griechische Mythologie ist in der Gegenwart angekommen. Götter werden weiterhin angebetet und untersützen verschiedene Berufsgruppen. Alle hundert Jahre entscheiden sie in einem epischen Wettkampf ...

Die griechische Mythologie ist in der Gegenwart angekommen. Götter werden weiterhin angebetet und untersützen verschiedene Berufsgruppen. Alle hundert Jahre entscheiden sie in einem epischen Wettkampf (in dem sie natürlich Menschen für sich antreten lassen), wer König der Götter wird. Lyra, die in der Diebesgilde arbeitet, läuft kurz vor dem anstehenden Crucible Hades über den Weg und scheint ihn so beeindruckt zu haben, dass er zum ersten Mal seit Ewigkeiten an diesem Wettkampf teilnehmen wird- mit ihr als seinem Champion. Und bald schon steht mehr als nur ihr Leben auf dem Spiel.

Wer jetzt denkt "das ganze stinkt doch nach übertriebenem Love-irgendwas" hat natürlich absolut recht! Die anstehenden Herausforderungen und Wettkämpfe (die zugegebenermaßen mitunter ganz kreativ waren) dienen leider nur als mehr oder weniger überflüssige Bühne für die Entwicklung dieser mehr oder minder unglaubwürdigen Lovystory, die mich mehr als einmal vor Fremdscham die Augen hat zusammenkneifen lassen.

Er kann einfach nicht mit der Sprache rausrücken und kommuniziert durch Schweigen, Augenblitzen und Knurren, während sie mit Pseudo-Schlagfertigkeit und übertriebenem Helfersyndrom mehr durch die Kämpfe stolpert als alles andere. Dass die anderen sie nicht leiden können, kann ich nach und nach immer besser verstehen. Mir ging es genauso!

Die Figuren sind unausgereift, einzig einige der Nebenfiguren zeigen Potential (wenn sie es mal dürfen), können aber nicht über dieses traurige (Alb-)Traumpaar hinwegtrösten.

Die Kirsche auf diesem vergorenen Eisbecher macht dann dieser überaus vorhersehbare "Cliffhanger" aus. Mehr davon? Nein danke!

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Dirty Cosyness

Tage einer Hexe
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Es gibt wohl Orte, an die man sich jederzeit wünschen würde. An Neujahr, zu Beginn der Schmutzigen Tage in Chernograd zu sein, gehört wohl nicht unbedingt dazu. Die Monster beginnen durch die Straßen zu ...

Es gibt wohl Orte, an die man sich jederzeit wünschen würde. An Neujahr, zu Beginn der Schmutzigen Tage in Chernograd zu sein, gehört wohl nicht unbedingt dazu. Die Monster beginnen durch die Straßen zu streifen und jeden anzugreifen, der sich nicht in weiser Voraussicht mit Schutzzaubern vorbereitet hat. Auch Kosara versucht seit Jahren, ihre Stadt zu verlassen, nur die äußert lebendige und wehrhafte Stadtmauer hindert sie bis jetzt daran. Dabei wird ihre Flucht immer notwendiger, jetzt wo der Zmey, der Zar der Monster, hinter ihr her ist.

Chernograd ist düster, farblos und äußerst kalt- und nicht zuletzt auch voller gefährlicher Monster. Seine Schwesterstadt Belograd dagegen strahlt vor Farben, Wärme und Wohlstand. Faszinierender ist Chernograd aber allemal.

Die slawische Mythenwelt hält mit diesem Buch einen prächtigen Einzug in die aktuelle Fanatsyliteratur. Dank des ausführlichen Glossars verpasst man auch wirklich kein Detail.

Und wer nicht auf das Glossar vertrauen will, lauscht einfach Kosara. Diese Hexe ist großartig: ruppig, selbstbewusst und vor allem selbstständig und intelligent. Manchmal hat man das Gefühl, sie wäre ein wandelndes Lexikon- bei ihrem Job aber auch kein Wunder. Wer in Chernograd ahnungslos ist, lebt nicht lange.

Die Geschichte hat also so ziemlich alles. Monster, Spannung, eine starke Hauptfigur und endlich mal den Blick fürs wesentliche. Keine unnötige Romantik und kein dunkeläugiger, geheimnisvoller Fremder, der der Haupfigur innerhalb kurzer Zeit den Kopf verdrehen würde. Davon würde ich gerne mehr lesen!

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Plätschert zu sehr dahin

Und dahinter das Meer
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Wie so oft haben wir hier mal wieder einen Roman mit unheimlichem Potential, das er nicht auszuschöpfen vermag.

Die Geschichte von Beatrix liest sich zu Beginn noch dramatisch. Da ihre Heimat durch die ...

Wie so oft haben wir hier mal wieder einen Roman mit unheimlichem Potential, das er nicht auszuschöpfen vermag.

Die Geschichte von Beatrix liest sich zu Beginn noch dramatisch. Da ihre Heimat durch die Bombenangriffe der Deutschen bedroht wird, schicken ihre Eltern sie 1940 zu einer Ersatzfamilie nach Boston. Der große Abstand zwischen Großbritannien und den USA macht sich schon bald bemerkbar und das, was ihre Eltern eigentlich für sie erhofft hatten, tritt ein. Das Mädchen lebt ein nahezu unbeschwertes Leben, bis auch hier der Krieg Einzug hält und sie 5 Jahre später zurück in ihre Heimat geholt wird.

Dass die Geschichte aus Sicht 8 beteiligter Figuren erzählt wird, hat viel Potential für eine kurzweilige Erzählung, die die Spannung halten kann. Doch leider geht diese mit der Zeit verloren, wenn sich die Handlung in kleineren Nebenschauplätzen und dem Alltag einer Familie verliert.

Die Figuren bleiben blass und wenig greifbar, ab und zu stolpert man über Klischees, die das Ganze nicht leichter machen.

Insgesamt fiel es mir zunehmend schwerer, mich für das Schicksal von Bea und den anderen zu erwärmen bis es gegen Mitte des Buches ganz erlosch und ich abgebrochen habe.
Vielleicht hätte es mich noch einmal packen können, aber das werden wir wohl nie erfahren.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Horror im Sommercamp

Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars
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Wenn ich an meine Sommerferien als Kind im Ferienlager zurückdenke, verklärt sich vieles und doch ist nicht alles Friede-Freude-Sonnenschein. Kinder können grausam sein, vor allem wenn man nicht ganz in ...

Wenn ich an meine Sommerferien als Kind im Ferienlager zurückdenke, verklärt sich vieles und doch ist nicht alles Friede-Freude-Sonnenschein. Kinder können grausam sein, vor allem wenn man nicht ganz in die Gemeinschaft passt.

Wieviel schlimmer muss es da Mars gehen, der als genderfluider Jungmensch grundsätzlich in keine Schublade passt und das Maximum an Unangepasstheit darstellt? Zudem ist seine Zwillingsschwester Caroline gerade gestorben, nachdem sie versucht hat, ihn zu töten.
Nun also kehrt er nach Aspen in die Sommerakademie zurück, denn hier hat sie ihre letzten Tage verbracht, hier sind ihre Freundinnen, von denen er hofft, näheres über seine ihm fremd gewordene Schwester zu erfahren. Doch die Bienen summen, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Das Buch fängt stark an und fällt dann schnell in eine ziemliche Langeweile ab, aus der es sich erst ab der Hälfte des Buches wieder versucht herauszukämpfen. Dazwischen passieren einige Dinge, die einem bekannt vorkommen, wenn man schon einmal seine Zeit in einem solchen Jugendcamp verbracht hat, aber wenig mysteriöses.

Die Mystery kommt auf leisen Schwingen und schleicht sich von hinten ab, bevor es dann zum Ende hin Schlag auf (nicht immer verständlichen) Schlag geht.

Dabei bleiben die Figuren seltsam nebulös und wenig greifbar, fast austauschbar. Das macht angesichts der Thematik und dahinter liegenden Geheimnisses auf seltsame Art und Weise Sinn. Nur Mars sticht daraus hervor, auch wenn selbst er zu unerwarteten Handlungen und Äußerungen neigt.

Insgesamt hat man mit "Die Honeys" ein Buch in der Hand, was einen überraschen kann, wenn man lange genug geduldig bleiben kann.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Dreifache Reise

Die Legenden der Albae - Dunkles Erbe
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Dieses Buch stellt das neuste Stück des seit Jahren gefeierten Epos rund um Zwerge, Elben, Orks und Albae dar, dem der Autor Markus Heitz immer wieder neue Stücke beifügt.

Nun könnte man sich von Länge ...

Dieses Buch stellt das neuste Stück des seit Jahren gefeierten Epos rund um Zwerge, Elben, Orks und Albae dar, dem der Autor Markus Heitz immer wieder neue Stücke beifügt.

Nun könnte man sich von Länge und Umfang des gesamten Werks abgeschreckt fühlen. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass auch ein Quereinstieg ganz gut funktioniert. Mit seinen neuesten Büchern "Die Rückkehr der Zwerge" und "Das Herz der Zwerge" als Grundlage schafft man einen sehr unterhaltsamen und gut verständlichen Quereinstieg. Damit macht dann auch dieses Buch mit seinen drei lose zusammenhängenden Teilgeschichten sehr viel Spaß.

Es geht um die Albae, die weiterhin verborgen überall im Land leben- sei es als Künstler in den Ruinen ihrer Heimat oder unentdeckt unter Menschen in der freien Stadt Brandenwall. Ihnen gegenüber steht der Elb Telinas, der als Gesandter seiner Herrscherin durchs ganze Land reist und den Kontakt zu allen Völkern pflegt- natürlich, um nebenbei auch seine eigenen Interessen zu verfolgen.

Diese Welt strotzt vor Völkern, Gestalten und einzelnen Figuren, die man mal mehr, mal weniger ins Herz schließt (und bei denen man auch immer bereit sein muss, sie gehen zu lassen- you never know). Der Autor baut eine unheimliche Vielzahl an Wendungen und Intrigen ein- jeder hat seine eigenen Ziele und die laufen meist anderen entgegen.

Vertrauen ist ein ganz großes Fremdwort für jeden hier- Mistrauen und Verrat wird groß geschrieben!

Mir macht das sehr viel Freude (vor allem als Hörbuch, meisterhaft vorgetragen von Johannes Steck), es kann aber auch schnell unübersichtlich werden bei der Vielzahl an Namen und Figuren. mein Tipp: einfach treiben lassen und aufsaugen!

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