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Veröffentlicht am 29.05.2018

Der Krieger des Königs

Der weiße Reiter
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Dies ist der zweite Teil der Reihe rund um Uhtred von Bebbanburg. Das große Thema ist die Invasion der Wikinger, die das heutige England besetzten. Die Dänen haben Ende des 9. Jahrhunderts fast ganz England ...

Dies ist der zweite Teil der Reihe rund um Uhtred von Bebbanburg. Das große Thema ist die Invasion der Wikinger, die das heutige England besetzten. Die Dänen haben Ende des 9. Jahrhunderts fast ganz England unterworfen, nur ein kleines Sumpfgebiet hält der Belagerung stand. Der christliche König Alfred von Wessex will in einer letzten Schlacht England vor dem Untergang bewahren. Der adelige Krieger Uhtred Ragnarsson, der bei den Dänen lebte, weiß genau, dass die Nordmänner in der Überzahl sind. Dennoch soll er für Alfred, mit welchem ihn eine Haßliebe verbindet, in die Schlacht ziehen…
Vom Auftaktband war ich schwer begeistert, und auch diese Fortsetzung hat es in sich, da tolle neue Figuren eingeführt werden. Die Schlachten werden derart plastisch beschrieben, dass man das Blut förmlich riechen kann. Dabei wird das Sterben jedoch nicht romantisiert und ich war über den Verlust von Figuren aus Band 1 traurig.
Im Gegensatz zum „letzten Königreich“ gibt es in diesem zweiten Band vor allem gegen Ende aber einige Längen, weswegen ich für die Lektüre des „weißen Reiters“ mehr Zeit brauchte.
Ich – Erzähler Uhtred führt den Leser gekonnt durch’s Geschehen, und mir gefiel es, dass der Protagonist ein Held mit Fehlern ist, das macht die Figur nämlich glaubwürdig. Der Autor hat in diesem Roman auch ganz wunderbar die Wichtigkeit von Religion und Glauben im 9. Jahrhundert herausgearbeitet und völlig auf Kitsch verzichtet. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung und vier von insgesamt fünf möglichen Sternen!

Veröffentlicht am 29.05.2018

Melodramatischer Liebesroman

Victorian Rebels - Mein schwarzes Herz
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„Victorian Rebels – Mein schwarzes Herz“ ist der Auftakt zu einer Reihe von historischen Liebesromanen.

Das Genre mag ich eigentlich ganz gern, Ähnliches kennt man von Sylvia Day oder Diana Gabaldon. ...

„Victorian Rebels – Mein schwarzes Herz“ ist der Auftakt zu einer Reihe von historischen Liebesromanen.

Das Genre mag ich eigentlich ganz gern, Ähnliches kennt man von Sylvia Day oder Diana Gabaldon.
An diesem Roman hat mich vor allem die Einbettung ins historische England bzw. Schottland fasziniert.

Worum geht’s ?

- Im Waisenhaus versprechen sich Dougan und Farah, einander immer zu lieben. Sie „heiraten“. Die Schilderung dieser Heirat ist voller Pathos.

Als Erwachsene treffen sich die beiden wieder, aber ihre Leben hätten nicht unterschiedlicher verlaufen können –Farah ist inzwischen als Sekretärin bei Scotland Yard in London angestellt, während aus dem Jungen ein grimmiger Mann geworden ist, ein wahrer Schurke. Er entführt Sarah sogar nach Schottland und behauptet, es sei nur zu ihrem Besten …


Eigentlich bietet die Erzählung alles, was ein unterhaltsamer Liebesroman haben muss: ein tolles setting, große Gefühle, Lust und Leidenschaft, geheimnisvolle Figuren und Gefahr!
Die Figuren hätten für meinen Geschmack aber etwas „runder“ sein dürfen, und für mich war auch die Geschichte nicht unvorhersehbar. Der Stil der Autorin war für mich teilweise auch etwas zu melodramatisch; außerdem hätte die Erzählung stellenweise eine Straffung gut vertragen können .
Beim Lesen musste ich manchmal an Emily Brontes „Wuthering Heights“ denken, wobei „Victorian Rebels – mein schwarzes Herz“ nicht ganz so geschliffen erzählt wird.


Fazit:

Bei „Victorian Rebels – mein schwarzes
Herz“ handelt es sich um einen Debutroman, was die kleinen stilistischen Schwächen erklären könnte.
Die Ausarbeitung der tollen Grundidee hätte für meinen Geschmack etwas eleganter sein dürfen. Gut gefallen hat mir aber das setting und die Tatsache, dass es sich um einen historischen Roman (1874) handelt.

Meine Erwartungen wurden leider nicht ganz erfüllt, daher vergebe ich für „Victorian Rebels – mein schwarzes Herz“ von Kerrigan Byrne drei von insgesamt fünf möglichen Sternen. Ich bin gespannt auf die Folgebände.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 24.05.2018

Der letzte Zeuge

Der Pate von Glasgow
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Tartan Noir at its best:

Denzil Meyrick hat mit seinen Erzählungen rund um DCI Jim Daley von der Mordkommission Glasgow eine tolle neue Krimireihe ohne Schottlandkitsch vorgelegt. „Der Pate von Glasgow“ ...


Tartan Noir at its best:

Denzil Meyrick hat mit seinen Erzählungen rund um DCI Jim Daley von der Mordkommission Glasgow eine tolle neue Krimireihe ohne Schottlandkitsch vorgelegt. „Der Pate von Glasgow“ ist der zweite Band dieser Reihe, der erste Teil heißt „Tödliches Treibgut“, und es gibt auch noch eine Vorgeschichte – „Die Mädchen von Strathclyde“.
Meines Erachtens kann man den „Pate(n) von Glasgow“ aber relativ gut ohne Vorkenntnisse lesen, da der Roman über eine einigermaßen klare Erzählstruktur verfügt.

Worum geht’s?

- DCI Jim Daley brachte einst die gefürchtete Unterweltgröße James Machie zur Strecke. Machies kriminelles Imperium war weit verzweigt, es umfaßte neben dem Vereinigten Königreich auch das europäische Festland. Nach seiner Verhaftung und Verurteilung wurde Machie während eines Gefangenentransports erschossen. Oder etwa doch nicht? Denn fünf Jahre nach dem Vorfall treibt ein brutaler Rächer sein Unwesen; er hat es auf die Kronzeugen abgesehen.
DCI Jim Daley schiebt seit seiner Versetzung ins kleine Kinloch eigentlich eine ruhige Kugel, das hektische Glasgow scheint vergessen. Doch mit der brutalen Mordserie ändert sich alles …

Das Grundgerüst der Erzählung ist so neu nicht und die storyline Ein -eigentlich- tot -geglaubter - Gangster -begibt- sich -auf -einen- blutigen -Rachefeldzug kennt man auch aus anderen Reihen des Genres. Meyricks Geschichte konnte mich dennoch fesseln, denn der Autor legt ein hohes Erzähltempo vor, der Thriller ist auch unglaublich spannend. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, sie verfügen über street credibility, was sie in meinen Augen glaubwürdig macht. Mein Favorit war aber das tolle setting; die Krimihandlung wird außerdem durch eine Prise Humor aufgelockert. Die Lektüre wird nie langweilig, durch raffinierte plot twists nimmt die Erzählung unerwartete Wendungen. Das Ende ist jedoch offen; dies muss man mögen. Mich hat es nicht gestört, dass noch Raum für Interpretationen und eine mögliche Fortsetzung blieb.

Fazit: „Der Pate von Glasgow“ bietet spannende Unterhaltung. Ich konnte den Thriller kaum aus der Hand legen. Der nächste Teil der Reihe steht schon auf meiner Wunschliste!







Veröffentlicht am 14.05.2018

Unter der Sonne Afrikas

Kenia Valley
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„Kenia Valley“ von Kat Gordon ist eine vielschichtige Erzählung, ein Coming of Age Roman vor historischem Hintergrund. Ich lese besonders gerne Geschichten, die in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ...

„Kenia Valley“ von Kat Gordon ist eine vielschichtige Erzählung, ein Coming of Age Roman vor historischem Hintergrund. Ich lese besonders gerne Geschichten, die in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts angesiedelt sind, und meine liebste Perspektive ist die des Ich-Erzählers. Daher passt „Kenia Valley“ genau in mein Beuteschema ...



Worum geht’s ?

- Die Familie Miller zieht von Schottland nach Kenia, welches in den 1920er Jahren noch eine britische Kolonie ist. Die weiße Oberschicht führt ein privilegiertes Dasein voller Dekadenz. Dieses Leben fasziniert den Teenager Theo Miller, während seine Schwester Maud nicht ganz so euphorisch ist. Theo ist selig, als er in den inneren Kreis des Happy Valley Set vordringen kann. Jeunesse dorée! Die amerikanische Erbin Sylvie und ihr Ehemann Freddie, der mit Sylvie die bestmögliche Partie gemacht hat, machen es Theo aber auch nicht schwer; sie pfeifen auf bürgerliche Moralvorstellungen. Theos Vater ist für den Ausbau der Eisenbahn im kolonialen Kenia verantwortlich, während sein Sohn dem süßen Nichtstun frönt. Nur widerwillig kehrt Theo für sein Studium nach Schottland zurück, und es bleibt bei einem vergleichsweise kurzen Intermezzo,denn der junge Schotte kann es kaum erwarten, wieder kenianischen Boden betreten zu können.

Doch bei seiner Rückkehr ist nichts mehr so, wie es war …



„Kenia Valley“ fand ich klasse. Ich interessiere mich für Geschichte, und dieses Drama ist mehr als schnöder Afrikakitsch. Ein Teil der britischen Historie wird abgebildet, auch die faschistische Bewegung, die in Großbritannien jedoch nie die Oberhand gewann, wird tangiert.

Stilistisch ist der Roman ebenfalls gut gemacht. Die Figuren sind interessant, sie haben Stärken und Schwächen; manche sind keine Sympathieträger, andere entwickeln sich und wachsen über sich selbst hinaus.

Afrikas Minderheitsbevölkerung lebt, als gäbe es kein Morgen. Doch es ist ein Tanz auf dem Vulkan…



Fazit:



Kat Gordons Roman „Kenia Valley“ hat ganz klar die volle Punktzahl verdient. Die Geschichte hat mich berührt, die Figuren habe ich bewundert und gehasst. Der Roman ist keine trockene Abhandlung, vielmehr eine mitreißende Erzählung, in welcher menschliche Stärken und Schwächen analysiert werden. Die historisch-politischen Umwälzungen fungieren dabei als eine Art Katalysator. So soll ein gutes Buch sein. Sehr gerne empfehle ich „Kenia Valley“ zur Lektüre und zum Weiterlesen „Kolonialismus“ von Jürgen Osterhammel.

Veröffentlicht am 11.05.2018

Sinnlich & Romantisch

Unsichtbare Fesseln
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Zwischendurch lese ich gerne mal Romane aus dem Young Adult Genre. Es kommt aber selten vor, dass mir die Geschichten wirklich gut gefallen. „Unsichtbare Fesseln“ von Katelyn Faith habe ich aber gerne ...

Zwischendurch lese ich gerne mal Romane aus dem Young Adult Genre. Es kommt aber selten vor, dass mir die Geschichten wirklich gut gefallen. „Unsichtbare Fesseln“ von Katelyn Faith habe ich aber gerne gelesen, obwohl der Titel doof ist. ?

Romane aus dem Genre haben oft einen märchenhaften Touch, manche Elemente würden im wirklichen Leben einfach nicht funktionieren. Aye, but a girl can dream…
In „Unsichtbare Fesseln“ sind die Figuren im Vgl. zu anderen Büchern des Genres richtig gut ausgearbeitet, wenn man mal davon absieht, dass sie in gewisser Weise auch Typen entsprechen. Der Roman hat mich wirklich gut unterhalten, denn er war romantisch, lustig, sinnlich und spannend.
Die Handlung ist in London angesiedelt: Die Protagonistin hat sich in einen Kollegen verguckt. Ella hat Mathematik studiert und einen Job als Buchhalterin ergattert. Eigentlich könnte für die eher zurückhaltende junge Frau alles bestens laufen, wäre da nicht ihr Nachbar Dave Hunter, der sie mit seiner täglichen Bettakrobatik um den Schlaf bringt.
Er ist Musiker in einer Band und mit seinen Tattoos und Piercings der Inbegriff des bad boy, der verboten gut aussieht. Er verspricht Ella, ihr bei der Eroberung ihres Kollegen zu helfen. Ella bekommt ein make over und verbringt immer mehr Zeit mit Dave. Doch eines Tages wird aus Freundschaft mehr…
Manches im Roman war mir zu dick aufgetragen und auch etwas widersprüchlich bzw. unlogisch konstruiert. Etwa Ellas Vergangenheit und Daves Beschäftigung. Der Rockmusiker ist eigentlich ein Topmanager, der als Twen schon soviel Geld verdiente, dass er fortan vom Spielen in einer Band leben kann, mitten in London in einer tollen Wohnung leben kann . „Der kleine Prinz“ wird auch ständig genannt, wobei ich denke, dass es eher ein Kultbuch für Deutsche und nicht für Briten ist. Überhaupt hat die Autorin ihren Protagonisten viele Probleme angedichtet: Scheidungstraumata, Schüchternheit, Todesfälle …you name it!
Zum Glück fällt das in der Gesamtschau nicht sehr ins Gewicht, da auch die Nebenfiguren gut ausgestaltet sind, etwa Ellas Freundinnen. Manche Figuren habe ich richtig ins Herz geschlossen. Die erotischen Szenen sind wirklich sinnlich, aber es gibt auch eine spannende Handlung. Glücklicherweise verzichtet die Autorin auf SM- Gedöns. Ich war während der Lektüre nie gelangweilt, denn „Unsichtbare Fesseln “ bietet alles: Liebe, Romantik, Erotik und die Figuren bleiben nicht statisch; vielmehr durchlaufen sie eine Entwicklung. Für das Buch vergebe ich 4,5 von insgesamt 5 möglichen Sternen. Young – Adult – Fans werden diesen Roman lieben!