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Veröffentlicht am 20.02.2018

Eine schrecklich nette Familie

Die erstaunliche Familie Telemachus
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Eine Sippe wie keine andere – „die erstaunliche Familie Telemachus“ war einmal eine TV-Sensation, bis ein Skandal die Familie erschütterte. Das Urteil lautete: Betrug. Doch es kam nicht zufällig zum Eklat, ...

Eine Sippe wie keine andere – „die erstaunliche Familie Telemachus“ war einmal eine TV-Sensation, bis ein Skandal die Familie erschütterte. Das Urteil lautete: Betrug. Doch es kam nicht zufällig zum Eklat, ein Widersacher hatte es bewusst darauf angelegt, die Telemachus live zu diskreditieren. Doch wie kam es dazu?
Die Matriarchin Maureen McKinnon ist die gute Seele der Familie, gesegnet mit übernatürlichen Fähigkeiten, welche sie der amerikanischen Regierung für eine Studie über Telekinese zur Verfügung stellt. An dieser
Studie nimmt auch der Filou Teddy Telemachus teil, der sich unsterblich in Maureen verliebt. Die beiden heiraten und haben drei übersinnlich begabte Kinder: Irene kann man nichts vormachen, sie durchschaut jede Lüge sofort. Frankie hat telekinetische Fähigkeiten und Nesthäkchen Buddy kann in die Zukunft blicken.
Doch nach Maureens Tod ist nichts mehr so, wie es
einmal war. Ist Irenes Gabe ein Hemmnis? Ihr Gespür
für die absolute Wahrheit macht es der alleinerziehenden Mutter nicht nur jobtechnisch sehr schwer. Frankie ist eine unselige Allianz mit Kriminellen eingegangen, er steht bei den Mafiafreunden seines Vaters in der Kreide, wo er geht und steht herrscht das pure Chaos. Buddy hat sich zum Sonderling entwickelt, niemand versteht seine Handlungen. Doch es gibt Hoffnung für die nächste Generation:
Irenes Sohn im Teenageralter, Matty, kann seinen Körper verlassen und es ist nicht sicher, ob seine Fertigkeit Segen oder Fluch für die Familie ist. Bald ist die CIA dem Clan auf den Fersen, doch wenn es hart auf hart kommt, hält die Sippe zusammen!

Bei der Lektüre von Daryl Gregorys Roman musste ich unwillkürlich an Uri Geller denken, was auch daran liegen kann, dass im Roman die Popkultur des zwanzigsten Jahrhunderts eine nicht unerhebliche Rolle spielt, von den siebziger bis zu den neunziger Jahren. Bei der Beschreibung der Nineties wurde ich ein wenig nostalgisch, Aol, anyone?
Daryl Gregorys Roman erinnert an einen Wes Anderson Film. Es gibt skurrile, aber liebenswerte Figuren und eine abgedrehte Handlung.
Dabei feuert der Autor Gregory kein Spannungsfeuerwerk ab und er präsentiert auch keinen Slapstickmarathon.
Es gibt trotzdem humorvolle Passagen und die sonderbaren Mitglieder der Familie Telemachus haben auch mit ganz gewöhnlichen Schwierigkeiten und Problemen zu kämpfen, wenn man von den Mafiaverwicklungen und Geheimdienstverstrickungen einmal absieht. Die Geschichte wird anhand wechselnder Perspektiven erzählt; dieses Stilmittel muß man mögen, ebenso wie die nichtlineare Erzählweise.
Der Roman „Die erstaunliche Familie Telemachus“ lässt sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen. Das macht die story so liebenswert und außergewöhnlich. Sie bietet beste Unterhaltung, wenn man bereit ist, sich auf die Geschichte einzulassen. Mir hat „Die erstaunliche Familie Telemachus“ viel Spaß gemacht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Geschichte
  • Humor
  • Fantasie
Veröffentlicht am 12.02.2018

Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt

Zwischen uns die Sehnsucht
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Eigentlich zitiere ich in meinen Rezensionen selten den Klappentext. Hier mache ich eine Ausnahme, denn der Klappentext wird dem Inhalt des Romans nicht wirklich gerecht:

„Im ersten Jahr auf dem College ...

Eigentlich zitiere ich in meinen Rezensionen selten den Klappentext. Hier mache ich eine Ausnahme, denn der Klappentext wird dem Inhalt des Romans nicht wirklich gerecht:

„Im ersten Jahr auf dem College will Summer erreichen, wovon sie schon lange träumt: mit ihrem Stiefbruder Kevin zusammen zu sein. Aber ständig funkt ihr Caden Banks dazwischen. Dieser arrogante
Verbindungstyp beschimpft sie als leichte Beute und will ihr weismachen, dass ihre Gefühle an Kevin verschwendet sind. Was bildet sich dieses tätowierte Arschloch ein?! Doch je öfter sie mit Caden aneinandergerät, desto mehr genießt sie den Schlagabtausch – und fragt sich, ob es überhaupt noch Kevin ist, den sie wirklich will …“

Es handelt sich hier um eine Geschichte aus dem Young – Adult – Genre. Die Figur Caden verhält sich eigentlich nicht so wie im Klappentext beschrieben. Okay – er ist bis zuletzt der undurchsichtige Typ, der die Karten nicht offen auf den Tisch legt. Seine Sicht der Dinge bekommt der Leser am Schluss serviert. Doch der Reihe nach!

Es gibt viele Elemente in der Geschichte, die man oft in Büchern des Genres findet. Schauplatz College, ein love triangle, Herzeleid, Irrungen und Wirrungen. Die Protagonistin Summer ist schon lange in ihren Stiefbruder (!) verliebt. Wie es der Zufall will, studieren die beiden am selben College. Summer will Kevin endlich ganz für sich gewinnen. Kevin ist kein guter Mensch, Caden, der so etwas wie ein Betreuer ist, hat einen viel besseren Charakter. Vom eigentlichen Verlauf der Geschichte will ich hier nicht zuviel verraten.

Die Sprache der Autorin liest sich einfach und einigermassen flüssig, stilistisch ist das Ganze aber leider etwas unausgegoren, auch wenn man von einem Liebesroman natürlich keinen Mann’schen Tiefgang erwarten darf. Tijan hätte die ganze story besser strukturieren und gliedern müssen, denn die Geschichte nimmt erst ganz am Ende Fahrt auf.

Mir gefiel vor allem der Schauplatz. Mit den Protagonisten bin ich nicht so recht warm geworden, ich fand ihr Verhalten oft nicht nachvollziehbar und regelrecht kindisch (immerhin sind sie Studenten und nicht mehr in der Highschool). Es gibt überhaupt zu viele Figuren, die Autorin hätte einfach die Protagonisten besser ausgestalten sollen, so bleibt es leider bei Typen. Kevin ist natürlich ein Unsympath, wie er im Buche steht. Ein Lichtblick war aber Caden.

Im Vergleich zur „After truth“ Reihe von Anna Todd, die ebenfalls eine Collegeromanze behandelt, gibt es in Tijans Roman weniger sexuell aufgeladene Szenen. Sehr treffend ist auch der englische – Originaltitel von Tijans Roman: Anti – Stepbrother.

Fazit: Ich kann für den Young Adult Roman leider nur 3 von 5 möglichen Sternen vergeben, ich habe einfach mehr erwartet.

Veröffentlicht am 22.01.2018

Europäische Zeitgeschichte in Krimiform

Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
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„Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens“ oszilliert zwischen dem Banat und Ostdeutschland.

Kripo-Kommissar Ioan Cozma will eigentlich nur seine Ruhe haben und „unter dem Radar“ segeln, da es nur ...



„Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens“ oszilliert zwischen dem Banat und Ostdeutschland.

Kripo-Kommissar Ioan Cozma will eigentlich nur seine Ruhe haben und „unter dem Radar“ segeln, da es nur noch ein paar Jahre bis zu seiner Pensionierung sind. Im Kommunismus waren seine Methoden nicht immer human und er war kein erklärter Gegner des Systems. Im Jahr 2014 ist jedoch Schluss mit der Ruhe – er soll den Mord an einer jungen Deutschen untersuchen. Lisa Marthen, Tochter eines deutschen Großbauern, wird erstochen aufgefunden, und schnell fällt der Verdacht auf den jungen Feldarbeiter Adrian. Lisa hatte seine Liebe nicht erwidert. Die Ermittlungen führen Kommissar Cozma nach Mecklenburg in Deutschland…

Oliver Bottinis Roman ist mehr als ein schnöder Krimi. Der Autor hat unheimlich sorgfältig gearbeitet und akribisch recherchiert. „Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens“ analysiert auch zeitgeschichtliche Verwicklungen und im Kern ist der Kriminalroman eine Globalisierungskritik.

Reiche Nationen wie etwa Deutschland profitieren nämlich am meisten vom Zusammenbruch des Kommunismus in (Süd)osteuropa. Nachdem Rumänien das Joch eines Diktators abgeschüttelt hatte, hielt eine Pseudodemokratie Einzug. Alte Kader wurden nicht selten lupenreine Demokraten, die Korruption hielt in großem Stil Einzug oder sie verschwand nicht einfach mit dem Zusammenbruch der Blöcke. Land konnte extrem billig erworben werden – von ausländischen Investoren. So begann der Ausverkauf eines Landes. Ähnliches geschah in vielen anderen Ländern Ostmitteleuropas, Südosteuropas und auch in Ostdeutschland. Hier zieht der Autor ganz klare Parallelen und er erklärt so (aber entschuldigt nicht), woher die Frustration vieler Menschen kommt. Die Rumänen, die stets stolz auf ihr lateinisches Spracherbe waren (trotz des Vorhandenseins von slawischem Lehngut im Rumänischen), können am europäischen Wohlstand nicht wirklich partizipieren. Dies ist eigenverschuldet, aber zu großen Teilen eben auch fremdverschuldet. Daher ist Bottinis Krimi ein Roman, der das enge nationalstaatliche Korsett abstreift. Bottini hat einen Thriller geschrieben, der ein wahrhaft europäischer Krimi ist. Dabei legt er das Augenmerk auf Prozesse und Personen. Seine Figuren sind wirklich „rund“ und nicht immer sind sie Sympathieträger. Glücklicherweise umschifft Bottini alle Klischeeklippen. Obwohl er mit dem Buch stark gesellschaftskritische Töne anschlägt, bietet er keine simplen Lösungen an. So ist das Ende der Geschichte folgerichtig ein ambivalentes, aber kein hoffnungsloses. Bottini wirft Fragen nach Schuld und Sühne auf. Der Leser muss etwas Sitzfleisch mitbringen, aber es lohnt sich. Der Roman ist spannend und lesenswert, eine facettenreiche Kritik an herrschenden Verhältnissen, aber kein Thriller, den man en passant lesen kann. Es gibt keine Spannung um der Spannung willen und es ist kein Ermittlungskrimi nach Schema F. Daher vergebe ich für das Buch die volle Punktzahl – fünf Sterne.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Steph und Lula in Aktion

Ziemlich beste Küsse (Plum 22)
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Ich liebe die Reihe rund um die schusselige Kopfgeldjägerin Stephanie Plum. Ich finde, dass man die Bücher auch nicht chronologisch lesen muss, weil Autorin Janet Evanovich alles gut erklärt. Die Protagonisten ...

Ich liebe die Reihe rund um die schusselige Kopfgeldjägerin Stephanie Plum. Ich finde, dass man die Bücher auch nicht chronologisch lesen muss, weil Autorin Janet Evanovich alles gut erklärt. Die Protagonisten und die Nebenfiguren sind einfach spitze. Mein Favorit ist das golden girl Grandma Mazur, dicht gefolgt von Stephanies Mutter.
Ein Tipp: Lest die Romane auf Englisch, sie sind dann noch lustiger.
Zum Inhalt: Nachdem Stephanie Plum ihren Job als Unterwäscheverkäuferin verlor, heuerte sie bei Cousin Vinnie als Kopfgeldjägerin an. Ihr sidekick ist Lula, eine afroamerikanische Exprostituierte, die bei Vinnie eigentlich die Ablage machen soll. Durch die zunehmende Digitalisierung wird dies überflüssig, also geht sie lieber mit Stephanie, die recht schusselig ist, auf Ganovenjagd.
Dabei wenden die beiden recht unkonventionelle Methoden an.
Stephanies Privatleben ist so chaotisch wie ihr Job. Sie kann sich nicht zwischen Langzeitfreund Joe Morelli und dem Leiter einer Sicherheitsfirma, dem heißen Latino Ranger entscheiden.
In diesem Band schlägt Polizist Morelli zu Stephanies Leidwesen eine Trennung auf Zeit vor. Stephanie kocht vor Wut, obwohl sie nicht ganz unschuldig daran ist. Eine Entscheidung in Sachen Männer ist eigentlich längst überfällig.
Die Jagd auf einen Kautionspreller führt Steph ins Universitätsmilieu. Student Ken Globovic soll den miesepetrigen Dekan verprügelt haben. Als Ken untertaucht, stößt Stephanie gegen eine Mauer des Schweigens – seine Kommilitonen verraten kein Sterbenswörtchen.
Eines Tages liegt der Dekan erschossen in seinem Vorgarten, was aber Keinen zu interessieren scheint. Stephanie schwant, dass es am College neben wilden Studentenparties und saufenden Verbindungsbrüdern auch große Geheimnisse gibt…
Ich habe mich mal wieder köstlich amüsiert, obwohl die Figurenzeichnung einigermaßen schematisch ist. Der Roman ist spannend und Stephanie gerät mal wieder in Gefahr. Der Wortwitz und die Slapstickeinlagen sind einfach unschlagbar. Nach größeren und kleineren Katastrophen muss Lula erst mal etwas essen ?. Stephanies strukturierte Pläne münden immer im völligen Fiasko, und etliche Autos gehen zu Bruch. Doch lest selbst! Ich kann den Roman nur empfehlen, die Reihe ist tolle, witzige chicklit mit einem Augenzwinkern!

Veröffentlicht am 09.01.2018

Kukolka 4 - ever

Kukolka
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Samira ist Roma und wächst in einem Waisenhaus in der Ukraine auf. Dort herrschen Drill und Lieblosigkeit. Etwas Wärme bringt einzig Marina in Samiras Leben.
Doch als Marina von einer reichen Familie ...

Samira ist Roma und wächst in einem Waisenhaus in der Ukraine auf. Dort herrschen Drill und Lieblosigkeit. Etwas Wärme bringt einzig Marina in Samiras Leben.
Doch als Marina von einer reichen Familie aus dem Westen adoptiert wird, verliert „Kukolka“, das Püppchen,
die wichtigste Bezugsperson in ihrem jungen Leben.

Für Samira ist klar: Sie muss nach Deutschland gehen und Marina finden.
Samira gerät an den zwielichtigen Rocky, sie muss stehlen, um zu überleben. Als sie älter wird, ist sie gezwungen, sich zu prostituieren…Doch auch im Westen ist nicht alles Gold, was glänzt.

„Kukolka“ von Lana Lux ist schwere Kost. Thematisch ist der Roman nichts Neues, postsowjetisches Elend wird zum Beispiel auch im Film „Lilja - 4- ever“ gezeigt, ebenso die rechtsfreie Zone in den 1990er Jahren. Auch der Menschenhandel ist integraler Bestandteil.
Daher ist „Kukolka“ auf keinen Fall eine Wohlfühllektüre. Stellenweise ist die Erzählung brutal und regelrecht abstoßend, schonungslos wird das Thema Zwangsprostitution ausgebreitet.
Als Leser wünscht man dem Romamädchen ein wenig Glück im Leben, dieser Wunsch geht jedoch nicht in Erfüllung. Die Ereignisse, die durch die Augen eines Kindes erfahren werden, können keinen kalt lassen.
Der Stil der Autorin ist guter Durchschnitt, und so ist „Kukolka“ ein Roman, der zum Nachdenken anregt.