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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2017

Typische Chicklit mit Wohlfühlfaktor

Die Zutaten zum Glück
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Vorab:
Um an diesem Roman Freude zu haben, sollte man Frauenliteratur mögen, denn es sind viele absolut genretypische Elemente enthalten:
Ein dramatisches Ereignis führt zu einer großen Veränderung. ...

Vorab:
Um an diesem Roman Freude zu haben, sollte man Frauenliteratur mögen, denn es sind viele absolut genretypische Elemente enthalten:
Ein dramatisches Ereignis führt zu einer großen Veränderung. Es gibt eine weibliche Protagonistin die sich anpassen muss, die aber trotz kleiner Rückschritte eine Entwicklung durchläuft und am Ende das große Glück findet – zuckersüßes happy ending inclusive! ?
Aber manchmal muss es eben chicklit sein! Ich mag das Genre für Zwischendurch ganz gerne, nicht immer habe ich Lust auf blutige Thriller oder schwere Kost – literarisch gesehen.
Worum geht es im Roman Die Zutaten zum Glück ?
„Wer rechnet schon damit, dass aus einem Flammeninferno das große Glück erwächst? Am wenigsten die Patissière Olivia, als sie mit ihrem flambierten Dessert einen Bostoner Luxusclub in Brand setzt. Dass genau das ihr ein neues Leben und eine Liebe auf Umwegen beschert, noch dazu in Vermont, kommt für sie genauso unverhofft wie für all diejenigen, denen sie dort in die Quere stolpert … Nachdem sich Olivias Karriereaussichten in Rauch aufgelöst haben, flüchtet sie sich kurzerhand zu ihrer besten Freundin ins ländliche Vermont. Wo sie nicht nur Unterschlupf und eine Anstellung wider Willen in einem kleinen Landgasthof findet, sondern auch ein neues Zuhause, nach dem sie bislang gar nicht gesucht hatte. Doch bevor Olivia selbst erkennt, wohin ihr Herz gehört, muss sie sich mit der kauzigen Lokalbevölkerung anfreunden – und das Geheimnis um den besten Apple Pie lüften. Und nicht zuletzt die Gunst einer eigensinnigen alten Dame erobern, unter deren rauer Schale mehr verborgen liegt, als Olivia ahnen kann …“
Der Roman hat mich gut unterhalten, ich mochte vor allem das setting und die kulinarischen Aspekte sehr gerne! Der Stil der Autorin liest sich recht angenehm. Die Figuren sind gut gezeichnet und sie passen zum Genre. Eine tiefgründige story und eine Charakterisierung nach Art eines Dostojewski darf man allerdings nicht erwarten, wer mit solchen Erwartungen an das Buch geht, wird an den „Zutaten zum Glück“ keine Freude haben.
Vieles war zugegebenermaßen etwas klischeehaft konstruiert und vor allem das Ende war wie gesagt zuckersüß gestaltet. Jedoch gehören meines Erachtens fast schon kitschige Aspekte wie Drama, Liebe und Herzeleid zum Frauenliteratur – Genre einfach dazu, und es gibt auch Abstufungen; jeder Autor entscheidet selbst, wie er seinen Roman letztendlich „strickt“. Im vorliegenden Roman dominiert das heile Welt – Element, und natürlich gibt es Aspekte, die fast unglaubwürdig und wie aus dem Märchen anmuten.
Aber man denke einmal an Kinsellas Becky Bloomwood – wie realistisch ist es, dass eine schusselige Heldin einen top organisierten Manager heiratet ?
Trotz aller Klischees ist es schön, dass Olivia, die kein leichtes Leben hatte und die unfreiwillig vom urbanen Boston in eine absolut ländliche Gegend übersiedelt, am Ende ihr Glück findet. Ich habe es ihr gegönnt! Auf diesem Weg gibt es natürlich kleine und große Hindernisse, sonst wäre es ja langweilig! ?
Fazit:
Chicklitfans, die keine Angst vor einer zuckersüßen Erzählung mit happy ending haben, kommen hier auf ihre Kosten!

Veröffentlicht am 24.04.2017

Geächtet

AchtNacht
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Schnelle Unterhaltung

Fitzeks Thriller „Achtnacht“ habe ich rasch gelesen und ich fühlte mich gut unterhalten.
Sehr aufschlussreich fand ich das Nachwort, und Sebastian Fitzek räumt ein, dass sein Thriller ...

Schnelle Unterhaltung

Fitzeks Thriller „Achtnacht“ habe ich rasch gelesen und ich fühlte mich gut unterhalten.
Sehr aufschlussreich fand ich das Nachwort, und Sebastian Fitzek räumt ein, dass sein Thriller auf dem Film „The Purge“ basiert. Redlich. Es gibt ja die Theorie, dass Literatur eigentlich immer Recycling sei, Intertextualität und so fort.
Worum geht es im Krimi?
- Ben Rühmann ist ein erfolgloser geschiedener Musiker und Vater einer Tochter, die bei einem durch ihn verursachten Unfall tragisch gehandicapped wurde. Seitdem quälen Ben Schuldgefühle. Außerdem versuchte die Tochter Jule, sich das Leben zu nehmen. Oder nicht?
- Eines Tages erfährt Rühmann, dass er das Opfer einer ominösen Todeslotterie namens „Achtnacht“ geworden ist und buchstäblich zum Abschuß freigegeben ist. Freiwild – keine Strafverfolgung im Mordfall. Der Mörder soll sogar ein Kopfgeld in Millionenhöhe erhalten, denn Rühmann wird fälschlicherweise zum Perversen erklärt, was die Wut des Internetmobs noch steigert.
- Die magersüchtige Arezu, eine Psychologiestudentin, wird ebenfalls zur Geächteten erklärt und verfolgt.
- Eine wilde Jagd durch Berlin beginnt. Werden Arezu und Ben die Nacht überleben?

„Achtnacht“ ist schnelle Unterhaltung, die ideale Lektüre für eine Zugfahrt zum Beispiel. Der Thriller ist durchaus spannend, aber nicht besonders raffiniert.
Ich fand alles recht vorhersehbar, am Ende blieb für mich der Aha - Effekt aus. Trotzdem habe ich die Lektüre nicht bereut. Es ist eben literarisches Fastfood, sprachlich nicht besonders ausgefeilt, teilweise etwas platt. Als etwas störend empfand ich die Namen der Protagonisten, die ich eigentlich mit Prominenten verbinde: Rühmann (Heinz), Herzsprung (Hannah), Vanderbildt.
Ich hätte mir in dieser Hinsicht mehr Originalität gewünscht.
Fitzek ist mir trotzdem irgendwie sympathisch, die Berlin – Bezüge fand ich einfach klasse.
Der Autor räumt ein, dass der Roman im weitesten Sinne eine Art Therapie für ihn war, was ich sehr berührend finde.
Ich rate allen Lesern, das Nachwort auch zu lesen.

Fazit: „Achtnacht“ hat mich gut unterhalten, auch wenn der Autor sehr viele Themenkomplexe in seine Erzählung einflicht und dabei nur an der Oberfläche kratzt:
Internetkriminalität, Mobbing, Psychosen, familiäre Tragödien, Selbstjustiz, Geldgier, Voyeurismus und so weiter. Die Figuren sind recht schematisch erinnert und lassen eine Tiefe vermissen.

Der Thriller ist schnell gelesen und schnell vergessen, aber meines Erachtens trotzdem kein Groschenroman.
Ich vergebe für „Achtnacht“ von Sebastian Fitzek 3,5 von insgesamt fünf möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 19.04.2017

In the Dutch mountains

Das Leben ist eine Windmühle
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Cover:

Das Cover ist wirklich toll, ist anders als bei Bd 1 nicht orange (sondern blau!) und macht Lust auf's Lesen. Es handelt sich um eine Klappbroschur - ein schönes, stabiles Taschenbuch, was mir ...

Cover:

Das Cover ist wirklich toll, ist anders als bei Bd 1 nicht orange (sondern blau!) und macht Lust auf's Lesen. Es handelt sich um eine Klappbroschur - ein schönes, stabiles Taschenbuch, was mir sehr wichtig ist, da ich paperbacks lieber als gebundene Bücher mag.

Klappentext:

'In seinen erotischen Wunschträumen hatte sich Gabriel das Eheleben ganz anders vorgestellt. Während Gattin Nuki als Käse verkaufende "Frau Antje" Karriere macht und eher nebenbei Nachwuchs auf die Welt bringt, läuft bei ihm gar nichts mehr. Erfolg im Beruf - Fehlanzeige. Auch müsste man erst mal einen haben. Den Hausmann geben wäre nicht schlecht, doch der ist im holländischen Familienmodell nicht vorgesehen. Im Liebesleben herrscht völlige Flaute, die Großfamilie nervt, ganz zu schweigen von den durchgeknallten Nachbarinnen ...'

Meine Einschätzung:

Besser als Teil 1!



"Das Leben ist eine Windmühle" ist der zweite Teil einer Reihe und gefiel mir besser als Bd 1.
Anouk (Nuki) und Gabriel (Gab) ziehen vom Hausboot in ein kleines Reihenhaus.
Misanthrop Gabriel bleibt nichts erspart - Die Geburt seines Sohnes Remco wird zum Ereignis, an dem halb Holland teilnimmt & Gardinen an den Fenstern kann er sich zunächst auch abschminken. "Heel gezellig" lautet der Kommentar von Anouk. Gab und Nuki sind sympathische Protagonisten, und der Autor Ben Bergner schildert auf humorvolle Weise die kleinen und grossen Schwierigkeiten, aber auch die kleinen und grossen Vorteile einer hybriden Identität (auf dem Oktoberfest hat Gab Heimweh nach Holland) und binationalen Ehe.

Nach dem Streusalz - Desaster aus Bd 1, Kaugummiautomaten - Hiwitätigkeit & Tatortreiniger - Intermezzo wird Gab schliesslich Pommeskönig und das Familienglück wird von Zwillingen gekrönt.
Vom "Schuhkartonstapelhaus" geht es in eine Windmühle - ein schöner Bezug zum Titel des Romans.

Das Glossar am Ende fand ich amüsant & informativ. Ein kurzweiliges Buch, sehr viel Tiefgang darf & muss man nicht erwarten.

Veröffentlicht am 19.04.2017

Ich heirate eine Familie

Ich heirate Frau Antje ihre Familie
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Nachdem Gabriel eine junge Holländerin vor dem Ertrinken rettet, ist sein Schicksal besiegelt - Anouk verliebt sich in ihren Lebensretter und so schlägt das binationale Pärchen seine Zelte zunächst in ...

Nachdem Gabriel eine junge Holländerin vor dem Ertrinken rettet, ist sein Schicksal besiegelt - Anouk verliebt sich in ihren Lebensretter und so schlägt das binationale Pärchen seine Zelte zunächst in München auf.

Gabriel erhält bereits in Bayern einen Vorgeschmack auf das holländische Gemeinschaftsgefühl - ding dong! Gezellig!
Ist Anouk mal nicht in der Stadt, sorgen sich die niederländischen Freunde um Gab, der eigentlich gern seine Ruhe hat und ein erklärter Menschenfeind ist.

Da Anouk Heimweh nach ihrer Familie hat, zieht das Paar nach Holland, wo das Einzelkind Gab die geballte Ladung Großfamilie zu spüren bekommt. Um sich zu integrieren, kauft er ein Hausboot, er lernt im Kurs Holländisch, er wird zum holländischen Knecht Ruprecht und er quält sich beim Eislaufen...um am Ende gebührend belohnt zu werden, denn es gibt ein happy ending.

Der Roman liest sich flott und flüssig, und ich musste auch mal grinsen, der Humor ist aber nicht immer ganz meiner & die Sprüche sind mir oft zu markig.

"Hartz-4-Deutsch" ist mir als Ausdruck ein wenig zu platt, und ich persönlich würde 2013 einen Satz wie " Ich sehe aus wie Atze Schröder als Neger verkleidet" nicht schreiben.

Gut gefallen haben mir aber die Fussnoten mit den Zusatzinfos (auch wenn ich mich frage, ob es dem aktuellen Forschungsstand entspricht, dass die Holländer im WK II "die grössten Kollaborateure" waren. ) .

Die holländischen Wendungen werden passend und "unverkrampft" in den Text integriert, und auch das Glossar am Ende ist gut.

Auch wenn der Roman sich ähnlich liest wie viele andere "Ich heirate eine Italienerin/Französin etc. " - Bücher, ist er unterhaltsam und kurzweilig geschrieben.

Ich vergebe daher 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.04.2017

Spannender Copthriller

Die Grausamen
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Die Polizisten Gabe und Marta werden von der Polizeibehörde auf’s Abstellgleis geschoben. Gabe ist seit einem traumatischen Erlebnis schwer suchtkrank und er hat Frau und Kind durch eine Scheidung verloren. ...


Die Polizisten Gabe und Marta werden von der Polizeibehörde auf’s Abstellgleis geschoben. Gabe ist seit einem traumatischen Erlebnis schwer suchtkrank und er hat Frau und Kind durch eine Scheidung verloren. Marta, eine toughe Drogenfahnderin mit Latinowurzeln erschoss bei einem Undercovereinsatz versehentlich ihren Partner. Seitdem ist sie eigentlich nicht arbeitsfähig und in ihrer Abteilung geächtet. Zudem wurde ihr Ehemann im Einsatz getötet. Also werden sie beauftragt, sich um ungelöste Fälle zu kümmern.
Bei einem Fall stoßen sie auf Ungereimtheiten. In den neunziger Jahren verschwand ein Kind aus bester Familie, die dreizehnjährige Tessa, auf dem Heimweg spurlos und wurde nie gefunden.
Gabe und Marta stoßen auf fehlerhafte Einträge und vier männliche Tote, von denen sie annehmen, dass diese mit dem Fall Tessa zusammenhängen.
Bei ihren Ermittlungen stoßen die Polizisten auf eine Mauer des Schweigens, doch das ungleiche Paar gibt nicht auf…
„DIE GRAUSAMEN“ ist ein spannender Copthriller und ein wahrer pageturner! Ich habe den Krimi in wenigen Tagen ausgelesen.
Für mich stimmte einfach alles – die gut gezeichneten Protagonisten, das nordamerikanische setting, der raffinierte plot und die Gliederung des Romans. Formal ist der Roman in drei Teile gegliedert. Die Handlung oszilliert geschickt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es gibt einen auktorialen Erzähler, der den Leser durch das Geschehen führt.
Ich muss allerdings einräumen, dass Katzenbach das Rad nicht neu erfunden hat. Das „Grundrezept“ kennt man vielleicht schon aus 90-er Jahre Copthrillern. Ein bewusstes Stilmittel des Autors? Ein Ermittlerpaar, Frau und Mann, beide mit Problemen behaftet. Der weibliche Cop hat den Sprung aus dem Ghetto geschafft. Statt Drogen zu verkaufen, kämpft Marta, die alleinerziehende Mutter, für das Gute.
Die Vorgesetzten sind machthungrig, die Vorstadtidylle brüchig, es gibt alte Haudegen und den obligatorischen tätowierten Dealer im Knast, Actionsequenzen, Verfolgungsjagden und Schießereien.
Erinnert stark an einen Hollywoodfilm, oder?
Das hat mich beim Lesen aber nicht gestört, vielmehr habe ich mich gut unterhalten gefühlt. An Spannung mangelt es jedenfalls nicht und die Auflösung ist so abwegig nicht. Gabe und Marta sind mir an’s Herz gewachsen und ich hoffe, dass es weitere Bände rund um die Polizisten geben wird.
Daher empfehle ich die „Grausamen“ von Katzenbach gerne zur Lektüre.