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Veröffentlicht am 28.03.2017

Hannahs Briefe

Hannahs Briefe
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Optik: Das Cover, welches in sepiafarbenen Tönen gehalten ist, ist sehr schön. Leider muss ich sagen, das es jedoch nicht zum Inhalt des Romans passt & der Vielschichtigkeit des Buches nicht gerecht wird. ...

Optik: Das Cover, welches in sepiafarbenen Tönen gehalten ist, ist sehr schön. Leider muss ich sagen, das es jedoch nicht zum Inhalt des Romans passt & der Vielschichtigkeit des Buches nicht gerecht wird.

Verlagsinfo: "Eine Liebe, in der sich Weltgeschichte spiegelt.

Rio de Janeiro am Vorabend des Zweiten Weltkriegs: Nach der gescheiterten Revolte von 1935 eröffnet das Vargas-Regime eine Hexenjagd auf Kommunisten. Der Schuhmacher Max Kutner, ein polnischer Jude, muss im Auftrag der Geheimpolizei auf Jiddisch verfasste Korrespondenz etlicher Exilgenossen übersetzen und nach verschlüsselten Botschaften durchsuchen. Dabei stößt er auf die Briefe einer gewissen Hannah an ihre Schwester Guita. Hals über Kopf verliebt er sich in die unbekannte Schreiberin und beginnt sie fieberhaft zu suchen – bis sie eines Tages vor ihm in seinem Schusterladen steht und er sie an ihrer Handschrift erkennt. Doch die wirkliche Hannah ist nicht die Traumfrau aus den Briefen: Sie arbeitet als Edelprostituierte – und gleichzeitig als Spionin.
Mit dem wunderbaren Mikrokosmos des jüdischen Viertels um die Praça Onze lässt Ronaldo Wrobel in Hannahs Briefe einen Moment in der Geschichte Rios lebendig werden, der zugleich Weltgeschichte ist: Der jüdische Einwandererstrom aus Europa in den 1920er und 1930er Jahren, der tiefe Spuren in der brasilianischen Gesellschaft hinterlassen hat. Der hintergründige Humor, die Nostalgie und die Fabulierlust des Erzählers machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen. "

Gehalt: Am Roman hat mir besonders die Sprache und die kaleidoskopartige Erzählweise gefallen, und auch das vergleichsweise exotische setting. "Hannahs Briefe" zeichnet sich durch eine Tiefe aus, die man in der Literatur nicht mehr oft findet. Allerdings wird der Leser gefordert, zum Nachdenken angeregt - wer ein "Wohlfühlbuch" sucht, ist mit diesem Buch schlecht beraten.
Der Autor versteht jedoch sein Handwerk und entführt den Leser in eine andere Zeit und in eine "andere Welt".

Fazit:

Durch die Lektüre des Romans habe ich meinen Lesehorizont erweitert und eine facettenreiche Geschichte mit komplexen Figuren "erlebt". Das Buch macht nachdenklich und bringt den Leser ins Grübeln, ist jedoch keine locker - leichte Lektüre.
Mit grosser Kunstfertigkeit "übersetzt" der Autor historische Ereignisse in die Form des Romans.
Daher kann ich "Hannahs Briefe" von Ronaldo Wrobel zur Lektüre empfehlen!

Veröffentlicht am 28.03.2017

Witzig und klug

Genau mein Beutelschema
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Vorab:

Um den Roman zu verstehen, sollte man die neunziger Jahre bewusst erlebt haben. Es schadet auch nicht, wenn man weiss, wie die Universitätslandschaft vor der Bologna - Reform aussah, denn unser ...

Vorab:

Um den Roman zu verstehen, sollte man die neunziger Jahre bewusst erlebt haben. Es schadet auch nicht, wenn man weiss, wie die Universitätslandschaft vor der Bologna - Reform aussah, denn unser nachdenklicher, manchmal etwas melancholischer Protagonist scheint ein Relikt dieser Zeit zu sein.

Auf einer 90er - Mucke - Party lernt "Marky Mark" "Christina Aguilera" kennen. Leider spielt der DJ aber nicht coolen Grunge, sondern das Schlechteste, was die 90er zu bieten hatten - Eurodance (Scooter, Mr President mit "Coco Jambo" und die BSB).

"Dr Alban" ist der bebrillte Mbw von Christina, ausserdem ist da noch der "schwangere" Kurt und "Gary", der Chef des Helden. Gary macht dann mal in Selbstfindung.

Unser Protagonist ist ca 31, hat ein abgeschlossenes Philosophiestudium vorzuweisen. Er betreut Kleinanzeigen, die grosse journalistische Karriere lässt auf sich warten. Und er wohnt in einem nicht ganz so hippen Berliner Viertel, wohingegen seine Freundin mit ca 20 schon bei Universal (name - dropping) arbeitet, dann aber gefeuert wird, und Angst hat, mit 22 (!) zu alt zu sein, um an die Uni zurück zu gehen...
Als Mark dann das Baby seines Freundes sieht, kommen ihm die Tränen vor Rührung, selbst mag er aber keine Kinder haben.

"Midlifecrisis!" mutmasst seine Freundin. "Höchstens Quarterlife!" kontert der Protagonist.

Macht der Jugendkult einen Menschen in den Dreissigern zum Greis ?

Der Zeitgeist ist seltsam - "Bauernstiefel" und bedruckte Stoffbeutel scheinen die Uniform des hippen Berliners zu sein, auch Club

Mate. Ein Seitenhieb auf die Ökoschickeria ? Praktikanten buckeln für die blödesten, unbezahlten Jobs...




"Genau mein Beutelschema" ist ein tiefgründiger Roman, der oberflächlich daherkommt.

Es ist eine Erzählung, die mit surrealen Elementen durchsetzt ist (Stream of Consciousness will ich es nicht mal nennen). Es wird tatsächlich eine Geschichte erzählt, und weniger eine Abbildung der Wirklichkeit. Damit gelingt dem Autor mit seinem Debut ein Kunststück, denn die Bestsellerlisten sind voll von gänzlich ironiefreien Romanen, die ohne jeden Hintersinn auskommen.

Lehmanns Erstling ist ein herrlich uneitler Roman, der mir sehr gefallen hat.

Veröffentlicht am 28.03.2017

Geballte Action

Grausames Erbe
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Die junge Petty wird nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters von der Polizei befreit. Die Moshens führten ein abgeschiedenes Leben mit ihren Hunden in Nordamerika. Der Vater drillte die Tochter, hielt ...



Die junge Petty wird nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters von der Polizei befreit. Die Moshens führten ein abgeschiedenes Leben mit ihren Hunden in Nordamerika. Der Vater drillte die Tochter, hielt sie zur Fitness an und lehrte sie, in der Wildnis zu überleben. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt war eine Arbeit als Kassiererin auf dem Schrottplatz. Die Testamentseröffnung ihres verstorbenen Vaters lässt Petty fassungslos zurück. Nur wenn sie einen ältlichen Waffennarr heiratet, soll sie ihr Millionen- Erbe antreten können. Doch Petty will ihre Freiheit und beginnt, nach ihrer offiziell verstorbenen Mutter zu suchen. Hilfe erhält sie dabei vom planlosen Studienabbrecher Dekker, da sie nicht Autofahren kann. Ein Roadtrip führt die beiden nach Colorado. Auf dem Weg gibt es allerlei gefährliche Situationen, so gerät das ungleiche Paar zum Beispiel in einen Wirbelsturm in Kansas, es wird von der Polizei und Pettys potentiellem Ehemann gejagt und ausgeraubt.
Aber Petty wird auch von Dekkers Cousinen herzlich aufgenommen und gefördert. Es gibt plot twists und einen schier unglaublichen Ausgang der Geschichte.
Das Buch ist unglaublich spannend, und ich habe es in wenigen Tagen ausgelesen. Der Roman hat etwas von Fast Food: Manchmal hat man einfach Lust darauf, es ist schnell konsumiert und liegt dann etwas schwer im Magen.
Ich habe „Gefährliches Erbe“ sehr gerne gelesen und ich bereue die Lektüre nicht, aber der Roman ist etwas trashig. Er ist eigentlich ein Actionfilm in Buchform. Spannend und mitreißend, es gibt aber große Logiklöcher und konstruierte Passagen und Widersprüche. Die Figuren sind recht schematisch gezeichnet. Petty ist eine wunderschöne Kampfmaschine, die sich sogar einen Gegenstand aus der Schulter schneiden kann, ohne in Ohnmacht zu fallen. Dekker ist der schlurfige Studienabbrecher, der über sich hinauswächst. Beide haben ein Kindheitstrauma. Die anderen Figuren sind gut oder böse, Graustufen gibt es nicht. Die Autorin verweist auch immer wieder auf Figuren aus der Popkultur, etwa aus dem Kinofilm „Terminator“ und auf Bands, Tom Petty etwa. Wie gesagt: Leicht trashige Unterhaltung, die Spass macht. „Grausames Erbe“ ist wie Popcornkino: Unterhaltsam und spannend, aber ohne Tiefgang und etwas unrealistisch. Trotzdem rate ich von der Lektüre nicht ab, aber man sollte keine literarischen Finessen erwarten.

Veröffentlicht am 26.03.2017

Pieter Posthumus ermittelt zum dritten Mal

Der Tote im fremden Mantel
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Toller Amsterdam - Krimi

„Der Tote im fremden Mantel“ ist der dritte Band der Reihe um den Ermittler aus Amsterdam, Pieter Posthumus. „Das Büro der einsamen Toten“ heißt Band eins und „Das Haus der ...

Toller Amsterdam - Krimi

„Der Tote im fremden Mantel“ ist der dritte Band der Reihe um den Ermittler aus Amsterdam, Pieter Posthumus. „Das Büro der einsamen Toten“ heißt Band eins und „Das Haus der verlorenen Seelen“ ist der Titel von Band zwei.



Ich habe alle Bände gelesen, aber ich finde, dass man den „Tote(n) im fremden Mantel“ auch gut als stand alone lesen kann, da die Autoren sehr routiniert und logisch erzählen. „Britta Bolt“ ist das Pseudonym eines wunderbaren Autorenduos.

Worum geht’s in Band drei?

- „Pieter Posthumus liebt Amsterdam und will an keinem anderen Ort der Welt leben - und das, obwohl die große Wirtschaftskonferenz mit ihren Horden an Delegierten und zahlreichen Gelegenheitsdemonstrationen gerade nichts als Unruhe verbreitet. Immerhin geht im Büro der einsamen Toten alles seinen gewohnten Gang. Bis zu dem Tag, an dem Posthumus den Tod eines Junkies untersucht, der einen viel zu vornehmen Kamelhaarmantel trägt ... Bald gibt es noch einen Toten: einen Teilnehmer der Konferenz - und anscheinend hängen die beiden Todesfälle miteinander zusammen. Haben die Taten einen ideologischen Hintergrund? Oder gibt es doch ein persönliches Motiv? Die Ermittlungen führen Posthumus zurück in seine eigene Vergangenheit als Student mit radikalen politischen Überzeugungen. Tiefer und tiefer gerät er hinein in ein Netz aus politischen Intrigen und dunklen Familiengeheimnissen…“



Die Geschichte startet mit einem interessanten Aufhänger, die Energiekonferenz „Earth 2050“ verleiht der story Aktualität und gesellschaftliche Relevanz.

Das setting ist natürlich wieder unschlagbar toll – Amsterdam! Das kosmopolitische und sehr besondere Flair der Metropole wird wunderbar eingefangen. Ich habe mich beim Lesen auch sehr über das Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren gefreut. Pieter Posthumus, der Protagonist, wird von seiner Vergangenheit eingeholt.

Die Figurenzeichnung und die Evolution des Helden finde ich sehr stimmig. Toll ist auch die Stammkneipe, der „Dolle Hond“.

Es wird nicht nur ein bestimmtes Milieu seziert – Menschen vom Rand der Gesellschaft spielen ebenso eine Rolle wie eine gebildete, internationale und nationale upper class.

Das Autorenduo hat mit „Der Tote im fremden Mantel“ einen lesenswerten Amsterdam – Krimi verfaßt, der nicht vorhersehbar ist. Die Geschichte wird langsam und stimmig entwickelt, woraus folgt, dass der Spannungsgehalt der story variiert, was jedoch gut zum plot passt. Reißerische Passagen oder Spannung um der Spannung willen findet man nicht, wohl aber ein temporeiches Finale, das keine Wünsche offen lässt.

Als Vielleserin habe ich leider oft das Gefühl, immer wieder das Gleiche in abgewandelter Form zu lesen. Nicht so hier!

Die Reihe um Pieter Posthumus ist meines Erachtens aber wirklich originell. Band drei hat mich wieder klasse unterhalten. Ich freue mich schon auf den nächsten Band!

Veröffentlicht am 22.03.2017

Hörbuch Tipp

Der Club
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Eigentlich bin ich ein ziemlicher Hörbuchmuffel. Oft bin ich genervt vom leiernden Vorlesen, von schrillen Frauenstimmen und brummenden männlichen Sprechern.
Das Hörbuch zum Roman „Der Club“ von Takis ...

Eigentlich bin ich ein ziemlicher Hörbuchmuffel. Oft bin ich genervt vom leiernden Vorlesen, von schrillen Frauenstimmen und brummenden männlichen Sprechern.
Das Hörbuch zum Roman „Der Club“ von Takis Würger hat mich aber richtig begeistert. Es war so hörenswert, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, der Geschichte zu lauschen. Die Sprecher machen ihre Sache super (aber ausgerechnet der Autor konnte mich mit seiner Stimme nicht vom Hocker reißen). Man merkt, dass es sich um geschulte Stimmen handelt. Unter anderem liest die Schauspielerin Anna – Maria Mühe vor; es gibt zwei tolle weibliche Erzählstimmen, was ich klasse finde, denn oft sind es gerade Frauenstimmen, die ich als anstrengend empfinde.
Es gibt verschiedene Erzählperspektiven. Jeder Perspektive ist eine andere Stimme zugeordnet worden. Dies macht das Ganze aber nicht konfus, sondern angenehm für’s Ohr, denn es wird eine Spannung erzeugt, die in einer Sogwirkung mündet.
Der Duktus und die Intonation der Vortragenden lassen keine Wünsche offen. Für die sehr gelungene Hörbuchfassung vom „Club“ vergebe ich volle 5 Sterne, für die eigentliche Geschichte jedoch nur 4 – 4, 5 Sterne.


Wie kommt’s ?


Takis Würger ist mit seinem Debut meines Erachtens auf Nummer Sicher gegangen. Der Roman ist zweifellos gut geraten, aber er ist eben nicht perfekt. Vielleser werden bekannte Topoi entdecken. Coming of Age mit einem Schuß Krimi plus britischem Upper-Class-Universitätssetting : Das ist der Roman „DER CLUB“ in groben Zügen. Mit dem Erzähl-Element „Elite-Universität“ kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Die amerikanische Autorin Donna Tartt landete mit ihrer „Geheimen Geschichte“, in welcher der nicht besonders wohlhabende Student Richard in einen elitären Altphilologenzirkel (man könnte auch von einem Club sprechen) an einer Ivy League Uni eingeführt wird, um dann Zeuge eines Verbrechens zu werden, schon vor Jahren einen Bestseller. Das unschuldige Waisenkind, welches zu Höherem berufen ist, kennt man schon seit Charles Dickens und dieses Element findet man zum Beispiel auch in den Werken John Irvings. Würger kann sich also auf bewährte Konzepte aus der Literaturgeschichte stützen.
Wirklich originell ist meines Erachtens, dass er seine Geschichte mit dem Boxsport „unterfüttert“ und der story so eine eigene Facette hinzufügt.
„Der Club“ ist im Wesentlichen eine Entwicklungsgeschichte. Hans Stichler ist ein absolutes Wunschkind seiner Eltern. Nachdem es der Mutter gelang, dem Tod von der Schippe zu springen, stirbt sie auf tragische Weise, ebenso wie Hans‘ Vater. Das Kind, welches von seinem Umfeld schikaniert und von seinen Eltern behütet worden war, kommt trotz des Vorhandenseins einer Tante ins Internat. Das Boxen hilft dem Jungen, sich zu behaupten. Doch Hans bleibt ein stiller, feinsinniger, ungeliebter Außenseiter.
Nach seinem Abitur beschafft ihm seine Tante Alex, die in Cambridge Dozentin für Kunstgeschichte ist, einen Studienplatz ebenda. Hans, der aus einfachen Verhältnissen stammt, soll für sie ein Verbrechen in einer Studentenverbindung aufklären, natürlich inkognito. In Cambridge findet Hans endlich Anschluß und eine feste Beziehung. Das Boxen ist seine Eintrittskarte in eine neue Welt und es eröffnet ihm den Zugang zu einem besonders elitären Zirkel. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt…


Die Geschichte hat einige Stärken, aber auch kleine Schwächen. Der Stil ist sehr flüssig und er passt zur story. Ich bin allerdings keine Freundin des inflationären Gebrauchs des Begriffs „behindert“ als Synonym für „unpassend, dumm, bescheuert“. Mir ist schon klar, dass der Autor damit am Puls der Zeit sein will und eine Figur durch diesen Sprachgebrauch charakterisiert, aber ich mag es trotzdem nicht. Auch gibt es im Text so manche Binsenweisheit wie „Ich lernte, dass der Mensch ein Raubtier ist.“ Stellenweise wird auch etwas dick aufgetragen, gerade am Ende. Den Abschluß der Geschichte fand ich nicht ganz zufriedenstellend.
Die erste Hälfte der story ist meines Erachtens besser ausgearbeitet als die zweite Hälfte. Würger hätte eigentlich viel mehr aus seinem „Stoff“ machen können. Manche Figuren bleiben leider blaß und oberflächlich, oder sie haben illustrierenden Charakter, wie etwa die Figur Billy. Auch wenn es solche Menschen insbesondere an Universitäten gibt, ist eine Figur fast eine Karikatur eines asiatischen (in diesem Falle: chinesischen) Studenten. Die Funktion dieser Figur ist eine deskriptiv-illustrierenden, für den Handlungsverlauf ist die Figur eigentlich nicht von Bedeutung.
Hans ist mir als Protagonist zu perfekt, und Manches an seiner Figurenzeichnung fand ich nicht ganz stimmig. Am besten ausgearbeitet und am Interessantesten ist ausgerechnet eine Figur namens Josh.
Hans‘ Freundin ist sein soulmate: Wunderschön und traumatisiert.
Der Kriminalfall an sich ist recht vorhersehbar, aber Würger gelingt es ausgezeichnet, zu zeigen, wie perfide das Verbrechen ist und wie es die Leben der Opfer zerstört. Diesen Teil der Geschichte erzählt er besonders einfühlsam.
Fazit:
Mit dem „Club“ erfindet Würger das Rad nicht neu. Trotzdem ist der Roman viel besser als Vieles, was ich in letzter Zeit gelesen habe.
Das Hörbuch ist einfach spitze – ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt und mich immer wieder auf’s Hören gefreut. Ich vergebe für die Audiofassung fünf von insgesamt fünf möglichen Sternen und spreche eine absolute Empfehlung aus!