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Veröffentlicht am 18.03.2017

Tolles Sachbuch

Mein Herz in deinem weiten Land
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Die Hamburgerin Sandra hat einen ganz soliden Lebensplan, mit einem Diplom als Finanzwirtin ist die Zukunft eigentlich gesichert. Doch etwas fehlt. Da lernt sie im Museum für Völkerkunde David Seven Deers ...

Die Hamburgerin Sandra hat einen ganz soliden Lebensplan, mit einem Diplom als Finanzwirtin ist die Zukunft eigentlich gesichert. Doch etwas fehlt. Da lernt sie im Museum für Völkerkunde David Seven Deers kennen, einen kanadischen Künstler indianischer Abstammung. Die beiden
freunden sich an, und aus Freundschaft wird alsbald Liebe. David ist 16 Jahre älter als der Twen, und obwohl Freunde und Familie die Verbindung anfangs nicht gutheißen, heiratet das Paar und schlägt seine Zelte in Kanada auf.
Die Hanseatin kann sich neu erfinden, den Namen "Sanna" annehmen. Das Leben in Kanada ist nicht immer leicht und geht oft einher mit rassistischen Anfeindungen, Geldmangel und harter körperlicher Arbeit. Doch das Paar gibt trotz aller Widrigkeiten nie auf. Sanna überwindet die Sprachbarriere rasch, es wird eine Familie gegründet und das Paar bildet sich auch weiter. David an der Universität, Sanna an der Fernschule zum Thema Naturheilkunde, da ihr deutsches Diplom zur Finanzwirtin mit dem kanadischen System nicht kompatibel ist.

Neben allen Schwierigkeiten gibt es aber auch wunderbare Erlebnisse mit und in der Natur, einen Mix von christlichen Traditionen und 'indianischer' Lebensweise und Mystik; die Kinder der Seven Deers wachsen mit dem Besten aus beiden Welten auf. Und auch der Traum von der eigenen Ranch in der Wildnis kann verwirklicht werden.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen:

Die Ehrlichkeit gefiel mir besonders gut an dieser Autobiographie. Sanna Seven Deers nimmt den Leser mit in eine fremde Welt und erzählt völlig uneitel aus ihrem Leben. Aber es ist schade, dass es keine Fotos zur Illustration des Erzählten gibt.

Auch die Probleme, die es in vielen Reservaten gibt, spart sie nicht aus. Sie beleuchtet gute und schlechte Seiten des Lebens in Kanada und macht ihren Bericht durch eine flüssige und fesselnde Erzählweise zum absoluten Leseerlebnis!

Veröffentlicht am 18.03.2017

Tolles Jugendbuch

Falsche Veilchen
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" Ein ausgeraubter Tresor? Ein schwer verletzter Nachtwächter? Leon hat ein dickes Problem! Nicht nur, dass Laura, seine heimliche Liebe, ihm zunächst nicht vertraut/glaubt und er bei ihren Freunden ständig ...

" Ein ausgeraubter Tresor? Ein schwer verletzter Nachtwächter? Leon hat ein dickes Problem! Nicht nur, dass Laura, seine heimliche Liebe, ihm zunächst nicht vertraut/glaubt und er bei ihren Freunden ständig ins Fettnäpfchen tritt/ihrer Clique ungefähr so wohl fühlt wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Nein, jetzt muss er auch noch seine Unschuld beweisen, um sich den verrückten Hauptkommissar Hauptmeister vom Leib zu halten ... Nach erfolgreich gelöstem ersten Fall lernt Leon endlich Lauras Freunde kennen, allesamt Sprösslinge aus gutem Haus. Deshalb fühlt sich Leon, der im Jugendknast war und dessen Vater irgendwo in Indien in einem Aschram meditiert, in der Clique ungefähr so wohl wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Als dann auch noch der Tresor in der Villa von Lauras Exfreund ausgeraubt wird, hat Leon ein dickes Problem - natürlich glauben alle, dass er der Übeltäter ist. Also muss er seine Unschuld erneut beweisen und versuchen, sich den verrückten Hauptkommissar Hauptmeister vom Leib zu halten ..."

Meine Einschätzung:

Es handelt sich hier um den zweiten Band einer Reihe. Obwohl ich Band eins, "Tote Tulpen", nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Verständnisschwierigkeiten, da der Autor routiniert und flüssig erzählt und wichtige Infos wie zufällig einstreut.

Der Roman hat mich wunderbar unterhalten und konnte mit originellen Figuren und einer interessanten Handlung punkten. Leon ist Lehrling im Blumenladen von Lauras Eltern, André und Camilla. Ausserdem gibt es da noch die Autistin Annabell und den jungen Mann Claudin, die Leons Kollegen sind und ganz normal lieben und leben.
Die Tatsache, dass sie besondere Bedürfnisse haben, ist nicht das, was sie primär auszeichnet.
Bei der Charakterisierung der Figuren legt der Autor besondere Feinfühligkeit an den Tag, ohne in Kitsch und Klischees abzugleiten. Annabell und Claudin waren neben Camilla und André meine Lieblingsfiguren. Nicht ganz so begeistert war ich von den Polizisten, da sie etwas clownesk auf mich wirkten, wobei die Naivität eines Ha - Ha sich an Inspector Columbos Gebaren orientiert und somit die eigentlichen Gedanken der Figur camoufliert. Ich wunderte mich auch etwas über Lauras Begeisterung für Nero Wolfe.

Der Krimi an sich hätte für mein Empfinden ein wenig spannender sein dürfen, die Hauptzielgruppe (Teenies ab 14 Jahren) wird er aber sicher erreichen und begeistern . Man sollte als Leser jedoch keinen blutigen Thriller erwarten. Das Wichtigste steht zwischen den
Zeilen, denn "Falsche Veilchen" ist mehr als ein Krimi.

Es ist ein wunderbares Buch über das Leben und die Liebe, ein Plädoyer für Toleranz und Mitmenschlichkeit. Ein Roman voller Humor und Warmherzigkeit, der mir ein paar schöne Lesestunden beschert hat.

Veröffentlicht am 18.03.2017

wirklich spannend

Die stille Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 6)
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Spannend und abgründig, nichts für schwache Nerven!

Der in Los Angeles tätige Profiler Robert Hunter ist bereits auf dem Weg in seinen wohlverdienten Urlaub, als er vom FBI angefordert wird. Sein ehemaliger ...

Spannend und abgründig, nichts für schwache Nerven!

Der in Los Angeles tätige Profiler Robert Hunter ist bereits auf dem Weg in seinen wohlverdienten Urlaub, als er vom FBI angefordert wird. Sein ehemaliger Kommilitone, Lucien Folter, wurde verhaftet. Und nur seinen "alten Freund " Robert will er ins Vertrauen ziehen. Obwohl Leichenteile im Kofferraum seines Autos gefunden wurden, beteuert Lucien zunächst seine Unschuld, und auch Robert will zunächst an die Unschuld seines Freundes glauben, doch schon bald wendet sich das Blatt & es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...

"Die stille Bestie" ist bereits der sechste Band aus der Reihe um Hunter & Garcia. Das Tolle an dem Roman ist, dass man ihn auch getrost als stand-alone lesen kann, da man als Leser wirklich alle relevanten Informationen erhält. Das Buch liest sich extrem flüssig und das Geschehen ist sehr spannend, ich konnte den Band kaum beiseite legen!
Ich konnte es kaum erwarten mehr zu erfahren, obwohl es kein Whodunit ist.
Trotzdem möchte ich den Roman gerne allen Thrillerfans ans Herz legen, da vor allem die psychologischen Aspekte interessant sind, auch wenn Carter manchmal etwas dick aufträgt. Genie und Wahnsinn liegen wohl nah beieinander!

Formal ist der Roman in drei Teile gegliedert, und ich fand keinen Abschnitt langweilig. Man muss sich aber auf die Geschichte einlassen. Ausserdem sollte man starke Nerven haben, denn es gibt sehr brutale und auch abstossende Schilderungen. Das Buch ist definitiv nichts für Sensibelchen! Dies ist der erste Thriller aus Carters Feder, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat, daher finde ich, dass der Autor sich gesteigert hat. Es ist sicher interessant zu wissen, dass der Autor Carter durch sein Psychologiestudium weiß, wovon er schreibt, denn in Forensik & Co. kennt er sich aus, was der Glaubwürdigkeit seines Romans zugute kommt.
Auch sprachlich und stilistisch konnte mich das Buch überzeugen, auch wenn manche Slang - Ausdrücke auf Englisch sicher weniger seltsam als in der dt. Übersetzung klingen.

Fazit:

Keine leichte Kost! Ein spannender Thriller mit vielen brutalen Szenen, nichts für schwache Nerven.
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen & spreche daher eine absolute Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 18.03.2017

Toller Roman

Felsenmond
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Jemen hautnah: Die großen Auf- und Umbrüche in der arabischen Welt erregen weltweit Aufmerksamkeit, doch der eigentliche Kampf findet im Verborgenen statt – in der Familie. Während Latifa gegen ihren Willen ...

Jemen hautnah: Die großen Auf- und Umbrüche in der arabischen Welt erregen weltweit Aufmerksamkeit, doch der eigentliche Kampf findet im Verborgenen statt – in der Familie. Während Latifa gegen ihren Willen verheiratet wird, geht die 15-jährige Hanna freiwillig die Ehe mit einem reichen Saudi ein. Aischa wehrt sich gegen die herrische Schwiegermutter, und Sausan muss ihr Studium abbrechen, als ihre Bekanntschaft mit einem Kommilitonen auffliegt. Malika dagegen schreibt kritische Zeitungsartikel, was sie bald in Schwierigkeiten bringt ... Die Geschichte fünf junger Frauen mit unterschiedlichen Schicksalen, doch vereint durch einen gemeinsamen Traum: Sie alle kämpfen um Selbstfindung und individuelle Freiheit ...

Meine Meinung:

Die Autorin Jasmin Adam studierte Islamwissenschaften und Anglistik. Mehrere Jahre verbrachte sie im Ausland - in Kanada und auf der Arabischen Halbinsel, und daher merkt man es dem Roman an, dass die sympathische Schriftstellerin weiß, wovon sie spricht: Es ist zwar eine fiktive Erzählung, aber man hat als Leser direkt das Gefühl, dabei zu sein, da alles so wahrhaftig und lebendig geschildert wird! Mit großer Empathie und Sensibilität entwirft Adam ihre Geschichte. Nie verfällt sie dabei in
Schwarzweißmalerei, die Klischeeklippe "Orientkitsch" umschifft sie tadellos. Die Figuren und das Geschehen können niemanden kalt lassen; während der Lektüre war ich stellenweise gerührt, aber auch tief betroffen. Da das Buch durchweg spannend ist, habe ich beim Lesen richtig mitgefiebert und ich war fast traurig, dass ich "Felsenmond" so schnell ausgelesen hatte. Ich durfte Einblick in ein mir unbekanntes Land erhalten, ich habe mein Wissen erweitern können und unzählige Denkanstöße erhalten. Auch sprachlich und stilistisch konnte mich "Felsenmond" überzeugen, daher möchte ich den Roman unbedingt zur Lektüre empfehlen (ab 14 Jahren, nicht ab 12, wie vom Verlag empfohlen), obwohl ich mich auch über ein Glossar und eine weiterführende Literatur -Empfehlung gefreut hätte, aber damit wäre das Buch womöglich überfrachtet gewesen.

Fazit:
Dieser lehrreiche und lesenswerte Roman sollte in keinem Bücherregal fehlen!

Veröffentlicht am 18.03.2017

Phantastischer Anfang, fader Rest

Lieben lassen
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Alex ist eine junge Fotografin, die mit ihren sexuell expliziten Arbeiten das neue enfant terrible der internationalen Kunstszene ist. Die femme fatale steht indes ziemlich unter Druck: Für die Biennale ...

Alex ist eine junge Fotografin, die mit ihren sexuell expliziten Arbeiten das neue enfant terrible der internationalen Kunstszene ist. Die femme fatale steht indes ziemlich unter Druck: Für die Biennale soll sie aufregende Kunstwerke auf Knopfdruck liefern. Sie hofft, in Rom Inspiration zu finden. Auch ihr Vater war ein berühmter Fotokünstler, daher hat die Heldin immense Versagensängste, außerdem schwebt eine Krankheit wie ein Damoklesschwert über ihr, in manisch - depressiver Weise oszilliert sie zwischen Lebenslust und Todessehnsucht. Tom ist ein ausgebrannter Mann, der in der Werbebranche arbeitet. Seine Arbeit ödet ihn nur noch an und er trauert seiner einzigen Liebe hinterher. Sex, drugs, Models langweilen ihn . "Neunundreißigneunzig" von Beigbeder lässt sehr stark grüßen: Dies wird in der Werbung für den Roman allerdings angekündigt, sodass man nicht wirklich von einem Plagiat sprechen kann, nur neu ist das Ganze eben nicht.
Für einen Auftrag muss auch Tom, der einen leichten psychischen Knacks hat und unter Visionen leidet, in die Ewige Stadt. Dort verfällt er Alex Mondo, und er verliebt sich sogar in sie. Eine (einseitige) amour fou ?

Stilistisch haben wir es mit alternierenden Perspektiven zu tun, "sie" sagt, "er" sagt- dieses Stilmittel hängt mir mittlerweile leider zum Hals heraus, weil es so inflationär gebraucht wird.

Ich war aber überrascht über den anfänglichen geistreichen Tiefgang der Alex-Passagen, alles so bildhaft beschrieben und auch klug. Die Mutter-Beziehung, der Vaterkomplex, dass die Protagonistin einer alten Dame im Heim vorlas, rührte mich. Das Leben einer Kosmopolitin, ein toller Einblick für mich. Die Tom - Passagen haben mich sehr an Beigbeders "39,90" erinnert, und insgesamt fand ich , dass der Sex der Geschichte diente, also keine Geschichte um das Hauptthema Sex "herum" geschrieben wurde.
Skandalös fand ich die Sexszenen nicht. Sex ist auch nicht das Hauptcharakteristikum des Romans, alle, die eine Art Hausfrauenporno erwarten, werden sicher enttäuscht sein und ich bin froh, dass das Buch eigentlich mehr zu bieten hat. Nach einem fantastischen Beginn konnte das hohe Niveau aber leider nicht gehalten werden, die Passagen aus Toms Sicht nervten, und der Roman wurde zunehmend profaner und gewöhnlicher. Beide Protagonisten haben einen Vaterkomplex, Tom erinnert immer mehr an das Klischee eines Marketingmenschen , vor allem die Episode mit den Models, Alex' Geschichte erinnert auch sehr an die Lebensgeschichte von Terry Richardson, leicht verfremdet.

Terrys Vater Bob war selbst ein berühmter Fotograf, bei beiden ist das Sex-Element Teil ihrer "Kunst"- ich zitiere mal aufschlussreiche Passagen aus einem Artikel:

"[...] Often a session would wind up with sex, a famous 1960s fashion photographer named Bob Richardson later recalled of his shoots. A handsome man with a mane of hair, Richardson came out of nowhere and blew up the field. A lot of editors found him impossible to work with, but he introduced a dark, dreamy realism into a genre then characterized by cold perfection, and the photographers Bruce Weber, Peter Lindbergh, and Steven Meisel have all cited his influence. For Italian Vogue, he shot Anjelica Huston with a bathing lover styled as a Nazi. His most famous editorial work, a 16-page spread for French Vogue in 1967, featured the actress Donna Mitchell on a Greek island, crying. Accompanying him on that two-week shoot in the Aegean were his wife, a former Copacabana dancer named Norma Kessler who worked as his stylist, and their infant son, Terry.Two years later, Bob had left Norma and Terry for 17-year-old Huston, with whom he remained for three years before descending into schizophrenia and homelessness.[ ...] "
Quelle:
[...]

Die international wirkenden Elemente aus Alex' story könnten der Vita der Autorin entnommen sein, alles scheint mir eine weniger gelungene Mixtur zu sein.

Toms Verzweiflung wird leider nicht mit schriftstellerischen Mitteln transportiert und ich spürte sie beim Lesen nicht..
Das Stilmittel "Drei Dinge über" fand ich schrecklich konventionell und gewöhnlich!

Terry Richardson wird im Text sogar einmal genannt.

Vielleicht will "Lieben lassen" bewusst eine Hommage, ein Patchworkroman oder gar eine Persiflage sein; aber das Ganze flacht schnell ab, überrascht nicht, auch nicht das Küchenlatein, sodaß ich sagen muß, dass eigentlich nichts im Roman steht, das ich nicht schon woanders gelesen hätte. Außerdem wäre die Erzählung ohne Toms Erzählstimme besser geraten. Der Beginn war fantastisch, der Rest leider vorhersehbar und ausgelutscht.