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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2018

Beeindruckendes Finale!

Die Geschichte des verlorenen Kindes
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In diesem vierten und letzten Teil der großen neapolitanischen Saga erzählt Elena weiter von ihrer besonderen Freundschaft zu Lila. In Elenas Leben tut sich einiges: sie verlässt ihren Mann Pietro, um ...

In diesem vierten und letzten Teil der großen neapolitanischen Saga erzählt Elena weiter von ihrer besonderen Freundschaft zu Lila. In Elenas Leben tut sich einiges: sie verlässt ihren Mann Pietro, um wieder nach Neapel zu ziehen und mit ihrer großen Liebe Nino zusammen sein zu können. Dadurch bringt sie natürlich ihre Schwiegermutter gegen sich auf, bei der ihre beiden Töchter zeitweise leben. Sie bekommt noch eine Tochter zusammen mit Nino, doch der entpuppt sich als große Enttäuschung. Sie zieht mit ihren Kindern zurück in den Stadtteil ihrer Kindheit und wohnt nun ein Stockwerk über Lila, die sich zusammen mit Enzo mit einer Computer-Firma selbständig gemacht hat. Sie sind viel zusammen, beide haben kleine Töchter im gleichen Alter und wenn Elena, die wieder mehr schreibt, auf Lesereise geht, passt Lila auf ihre Kinder auf. Zeitweise verstehen sie sich wieder gut, aber nach einem schweren Schicksalsschlag für Lila kommt Elena erst mal nicht mehr an sie ran.

Der vierte Band endet mit der Frage: wo ist Lila abgeblieben? Genau mit dieser Frage begann der erste Teil dieser Reihe. Lila sprach schon immer davon, sich aufzulösen, auszulöschen - nun ist es soweit - sie ist spurlos verschwunden und mit ihr all ihre Sachen, als hätte es sie nie gegeben.

Der erste Band konnte mich noch nicht so ganz überzeugen, dennoch habe ich auch die nachfolgenden gelesen. Dieser letzte Teil war meiner Meinung nach der beste, ich konnte ihn kaum aus der Hand legen. Das ganze Auf und Ab in der Freundschaft der beiden, die Wirrungen in der Liebe, die Gewalt im Rione, die politischen Auseinandersetzungen - all das wird in einer anspruchsvollen Sprache erzählt, der man sich nicht entziehen kann. Dafür vergebe ich gerne fünf Sterne!

Veröffentlicht am 01.02.2018

Vergangenheitsbewältigung zur Hexenjagd!

Altmühlhexen
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Die Kommissare Morgenstern und Hecht ermitteln in Eichstätt wegen des Mordes an einem bekannten, adeligen Politiker, dessen verbrannte Leiche am sogenannten Hexenhammer, dem ehemaligen Eichstätter Richtplatz, ...

Die Kommissare Morgenstern und Hecht ermitteln in Eichstätt wegen des Mordes an einem bekannten, adeligen Politiker, dessen verbrannte Leiche am sogenannten Hexenhammer, dem ehemaligen Eichstätter Richtplatz, gefunden wurde. Er war der Nachkomme eines berüchtigten Fürstbischofs und Hexenjäger. Die grausige Vergangenheit mit den Schrecken der Hexenverfolgung soll aufgearbeitet werden, es gibt eine Mahnwache und die Forderung nach einem würdigen Mahnmal in der Stadt.

Die beiden Kripobeamten ermitteln in Politikkreisen ebenso wie bei Historikern, kurzzeitig spielt auch der BND eine kurze Rolle. Richard Auer schreibt wie gewohnt humorvoll und unterhaltsam, auch Mikes Familie und Privatleben spielt wieder eine Rolle, bei der es diesmal Familienzuwachs in Form eines Kätzchens gibt. Diese Mischung aus Kripoarbeit und Familienleben lässt sich sehr gut lesen und wird mit Witz erzählt. Dies ist bereits der sechste Band dieser Reihe mit den beiden Kommissaren und mir haben bisher alle ganz gut gefallen.

Veröffentlicht am 30.01.2018

Rasanter und spannender Thriller!

Schlüssel 17
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Das LKA Berlin ist am Rotieren - eine Mordserie sorgt für Angst und Schrecken, denn kein Geringerer als die bekannte Dompfarrerin ist das erste, grausam zugerichtete Opfer. Alle Opfer haben einen Schlüssel ...

Das LKA Berlin ist am Rotieren - eine Mordserie sorgt für Angst und Schrecken, denn kein Geringerer als die bekannte Dompfarrerin ist das erste, grausam zugerichtete Opfer. Alle Opfer haben einen Schlüssel mit einer 17 eingeritzt bekommen. Diese Tatsache versetzt den LKA-Ermittler Tom Babylon in höchste Aufregung. Seine kleine Schwester Viola hatte den gleichen Schlüssel bei sich, als sie vor vielen Jahren verschwand. Tom ist geradezu besessen davon, sie wieder zu finden und glaubt nicht daran, dass sie ertrunken sein soll. Eigentlich will sein Chef, dass er sich aus diesem Fall heraus hält, doch Tom will hier unbedingt dabei sein und so bekommt er die Psychologin Sita Johanns zur Seite gestellt. Zusammen kommen sie den Ereignissen von damals in Toms Clique Stück für Stück näher.

Dieser spannungsgeladene Thriller wird abwechselnd mit Rückblenden aus Toms Jugend erzählt. Er fühlt sich verantwortlich für das Verschwinden seiner Schwester und lässt sich dadurch immer wieder zu unüberlegten und illegalen Aktionen hinreißen. Auch seine Partnerin Sita trägt ein düsteres Geheimnis und schwere Narben auf dem Körper und auch auf der Seele mit sich. Die Personen sind sehr genau und lebensecht gezeichnet, die rasante Handlung lässt keine Langeweile aufkommen. Einzig, dass am Ende noch ein paar Fragen offen bleiben, hat mich etwas gestört. Trotzdem eine volle Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 23.01.2018

Problematische Familienbande!

Töchter wie wir
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Mona ist gar nicht gut drauf - ihr 40. Geburtstag steht kurz bevor, ihr Job ödet sie an, sie hat zu wenig Zeit für ihr Pferd Chester und eine feste Beziehung hat sie auch nicht, geschweige denn eine eigene ...

Mona ist gar nicht gut drauf - ihr 40. Geburtstag steht kurz bevor, ihr Job ödet sie an, sie hat zu wenig Zeit für ihr Pferd Chester und eine feste Beziehung hat sie auch nicht, geschweige denn eine eigene Familie. Dazu nervt sie ihre Mutter Hella, die zwar sehr gutsituiert ist, aber viel zu viel trinkt.

Ihre Kindheit war nicht schön obwohl sie in eine wohlhabende Familie geboren wurde. Der Vater strafte sie mit Missachtung, da nur Söhne für ihn zählten. Die Mutter wollte eigentlich immer nur schön sein und bewundert werden, hatte aber auch kein gutes Leben mit ihrem kalten Mann und fing daher an zu trinken. Mona kann ihr so manches aus dieser Zeit nicht verzeihen und lässt sie das deutlich spüren.

Als sie beim Einkaufen dem Mädchen Shirin begegnet und ihr aus der Klemme hilft, ist das der Beginn einer Freundschaft und auch ein bisschen ein Tochterersatz für sie. Shirin hat auch eine schwierige Kindheit hinter sich und lebt bei Pflegeeltern.

In dieser bewegenden Familiengeschichte wird abwechselnd ein Kapitel von Mona und dann von Hella erzählt. So kann man mit beiden mitfühlen und Einblick in ihre Seele und Verständnis für ihre Handlungsweisen aufbringen. Anfangs konnte ich wenig Verständnis für Mona und ihre permanent schlechte Laune aufbringen. Aber je tiefer man in die Geschichte der Familie eindringt, besonders nach dem Rückblick zu der Zeit um Monas 18. Geburtstag, desto besser kann man alles verstehen.Auch ihr so extrem abweisender Vater hatte seine persönlichen Alpträume basierend auf einem Kindheitserlebnis. Ich fand dieses Buch sehr beeindruckend, es regt zum Nachdenken an. Die Protagonisten sind sehr lebendig beschrieben, der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 19.01.2018

Die Spieluhr des Todes!

Das Lied der toten Mädchen (Jan-Römer-Krimi 3)
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Die beiden befreundeten Journalisten Jan Römer und Stefanie Schneider, genannt Mütze, kümmern sich um ungelöste Mordfälle. Vor 20 Jahren wurde die 19-jährige Sonja erstochen im Wald auf dem Wilzenberg ...

Die beiden befreundeten Journalisten Jan Römer und Stefanie Schneider, genannt Mütze, kümmern sich um ungelöste Mordfälle. Vor 20 Jahren wurde die 19-jährige Sonja erstochen im Wald auf dem Wilzenberg gefunden. Neben ihr stand eine Spieldose mit der Melodie "Hush little Baby", Sonjas Lieblingslied. Trotz umfangreicher Bemühungen wurde der Täter nie ermittelt.

Jan und Mütze fahren ins Sauerland und ermitteln im Umfeld der Ermordeten, doch alle hüllen sich in Schweigen. Sonja arbeitete damals in einem mysteriösen Gästehaus, das ein Jahr nach ihrem Tod abgerissen wurde. Was ist dort passiert? Haben die Ereignisse dort etwas mit Sonjas Ermordung zu tun? Da geschieht wieder ein Mord und wieder wird eine Spieluhr gefunden ....

Dies ist der dritte Fall für die zwei Reporter Jan und Mütze. Bisher kenne ich die beiden ersten Bücher dieser Reihe noch nicht, hatte aber keinerlei Schwierigkeiten deswegen. Das Buch wird aus der Sicht von Jan erzählt, der unter privaten Problemen leidet. Von seiner Kollegin erfährt man leider nicht sehr viel. Es ist sehr spannend geschrieben und ich dachte des öfteren, dass ich nun weiß, wer der Täter ist - aber dem war nicht so. Nach allerhand Irreführungen war das Ende für mich schon überraschend. Aber so soll ja ein guter Krimi sein! Die Protagonisten sind sehr sympathisch dargestellt, sehr gut gefallen hat mir auch der Boxer Arslan. Zum Ende hin konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen, so gebannt war ich von dem unheimlichen Szenario am Wilzenberg. Von mir also eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch!