Profilbild von libri-amici

libri-amici

Lesejury Star
offline

libri-amici ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit libri-amici über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2018

Die Kälte in dir

Die Kälte in dir
0

Der Fund einer seit beinahe zwei Wochen in seinem eigenen Garten verwesenden Leiche des übergewichtigen Egon Osswald löst scheinbar eine Kettenreaktion von Gewalttaten aus, die der Kommissarin Kristina ...

Der Fund einer seit beinahe zwei Wochen in seinem eigenen Garten verwesenden Leiche des übergewichtigen Egon Osswald löst scheinbar eine Kettenreaktion von Gewalttaten aus, die der Kommissarin Kristina Reitmeier zu schaffen machen.

Aufgrund der Sommerurlaube mangelt es der Dienststelle nicht nur an Personal, durch die Brisanz der Mordfälle wird Kristina auch noch Hauptkommissar Thorwald Decher als Leiter der Sonderkommission vor die Nase gesetzt. Die eigenwillige Ermittlerin muss sich fügen und seinen Weisungen folgen, was ihr aufgrund ihres aufbegehrenden Temperaments sichtlich schwer fällt. Da ihr Führerschein wegen Raserei am Steuer entzogen wurde, wird ihr der aufgrund eines Disziplinarverfahrens beurlaubte Kommissaranwärter Daniel Wolf zur Seite gestellt. Doch auch Daniel hat seinen eigenen Kopf. Die beiden ähnlich tickenden Ermittler müssen sich zunächst erst zusammenraufen, um als Team arbeiten zu können, auch wenn dies den ausdrücklichen Anordnungen ihrer Dienststelle entgegensteht. Daniels Arbeit soll sich ausschließlich auf das Fahren beschränken, während Kristina Klötze durch ihren Vorgesetzten Decher zwischen die Beine geworfen werden.

Als logische Konsequenz beginnen die beiden Protagonisten, auf eigene Faust zu ermitteln, agieren eigenmächtig und begeben sich damit auf äußerst gefährliches Terrain. Der Mörder scheint sie zu beobachten, ist ihnen stets einen winzigen Schritt voraus, und droht allmählich die Kontrolle zu verlieren. Wie die Ermittler letztendlich auf die Spur des gefährlichen Mörders kommen, erzählt uns der Autor Oliver Kern in diesem hoch spannenden Thriller.

Die Umsetzung seines Plots ist Oliver Kern hervorragend gelungen. Der bereits zu Beginn hohe Spannungsbogen bleibt während des ganzen Buches hindurch erhalten. Seinen flüssiger Schreibstil mochte ich von Beginn an, und das Fehlen langer verschachtelter Sätze empfand ich als hervorragendes stilistisches Mittel, das den rasanten Lesefluss, zu dem man angehalten wird, noch ein wenig mehr zu beschleunigen scheint. Einmal an Kristinas Seite in die Ermittlungen vertieft kann man sich als Leser nur äußerst schwer wieder daraus lösen und ist stets versucht, noch eine weitere Seite zu lesen, und noch eine … bis hin zum fulminanten Finale, wo alles zu eskalieren scheint.

Doch gerade dieses Finale vereitelte letztendlich meine Fünfstern-Bewertung. Die Aufklärung des Falles erschien mir zu gerafft, das Motiv hinter den Morden – und ganz besonders auch die Person des Mörders selber – ein wenig zu konstruiert, um glaubwürdig zu sein. Die handelnden Personen hat der Autor gut beschrieben, konzentrierte sich dabei aber in erster Linie auf die beiden Protagonisten. Die Nebenfiguren erhalten zwar ebenfalls Aufmerksamkeit, von einigen hätte ich mir jedoch mehr Informationen gewünscht. Da ich aber davon ausgehen kann, dass uns Kristina Reitmeier als Ermittlerin erhalten bleibt und es noch weitere Bände mit der Kommissarin als Protagonistin geben wird, wird auf die Charaktere wohl zukünftig noch detaillierter eingegangen werden.

Die optische Aufmachung des Buches warnt den Leser bereits vor. Blutrote Lettern und große Blutstropfen zeugen bereits von dem schrecklichen Massaker, das der mysteriöse Mörder anrichtet. Der Thriller ist in zwanzig Kapiteln eingeteilt, durch die der hohe Spannungsfaktor den Leser rasch durch jagt. Für meinen persönlichen Lesegeschmack waren die Lettern ein wenig klein, was jedoch mein Lesevergnügen nicht erheblich schmälerte.

Fazit: Bei „Die Kälte in dir“ handelt es sich um einen Thriller, der mir viele spannende Lesestunden bereitet hat. Oliver Kern schaffte es, den Spannungsbogen sehr hoch zu halten und lieferte mir viele – teilweise auch falsche – Fährten. Ich bin dem Autor einige Male auf den Leim gegangen und hatte großes kriminalistisches Vergnügen mit seinem Buch. Obgleich ich ein klein wenig vom Ende enttäuscht war, kann ich es jedem Freund der Spannungsliteratur ans Herz legen und eine Leseempfehlung aussprechen. Ich vergebe vier Bewertungssterne und ziehe lediglich für das Finale und die Motivation bzw. die Person des Täters einen Stern ab.

Veröffentlicht am 17.04.2018

Die Angst im Nacken

Die Angst im Nacken
0

Das tapfere dreizehnjährige Mädchen Harlow Anastasia Grail überlebt durch ihren Mut und ihren Lebenswillen eine der schlimmsten Katastrophen, die man sich vorstellen kann. Ein wahr gewordener Alptraum, ...

Das tapfere dreizehnjährige Mädchen Harlow Anastasia Grail überlebt durch ihren Mut und ihren Lebenswillen eine der schlimmsten Katastrophen, die man sich vorstellen kann. Ein wahr gewordener Alptraum, dem sie entronnen ist. Jedoch nur körperlich. Psychisch leidet die junge Autorin Anna North, wie die erwachsene Harlow sich aus Angst vor dem Peiniger ihrer Vergangenheit nun nennt, immer noch unter den Folgen dieses schrecklichen Ereignisses. Und plötzlich beginnt der Schrecken erneut. Morde geschehen. Morde, deren Handschrift unverkennbar jene Annas Bedrohers zu sein scheint. Mysteriöse Dinge geschehen, Drohungen werden ausgesprochen und die Situation spitzt sich immer mehr zu, bis sie letztendlich eskaliert.

Erica Spindler schafft bereits mit ihrem Einstieg einen sehr hohen Spannungsbogen, der sich bis zum Finale sogar noch steigert. Der hoch interessante Plot, der mit exzellent gezeichneten Charakteren und überaus lebendigen Protagonisten aufwartet, verführt den Leser mit falschen, gut gelegten Fährten. Die Ermittlungsarbeit der Polizei liefert anschauliche Ergebnisse, die jedoch von Zeit zu Zeit in Frage gestellt werden. Zuletzt weiß man kaum mehr, wem man tatsächlich trauen darf bzw. kann. Polizei, Psychiater, Angehörige und Freunde – beinahe überall vermutet man den Mörder.


Dieser Thriller macht seinem Genre Ehre. Hochspannung von der ersten Seite bis hin zum fulminanten Ende, interessante, ausgeprägte Protagonisten und ein atemberaubender Plot – fünf Sterne für die Autorin und eine uneingeschränkte Empfehlung an jeden Thriller-Fan.


(Rezension zum Printexemplar)

Veröffentlicht am 17.04.2018

Wer verbirgt sich wirklich hinter dem mysteriösen „Todesengel“?

Der Tod kommt lautlos
0

Melanie May, seit drei Jahren Polizistin in der kleinen Gemeinde Whistlestop am Rande von Charlotte, stellt mit ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihrem ehrgeizigen Drang nach echter Kripo-Arbeit ...

Melanie May, seit drei Jahren Polizistin in der kleinen Gemeinde Whistlestop am Rande von Charlotte, stellt mit ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihrem ehrgeizigen Drang nach echter Kripo-Arbeit eine ausgezeichnete Protagonistin dar. Nachdem innerhalb kurzer Zeit einige tyrannische Männer starben, die als Gemeinsamkeit Handgreiflichkeiten ihren Ehefrauen und Freundinnen gegenüber aufweisen, vermutet die junge Polizistin einen Zusammenhang. Sie versucht, den FBI-Profiler Connor Parks, einen durchaus sympathischen Mann mit Ecken und Kanten, an Bord zu holen und ihn dazu zu bewegen, den vermeintlichen Spuren nachzugehen. Doch Connor Parks trägt seinerseits eine schwere Bürde mit sich herum, vor der er mithilfe von Alkohol zu entfliehen sucht. Melanies Hartnäckigkeit führt jedoch letztendlich zum Erfolg und die beiden ungleichen Ermittler beginnen mit ihren Untersuchungen.

Erica Spindler erzählt als Rahmenhandlung dieses Thrillers die Geschichte der May-Drillingsschwestern Melanie, Mia und Ashley, die als Kinder von ihrem Vater brutal misshandelt wurden und ziemlich konträr darauf regierten. Die Entwicklung der drei so unterschiedlichen Charaktere wird sehr gut beschrieben, und die Autorin geht auch detailliert auf ihre Lebensgeschichten ein.

Als die große, schlanke Veronica Ford sich geschickt ins Leben der Geschwister einschleicht, beginnt die bislang sehr intensive Beziehung der Drillinge zu kriseln. Wird die Freundschaft der stellvertretenden Bezirksstaatsanwältin Veronica mit Mia die drei jungen Frauen letztendlich entzweien?

Melanie, die in ihrem ehrgeizigen Drang nach echter Kripo-Arbeit ihre gesamte Zeit und Energie in die Suche nach dem mysteriösen „Todesengel“ investiert, hat zudem auch noch ihren vierjährigen Sohn Casey zu betreuen, der nach ihrer Scheidung vom Ehemann, dem Anwalt Stan, bei ihr lebt. Ihre Zusammenarbeit mit dem FBI-Agenten Connor berührt Melanie auch auf persönlicher Ebene und sie ficht einen inneren Kampf aus, versucht, Privatleben und Beruf professionell zu trennen.

Ashley, die dritte der May-Schwestern, ist erfolgreich in ihrem Beruf als Pharmarepräsentantin, fühlt sich ausgegrenzt und reagiert zunehmend gereizter auf die gesamte Situation. Zudem scheint auch Ashley etwas zu verbergen – ein dunkles Geheimnis, das sie innerlich zu zerstören scheint.

Die Suche nach dem Todesengel, der indes immer weiter mordet und mit ausgeklügelten Methoden arbeitet, gestaltet sich als schwierig. Als sich der Zusammenhang, der gemeinsame Nenner, endlich herauskristallisiert, scheint es beinahe zu spät zu sein.

Die geschickt gelegten Fährten und Indizien, die stets auf einen anderen Täter hinweisen, vermögen es zeitweise, den Leser in die Irre zu führen. Dennoch war ich mir hinsichtlich der Identität des so genannten „Todesengels“ bereits nach einem Viertel des Buches sicher, was mein Lesevergnügen ein wenig beeinträchtigte. Zwar gelang es Erica Spindler, kurzzeitig Zweifel in mir aufkommen zu lassen, mein Verdacht wurde aber am Ende des Buches in einem aufregenden Finale bestätigt.

Aufgrund des durchgehend hohen Spannungsbogens, des flüssigen Schreibstils und den gut gezeichneten Charakteren vergebe ich für diesen interessanten, geschickt konstruierten Fall dennoch eine uneingeschränkte Leseempfehlung und eine Höchstbewertung von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 17.04.2018

Der Menschenmacher

Der Menschenmacher
0

Verwöhnt von den bisherigen Thriller-Meisterwerken dieses Autors war erlag ich der Versuchung, mir dieses Hörbuch zu kaufen. Nach bisherigen großartigen Thriller-Erfahrungen seitens Cody McFadyen war ich ...

Verwöhnt von den bisherigen Thriller-Meisterwerken dieses Autors war erlag ich der Versuchung, mir dieses Hörbuch zu kaufen. Nach bisherigen großartigen Thriller-Erfahrungen seitens Cody McFadyen war ich sehr enttäuscht vom Inhalt. Als das Hörbuch jedoch auch noch nach der Hälfte weder Spannung aufweisen konnte, noch mein Interesse weckte, gab ich nach der dritten CD frustriert auf.

Natürlich ist die Brutalität, mit der der Protagonist seine drei Adoptivkinder "erzogen" hat, Haare sträubend, natürlich auch mitleiderweckend. Ebenso erschreckend wie das Thema der Kinderprostitution, denen immerhin beinahe die ganze erste CD gewidmet ist. Und dennoch fragte ich mich im Verlauf der Geschichte immer mehr, was das alles eigentlich soll...
Es ist möglich, dass es Leser/Hörer gibt, denen dieser Thriller von Cody McFadyen, durchaus gefällt - mein Fall war es jedenfalls nicht.

"Der Menschenmacher" war bislang eines der langweiligsten Hörbücher, die ich mir zu Gemüte führte (daran konnte leider auch der tolle Synchronsprecher nichts ändern).

Veröffentlicht am 17.04.2018

Der Jünger des Teufels

Der Jünger des Teufels
0

Ein zu Tode verurteilter Massenmörder, zutiefst brutal und bösartig, schwört noch auf dem Weg zur Hinrichtung Rache an die Agentin, die ihn letztendlich überführte. Und kurze Zeit nach seinem Tod gehen ...

Ein zu Tode verurteilter Massenmörder, zutiefst brutal und bösartig, schwört noch auf dem Weg zur Hinrichtung Rache an die Agentin, die ihn letztendlich überführte. Und kurze Zeit nach seinem Tod gehen die grausamen Morde weiter…und zwar in der Handschrift des Killers.

Anfangs glaubt das FBI an einen Nachahmungstäter, doch die seltsamen Vorfälle häufen sich. Das Team um Kate Moran unternimmt alle erdenklichen Anstrengungen, den Mörder zu fassen – doch plötzlich tauchen überraschende Beweise auf, die nicht nur das FBI schockieren, sondern zugleich Kate in ein äußerst schlechtes Licht rücken. Nun ist es an Kate, dem Killer Einhalt zu gebieten und ihre Unschuld zu beweisen …

Grundsätzlich mag ich Bücher, die in der Ich-Form geschrieben sind, nicht so gerne. Glenn Meade hat mich jedoch nun vom Gegenteil überzeugt. Der Autor verwendet lange Sätze, beschreibt dabei Umfeld und Personen sehr detailliert und erzählt seine Geschichte in besagter Ich-Form, und zwar aus der Sicht der Protagonistin Kate Moran. Ich fand es einfach großartig. Spannungsgeladene Szenen, atemberaubendes Tempo, rasante Verfolgungsjagden und eindrucksvolle, wenngleich auch sehr brutale Mordszenen die Seiten füllten. Die Schauplätze der Morde, die Szenarien, die der "Jünger" bei seinem wütenden Morden hinterlässt, sind durch ihre bildhafte Beschreibung brutal und hart, für zarte Gemüter vielleicht als grenzwertig zu bezeichnen: (Er machte sich an den chirurgischen Instrumenten auf dem Tisch zu schaffen, hatte sich den Schlachtergürtel mit den mörderischen Messern umgeschnallt, strich über die gezackte Schneide einer Stahlklinge. Er nahm eine kleine elektrische Säge mit runder Klinge vom Tisch, drückte auf den Schalter, worauf die Säge sich mit Furcht erregendem schrillem Sirren drehte. "Das Ding hat sogar eine Diamantklinge, um Knochen zu zersägen. Bist du bereit für das großartige Experiment, zersägt zu werden?") Für mich als Leserin mit einer sehr großen Fantasie bewirkten solche Szenen eine hohe Adrenalinausschüttung und waren teilweise albtraumhaft realistisch gezeichnet.

Die Geschichte des Serienmörders, der sich selber als „Jünger des Teufels“ tituliert, wird von Meade in insgesamt sechs Teile, diese wiederum in 175 Kapitel unterteilt, wobei ich beim besten Willen keine Höhepunkte nennen kann. Die Spannung bleibt das ganze Buch hindurch auf höchstem Niveau und genauso turbulent und reich an Spannung gestaltet sich auch das Ende.

Glenn Meade versteht es hervorragend, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen. Die handelnden Personen wirken authentisch und weisen sowohl Stärken, als auch Schwächen auf. Der Böse, der so genannte „Jünger des Teufels“ namens Constantine Gemal, mordet mit einem Herzen so schwarz wie die Nacht, wird durch eine Bösartigkeit, die ihresgleichen sucht, dargestellt. Seine Gedanken und Handlungen sind von Kaltblütigkeit und abgrundtiefem Hass gekennzeichnet, welche sich ein Ventil suchen und durch Massenmorde befriedigt werden. Die „Gute“, Agentin Kate Moran, stellt Glenn Meade auf eine Art und Weise dar, dass es dem Leser einfach niemals in den Sinn kommen kann, sie zu verdächtigen – egal, wie viele Beweise auch auf ihre Person deuten mögen. Kate ist aber keineswegs ein armes Opfer der Brutalität des Mörders oder ihres Berufes, der für gewöhnlich eine Männerdomäne zu sein scheint. Sie kämpft mit harten Bandagen, hat außergewöhnlich gute Instinkte und ihr feiner Spürsinn lenkt sie selten auf falsche Pfade. Kates Schwächen sowie die dramatischen Mordfälle in ihrer eigenen Familie stehen dem Bild von einer mutigen und starken Frau gegenüber, die kompromisslos ihren Weg geht, ohne auf Konsequenzen Rücksicht zu nehmen. Einer Frau, die um jeden Preis Gerechtigkeit sucht – und sie letztendlich auch findet.

Doch nicht nur die Hauptfiguren dieses Plots, sondern auch Nebenfiguren wie Vorgesetzte, Kollegen und Verwandte werden so lebhaft beschrieben, dass man als Leser einfach nicht anders kann, als vollständig in dieses Buch einzutauchen. Das übliche Schema bei Polizeithrillern „Guter Bulle, böser Bulle“, das sehr oft und gerne von Autoren verwendet wird, wird auch von Meade in diesem Thriller eingesetzt und auf eine Art genutzt, die ich einfach nur als großartig bezeichnen kann. Der „böse“ Bulle, ein harter Konkurrent und Neider namens Stone, versucht auf gerissene Art und Weise, Kate als Hauptschuldige zu entlarven. Er attackiert und provoziert Kate verbal, konstruierte Beweise und scheinbar offensichtliche Lücken in der Beweisführung werden dabei weder hinterfragt noch überprüft, im Gegenteil. Stone setzt alles dran, Kate immer tiefer in den Schlamassel zu bringen und erst spät werden ihm die Augen geöffnet. Was mir stets einen schalen Nachgeschmack bei solchen Szenen hinterlässt, hat Meade für mich zu einem regelrechten Appetithäppchen gemacht: er lässt auch Stone menschlich erscheinen, gesteht im gegen Ende des Buches Einsicht und Reue zu und lässt ihn an Kates Seite kämpfen, als es wirklich darauf ankommt. Großartige Leistung!

Die Schriftgestaltung dieses Taschenbuches ist übersichtlich und gut lesbar, das Cover beeindruckend. Unterirdische Gewölbe, in blaues Licht getaucht, das auf ein Nachtsichtgerät hinweist. Eine Pforte aus Zahlenmystik und Okkultismus, verschlungen die Zahl Sechs in dreifacher Ausfertigung als Symbol des Teufels. Sowohl Titel als auch Symbol in blutroter, leicht schattierter und erhobener Schrift, das das Buch nicht nur beeindruckend aussehen lässt, sondern auch einen „spürbaren“ Effekt erzeugt.

Fazit: Da ich an diesem Buch beim besten Willen nichts zu bemängeln habe und es mich so gefesselt hat, wie es schon lange kein Thriller vermochte, vergebe ich auf jeden Fall fünf Sterne. Ein Plot mit atemlos erscheinendem Tempo, vielen, wirklich gut gelegten falschen Fährten, überzeugenden Protagonisten und einem fulminanten Ende. Ein echter Pageturner unter den Thrillern, ein Glanzstück an Spannung. Dieser Thriller fesselt den Leser so sehr an die Geschichte, dass eine Unterbrechung schwer bis kaum möglich ist. Mit hohem Tempo hinein in die Story, spannungsgeladene Atemlosigkeit in die explosive Mitte des Buches und rasanter, nervenaufreibender Galopp ins fulminante Finale – genau so sollte ein guter Thriller aufgebaut sein!


(Rezension zum Printexemplar)