Ein nicht endender Albtraum
Der Pakt der VerräterEin nicht endender Albtraum
„Das Leben gleicht einem Schachspiel, in dem es gilt, die Züge des Gegners vorauszusehen und ihn so lange in Sicherheit zu wiegen, bis er sich unweigerlich in eine Position ...
Ein nicht endender Albtraum
„Das Leben gleicht einem Schachspiel, in dem es gilt, die Züge des Gegners vorauszusehen und ihn so lange in Sicherheit zu wiegen, bis er sich unweigerlich in eine Position manövriert hat, aus der er nicht wieder herauskommt.“
Mit „Der Pakt der Verräter“ präsentiert die Autorin Ellin Carsta den nunmehr dreizehnten Band ihrer Erfolgsreihe um die Familien von Falkenbach und Lehmann. Nach einem kurzen Prolog startet die Handlung im Oktober des Jahres 1943. Deutschland befindet sich bereits über vier Jahre lang im Krieg, Mussolini wurde gestürzt und die Alliierten rücken in Sizilien vor. Die Angst ist ein steter Begleiter im Leben der Menschen, die auf ein Ende der faschistischen Schreckensherrschaft hoffen und sich nach Frieden sehnen.
Auf Gut Falkenbach bangt man um Gustav von Falkenbach und Leopold Lehmann, die sich beide an der Front befinden. Paul-Friedrich von Falkenbach quälen immer noch die Nachwirkungen der Beinamputation, er scheint zudem bei seiner Frau Dorothea endgültig in Ungnade gefallen zu sein. Wilhelm Lehmann hingegen leidet darunter, dass er seinen kaum genesenen Sohn Leopold nicht vor der erneuten Einberufung bewahren konnte. Und obgleich Wilhelm eine einzigartige Freundschaft mit Paul-Friedrich verbindet, hat er zum ersten Mal Geheimnisse vor ihm. Die beiden Familien sorgen sich obendrein um das Wohlergehen von Wilhelmine und Johannes, die sich im Vorgängerband in letzter Sekunde den Schergen der Nationalsozialisten entziehen konnten. Obgleich der Fokus im aktuellen Band vorwiegend auf dem geschickten Taktieren Paul-Friedrichs und den Ereignissen auf Gut Falkenbach liegt, gibt die Autorin auch kurze Einblicke in die Ereignisse an der Front aus der Sicht von Gustav und Leopold. Ein Brief aus Amerika ermöglicht darüber hinaus auch Irma Lehmann einen kleinen Gastauftritt, während der hartnäckige und unbarmherzige SS-Hauptsturmführer Alfred Breuer nach wie vor alles daransetzt, um die Familien zu vernichten.
Ellin Carsta bestückte ihre Geschichte mit den altbekannten Charakteren, fügte historische Hintergrundinformationen dazu und würzte das Ganze mit einer Prise Spannung und Emotionen. Die authentischen Charaktere, deren Entwicklung man im Verlauf der zahlreichen Vorgängerbücher sehr gut verfolgen kann, sowie der einnehmende Schreibstil tragen abgesehen vom interessanten Plot wesentlich zum Erfolg dieser Buchreihe bei.
Im aktuellen Band dieser Reihe hat mir die Entwicklung um Dorothea von Falkenbach sehr zugesagt, während die latente Bedrohung durch Elisabeths Verrat, deren Unberechenbarkeit, aber auch die unerbittliche Hartnäckigkeit Breuers den Spannungsbogen aufrechterhält.
Ich fühlte mich auch durch die aktuelle Neuerscheinung ausgezeichnet unterhalten, verfolgte in gespannter Erwartung die Geschicke auf Gut Falkenbach, bangte und hoffte mit einem mittlerweile abgestumpften Gustav und einem merklich geläuterten Leopold um deren Leben. Und ich fragte mich, ob Paul-Friedrich und Wilhelm es tatsächlich wagen würden, einen Pakt mit Verrätern einzugehen und das Leben ihrer Familien aufs Spiel zu setzen.
Das optisch sehr ansprechende Buchcover stellt wie gewohnt einen Blickfang dar, die einheitliche Gestaltung hinsichtlich Schrift und Farbwahl hat für mich mittlerweile Wiedererkennungswert und vermittelt eine gewisse Verbundenheit mit diesem herrschaftlichen Anwesen sowie deren Bewohnern.
FAZIT: „Der Pakt der Verräter“ war ebenso wie die Vorgängerbände eine fesselnde Lektüre, die mir ausnehmend gut gefallen hat. Als großer Fan der Reihe sind mir die Familienmitglieder mittlerweile ans Herz gewachsen und ich genoss es, die Entwicklung der einzelnen Charaktere, aber auch die innerfamiliären Konflikte und Beziehungen mitzuverfolgen. Die Autorin versteht es, ihre Leser emotional einzubeziehen und wartet erneut mit einer interessanten Geschichte sowie dem obligatorischen Cliffhanger am Ende des Buches auf. Ich kann es kaum erwarten, in einem vierzehnten Band zu erfahren, ob Paul-Friedrich Hitlers Bluthund Alfred Breuer erneut überlisten kann und wie es den von Falkenbachs und Lehmanns wohl gelingen wird, die Zeit bis zum Ende des Krieges unbeschadet zu überstehen.
Ich vergebe auch diesmal wieder fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung!