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Veröffentlicht am 16.04.2018

Eine Million Meilen in tausend Jahren

Eine Million Meilen in tausend Jahren
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Angefüllt mit schönen, berührenden und urkomischen Geschichten, beschreibt Eine Million Meilen in tausend Jahren, wie ein Mann die Gelegenheit bekommt, sein Leben zu überarbeiten, als wäre er eine Figur ...

Angefüllt mit schönen, berührenden und urkomischen Geschichten, beschreibt Eine Million Meilen in tausend Jahren, wie ein Mann die Gelegenheit bekommt, sein Leben zu überarbeiten, als wäre er eine Figur in einem Film. “Eine Million Meilen in tausend Jahren” schildert, wie man sein tatsächliches Leben zu einer besseren Geschichte machen kann, und fordert die Leser heraus, neu darüber nachzudenken, wonach sie im Leben streben. Das Buch zeigt, wie man im ersten Leben eine zweite Chance bekommt.

…soweit der Klappentext. Bevor ich mich entschied, "Eine Million Meilen in tausend Jahren" zu lesen, recherchierte ich ein wenig im Internet, fand jedoch kaum aussagekräftige Hinweise auf die zugrunde liegende Handlung. Leider muss ich sagen, dass ich dies nach weit über der Hälfte der Lektüre immer noch nicht in Erfahrung gebracht habe. Es ist nicht meine Art, rasch aufzugeben, ich kapituliere ungern vor den Herausforderungen, die ein schwieriges Buch an mich stellen. „Eine Million Meilen in tausend Jahren“ gehört für meine Person jedoch leider zu jenen Werken, bei denen ich mich von Seite zu Seite quäle, und an denen ich letztendlich scheitere.

Donald Miller empfindet sein Leben als eine Serie wahllos zusammengewürfelter Ereignisse. Nach Kontaktaufnahme seitens der Filmemacher Steve und Ben, die sein Memoirenbuch verfilmen möchten, sieht Don eine Chance, sein langweiliges Leben zu verändern. Durch Aussagen wie „Don glaubt an einen Autor außerhalb von sich selber, der an einer besseren Geschichte für ihn schreibt, eine bessere Geschichte in Form einer Begegnung ins Bewusstsein flüstert.“ scheint mir zumindest klar, in welche Richtung diese Geschichte führen soll. Dennoch waren es zu viele Dinge, die mich störten und die es mir letztendlich unmöglich machten, diese Lektüre zu beenden. Zur immer wieder kehrenden Bemerkung, dass sich in Dons Leben einfach nichts tut und wie langweilig es doch sei, kamen für meinen Geschmack uninteressante Aufzählungen alltäglicher Verrichtungen; ehrlich gesagt möchte ich in einem Buch nicht von einer Rolle Klopapier lesen, und es interessiert mich nicht, dass der Autor einen Roomba-Staubsaugerroboter kaufte, auf seinem Fahrrad fuhr und seinen Hintern kühlte.

Schreibstil und Sprache haben mir nicht gefallen. Zunächst war ich befremdet, dass Donald Miller sich in direkter Rede an seinen Leser wendet, wirklich störend empfand ich jedoch die vielen, permanent auftretenden Wortwiederholungen. Bei beispielsweise einer halben Seite (fünfzehn Zeilen) acht Mal das gleiche Wort zu lesen, empfinde ich als anstrengend. Beim Schreibstil bzw. der Ausdrucksweise wurden viele Ausdrücke im Dialekt verwendet, den Fäkaljargon (Scheißjob, kotzen, pinkeln, Vollidiot, Drecksarbeit usw.) fand ich ebenfalls deplatziert, ich versuche grundsätzlich, Bücher zu meiden, in denen solche Wortentgleisungen vorkommen. Der Schreibstil mutet seltsam an… hier wurde scheinbar im Originaltext im Dialekt formuliert, und dann wörtlich übersetzt. Zumindest hat dies den Anschein, wenn ich Sätze lese wie z.B. „Ich kriegte schon Kopfschmerzen davon, dahin zu schauen, wohin ich nicht schaute“ oder „Ich glaube, ich war von der Frau einfach so begeistert, dass ich ganz vergaß, dass ich nicht in der Form war, auf Bergen herumzukraxeln“.

Ich gebe unumwunden zu, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ich den Inhalt schlicht und einfach nicht verstanden bzw. sich mir gewisse Hintergründe nicht erschlossen haben. Ich habe diese Lektüre auch nicht leichtfertig abgebrochen und mich bemüht, zumindest mehr als die Hälfte zu lesen. Ich fühle mich leider außerstande, dieses Buch weiter zu empfehlen, wollte aber in meiner Rezension die Gründe dafür darlegen. Auf diese Weise kann ein potenzieller Käufer selber entscheiden, ob ihn die angeführten Dinge ebenfalls stören, oder er vielleicht sogar aus diesem Grund neugierig auf "Eine Million Meilen in tausend Jahren" wird.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Blue like jazz

Blue like Jazz
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„Es sind immer die einfachen Dinge, die unser Leben verändern. Und diese Dinge passieren nie, wenn man darauf wartet, dass sie passieren. Das Leben offenbart seine Antworten dann, wenn es will.“ (Donald ...

„Es sind immer die einfachen Dinge, die unser Leben verändern. Und diese Dinge passieren nie, wenn man darauf wartet, dass sie passieren. Das Leben offenbart seine Antworten dann, wenn es will.“ (Donald Miller)

Bei der „schönen, bewegenden Geschichte“, die in der Buchbeschreibung angedeutet wird, handelt es sich um die Lebensgeschichte des Autors, der freimütig von seiner Kindheit, seinem Werdegang und seinem Alltagsleben erzählt. Nach einleitenden Worten über die Familie und dem Vater, den er kaum kannte, berichtet Donald Miller über eine Demonstration, bei dessen Teilnahme ihm die Augen geöffnet wurden und er erstmals begann, sich selber genauer zu betrachten: „Ich rede von Liebe, Vergebung, sozialer Gerechtigkeit; ich schimpfe im Namen des Altruismus auf den amerikanischen Materialismus; aber habe ich überhaupt mein eigenes Herz im Griff? Den weitaus größten Teil meiner Zeit verbringe ich damit, an mich selbst zu denken, mir selbst Genuss zu verschaffen, mich selbst zu beruhigen, und wenn ich damit fertig bin, habe ich für Bedürftige nichts mehr übrig. Sechs Milliarden Menschen leben auf dieser Welt, und ich bringe nur Gedanken an einen einzigen davon auf. Mich.“

Donald Millers Selbsterkenntnis war richtungsweisend in seinem Leben, und kurz darauf machte er als Gasthörer im geisteswissenschaftlichen Seminar „antike griechische Literatur“, bedeutende spirituelle Erfahrungen. Der Austausch mit den Studenten stellte eine Herausforderung für ihn dar und er schloss sich auf dem Campus einer Gruppe Christen an.

Als Ich-Erzähler konzentriert der Autor sich in seinem Buch vor allem auf das Thema „Christlicher Glaube“ und berichtet seinen Lesern von seinem eigenen Zugang dazu, erwähnt dabei freimütig auch seine Zweifel. Nach Berichten über die Glaubensfindung seiner Bekannten und Freunde und vielen in den Text eingeflochtenen Aussagen über den Glauben an Gott erwähnt er die aktuelle Tendenz zu einem selbst selektierten Wohlfühlglauben, wo Überzeugungen zu Trendstatements werden. Er beleuchtet die Versuche, sich an anderen Glaubensrichtungen zu orientieren und schreibt über seine eigenen Hemmungen, anderen Menschen von Jesus zu erzählen. Donald Miller verrät aber auch, wie er es schaffte, diese Hemmschwelle zu überwinden.

Einige der geschilderten Episoden sind witzig (beispielsweise die Aktion „Beichtstuhl auf einem Universitätscampus“), viele davon beinhalten überzeugende Argumente für den Christlichen Glauben. Der Autor skizziert seinen Weg von der Erkenntnis, dass man seinen Glauben nicht alleine leben kann, bis hin zu seiner Aufnahme in der Gemeinde „Imago-Die“, die von einem Bekannten gegründet wurde und wo er sich letztendlich willkommen und angenommen fühlte.

Inhaltlich hat mir das Buch „Blue like Jazz“ weit besser gefallen als „Eine Million Meilen in tausend Jahren“. Dennoch gibt es viele Dinge, die mir auch hier das Lesevergnügen verleideten und die ich fairerweise in meiner Buchbeschreibung nicht vorenthalten möchte. Wie bei „Eine Million Meilen in tausend Jahren“ waren es auch in diesem Buch der sehr einfache Schreibstil und die Ausdrucksweise bzw. Wortwahl, die mich störten. Die permanenten Wortwiederholungen, wo ein einziges Wort auf einer Seite bis zu sechzehn Mal wiederholt wird, waren mir schlicht und einfach zu viel. Die Wortwahl selber deute ich als bewussten Einsatz des Dialekts seitens Autors, beispielsweise „Ich kriegte ein so schlechtes Gewissen, dass ich nicht mehr schlafen konnte“.

Der Vergleich seiner Person mit Hitler aufgrund der Tatsache, dass er sich bei der Auswahl des Weihnachtsgeschenks für seine Mutter keine großen Gedanken gemacht hatte, war für mich ebenso fragwürdig wie jener mit Napoleon, als Donald Miller sich vor einer applaudierenden Birke verneigt.

Zu guter Letzt bediente sich der Autor auch in diesem Buch wieder der Fäkalsprache, obgleich es im Gegensatz zu „Eine Million Meilen in tausend Jahren“ nur in Ausnahmefällen geschah. Es gibt Gründe, weshalb ich bestimmte Genres und Autoren meide, und ich bevorzuge Lektüre, in denen ich überhaupt keine Worte wie „Arschloch, Trottel, ich bin spitz usw.“ lesen muss. Auch Szenen, in denen Donald Miller beschreibt, wie er in einem Raum mit vielen Fenstern von Passanten beim Nasenbohren beobachtet wird, fand ich eher befremdlich und unnötig.

Es handelt sich hierbei selbstverständlich lediglich um meinen persönlichen Leseeindruck, der den Inhalt dieses Buches keinesfalls schmälern soll. Dennoch finde ich es fair, bei einer Rezension meiner eigenen und vor allem ehrlichen Meinung zum Gelesenen Ausdruck zu verleihen, nicht künstlich hoch zu loben, aber meine Bewertung möglichst sachlich zu begründen.

Fazit: Drei Bewertungssternen für die wirklich guten Ansätze und Überzeugungen, die Donald Miller seiner Leserschaft vermittelt.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Christsein für Einsteiger

Christsein für Einsteiger
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„Wir sind nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution. Jeder von uns ist Frucht eines Gedanken Gottes. Jeder ist gewollt, jeder ist geliebt, jeder ist gebraucht. Es gibt nichts Schöneres, als ...

„Wir sind nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution. Jeder von uns ist Frucht eines Gedanken Gottes. Jeder ist gewollt, jeder ist geliebt, jeder ist gebraucht. Es gibt nichts Schöneres, als vom Evangelium von Christus gefunden zu werden. Es gibt nichts Schöneres, als ihn zu kennen und anderen die Freundschaft mit ihm zu schenken.“ (Papst Benedikt XVI)

Im Klappentext dieses Buches wird darauf hingewiesen, dass Bernhard Meuser nicht nur als Geschäftsführer des Sankt Ulrich Verlages tätig ist, sondern zudem auch verantwortlich für zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Spiritualität und gelebtes Christentum zeichnet.
Im vorliegenden Buch „Christsein für Einsteiger“, das in drei Teile gegliedert ist, beschäftigt er sich mit dem Thema „Christlicher Glaube“ aus katholischer Sicht.

Teil 1 dieses Buches widmet sich dem richtigen Einstieg und beginnt mit Argumenten, die für den Christlichen Glauben sprechen.

Im zweiten Teil stellt der Autor seinen Lesern die 74 Werkzeuge der Kultur vor – 74 kleine Unterkapitel, die er als „Tools“ bezeichnet, als Werkzeuge. Die 74 Werkzeuge der geistlichen Kunst aus der Ordensregel des heiligen Benedikt von Nursia stellen lt. Bernhard Meuser eine Art antiken Reiseführer dar, dessen Weisungen aus der Bibel oder einer älteren Ordensregel herzuleiten sind. Jedes „Tool“ beginnt mit einem einleitenden, in kursiver Schrift gehaltenen Satz, einem konkreten Hinweis auf den jeweiligen Inhalt. Am Ende eines solchen Kapitels liefert er praktische Hinweise zur Umsetzung sowie eine Empfehlung zur Lektüre einer zum Thema passenden Bibelstelle. Die einzelnen Themen sind breit gestreut und umfassen viele Bereiche unseres Lebens. So beschäftigt sich der Autor mit der Liebe, den zehn Geboten, dem Fasten, der Gastfreundschaft, dem Trauern, Rache und Vergeltung, Stolz, Feindesliebe, Faulheit, Verleumdung, Sexualität, Hoffnung, Gottvertrauen, Bösen Gedanken und Worten, Begierden,… um nur einige Beispiele zu nennen.

Der dritte Teil des Buches widmet sich dem Gebet. Hier schreibt der Autor: „Wir spüren, wie wichtig es ist, eine Beziehung zu Gott zu haben, und sie so zu vertiefen, dass man in der Lage ist, ihn anzurufen und mit ihm zu sprechen, bei ihm seine Sorgen loszuwerden und seinen Segen zu erbitten.“ In diesem kleinen Abschnitt geht er der Frage nach dem „Warum“ auf den Grund und liefert gute Argumente und praktische Umsetzungsvorschläge für das Gebet, die er als „Regeln“ bezeichnet. Berührend fand ich jene Stelle, an der Bernhard Meuser die Karmelitin und Mystikerin Teresa von Ávila zitiert, als sie das Gebet als „ein Gespräch mit einem Freund“ bezeichnet, „mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil er uns liebt.“

Fazit: „Christsein für Einsteiger“ ist ein Ratgeber und Lebensbegleiter voller weiser Ratschläge, biblisch begründet und faszinierend und in einfachen Worten dargebracht.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Bedingungslos geliebt

Bedingungslos geliebt
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„Das Geheimnis der Liebe Gottes: Sie ist vorleistungsfrei zu haben. Jederzeit und mit Ewigkeitshorizont. Das ist die Lehrstunde für das Leben von großen und kleinen Brüdern und Schwestern.“

Der amerikanische ...

„Das Geheimnis der Liebe Gottes: Sie ist vorleistungsfrei zu haben. Jederzeit und mit Ewigkeitshorizont. Das ist die Lehrstunde für das Leben von großen und kleinen Brüdern und Schwestern.“

Der amerikanische Pastor und Autor Timothy Keller macht im Buch „Bedingungslos geliebt“ das bekannte Gleichnis aus dem fünfzehnten Kapitel des Lukas-Evangeliums zu seinem Thema. Er möchte in seinen Ausführungen dazu die wesentlichen Dinge der christlichen Botschaft, nämlich des Evangeliums, darlegen, und empfiehlt dieses Buch sowohl wissbegierigen Außenstehenden wie auch Gläubigen.

Timothy Keller erläutert zunächst die Grundbedeutung dieses Gleichnisses, das auch „Gleichnis vom verlorenen Sohn“ genannt wird, und wirft dabei sofort ein, dass dabei im Grunde nicht nur der jüngere Sohn, sondern vielmehr auch der ältere eine bedeutende Rolle spielt. Der Autor zeigt auf, wie dieses Gleichnis zu unserem Verständnis der Bibel als Ganzes beitragen kann und weist darauf hin, wie die Lehre der Bibel sich auf die Art und Weise unseres Lebens auswirkt. Timothy Keller analysiert dieses Gleichnis, wirft Aspekte auf, auf die man vielleicht selber noch niemals aufmerksam wurde und besticht durch einen sehr einnehmenden und mit Praxisbeispielen versehenen theoretischen Inhalt.

Der Autor weist auf die rückhaltlose Gnade Gottes als eine lebensverändernde und Hoffnung bringende Erfahrung hin und sieht als eigentliche Zielgruppe dieses Gleichnisses fromme und bibeltreu lebende Christen, womit er ältere Brüder im Sinne dieses Gleichnisses, aber auch Pharisäer meint.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn – vielfach gehört bzw. gelesen, aber aus einem vollkommen anderen, neuen Blickwinkel betrachtet – eine sehr empfehlenswerte und interessante Lektüre!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Kleine, kühne Taten können die Welt verändern

Lebe gefährlich!
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„Kleine, kühne Taten können die Welt verändern“

Mark Batterson ist Hauptpastor und Gründer der „National Community Church“, einigen Tochtergemeinden, dem „Ebenezer-Café“ in Washington, sowie erfolgreicher ...

„Kleine, kühne Taten können die Welt verändern“

Mark Batterson ist Hauptpastor und Gründer der „National Community Church“, einigen Tochtergemeinden, dem „Ebenezer-Café“ in Washington, sowie erfolgreicher Buchautor. In seinem neuesten Werk „Lebe gefährlich!“ erzählt er in insgesamt sieben Kapiteln vom Leben als geistliches Abenteuer und ermutigt seine Leserschaft zum Ausbruch aus den Käfigen der Verantwortlichkeit, der Routine, der Annahmen, der Schuld, des Versagens und der Angst. Er ist der Meinung, dass genannte Käfige es verhindern, jene geistlichen Abenteuer zu erleben, die Gott für uns bereithält. In motivierenden Worten macht Mark Batterson deutlich, dass das Leben zu einem großen Abenteuer werden kann, wenn wir dem Heiligen Geist nachfolgen. Den Heiligen Geist bezeichnet er in Anlehnung an die wörtliche Übersetzung keltischer Christen als „An Geadh Glas“ (nämlich Wildgans), und die Führung durch den Geist Gottes als „Wildgansjagd“.

In jedem einzelnen Buchkapitel widmet der Autor sich einem dieser Käfige und zeigt Wege auf, daraus auszubrechen, Verantwortung für die Leidenschaft zu übernehmen, die Gott in unsere Herzen gelegt hat. Der engagierte Pastor betrachtet eine verschlossene Türe im Leben „als von Gott gewollte Umwege, bei denen wir Menschen es nicht in der Hand haben, wie unser Leben verläuft.“ Die Entscheidung jedoch, wie wir darauf reagieren, obliege alleine uns selber. Ich muss sagen, dass mich diese Lektüre ein wenig nachdenklich zurück gelassen hat. Leben denn nicht die meisten von uns in der „Komfortzone“, wie der Autor es beschreibt? Ein bequemes Christentum, wo vieles bereits alltäglich und zur Routine geworden ist, wo geistliches Wachstum stagnierte und die Erfüllung des Missionsauftrags nur halbherzig oder gar nicht betrieben wird ?

Mark Battersons Ausführungen sind faszinierend, begeisternd, anregend. Seiner Meinung nach können kleine, kühne Tagen die Welt verändern – und als Beispiel führt er an dieser Stelle Martin Luther an, der zum damaligen Zeitpunkt nicht ahnen konnte, dass er durch die Veröffentlichung seiner 95 Thesen Weltgeschichte schreiben würde.

Dieses Buch zu beschreiben, ohne den Inhalt vorwegzunehmen, ist schwierig. Ich möchte mich daher auf einige Zitate daraus beschränken, die mich nachdenklich machten und tief beeindruckten:

„Manchmal muss man scheitern, damit man dahin kommt, wo Gott einen haben möchte“

„Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt.“ (Sprüche 16,9). „Gott sei Dank für fehlgeschlagene Pläne.“

„Wenn unsere Pläne scheitern, dann öffnen wir uns für andere Möglichkeiten. Häufig ändert ein solches Erlebnis die Richtung unseres Lebens.“

Wir wissen die Erfüllung eines Traumes viel mehr zu schätzen, je länger wir darauf warten müssen. Dinge, die wir uns nicht erarbeiten oder auf die wir nicht warten müssen, nehmen wir gerne als selbstverständlich hin.“ – diese Worte bezieht der Autor nicht nur auf seine eigenen Träume, die Gründung der National Community Church, ihrer Tochtergemeinden, und der Gründung des Ebenezer-Cafés betreffend.“

„Der schwere Weg ist der beste Weg“.


FAZIT: Ich empfand „Lebe gefährlich!“ als wahren Lebensbegleiter, der motiviert; eindrucksvoll präsentiert durch ein Buchcover, welches ebenso wie sein Inhalt aufrüttelt und Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein leidenschaftliches Buch mit ganz besonderer Aussagekraft.