DAS PROJEKT „ARCHE NOA“
Unter dem SternenhimmelDAS PROJEKT „ARCHE NOA“
„NIEMAND war einfach nur so nett. NIEMAND war so hilfsbereit, so selbstlos… zumindest nicht zu ihr!“
Noa Schochs Selbstzweifel und ihre Unsicherheit hindern die junge Frau mit ...
DAS PROJEKT „ARCHE NOA“
„NIEMAND war einfach nur so nett. NIEMAND war so hilfsbereit, so selbstlos… zumindest nicht zu ihr!“
Noa Schochs Selbstzweifel und ihre Unsicherheit hindern die junge Frau mit den unbändigen roten Locken daran, sich aufrichtig über ihre Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft zu freuen, die ein Schritt in die Selbständigkeit ihr bietet. Nach wiederholten Fehlversuchen, einen Kredit für ihren Schritt in die Selbständigkeit zu erhalten und ihren Traum wahr zu machen, erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite. Die junge Bankangestellte Chiara Kilian macht Noa ein Angebot, das sie unmöglich ausschlagen kann. Und bald darauf wird eifrig geplant, um das Café „Noas Arche“ so rasch wie möglich eröffnen zu können. Chiara stellt Noa in der Person des Jonas Kelberg einen geschickten Schreiner zur Seite, der ihr mit seinem handwerklichen Geschick, seiner gutmütigen und umgänglichen Art nicht nur bei der Planung und Anfertigung der Möbel Hilfestellung gibt. Die beiden jungen Menschen fühlen sich zueinander hingezogen, und dennoch scheint eine Mauer zwischen ihnen zu existieren, die zu überwinden den beiden aus unterschiedlichen Gründen schwer fällt...
Elisabeth Büchle präsentiert mit ihrem Roman „Unter dem Sternenhimmel“ die Fortsetzung des ersten Bandes „Unter dem Polarlicht“. Wie auch bei dessen Vorgänger haben mich der wundervolle Schreibstil der Autorin, die eingebauten humorvollen Szenen, die ich ihren Romanen so sehr genieße, wie auch die glaubhafte Darstellung der Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Protagonisten überzeugt. Noa Schoch wird als unsichere, ein wenig weltfremde und zu Selbstzweifel neigende junge Frau dargestellt, die es in ihrem bisherigen Leben vermutlich nicht einfach hatte. Ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit belastet Noa, doch es fällt ihr schwer, sich anderen Menschen zu öffnen und Sorgen und Probleme preiszugeben.
In Jonas Kelberg erschuf Frau Büchle einen starken Mann an Noas Seite, lässt jedoch anfangs offen, ob es bei einer Freund- und Partnerschaft bleibt, oder ob die beiden darüber hinaus mehr empfinden und zueinander finden werden. Jonas‘ geduldige und motivierende Art sowie sein Engagement für seine Freunde fand ich beeindruckend. Sein Umgang mit Noa und seine Einstellung zu ihr brachten mich jedoch an einigen Passagen dieses Buches an den Rand der Verzweiflung. Er sorgte dafür, dass aus diesem Roman keine Heile-Welt-Liebesgeschichte wurde, er machte den Lesern vielmehr bewusst, dass jeder Mensch seine Ecken und Kanten aufweist und manchmal einfach nicht aus seiner Haut heraus kann.
Wie man es von Elisabeth Büchle bereits gewohnt ist, stellt sie ihren Hauptpersonen stets gut charakterisierte Nebenfiguren zur Seite. In diesem Buch waren es Jonas Kelbergs Mutter Christine und Noas Pflegemutter Martina, die mich durch ihre liebevolle Art und herzliche Wärme am meisten beeindruckten.
Der Glaube an Gott spielt besonders für die Protagonistin eine bedeutende Rolle, er ermöglichte es Noa, sich von einem verschreckten und ängstlichen Mädchen in eine selbstbestimmte junge Frau zu verwandeln.
In diesem Buch begegnet man zudem auch den beiden Hauptpersonen des ersten Bandes wieder, wobei lediglich die quirlige Bankangestellte Chiara Kilian einen wichtigen Part übernimmt, während Florian Forster dezent im Hintergrund bleibt.
Die Idee, ein Café mit integriertem Deko-Shop, einer Buchhandlung und Floristikangeboten hat mir übrigens ausgezeichnet gefallen – ich konnte mir die Lokalität dank der bildhaften Beschreibung der Autorin lebhaft vorstellen. Ich denke, dass die Abbildung dieses eindrucksvoll beschriebenen Cafés mit dem klingenden Namen „ARCHE NOA“ ebenfalls ein hervorragendes Coverfoto für diesen Roman abgegeben hätte.
Fazit: „Unter dem Sternenhimmel“ ist eine würdige Fortsetzung des ersten Bandes, die mir ausnehmend gut gefallen und mich sehr gut unterhalten hat. Ein Roman, der Herzenswärme verströmt, der zum Träumen einlädt, der den Spannungsbogen durch einige Konflikte und die im Dunkeln liegende Vergangenheit Noas aufrecht erhält, und der zwischendurch auch ein wenig zum Schmunzeln bringt.