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Veröffentlicht am 16.04.2018

DAS PROJEKT „ARCHE NOA“

Unter dem Sternenhimmel
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DAS PROJEKT „ARCHE NOA“

„NIEMAND war einfach nur so nett. NIEMAND war so hilfsbereit, so selbstlos… zumindest nicht zu ihr!“

Noa Schochs Selbstzweifel und ihre Unsicherheit hindern die junge Frau mit ...

DAS PROJEKT „ARCHE NOA“

„NIEMAND war einfach nur so nett. NIEMAND war so hilfsbereit, so selbstlos… zumindest nicht zu ihr!“

Noa Schochs Selbstzweifel und ihre Unsicherheit hindern die junge Frau mit den unbändigen roten Locken daran, sich aufrichtig über ihre Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft zu freuen, die ein Schritt in die Selbständigkeit ihr bietet. Nach wiederholten Fehlversuchen, einen Kredit für ihren Schritt in die Selbständigkeit zu erhalten und ihren Traum wahr zu machen, erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite. Die junge Bankangestellte Chiara Kilian macht Noa ein Angebot, das sie unmöglich ausschlagen kann. Und bald darauf wird eifrig geplant, um das Café „Noas Arche“ so rasch wie möglich eröffnen zu können. Chiara stellt Noa in der Person des Jonas Kelberg einen geschickten Schreiner zur Seite, der ihr mit seinem handwerklichen Geschick, seiner gutmütigen und umgänglichen Art nicht nur bei der Planung und Anfertigung der Möbel Hilfestellung gibt. Die beiden jungen Menschen fühlen sich zueinander hingezogen, und dennoch scheint eine Mauer zwischen ihnen zu existieren, die zu überwinden den beiden aus unterschiedlichen Gründen schwer fällt...

Elisabeth Büchle präsentiert mit ihrem Roman „Unter dem Sternenhimmel“ die Fortsetzung des ersten Bandes „Unter dem Polarlicht“. Wie auch bei dessen Vorgänger haben mich der wundervolle Schreibstil der Autorin, die eingebauten humorvollen Szenen, die ich ihren Romanen so sehr genieße, wie auch die glaubhafte Darstellung der Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Protagonisten überzeugt. Noa Schoch wird als unsichere, ein wenig weltfremde und zu Selbstzweifel neigende junge Frau dargestellt, die es in ihrem bisherigen Leben vermutlich nicht einfach hatte. Ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit belastet Noa, doch es fällt ihr schwer, sich anderen Menschen zu öffnen und Sorgen und Probleme preiszugeben.

In Jonas Kelberg erschuf Frau Büchle einen starken Mann an Noas Seite, lässt jedoch anfangs offen, ob es bei einer Freund- und Partnerschaft bleibt, oder ob die beiden darüber hinaus mehr empfinden und zueinander finden werden. Jonas‘ geduldige und motivierende Art sowie sein Engagement für seine Freunde fand ich beeindruckend. Sein Umgang mit Noa und seine Einstellung zu ihr brachten mich jedoch an einigen Passagen dieses Buches an den Rand der Verzweiflung. Er sorgte dafür, dass aus diesem Roman keine Heile-Welt-Liebesgeschichte wurde, er machte den Lesern vielmehr bewusst, dass jeder Mensch seine Ecken und Kanten aufweist und manchmal einfach nicht aus seiner Haut heraus kann.

Wie man es von Elisabeth Büchle bereits gewohnt ist, stellt sie ihren Hauptpersonen stets gut charakterisierte Nebenfiguren zur Seite. In diesem Buch waren es Jonas Kelbergs Mutter Christine und Noas Pflegemutter Martina, die mich durch ihre liebevolle Art und herzliche Wärme am meisten beeindruckten.

Der Glaube an Gott spielt besonders für die Protagonistin eine bedeutende Rolle, er ermöglichte es Noa, sich von einem verschreckten und ängstlichen Mädchen in eine selbstbestimmte junge Frau zu verwandeln.

In diesem Buch begegnet man zudem auch den beiden Hauptpersonen des ersten Bandes wieder, wobei lediglich die quirlige Bankangestellte Chiara Kilian einen wichtigen Part übernimmt, während Florian Forster dezent im Hintergrund bleibt.

Die Idee, ein Café mit integriertem Deko-Shop, einer Buchhandlung und Floristikangeboten hat mir übrigens ausgezeichnet gefallen – ich konnte mir die Lokalität dank der bildhaften Beschreibung der Autorin lebhaft vorstellen. Ich denke, dass die Abbildung dieses eindrucksvoll beschriebenen Cafés mit dem klingenden Namen „ARCHE NOA“ ebenfalls ein hervorragendes Coverfoto für diesen Roman abgegeben hätte.

Fazit: „Unter dem Sternenhimmel“ ist eine würdige Fortsetzung des ersten Bandes, die mir ausnehmend gut gefallen und mich sehr gut unterhalten hat. Ein Roman, der Herzenswärme verströmt, der zum Träumen einlädt, der den Spannungsbogen durch einige Konflikte und die im Dunkeln liegende Vergangenheit Noas aufrecht erhält, und der zwischendurch auch ein wenig zum Schmunzeln bringt.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Sich seinen Ängsten stellen

Lass deine Angst hinter dir
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Sich seinen Ängsten stellen

„Sich sorgen nimmt dem Morgen nichts von seinem Leid, aber es raubt dem Heute die Kraft.“ (Corrie ten Boom)

In diesem nur knapp über sechzig Seiten im A6-Format zählenden ...

Sich seinen Ängsten stellen

„Sich sorgen nimmt dem Morgen nichts von seinem Leid, aber es raubt dem Heute die Kraft.“ (Corrie ten Boom)

In diesem nur knapp über sechzig Seiten im A6-Format zählenden dünnen Büchlein ist, wie der Buchtitel bereits verrät, ANGST das zentrale Thema.

Hanna Backhaus betrachtet dieses Gefühl zunächst aus psychologischer Sicht, um im Anschluss daran kurz auf die Ursachen und Auswirkungen der Angst einzugehen. Sie schreibt von den verschiedenen Facetten und dem Umgang mit der Angst. Die Autorin erwähnt den Psychologen Fritz Riemann und stellt die von ihm definierten vier verschiedenen Persönlichkeitstypen vor.

Der Glaube an Gott ist das Fundament, auf dem dieses Buch basiert. In Form von kursiv geschriebenen Auszügen aus der Bibel und einigen Zitaten ermutigt sie ihre Leser, deren Ängste und Sorgen in Gottes Hand zu legen.

Gegen Ende des Buches sowie im Schlusswort weist sie diesbezüglich auf die beiden Psalmen 23 und 139 hin, die zu meinen Lieblingspsalmen zählen. Das letzte Zitat bildet meines Erachtens den Kern dieses Buches und stammt von Lothar Zenetti, der schreibt: „Menschen, die aus Hoffnung leben, sehen weiter. Menschen, die aus Liebe leben, sehen tiefer. Menschen, die aus Glauben leben, sehen alles in einem andern Licht.“ Und Hanna Backhaus versucht genau das zu vermitteln.

Für meine Person stellt „Lass deine Angst hinter dir“ eine kleine Sammlung wichtiger Gedanken und Anregungen über die Angst dar, die nicht nur Informationen, sondern auch Zuversicht in Gottes Beistand vermittelt. Für diejenigen, die das im vorliegenden Buch nur kurz skizzierte Wissen vertiefen möchten, nennt sie unter kursiv gedruckten Auszügen jeweils Autor und Buchtitel.

Fazit: ein kleiner Ratgeber, den man durchaus öfter zur Hand nehmen kann und der dazu einlädt, sich näher mit dieser Thematik zu befassen.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Die Rolle der Frau in der Gemeinde

Yes, she can!
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Die Rolle der Frau in der Gemeinde

Das Buch „Yes, she can“ basiert auf der Masterarbeit des Autors Christian Haslebacher, der in diesem Buch entscheidende Bibelstellen und Argumente in theologisch tiefgehender ...

Die Rolle der Frau in der Gemeinde

Das Buch „Yes, she can“ basiert auf der Masterarbeit des Autors Christian Haslebacher, der in diesem Buch entscheidende Bibelstellen und Argumente in theologisch tiefgehender Weise zusammen fasst und die Rolle der Frauen in der gesamten Bibel untersucht. Anhand ganz konkreter Beispiele geht der Autor auf die verschiedenen Sichtweisen ein und zeigt auf, wie man die Aussagen der Bibel verstehen/auslegen kann. Frauenfiguren aus der Bibel werden durchleuchtet und hierbei stets konkrete Bibelpassagen dazu angeführt. Der Autor beschäftigt sich unter anderem mit konkreten Beispielen, die für Jesu Sichtweise der Frauen besonders aufschlussreich sind – wie etwa die Samariterin am Brunnen, das Christusbekenntnis der Martha, die Salbung Jesu durch eine Frau, oder aber jene Frauen, die die ersten Zeugen für Jesu Auferstehung waren. Auch die Stellung der Frau in der Schöpfungsordnung und im alttestamentlichen Israel wurde genau durchleuchtet. Prophetinnen wie Mirjam und Hulda werden thematisiert, aber auch den Frauen in der Urgemeinde wird Aufmerksamkeit zuteil. So berichtet der Autor beispielsweise über Priszilla, der Ehefrau des Aquila, eine wichtige und geschätzte Mitarbeiterin von Paulus. Christian Haslebacher setzt sich auch mit der Frage der Unterordnung und der Stellung des Mannes als Haupt der Frau auseinander, wie Paulus es in 1. Korinther 11,3 erläutert. Weiters nimmt er anhand von Bibelpassagen Stellung zur Aussage, dass Frauen in der Gemeindeversammlung schweigen sollen und es ihnen nicht gestattet sei, zu reden. In einem Kapitel geht er auf alttestamentliche Ereignisse ein, die in den Paulusbriefen beschrieben wurden, wobei Paulus diese unter aktuellen Gesichtspunkten betrachtet. Ein interessanter Aspekt war für mich auch die Diskussion um die Kopfbedeckung der Frau sowie die Sichtweise des Autors zur Aussage des Paulus, dass es für eine Frau eine Schande darstelle, ihr Haupthaar abzuschneiden oder zu scheren. Bei jeder Argumentation wird hierbei permanent auf entsprechende Bibelstellen verwiesen.

Zusammenfassend wird in diesem Buch bestätigt, was bereits aus dem Klappentext ersichtlich wird: Christian Haslebacher plädiert für ein eindeutiges „JA“ zur Frage, ob Frauen zum gemeindeleitenden und gemeindelehrenden Dienst zugelassen sind. Wenn man das Coverfoto dieses Buches genau betrachtet, gibt auch die Abbildung der jungen Karrierefrau mit den kurzen, fedrig geschnittenen Haaren, dem Nadelstreif-Blazer im business look und der Hand lässig im Hosensack steckend, bereits Rückschlüsse auf das Ergebnis seiner Untersuchungen.

Ich muss zugeben, dass diese Lektüre für mich nicht einfach war. Der Autor schreibt zwar verständlich, seine Ausführungen sind jedoch voller theologischer Fachausdrücke, die mir nicht immer alle geläufig waren. „Yes, she can“ ist definitiv kein Buch, das man zügig lesen kann, sondern ein wissenschaftliches Werk, dem man ausreichende Lesezeit einräumen und mit dem man sich in Ruhe auseinander setzen sollte.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Wahre Geschichten, die Mut machen

Im Vertrauen weitergehen
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Wahre Geschichten, die Mut machen

„Es gibt Momente im Leben, da zerbrechen alle Hoffnungen in tausend Stücke. Wie gut, zu wissen, dass Gott Neues schaffen kann. Das ist meine Hoffnung inmitten meiner ...

Wahre Geschichten, die Mut machen

„Es gibt Momente im Leben, da zerbrechen alle Hoffnungen in tausend Stücke. Wie gut, zu wissen, dass Gott Neues schaffen kann. Das ist meine Hoffnung inmitten meiner Verzweiflung. Gottes Weg führt ans Ziel – immer!“

Ellen Nieswiodek-Martin, die Herausgeberin dieses Buches, bedankt sich im Anhang für die vorliegende Sammlung von Geschichten, die Leserinnen an die Redaktion der Zeitschrift LYDIA eingesendet hatten. Auf mehr als einhundertneunzig Buchseiten lässt sie insgesamt sechsunddreißig Frauen zu Wort kommen, die zum Teil berührende, oftmals traurige, meist schicksalsschwere, aber in jedem Fall hoffnungsvolle Geschichten aus ihrem Leben erzählen.

So unterschiedlich die Verfasserinnen dieser Lebensberichte sind, so unterschiedlich ist auch ihr Schreibstil. Alle Darstellungen haben jedoch eines gemeinsam: sie berichten von der Güte und Gnade Gottes, die mitunter sogar aus Gebetserhörungen entstanden sind und sie veranschaulichen Gottes Wirken, sobald Menschen ihm seine Sorgen, Nöte und Ängste vertrauensvoll zu Füßen legen.

Laut Aussage einer der Autorinnen wird den Menschen oftmals erst in Ausnahmesituationen bewusst, dass sie ihr Leben so leben, als hätten sie unendlich Zeit, Kraft und Liebe zur Verfügung. Erst durch einen Schicksalsschlag begreift man, dass vieles endlich ist. Und in solchen Momenten betrauert man die eigene Unbekümmertheit, mit der man bis vor kurzem vieles als selbstverständlich hingenommen hat. Das Gefühl, sein eigenes Leben in der Hand zu haben, ist trügerisch. Ereignisse, wie sie in diesem Buch beschrieben werden, belehren die Menschen eines Besseren. Begriffe wie „Gottvertrauen“, „Glaube“ und „Hoffnung“ bekommen in Krisenzeiten mit einem Mal eine neue Tiefe. Eine andere Schreiberin fasst es eindrucksvoll zusammen: „Auch wenn schwierige Zeiten kommen, sollten wir niemals von der Beziehung zu Gott ablassen. Auch wenn wir nicht alles verstehen, Gott sieht das große Ganze und lässt uns nicht allein. Er meint es immer gut mit uns. Wir können uns ganz auf ihn und die Zusagen in seinem Wort stützen. Dort sagt Gott: „Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen“ – Josua 1,5; Luther)“.

In den größten Schwierigkeiten stecken die größten Segnungen. Gott gebraucht die Zeiten des Zerbruchs, um daraus etwas Wunderbares für die Ewigkeit zu schaffen – wenn wir es zulassen.
Eine Lydia-Leserin schreibt: „Nach einer schweren Zeit ist mir aufgefallen, wie gehetzt und belastet wir Frauen oft leben. Jesus geht mit uns durch dunkle Täler und er macht uns frei.“

Gegen Ende dieses Buches durfte ich noch folgende berührenden Worte lesen: „Gott hat mich von heute auf morgen aus meinem Alltag herausgerissen, ohne Vorwarnung. Er hat alles in seiner Hand und ich bin sein Kind. Warum vertraue ich ihm dann nicht alles an? Er weiß den besten Weg für mein Leben.“

Als Abonnentin der Zeitschrift Lydia habe ich die Qualität des Inhalts bereits zu schätzen gelernt. Die Geschichten, die Ellen Nieswiodek-Martin gesammelt und zum vorliegenden Buch „Im Vertrauen weitergehen“ zusammen gefasst hat, fand ich durchwegs authentisch erzählt und sehr berührend. Der Glaube an Gott zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch – und jede Einzelne der Leserinnen, die den Mut hatte, ihre Lebensgeschichte zu veröffentlichen, trug dazu bei, diese Lektüre zu einer kleinen Perle zu machen. Direkt aus dem Leben gegriffen, unverfälscht und aus dem Herzen gesprochen – wahre Geschichten, die ich jedem Leser ans Herz legen möchte.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Sei getrost und unverzagt

Sorge dich nicht, Seele
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Sei getrost und unverzagt

„Genieße das Leben, wie es ist. Sei dankbar für Menschen, die dich lieben, für schöne Erlebnisse, auch für den Alltag, der gar nicht immer nur grau ist, sondern oft so wunderbar ...

Sei getrost und unverzagt

„Genieße das Leben, wie es ist. Sei dankbar für Menschen, die dich lieben, für schöne Erlebnisse, auch für den Alltag, der gar nicht immer nur grau ist, sondern oft so wunderbar sein kann.“

Die Theologin, Pfarrerin und Bischöfin Margot Käßmann konzentriert sich in ihrem neuesten Werk auf ein Thema, das jeden von uns im Laufe seines Lebens (mehr oder weniger) betrifft: Sorgen! Die Autorin schreibt von Sorgen, dem Verzagt-Sein und dem Umgang mit Leid. Sie möchte Mut machen, sich den Sorgen zwar zu stellen, aber dennoch die Perspektive zu wechseln und zu versuchen, das Leben auch mit anderen Augen zu betrachten. Sie plädiert dafür, das Leben genießen zu können – den Alltag nicht ausschließlich nur als grau und trist zu empfinden, sondern auch für die kleinen, alltäglichen Freuden des Lebens dankbar zu sein. Dankbar zu sein für gemeinsame Mahlzeiten, gute Gespräche, Spaziergänge im Wald, das Lachen fröhlicher Menschen, die Freiheit, alles denken und über alles reden zu dürfen, das Glück, genug zu essen zu haben und vieles mehr. Sie ignoriert bei alledem jedoch nicht die Existenz von Krankheiten, Belastungen, Armut oder Nöten. Gott spielt in diesem Buch eine tragende Rolle. Die Dankbarkeit unserem Schöpfer gegenüber bildet ein zentrales Thema. Margot Käßmann bringt neben Zitaten aus der Bibel auch eigene Lebens- und Glaubenserfahrungen in den Inhalt ein und verleiht ihrer Überzeugung Ausdruck, dass der christliche Glaube Halt geben und die Seele stärken kann. In diesem Buch findet man viele Anregungen, mit den Sorgen des Alltags umzugehen. Frau Käßmann erachtet eine innere Grundzuversicht als wertvolle Basis, die Menschen durch schwere Lebenslagen zu tragen vermag. Sie schreibt von entscheidenden und richtungsweisenden Momenten im Leben, von vermeintlichen Sackgassen, von Türen, die sich öffnen, sobald andere sich schließen. Sie ruft dabei aber auch die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Tatsache, dass Menschen nicht alles im Griff haben, ins Bewusstsein und stellt klar, dass es keinerlei Absicherung gegen das Scheitern, den Schmerz, das Verlassenwerden, Krankheit, Trauer und Tod gibt. Ihrer Meinung stellt der christliche Glaube jene Kraft dar, die einen Menschen hilft, eine solche Krise zu meistern.

In ihren Ausführungen wendet die Autorin sich letztendlich auch den Themen Kindheit, Familie und Geschwisterbeziehungen zu und bringt auch hier biblische Beispiele ein. Sie widmet sich dem Altern und der Sterblichkeit des Menschen mit all seinen Aspekten wie beispielsweise der Pflege, der Einsamkeit und dem Umgang mit der Trauer. Beten wird ebenso thematisiert wie die Enttäuschung der Menschen angesichts nicht erhörter Gebete. Sehr gut gefallen haben mir die Einblicke in ihren eigenen Werdegang und ihre eigenen Erfahrungen in der Vergangenheit, von denen sie immer wieder berichtet.

Die Aufmachung des Buches hat mich ein wenig enttäuscht. Der Buchumschlag zeigt eine äußerst sympathisch wirkende Margot Käßmann, die ausdrucksstark und in gut gewählter Farbgestaltung den Blick des Betrachters auf sich zieht. Die Druckfarben der Buchinnenseiten jedoch erzeugen einen Geruch, der für meinen Geschmack bei weitem zu intensiv war und mich während der Lektüre empfindlich störte. Die Illustration durch Reliefbilder der freischaffenden Künstlerin Kristina Johlige Tolstoy beeinträchtige mein Lesevergnügen ebenfalls. Ich empfand diese ganzseitigen Abbildungen als unruhig und störend, einige von ihnen irritierten bei längerer Betrachtung die Augen.