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Veröffentlicht am 16.04.2018

Ich kam, sah und siegte

Die eigensinnige Ärztin
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Ich kam, sah und siegte

Die junge Ärztin Billy Jack Tate nennt zwar einen Männernamen und einen Männerberuf ihr Eigen, ihr Aussehen und ihre Ausstrahlung sind jedoch äußerst anziehend und feminin. In ...

Ich kam, sah und siegte

Die junge Ärztin Billy Jack Tate nennt zwar einen Männernamen und einen Männerberuf ihr Eigen, ihr Aussehen und ihre Ausstrahlung sind jedoch äußerst anziehend und feminin. In Chicago trifft sie im Zuge der Weltausstellung während einer Rede auf einem Kongress für Frauenrechte auf den attraktiven Wachmann Hunter Scott. Der naturverbundene Mann möchte die Karriereleiter bei den Texas Rangern empor klimmen und mag weder Großstädte, noch berufstätige Karrierefrauen. Eine interessante Begegnung zweier völlig verschiedener Menschen, die sich dennoch unweigerlich zueinander hingezogen fühlen, bahnt sich an. Auf anfängliches Misstrauen folgt behutsame Annäherung, und aus vorsichtiger Freundschaft entwickelt sich im Laufe der Zeit eine große Anziehungskraft. Doch weder das Stadtmädchen Billy, noch der Naturbursche Hunter, wollen von ihren Vorstellungen abweichen…

Der Bestsellerautorin Deeanne Gist ist es auch diesmal wieder gelungen, einen kurzweiligen, amüsanten und mit einigem Humor gewürzten Liebesroman zu verfassen, der die Leser in seinen Bann zieht, für Romantik sorgt und die Leserschaft ins Chicago des Jahres 1893 zurück versetzt. Die Weltausstellung bildet wie bereits im letzten Roman auch hier wieder die Rahmenhandlung des Geschehens. Die Liebesgeschichte ist ein wenig trivial und sehr klischeebehaftet… junge, schöne, intelligente, selbständige und doch anlehnungsbedürftige Frau trifft auf großen, starken, unabhängigen und attraktiven Mann, einen Fels in der Brandung, jedoch mit weichem und mitfühlenden Herzen. Die beschwingte Geschichte sorgt durch das Findelkind Joseph und dem bettelarmen Sohn einer italienischen Einwandererfamilie namens David für einige Aufregung und bringt im letzten Drittel auch einen gewissen Spannungsbogen ins Buch. Die Autorin konzentriert sich bei ihren Charakteren hauptsächlich auf die beiden Protagonisten, die Nebenfiguren bleiben eher blass und im Hintergrund. Die Tatsache, dass es sich hierbei um einen Roman aus einem christlichen Verlag handelt, ist anhand des Inhalts in keiner Weise erkennbar. Der einzige Bezug zum christlichen Glauben ist die zweimalige (!) Erwähnung von Gottes Namen in insgesamt zwei Zeilen des immerhin über vierhundertdreißig Seiten zählenden Buches.

Fazit: bei der „Eigensinnigen Ärztin“ handelt es sich um einen unterhaltsamen, in flüssigem Schreibstil verfassten Roman, der Romantik, Humor und ein wenig Spannung bietet. Die Emanzipation der Frau, das Entstehen der Frauenrechte und die Stellung der Frau in dieser Zeit und die Armut und Not der Arbeiterschicht bilden zusammen mit der Weltausstellung den geschichtlichen Hintergrund. Ein klein wenig erfährt man auch über die Texas Ranger, die der Autorin besonders ans Herz gewachsen sind, wie man im Nachwort erfahren kann.

Veröffentlicht am 16.04.2018

DER PREIS DES ERFOLGES

Sierra - Der rote Faden des Lebens
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DER PREIS DES ERFOLGES

„Gott lässt all die Dinge in unserem Leben zu, weil er sie uns zum Besten dienen lassen kann. Wir machen unsere Pläne und treffen unsere Entscheidungen und denken, wir sind die ...

DER PREIS DES ERFOLGES

„Gott lässt all die Dinge in unserem Leben zu, weil er sie uns zum Besten dienen lassen kann. Wir machen unsere Pläne und treffen unsere Entscheidungen und denken, wir sind die großen Macher, aber in Wirklichkeit ist es nichts als Hochmut und Stolz. Das ist eine Illusion. Wir können gar nichts kontrollieren.“

Sierra, die bislang ein glückliches erfülltes Leben an der Seite ihres Ehemannes „Alex“ Alejandro Luis Madrid führte, wird von einem Augenblick auf den anderen mit der Tatsache konfrontiert, dass man das Leben niemals unter Kontrolle hat. Durch ein lukratives Jobangebot entscheidet sich Alex für den Umzug ins weit entfernte Los Angeles. Sierra lässt schweren Herzens ihr gemeinsames, liebevoll eingerichtetes Heim zurück. Ihre Kinder Clinton Luis und Carolyn Maria werden aus ihrer Schule und dem Freundeskreis gerissen, und auch der Kontakt Sierras zu ihrer Mutter Marianna wird durch die Ortsveränderung eingeschränkt. Marianna als ewige Optimistin gewann allem stets etwas Positives ab und ihr starker Glaube hatte auch positiven Einfluss auf Sierra. Sierras Ablehnung verstärkt sich, als sie in ihrer neuen Umgebung nicht gut zurecht kommt – ein modernes Designerhaus, Geschäftspartner ihres Mannes, die ihr Selbstwertgefühl untergraben und zu guter Letzt die drastische Veränderung von Alex lassen die junge Frau beinahe verzweifeln. Als charismatischer Newcomer voller Feuer und brillanter Kreativität setzt er auch gegenüber seiner Ehefrau seinen Willen durch, kritisiert sie und hat zuletzt kaum noch Zeit für seine Familie. Alex wird zu einem schönen, gut gebauten Fremden im Designeranzug, zwar höflich und distanziert, aber von seiner Arbeit besessen. Und schließlich kommt es zum Eklat… hat die Ehe von Sierra und Alex noch eine Chance?
Francine Rivers hat mich bereits in der Vergangenheit mit überwältigenden Romanen verwöhnt. Es ist ihr auch mit „Sierra. Der rote Faden des Lebens“ erneut gelungen. Der wundervolle Schreibstil gepaart mit dem großen Augenmerk auf den Glauben an Gott bereichert die Geschichte von Sierra und Alex. Die handelnden Figuren sind sehr authentisch dargestellt, ich konnte mich augenblicklich in sie hinein versetzen. Francine Rivers konzentriert sich nicht nur auf die beiden Protagonisten, sie hat auch einige exzellente Nebenfiguren in die Handlung eingebracht. Meine Favoriten waren hierbei Sierras tief gläubige Mutter Marianna und Matteo Peirozo, der warmherzige, mitfühlende und unkomplizierte Gründer der Wohltätigkeitsorganisation „Outreach“. Elisabeth Longford verkörpert den amerikanischen Traum – die neue Marketingleiterin von „Beyond Tomorrow“ ist repräsentativ, schön, gebildet, absolut professionell – und eiskalt.

In einem Nebenstrang wird in kursiver Schrift die Geschichte einer Vorfahrin Sierras erzählt. Durch alte Tagebucheinträge beginnt Sierra, sich mit Mary Kathryn McMurray zu beschäftigen, die im Jahre 1847 über den Oregon-Trail mit dem Planwagen in Sierras Geburtsstadt Healdsburg kam. Ich muss zugeben, dass ich anfangs große Mühe hatte, Kathryns Geschichte zu lesen – besonders die ersten kursiv geschriebenen Kapitel wimmelten vor Rechtschreibfehlern und sollten die mangelnde Bildung der Protagonistin veranschaulichen. Die unzähligen Fehler sowie der permanente Wechsel zu Mary Kathryn in die Vergangenheit störten jedoch meinen Lesefluss empfindlich und ich konnte mich bis zuletzt nicht mit Sierras Ahnin anfreunden. Schade. Nichtsdestotrotz empfand ich die Lektüre dieses Buches als absolute Bereicherung und bedauerte es, als die Geschichte schließlich zu Ende war und Sierra begriffen hatte, dass Gott stets der rote Faden in ihrem ganzen Leben gewesen war.

Fazit: Den Leser erwartet eine hoch interessante Mischung mit tiefgründigem Inhalt, mit Familien- und Beziehungsproblemen, christlichen Werten und dem großen Thema Vergebung. Ein wundervolles Buch, das ich sehr gerne weiter empfehle!


„Gott lässt all die Dinge in unserem Leben zu, weil er sie uns zum Besten dienen lassen kann. Wir machen unsere Pläne und treffen unsere Entscheidungen und denken, wir sind die großen Macher, aber in Wirklichkeit ist es nichts als Hochmut und Stolz. Das ist eine Illusion. Wir können gar nichts kontrollieren.“

Sierra, die bislang ein glückliches erfülltes Leben an der Seite ihres Ehemannes „Alex“ Alejandro Luis Madrid führte, wird von einem Augenblick auf den anderen mit der Tatsache konfrontiert, dass man das Leben niemals unter Kontrolle hat. Durch ein lukratives Jobangebot entscheidet sich Alex für den Umzug ins weit entfernte Los Angeles. Sierra lässt schweren Herzens ihr gemeinsames, liebevoll eingerichtetes Heim zurück. Ihre Kinder Clinton Luis und Carolyn Maria werden aus ihrer Schule und dem Freundeskreis gerissen, und auch der Kontakt Sierras zu ihrer Mutter Marianna wird durch die Ortsveränderung eingeschränkt. Marianna als ewige Optimistin gewann allem stets etwas Positives ab und ihr starker Glaube hatte auch positiven Einfluss auf Sierra. Sierras Ablehnung verstärkt sich, als sie in ihrer neuen Umgebung nicht gut zurecht kommt – ein modernes Designerhaus, Geschäftspartner ihres Mannes, die ihr Selbstwertgefühl untergraben und zu guter Letzt die drastische Veränderung von Alex lassen die junge Frau beinahe verzweifeln. Als charismatischer Newcomer voller Feuer und brillanter Kreativität setzt er auch gegenüber seiner Ehefrau seinen Willen durch, kritisiert sie und hat zuletzt kaum noch Zeit für seine Familie. Alex wird zu einem schönen, gut gebauten Fremden im Designeranzug, zwar höflich und distanziert, aber von seiner Arbeit besessen. Und schließlich kommt es zum Eklat… hat die Ehe von Sierra und Alex noch eine Chance?
Francine Rivers hat mich bereits in der Vergangenheit mit überwältigenden Romanen verwöhnt. Es ist ihr auch mit „Sierra. Der rote Faden des Lebens“ erneut gelungen. Der wundervolle Schreibstil gepaart mit dem großen Augenmerk auf den Glauben an Gott bereichert die Geschichte von Sierra und Alex. Die handelnden Figuren sind sehr authentisch dargestellt, ich konnte mich augenblicklich in sie hinein versetzen. Francine Rivers konzentriert sich nicht nur auf die beiden Protagonisten, sie hat auch einige exzellente Nebenfiguren in die Handlung eingebracht. Meine Favoriten waren hierbei Sierras tief gläubige Mutter Marianna und Matteo Peirozo, der warmherzige, mitfühlende und unkomplizierte Gründer der Wohltätigkeitsorganisation „Outreach“. Elisabeth Longford verkörpert den amerikanischen Traum – die neue Marketingleiterin von „Beyond Tomorrow“ ist repräsentativ, schön, gebildet, absolut professionell – und eiskalt.

In einem Nebenstrang wird in kursiver Schrift die Geschichte einer Vorfahrin Sierras erzählt. Durch alte Tagebucheinträge beginnt Sierra, sich mit Mary Kathryn McMurray zu beschäftigen, die im Jahre 1847 über den Oregon-Trail mit dem Planwagen in Sierras Geburtsstadt Healdsburg kam. Ich muss zugeben, dass ich anfangs große Mühe hatte, Kathryns Geschichte zu lesen – besonders die ersten kursiv geschriebenen Kapitel wimmelten vor Rechtschreibfehlern und sollten die mangelnde Bildung der Protagonistin veranschaulichen. Die unzähligen Fehler sowie der permanente Wechsel zu Mary Kathryn in die Vergangenheit störten jedoch meinen Lesefluss empfindlich und ich konnte mich bis zuletzt nicht mit Sierras Ahnin anfreunden. Schade. Nichtsdestotrotz empfand ich die Lektüre dieses Buches als absolute Bereicherung und bedauerte es, als die Geschichte schließlich zu Ende war und Sierra begriffen hatte, dass Gott stets der rote Faden in ihrem ganzen Leben gewesen war.

Fazit: Den Leser erwartet eine hoch interessante Mischung mit tiefgründigem Inhalt, mit Familien- und Beziehungsproblemen, christlichen Werten und dem großen Thema Vergebung. Ein wundervolles Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle!

Veröffentlicht am 16.04.2018

DAS LEBEN IST EIN KOSTBARES, WERTVOLLES GESCHENK. MIR WURDE ES NEU GESCHENKT.

Freier Fall in den Himmel
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DAS LEBEN IST EIN KOSTBARES, WERTVOLLES GESCHENK. MIR WURDE ES NEU GESCHENKT.

"Gott, es tut mir so leid. Bitte gib mir noch eine Chance."

Viel mehr Zeit als für dieses kleine Stoßgebet blieb dem neunzehnjährigen ...

DAS LEBEN IST EIN KOSTBARES, WERTVOLLES GESCHENK. MIR WURDE ES NEU GESCHENKT.

"Gott, es tut mir so leid. Bitte gib mir noch eine Chance."

Viel mehr Zeit als für dieses kleine Stoßgebet blieb dem neunzehnjährigen Mickey Robinson aus Ohio nicht mehr, als er bei der Ausübung seiner größten Leidenschaft, dem Fallschirmspringen, mit dem Flugzeug abstürzte. Schwerst verletzt landete er im Krankenhaus, nicht einmal sein behandelnder Arzt gab ihm Überlebenschancen. Doch Mickey schaffte es entgegen aller Prognosen und seine Genesung wurde unter anderem von einem Neurologen und Rehabilitationsspezialisten als Wunder bezeichnet. Mickeys unglaublicher Heilungsprozess brachte die Ärzte permanent zum Staunen. Der junge Mann machte im Krankenhaus die Erfahrung, dass Berührungen, Mitgefühl und bestärkende Worte eine unermessliche Kraft haben. Nicht zuletzt jedoch war dessen unerschütterlicher Glaube an Gott nach seiner Nahtoderfahrung ausschlaggebend für seine Heilung.

In dieser Biografie berichtet Mickey Robinson von jenem schicksalhaften 15. August des Jahres 1968 und dem tragischen Flugzeugabsturz, der seine Liebe zum Himmel und dem freien Fall abrupt beendete. Mickeys Leben nahm eine neue Wende und er erkannte, dass wahrer Friede nicht durch körperliche Vergnügungen entsteht.

Die Details über den Absturz und den darauf folgenden, langen und schweren Heilungsprozess sind beeindruckend. Mickey Robinson geht jedoch viel weiter zurück in seiner Geschichte. Er erzählt von seiner frühesten Kindheit in einem katholischen Elternhaus, wie er bereits damals vom Fliegen träumte und es schließlich dazu kam, dass sein Kindheitstraum Realität wurde. Der Weg zum talentierten Fallschirmspringer wurde trotz alledem immer von dem Gefühl begleitet, nie gut genug zu sein. Mickey war immer auf der Suche nach etwas, woran er wirklich glauben konnte. Das Fallschirmspringen wurde zu einer Leidenschaft, und letztendlich zu einer regelrechten Sucht.

Dieses Buch ist eine außergewöhnliche Schilderung der Ereignisse, die sämtliche Zukunftspläne eines jungen Mannes durch einen tragischen Unfall zerstörten. Es ist die Geschichte einer Katastrophe, die auf lange Sicht betrachtet das Leben des Unfallopfers in völlig neue Bahnen lenkte. Und es stellt das Zeugnis eines Menschen dar, der im Krankenhaus eine Nahtoderfahrung und viele Wunder im Zuge seiner Genesung erleben durfte, die auch von den Ärzten als solche bezeichnet wurden.

Mickey Robinson erzählt seine Geschichte in einem einfachen und flüssigen Schreibstil. Seine Schilderungen wirken authentisch und er ist weit davon entfernt, in Selbstmitleid zu schwelgen. In schonungsloser Offenheit berichtet er von seiner Zeit im Krankenhaus, seinen Ängsten, seiner Verzweiflung, aber auch der Hoffnung und dem starken Glauben an Gott, die ihm immer wieder Kraft geben, weiter zu machen. Besonders in den Passagen über seine früheste Kindheit und Schulzeit besticht er durch beträchtlichen Humor, wenn er beispielsweise seiner Vorstellung von Gott Ausdruck verleiht oder von Situationen im Beichtstuhl erzählt.

Obgleich ich zu Beginn ein wenig skeptisch an dieses Thema herangetreten bin, hat mich dieses Buch inhaltlich letztendlich überzeugt. Mickey Robinson hat eine zweite Chance erhalten und nutzt sie, um anderen Menschen dazu einzuladen, ihre Herzen zu öffnen und Gottes Liebe und Kraft kennen zu lernen. Ein bemerkenswertes Zeugnis, eine Lektüre, die bewegt und nachdenklich stimmt.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Eine wunderschöne, Herz erwärmende Geschichte

Der Duft von Flieder
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Eine wunderschöne, Herz erwärmende Geschichte

„Der Hund sah aus wie eine Mischung aus Schäferhund und Beagle, keine besonders attraktive Kombination. Ihm war es egal, ob er hässlich war. Er war ein Hund ...

Eine wunderschöne, Herz erwärmende Geschichte

„Der Hund sah aus wie eine Mischung aus Schäferhund und Beagle, keine besonders attraktive Kombination. Ihm war es egal, ob er hässlich war. Er war ein Hund und ein Hund brauchte einen Menschen. Seine schwarzbraunen Augen ließen Jocie wissen, dass sie dieser Mensch war.“

Jocie Brookes inbrünstige Gebete zu Gott, ihr einen Hund zu schenken, scheinen endlich erhört, als das dreizehnjährige Mädchen aus Hollyhill im Wald auf einen herrenlosen Streuner trifft. Er erobert sofort Jocies Herz. Jocies Vater David ist zwar Herausgeber einer örtlichen Zeitung, predigt jedoch auch in der Baptisten-Gemeinde von Mt. Pleasant. Er steht einer derart deutlichen Gebetserhörung seiner innig geliebten Tochter machtlos gegenüber. Und so zieht ein anhänglicher Vierbeiner namens Zebedäus bei den Brookes ein. Jocie hat jedoch noch ein weiteres Anliegen, einen zweiten Herzenswunsch, den sie ebenfalls täglich im Gebet vor Gott bringt: sie wünscht sich, dass ihre Schwester Tabitha wieder nach Hause zurückkehrt. Tabitha verschwand in jener Nacht, als Adrienne Brooke ihren Ehemann und ihre kleine Tochter Jocie verlassen hatte und dabei auch ihre ältere Tochter mitgenommen hatte. Jocie kann es kaum fassen, als Gott innerhalb kürzester Zeit auch ihr zweites Gebetsanliegen erhört und nur wenig später eine zwanzigjährige hübsche Frau auf der Veranda der Familie auftaucht. Tabitha war nach sieben langen Jahren zurückgekommen, aber ein dunkles Geheimnis scheint sie zu bedrücken. Weder die spontane Herzlichkeit, mit der ihr Vater David die schmerzlich vermisste ältere Tochter wieder in seine Arme zieht, noch die überschwängliche Freude der glückstrahlenden kleinen Schwester scheinen Tabitha wirklich aus der Reserve locken zu können. Sogar die exzentrische Tante Love, die mit David und Jocie unter einem Dach lebt, verzichtet auf ihre üblichen Belehrungen in Form von Bibelzitaten und ist ungewöhnlich schweigsam. Das bislang beschauliche und ruhige Leben der Brookes wird durch diese Ereignisse durcheinandergebracht, nichts scheint mehr, wie es war.

Ann H. Gabhart erzählt im vorliegenden Buch auf charmante und humorvolle Art und Weise die Geschichte der Familie Brooke. Eine Familie, die unter der Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit der Mutter sehr gelitten hatte und sich von deren nächtlichen Verschwinden vor sieben Jahren immer noch nicht ganz erholt hat.

Die handelnden Personen dieses Buches sind akribisch und sehr liebenswert gezeichnet, man kann nicht umhin, sich in sie hinein zu versetzen. David Brooke wird als sanfter, gefühlvoller und herzlicher Vater beschrieben, dessen große Berufung das Predigen darstellt. Er betrachtet seine Funktion als Herausgeber der Zeitung „Hollyhill Banner“ als Nebenjob und träumt von einer festen Anstellung als Pastor. Er trägt seinen Kopf aber oftmals in den Wolken oder in der Bibel. Durch den Einzug von Davids alter unverheirateter Tante Lovella wurde der kleinen Jocie nach dem Verlust der Mutter eine Frau zur Seite gestellt, die ihr durch die Lektüre der Bibel und dem Zitieren von Bibelversen in all den Jahren christliche Werte nahegebracht hat. In Wesley Green, einem Angestellten seines Vaters, fand Jocie einen großväterlichen Freund und Seelentröster. Doch sowohl Tante Love, als auch Wes hüten böse Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit, die sie bedrücken und traurig machen. Die Autorin hat neben diesen Hauptpersonen auch noch einige interessante Nebenfiguren geschaffen, die diese Geschichte bereichern.

Aufgrund des Klappentextes hatte ich mir vermutlich ein falsches Bild von dem angekündigten „Überschlagen von Ereignissen“ gemacht. „Der Duft von Flieder“ ist vielmehr eine ruhige, gemächliche Erzählung, die von liebevollen Details in der Beschreibung von Personen und Handlung lebt. Christliche Werte nehmen einen hohen Stellenwert im Buch ein, die Liebe zwischen den handelnden Personen ist aus den Dialogen deutlich spürbar. Ann H. Gabhart verstand es, einen sehr berührenden Roman zu schreiben, der mir nicht nur ausnehmend gut gefallen hat, sondern den ich auch gerne weiterempfehlen möchte. Leser, die eine sanft dahin plätschernde Handlung schätzen, die niemals oberflächlich wird, sondern neben den humoristischen Szenen auch viel Tiefe aufweist, werden diese Lektüre ebenso genießen, wie es bei mir der Fall war. Ich werde mir den Namen Ann H. Gabhart auf jeden Fall merken und würde sehr gerne weitere Bücher dieser Autorin lesen.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Der Glaube ist ein Licht, das man am besten in der Dunkelheit sehen kann

Niemals werd ich dich vergessen
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Der Glaube ist ein Licht, das man am besten in der Dunkelheit sehen kann

„Also: was muss eine Dame tun, um ein Loch in die Wolken zu fliegen?“

Kelly Maines ist zu allem bereit, um ihre Tochter aufzuspüren, ...

Der Glaube ist ein Licht, das man am besten in der Dunkelheit sehen kann

„Also: was muss eine Dame tun, um ein Loch in die Wolken zu fliegen?“

Kelly Maines ist zu allem bereit, um ihre Tochter aufzuspüren, die als Baby entführt wurde… sogar zum Fliegen. Aufgrund eines Hinweises des Ermittlers, den sie für die bereits viele Jahre währende Suche engagiert hat, nimmt sie Kontakt zum Besitzer der Flugschule „Higher Ground“ in Wooster, Ohio, auf. Indem sie sich mit Jack Livingston anfreundet, versucht sie, Kontakt zu seiner Adoptivtochter aufzunehmen. Natalie ist acht Jahre alt, hat große, dunkle Augen und kastanienbraunes Haar – und passt perfekt auf das Profilbild von Emily. Das intuitive Kind hat ein besonderes Talent dafür, Situationen zu erfassen und Gefühle wahrzunehmen, und sie erobert Kellys Herz im Sturm. Kelly hat jedoch nicht damit gerechnet, ihrerseits tiefere Gefühle für Jack zu entwickeln und gerät nach und nach in eine Zwickmühle. Um sicher zu stellen, dass es sich bei Nattie tatsächlich um ihre verschwundene Tochter handelt, ist ein genetischer Abgleich erforderlich… ein Umstand, der Kelly einige Probleme bereitet…

Es ist nicht leicht, potenziellen Lesern einen kleinen Eindruck dieser berührenden Geschichte von Beverly Lewis zu geben, ohne allzu viel über deren Inhalt zu verraten. Bereits beim Einstieg beweist die Autorin sehr viel Gefühl, als sie von der tiefen Verzweiflung der jahrelangen vergeblichen Suche einer Mutter nach ihrem Baby erzählt. Kelly ist von Menschen umgeben, die es gut mit ihr meinen, die ihr angesichts der hoffnungslos scheinenden Situation immer wieder Zuspruch und Unterstützung geben.

In einem zweiten Erzählstrang rollt Beverly Lewis die Geschichte der kleinen Natalie auf und berichtet von deren Leben bei ihrem Adoptivvater Jack Livingston. In der Person des sanften und freundlichen Kindermädchens Laura Mast bringt Beverly Lewis eine Frau aus einer Amisch-Gemeinschaft ins Geschehen ein. Die junge Frau betreute Natalie seit ihrer frühesten Kindheit und gab dem Mädchen liebevollen Halt und mütterliche Zuneigung.

Der Glaube spielt eine große Rolle in dieser herzzerreißenden Geschichte einer jungen Mutter, die verzweifelt nach ihrem Kind sucht, und auch nach vielen Jahren nicht aufgeben möchte. Ihr vorrangiges Ziel ist es, wieder mit ihrer Tochter vereint zu sein, ihre kleine Emily wieder in die Arme schließen zu dürfen. Beverly Lewis schreibt mit sehr viel Gefühl über dieses tragische Schicksal. In den Dialogen mit der vorwitzigen und altklugen Nattie kommt zudem auch eine Menge Humor in die Geschichte.

Die handelnden Personen wurden sehr überzeugend dargestellt, wobei mich besonders das liebenswerte ältere Ehepaar Chet und Eloise Stilson sowie Jacks Schwester, die temperamentvolle und scharfzüngige San, beeindruckten. Da ich die Autorin aufgrund ihrer Geschichten über die Amisch sehr schätze, war ich vom Kindermädchen Laura Mast ebenfalls sehr angetan.

„Niemals werd‘ ich dich vergessen“ ist eine sehr zu Herzen gehende Geschichte, die den Leser fesselt und ihn auch nach Beendigung der Lektüre noch lange nicht los lässt. Ein Drama für jede Mutter, das zur schrecklichen Realität wurde, beschrieben von einer Autorin, die es in einnehmendem Schreibstil und mit viel Feingefühl zu Papier brachte und dem christlichen Glauben dabei großen Raum gab. Erstklassig!