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Veröffentlicht am 25.08.2025

Leider hat der Autor in vielen Dingen recht

FASCHOLAND
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"Fascholand" ist kein gewöhnliches Buch. Es legt den Finger in eine Wunde, die von vielen Menschen gar nicht als solche erkannt wird. Der Autor reist durch die Republik und spricht mit Menschen von denen ...

"Fascholand" ist kein gewöhnliches Buch. Es legt den Finger in eine Wunde, die von vielen Menschen gar nicht als solche erkannt wird. Der Autor reist durch die Republik und spricht mit Menschen von denen er sich mehr verspricht, als das Herunter leiern von Parolen. Zugleich berichtet er von alltäglichem Rassismus, dem er immer wieder ausgesetzt ist. Gerade weil er als Kind von Gastarbeitern noch immer als „Ausländer“ angesehen wird. Dabei waren es doch genau diese Menschen, die Deutschland nach diesem unsäglichen Krieg mit aufbauten und aus diesem Grund eingeladen wurden. Was wurde ihnen alles versprochen? Unglaublich, dass sie bis heute unter Ressentiments zu leiden haben.

Der Ich-Erzähler spricht häufig mit seiner Freundin Otto. Bei ihr kann er genau das sagen, was er empfindet. Er muss sich nicht verstellen und/oder befürchten, dass sein Gegenüber ihn nicht versteht oder gar verachtet. Aufgebaut ist das Buch wie eine Ermittlungsakte. Etliche Zeugen werden befragt und diese Befragungen genauestens protokolliert. Sehr direkt und ohne Umschweife. Das mag zuweilen erschreckend sein, aber es rüttelt auf. Und ja, er hat in so vielen Dingen recht.

Den Inhalt des Buches mochte ich und es gab für mich nichts zu bemängeln. Was mich störte, das war die „gendergerechte“ Sprache. Mich irritierte es sehr, wenn immer wieder dieses :innen Teil von Sätzen war. Aber das ist nur meine Meinung und hat nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Dieser ist sehr gut und Raschid Daniel Sidgi ist als Sprecher perfekt.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Welch ein berührendes Buch

Der Krabbenfischer
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Er weiß nicht, wer sein Vater ist und lebt mit seiner Mutter in einer kleinen Kate am Rand des Ortes Longferry in Irland. Den Unterhalt verdient er sich mit dem Krabbenfang. Nicht immer hat er dabei Glück ...

Er weiß nicht, wer sein Vater ist und lebt mit seiner Mutter in einer kleinen Kate am Rand des Ortes Longferry in Irland. Den Unterhalt verdient er sich mit dem Krabbenfang. Nicht immer hat er dabei Glück und oft ist Schmalhans Küchenmeister. Das Leben ist eintönig, bis ein Besuch alles ändert. Thomas Flett lernt, dass es viel mehr als seine Krabben und die Launen der Mutter gibt.

„Der Krabbenfischer“ aus dem "Dumont Buchverlag" beeindruckt durch eine niveauvolle Sprache. Bei dem Gast, von dem hier die Rede ist, handelt es sich um einen amerikanischen Regisseur. Sofort ist Thomas dieser weltgewandte Mann sympathisch und er träumt von einem Leben in Reichtum. Ohne Pferd und Karre, ohne Krabben und in einem schönen großen Haus.

Die Erzählung kommt ohne überzogene Spannung oder laute Dialoge aus. Es ist ein sanftes Buch mit einer Tiefe, die durch den Erzähler Raschid Daniel Sidgi so richtig zum Tragen kommt. Es überzeugte mich völlig und ich werde es mit Sicherheit noch einmal hören. Das ausdrucksstarke und dennoch leise Cover passt perfekt zur Aussage des Buches.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Rilke und Clara ganz privat

Lebe nahe bei dir Tag um Tag
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Clara und Paula sind Freundinnen. Sie verstehen sich blendend und hin und wieder fallen sie durch Streiche auf. Nein, nicht jeder kann darüber lachen. Als der junge Rainer in den Ort kommt, sind beide ...

Clara und Paula sind Freundinnen. Sie verstehen sich blendend und hin und wieder fallen sie durch Streiche auf. Nein, nicht jeder kann darüber lachen. Als der junge Rainer in den Ort kommt, sind beide von ihm beeindruckt. Paula noch mehr als Clara. Die ist schüchtern und zeigt nur ganz selten, wie es in ihrem Inneren ausschaut. Als sie sich jedoch klar darüber wird, dass sie sich in den Dichter verliebte, übernimmt sie Initiative. Zumal sie sich sehr sicher ist, dass einige seiner Gedichte ausschließlich für sie geschrieben wurden.

"Lebe nahe bei dir Tag um Tag" wurde im Sprachstil geschrieben, der zur Zeit Rilkes und seiner Frau üblich war. Also für heutigen Geschmack ein wenig gestelzt. Aber gerade das macht für mich die Glaubwürdigkeit der Geschichte aus. Der Autor berichtet über die Jahre des Zusammenlebens von Rainer und Clara. Und auch darüber, wie beiden klar wurde, dass sie nicht dauerhaft Tisch und Bett teilen können. Auch ihre Tochter kann nicht verhindern, dass sie getrennte Wege gehen.

Ich bin immer wieder erfreut, wenn ich Bücher lese, die mir berühmte Persönlichkeiten aus vergangener Zeit nahe bringen. Zumal der Autor Ronald Fricke hier etliche Passagen aus den Werken Rilkes einfügte. Auch wenn Kennern der Materie zu jeder Zeit klar war, wie die Ehe Claras und Rainers zustande kam. Das Buch ist dennoch lesenswert. Beide waren Kinder ihrer Zeit und ihr Dasein lässt sich in keiner Weise mit der Gegenwart vergleichen. #

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Spannend und von hervorragenden Sprecherinnen vorgetragen

Eine von uns
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"Eine von uns" beginnt schleppend. Es dauert eine Weile, bis es Fahrt aufnimmt. Die Story handelt von einem Ehepaar Gina und Mats, mit zwei Kindern, deren Haus durch einen Brand unbewohnbar wurde. Eine ...

"Eine von uns" beginnt schleppend. Es dauert eine Weile, bis es Fahrt aufnimmt. Die Story handelt von einem Ehepaar Gina und Mats, mit zwei Kindern, deren Haus durch einen Brand unbewohnbar wurde. Eine ihrer Freundinnen gewährt ihnen Unterschlupf. Sie versuchen aus ihrem Unglück das beste zu machen und sich über das Angebot der Freundin zu freuen. Das gelingt aber nur so lange, bis es an der Haustüre klingelt. Eine junge Frau namens Mary steht dort und erklärt freundlich, dass sie die Haushälterin sei. Wenn auch nur widerwillig, so findet sich Gina dann doch damit ab. Sie möchte nur noch ihre Ruhe haben und möglichst keine weiteren Katastrophen erleben.

Schon nach wenigen Tagen wird Gina misstrauisch. Sie glaubt nicht, dass es sich bei Mary um eine Haushälterin handelt. Es gibt zu viele Ungereimtheiten. Kann es sein, dass sie etwas über Sara weiß? Eine Freundin von Mary, die vor vielen Jahren spurlos verschwand? Immer skeptischer wird sie und fühlt sich überhaupt nicht mehr wohl im Haus. Ihr Mann Mats kann sie nicht verstehen und das wiederum regt sie noch ein Stück mehr auf.

Spannend und mit vielen Wendungen liest sich das Buch. Ja, es war bald klar, worum es der Haushälterin geht. Aber wer denkt, dass sich damit die Story erledigt hat, der irrt gewaltig. Ja, ich auch. Das Ende ist so überraschend, dass ich jetzt noch Gänsehaut kriege, wenn ich daran denke. Und dann die beiden Sprecherinnen. Einfach nur gennial. Sie nahmen mich von ersten Wort an gefangen und ich tauchte in diese gute Story ein. Hören und genießen, so war es für mich.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Die Autorin ist eine Meisterin ihres Fachs

Dunkle Sühne
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Es ist der 04. Juli und Madison Dalvymple wird 15 Jahre alt. Aber nicht nur das. Gleichzeitig ist es auch ein Feiertag. Die Bürger der Vereinigten Staaten feiern ihre Unabhängigkeit. Etwa 200 Gäste kamen ...

Es ist der 04. Juli und Madison Dalvymple wird 15 Jahre alt. Aber nicht nur das. Gleichzeitig ist es auch ein Feiertag. Die Bürger der Vereinigten Staaten feiern ihre Unabhängigkeit. Etwa 200 Gäste kamen zum Fest. Sie folgten der Einladung von Madisons Eltern. Spät am Abend warten alle auf das imposante Feuerwerk. Das Geburtstagskind nicht. Sie ist mit ihrer besten Freundin Chayenne Baker verabredet. Emmy, eine junge Polizistin ist ebenfalls anwesend und redet Madison ins Gewissen. Aber das Gesagte stößt auf taube Ohren. Emmys Vater ist Sheriff der Kleinstadt und achtet stets darauf, dass es bei Feierlichkeiten nicht zu Schlägereien oder ähnlichen Ereignissen kommt. Nur wenige Stunden nach Beendigung des Festes werden die Fahrräder der Freundinnen gefunden. Und nicht nur das. Eine große Blutlache befindet sich neben einem der Räder. Eine groß angelegte Suchaktion beginnt.

Die Bücher der Autorin mag ich sehr. Auch wenn sie langatmig und mit weniger Seiten auskommen würden, sie sind spannend und immer für Überraschungen gut. "Dunkle Sühne" zeigt, wie sich eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Ermittlern auswirkt. Emmy und ihr Vater tauschen sich über den Fall aus und das hilft ihnen, ihre Ermittlungen erfolgreich abzuschließen. Es gibt Sackgassen und fehlerhafte Verdächtigungen. Aber das macht doch einen guten Thriller aus.

Wieder einmal ist Karin Slaughter ein spannender und lesenswerter Thriller gelungen. Die Autorin versteht perfekt, wie sie Überraschungen einbaut und für unablässige Spannung sorgt. Dabei ist auch dieses Buch viel mehr als ein oberflächlicher Thriller. Es belegt unter anderem, wie sehr sich Menschen hinters Licht führen lassen. Sie sehen nur das, was sie sehen möchten.

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