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Veröffentlicht am 07.09.2025

Wahrlich ein sehr gutes Buch über die Kreuzzüge

Kreuzfahrer
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Endlich waren sie erfolgreich. Im Jahr 1099 war Jerusalem wieder in christlicher Hand. So viele Tote und Verletzte, so viel Geld und noch mehr Verwundete. War es das wert? Aber Gehorsam stand für die Menschen ...

Endlich waren sie erfolgreich. Im Jahr 1099 war Jerusalem wieder in christlicher Hand. So viele Tote und Verletzte, so viel Geld und noch mehr Verwundete. War es das wert? Aber Gehorsam stand für die Menschen damals wohl an erster Stelle. Sie folgten ihrem Herrscher und dem aktuell regierenden Papst bedingungslos. Aber nicht nur Erfolge konnten die Kreuzfahrer verbuchen. Immer häufiger kam es vor, dass sie hohe Niederlagen hinnehmen mussten. Die „Feinde“ waren stärker oder gewitzter als sie. Kreuzfahrer kämpften keineswegs nur für ihren Glauben. Viel mehr waren es Gold und Macht, die sie zu den gefahrvollen Reisen antrieben.

Es gibt etliche Bücher zum Thema und ich las einige davon. Dan Jones mit seinem neuesten Sachbuch konnte mich überzeugen. Das Buch beginnt mit dem ersten Kreuzzug und schlägt eine Brücke in die heutige Zeit. Die Brutalität der Kreuzfahrer erschreckt mich immer wieder. Aber nur so kann das Geschehen aufrichtig übermittelt werden. Schon beim ersten Kreuzzug wurden Juden abgeschlachtet und Muslime als „Ungläubige“ verurteilt. Was ich mich beim Lesen immer wieder fragte: Mit welchem Recht kann ein Papst versprechen, dass die Kreuzfahrer den Ablass aller Sünden genießen dürfen?

Einige Namen waren mir bekannt und ich konnte ihre Praktiken bei den Kampagnen gegen Andersgläubige hautnah miterleben. Das lag an der lebendigen Sprache des Autors, die keineswegs trocken oder im lehrerhaften Tonfall daherkam. Bemerkenswert war für mich die akribische Recherche. So viele Quellen wurden verwendet und aus dem Grund gibt es auch einen ausführlichen Anhang. Das Buch werde ich mit Sicherheit erneut lesen, da ich beim ersten Durchgang ganz bestimmt etliche Fakten übersah. Ein wertvolles Buch, das den Blick auf die Kreuzzüge von vielen Perspektiven beleuchtet.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Guter Krimi mit etlichen Höhepunkten

Clemens Sartorius und der schuldige Mann: Kriminalroman | Der spannende 2. Fall der Clemens-Sartorius-Krimireihe
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Am Tag ihrer Ermordung war Sophias Handy beim Haus Norbert Benders eingeloggt. Danach konnte es nicht mehr geortet werden. Für die Ermittler war klar, dass Bender sie tötete. Er war ihr Lehrer und sie ...

Am Tag ihrer Ermordung war Sophias Handy beim Haus Norbert Benders eingeloggt. Danach konnte es nicht mehr geortet werden. Für die Ermittler war klar, dass Bender sie tötete. Er war ihr Lehrer und sie hatte ein Verhältnis mit ihm. Und sie war nicht die einzige Schülerin, mit der Bender eine Beziehung hatte. Ein Fakt unterschied Sophia allerdings von ihren Konkurrentinnen. Sie war schwanger und Bender war der Erzeuger. Er wurde verhaftet und musste 10 Jahre ins Gefängnis. Als er entlassen wurde, wartete der damalige Ermittler Clemens Satorius auf ihn. Der versprach ihm vor vielen Jahren, dass er sich nach der Entlassung Benders noch einmal mit dem Fall befassen würde. Denn Norbert Bender beteuerte immer wieder, dass er seine Geliebte nicht tötete.

"Clemens Sartorius und der unschuldige Mann" knüpft nahtlos am ersten Band an. Es lässt sich zwar ohne Vorkenntnis lesen, aber die Zusammenhänge sind klarer, wenn man den Werdegang des ehemaligen Kriminalbeamten verfolgt. Jetzt hat er sich also mit seinem Abschied als Beamter arrangiert und tritt als selbstständiger Privatermittler auf. Sein erster Fall führt ihn allerdings wieder in die Vergangenheit. Als er noch im Dienst war und sich bis heute nicht sicher ist, ob er nicht doch einen Unschuldigen verhaftete.

Der Fall der getöteten Sophia lässt ihm keine Ruhe und er befragt alle damals Beteiligten erneut. Was er dabei sehr schnell erkennt, es gab jemanden, der die Ermittler manipulierte und Bender hinter Gitter sehen wollte. Immer mehr Fakten gibt es, die vor zehn Jahren keine Beachtung fanden.

Das Buch gefiel mir, weil es kurzweilig geschrieben ist und immer wieder neue Verdächtige zu bieten hat. Die angenehme und bildhafte Sprache ließ mich durch die Seiten fliegen. Auch wenn ich früh einen Verdacht hatte und dieser sich dann auch bestätigte. Es tat der Spannung keinen Abbruch. Klare Empfehlung von meiner Seite.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Präzise Darstellung der Geschehnisse

Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945
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Das Unheil beginnt damit, dass Hitler nebst Anhang sich wohl unter anderem die Türkei als Vorbild nahm. Massenmord an den Armeniern und das als „Reinigung der Rasse“. Und der Führer hatte zudem noch viele ...

Das Unheil beginnt damit, dass Hitler nebst Anhang sich wohl unter anderem die Türkei als Vorbild nahm. Massenmord an den Armeniern und das als „Reinigung der Rasse“. Und der Führer hatte zudem noch viele Gefälligkeiten für seine Anhänger parat. Das waren zum Beispiel: Der Besuch des Gymnasiums war künftig auch für sozial schwache Jugendliche möglich. Denn, man höre und staune, die Juden hatten höhere Abschlüsse als Christen. Sie lasen halt mehr und diskutierten ausgiebig. Das wiederum erlaubte ihnen bessere Berufe zu ergreifen und so höhere Einkünfte zu erzielen. Der Neid war also schon vorprogrammiert.

Eine breite Zustimmung bekam Hitler im Saarland. Die Menschen wollten zurück nach Deutschland. Und dann gab es diese sogenannten „Pfaffenprozesse“. Sie wurden vom Volk bejubelt. Endlich, so meinten die Betroffenen, greift der Führer durch. Er beschützt unsere Kinder. So viele weitere Neuerungen führten dann zur Wahl der NSDAP und ihrem erdrutschartigen Sieg.

Herr Aly berichtet in seinem Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“, dass selbst im Jahr 1989 noch gravierende Fakten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ verschwiegen wurden. Und das sogar von „Historikern“. Was versprachen sie sich davon? Schämten sie sich etwa? Begriffe wie „Judenbuße, Reichsfluchtsteuer, Vierjahresplan, blöder Gefühlsakrobat und Gemeinschaftsfremde“ werden in dem Sachbuch erläutert.

Ein Kapitel hat mich besonders bewegt. Das war der Bericht über den Bischof von Münster, Herrn Galen. Er predigte klar und deutlich, was er von der Ermordung Behinderter hielt. Das veranlasste die Täter, diese Aktionen zunächst einzustellen. Fakt ist allerdings, dass dieser Bischof ganz alleine für das Recht der Betroffenen eintrat. Weder geistliche Würdenträger, noch Künstler noch andere in der Öffentlichkeit stehende Personen unterstützten ihn.

Im weiteren Verlauf des Krieges wird klar, dass Deutschland pleite und Hitler praktisch gezwungen ist, weiter Krieg zu führen. Nur so kann er hoffen, dass er das Dilemma vor seinen Anhängern verbergen kann. Dass das nicht funktionierte, wissen wir. Am Schluss des Buches gibt es einen Umfangreichen Anhang. Wer also noch weiter eintauchen möchte in das Grauen, der wird hier Adressen finden, die ihm bei seinen Recherchen behilflich sind.

Heute las ich folgenden Satz: „Götz Aly legt sein letztes großes Werk vor.“ Das stimmt mich traurig. Seine Bücher sind für mich das Sinnbild von Aufklärung. Darüber, wie es sich zur Zeit des Nationalsozialismus leben ließ. Sein Wissen und seine gewissenhaften Recherchen sind einzigartig in der Welt der Historiker. Ohne krampfhafte Versuche, das Vorgehen damals zu entschuldigen, schreibt er klar und deutlich, wie selbst kluge Frauen und Männer sich von den Rattenfängern vereinnahmen ließen. Keine Frage, für mich war das Lesen ein Muss und das empfehle ich allen Menschen, die mitreden wollen.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Nicht nur das Ende ist grandios

Nur ein Sterbenswort
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Meike Masur zieht in die Landeshauptstadt Stuttgart. Hier möchte sie Fuß fassen und erfolgreich in ihrem Job werden. Als Hauptkommissarin. Stralsund erschien ihr mit den Jahren langweilig, eintönig. Endlich ...

Meike Masur zieht in die Landeshauptstadt Stuttgart. Hier möchte sie Fuß fassen und erfolgreich in ihrem Job werden. Als Hauptkommissarin. Stralsund erschien ihr mit den Jahren langweilig, eintönig. Endlich mal wieder einen echten Mord aufklären, das ist ihr Wunsch. Der wird ihr schneller erfüllt als ihr lieb ist. Eine junge Frau wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Es gibt etliche Verdächtige und zunächst fischen die Ermittler im Trüben.

Um ganz anzukommen, muss Meike noch Einiges lernen. Vor allen Dingen die Sprache. Aber ihr Vetter lebt zum Glück bereits länger hier und will ihr die grundlegenden Begriffe des Stuttgarter Dialekts beibringen. Auch bei der Befragung von Nachbarn und Arbeitskollegen der Toten begleitet er seine Cousine.

"Nur ein Sterbenswort" lebt von seiner bildhaften Sprache und den abwechslungsreichen Dialogen. Die Spannung ist konstant und es gibt etliche Wendungen, die nicht vorhersehbar sind. Aber nicht nur die Story gefiel mir gut. Auch die Sprecherin konnte mich überzeugen. Klare Leseempfehlung und fünf Sterne gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Spannend und zu keinem Augenblick langweilig

Death at Morning House
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Marlowe ist unsterblich verliebt. In ein Mädchen. Sie heißt Akilah. Gemeinsam wollen sie einen lauschigen Nachmittag verbringen. Marlowe lädt ihre Flamme ein. In ein Haus, das sie regelmäßig besucht. Die ...

Marlowe ist unsterblich verliebt. In ein Mädchen. Sie heißt Akilah. Gemeinsam wollen sie einen lauschigen Nachmittag verbringen. Marlowe lädt ihre Flamme ein. In ein Haus, das sie regelmäßig besucht. Die Besitzer sind nämlich verreist und verlassen sich voll und ganz auf Marlowe. Das Haus ist groß und sie möchte gegenüber Akilah ein wenig angeben. Aber nicht nur das. Sie kauft sogar extra eine Kerze mit Akilahs Lieblingsduft. Alles soll dem ersten Date eine besondere Note geben. Dass der Kauf dieser Kerze ein großer Fehler war und sie in größte Schwierigkeiten bringen würde, das erfuhr Marlowe leider erst zu spät.

Nach dem furchtbaren Geschehen trennen sich die Wege von Marlowe und ihrer Freundin. Marlowe nimmt einen Ferienjob an. Der sieht so aus, dass sie interessierte Touristen durch ein altes Haus führt. Hier lebte ein Arzt mit seiner Familie. Was damals hier geschah, ist gruselig und die Beklemmung hält sich bis heute. Bei allen, die von den Ereignissen der Vergangenheit wissen. Dass es aber auch in der Gegenwart mysteriöse Tötungsdelikte gibt, lässt nicht nur Marlowe verängstigen.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Neben den Ereignissen im Heute gibt es immer wieder Kapitel, die Geschehnisse in der Vergangenheit zum Thema haben. Die Autorin hat es perfekt verstanden, mich zu fesseln. Der Spannungsbogen ist dauerhaft gespannt und alle Episoden sind nachvollziehbar. Zu keinem Zeitpunkt empfand ich die Story als langweilig. Zumal sie auch auf die Gefahr der Verbreitung von Thesen über sogenanntes „lebensunwertes Leben“ eingeht. Mir gefiel der Roman sehr gut und ich empfehle ihn keineswegs nur Jugendlichen.

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