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Veröffentlicht am 25.10.2024

Diese mutige Frau hat jegliche Unterstützung verdient

Rebellin der Straße
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Bekannt als „Kölsche Linda“ weiß sie sehr genau, wovon sie ihn ihrem Buch "Rebellin der Straße" schreibt. Auch wenn sie mittlerweile die Obdachlosigkeit überwunden hat und in einer Wohnung lebt, sie hat ...

Bekannt als „Kölsche Linda“ weiß sie sehr genau, wovon sie ihn ihrem Buch "Rebellin der Straße" schreibt. Auch wenn sie mittlerweile die Obdachlosigkeit überwunden hat und in einer Wohnung lebt, sie hat ihre Vergangenheit nicht vergessen. Das ist auch gut, denn nur sie kann sich in die Obdachlosen hineinversetzen. Kann nachvollziehen, wie sie sich fühlen und weiß genau, welche Steine den Betroffenen vonseiten der Behörden in den Weg gelegt werden. Welch eine mutige Frau.

Beim Lesen des Buches musste ich immer mal wieder innehalten. Wart Ihr wütend auf die Maßnahmen während Corona? Fühltet Ihr Euch in Eurem täglichen Leben eingeschränkt? Dann lest doch bitte, wie Obdachlose diese Zeit erleiden mussten. Ja, ich schreibe bewusst erleiden. Keine Toiletten, kein Ort, an dem man sich waschen konnte. Niemand, der Essen verteilte und auch die medizinische Versorgung war nahezu komplett eingestellt.

Ich lebe in der Provinz und sehe nur hin und wieder einen Obdachlosen, der um ein paar Cents bittet. In Köln sieht das wohl ganz anders aus. Hier wird deutlich, wie die Politik versagte und weiter versagt. Es wäre so einfach, das Leid der Wohnungslosen zu lindern. Wenn, ja wenn es nicht Behördenwillkür gäbe. Was wäre denn so schwer, öffentliche Toiletten zu bauen? In Dänemark gibt es sie an fast jeder Ecke. Nur in Deutschland sind sie zu teuer? Nein, das kann nicht sein.

Linda Rennings legt den Finger in etliche Wunden. Sie macht auf das Leiden von Frauen aufmerksam, die auf der Straße leben müssen. Zu oft sind sie Opfer von gewalttätigen Männern und selbst in Frauenhäusern finden sie keine angemessene Unterstützung. Das Buch nimmt den Leser an die Hand und führt ihn raus aus seinem geschützten Zuhause. In eine Welt, die von Kälte, Angst und Ungewissheit geprägt ist. Wer hier helfen möchte, der sollte sich an Lindas Verein wenden. Unter der Adresse www.hik-koeln.de ist der zu erreichen.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Klufti in Höchstform

Lückenbüßer (Ein Kluftinger-Krimi 13)
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„Alles hört auf mein Kommando“ so, oder so ähnlich wird Kluftinger an diesem Morgen seine Mannschaft angesprochen haben. Immerhin ist er ja Polizeipräsident. Wenn auch nur vorübergehend, aber das spielt ...

„Alles hört auf mein Kommando“ so, oder so ähnlich wird Kluftinger an diesem Morgen seine Mannschaft angesprochen haben. Immerhin ist er ja Polizeipräsident. Wenn auch nur vorübergehend, aber das spielt momentan keine Rolle. Er leitet eine Anti-Terrorübung in den Bergen und es läuft sehr gut. Bis, ja bis die Meldung kommt, dass ein Toter gefunden wurde. Ein Kollege, der wohl abgestürzt ist. Auch das neue Buch der Reihe „Lückenbüßer (Ein Kluftinger Krimi 13)“ konnte mich überzeugen.

Kluftinger hat nicht nur die Vertretung des Polizeipräsidenten am Hals. Er soll außerdem auch noch kandidieren. Für den Gemeinderat. Als Lückenbüßer. Wobei ihm die Kandidatur so gut gefällt, dass er sich sicher ist, selbst gegen Langhammer zu gewinnen. Es gibt also viel Aufregung und Stress für Klufti.

Niemand kann das Hörbuch so gut vortragen, wie die beiden Autoren und Martin Umbach. Ich habe mich nicht nur köstlich amüsiert. Die Story hat dieses Mal einen sehr ernsten Hintergrund und ich war von dem Kommissar echt beeindruckt. Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Dass es dann zum Schluss noch einen Cliffhanger gibt, okay, damit muss ich leben. Aber für dieses Hörbuch gibt es trotzdem eine ausdrückliche Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Auf den Spuren Thomas Manns

Der Zauberberg, die ganze Geschichte
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Mit seiner 14jährigen Tochter reist der Ich-Erzähler nach Davos. Während Thomas Mann damals immerhin drei Wochen hier verbrachte, setzte der Autor sich ein Limit von drei Tagen. Diese Zeit muss seiner ...

Mit seiner 14jährigen Tochter reist der Ich-Erzähler nach Davos. Während Thomas Mann damals immerhin drei Wochen hier verbrachte, setzte der Autor sich ein Limit von drei Tagen. Diese Zeit muss seiner Ansicht nach reichen um die Historie des Ortes zu erkunden.

Dass Davos keineswegs schon immer einer der reichsten Orte der Schweiz war, wird auf den ersten Seiten des Romans "Der Zauberberg, die ganze Geschichte" deutlich. Dort ist ein Foto abgebildet, das mich nicht mehr loslässt. Es zeigt zwei kleine Buben, die auf dem Weg zum Sklavenmarkt nach Deutschland sind. Ja, hier gab es tatsächlich noch einen Mann, der armen Familien ihre Söhne abkaufte, um sie zu veräußern. Allein diese Vorstellung, dass es hier einen Kindersklavenmarkt gab, ist grausam.

Zum „Mekka der Schwindsüchtigen“ wurde das Bergdorf erst Jahre später und seinen Ruhm verdankte es zwei Männern. Die beiden zog es in die Höhe und tatsächlich, hier konnten sie ihre TB auskurieren. Danach wurde Davos schnell berühmt und als Ort der Genesung begehrt. Aber nur für Reiche, denn schon damals gab es findige Männer, die wussten, wie man mit dem Leid der Menschen viel Geld verdienen konnte.

Neben der wirklich interessanten Historie des Ortes, schreibt der Autor immer wieder über Anekdoten aus dem Zauberberg von Thomas Mann. Sehr lebendig und mit Humor versehen, fliegen die Seiten des Romans nur so dahin. Es war mir ein Genuss, dieses Werk des zuvor für mich unbekannten Autors zu lesen.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Gelungener zweiter Band der Reihe

Anisbrot in Antiochia
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Obwohl schwer krank schafft es Diethelm trotzdem, dass er eine Nachricht schicken kann. An Alkmene und deren Mann Pares. Die machen sich rasch auf den Weg. Der ist nicht nur für die Schwangere gefährlich. ...

Obwohl schwer krank schafft es Diethelm trotzdem, dass er eine Nachricht schicken kann. An Alkmene und deren Mann Pares. Die machen sich rasch auf den Weg. Der ist nicht nur für die Schwangere gefährlich. Aber wer, wenn nicht diese drei, können Diethelm retten? Er denkt noch immer, dass sein Bruder in verfluchte und ist gefangen in seinen Alpträumen.
"Anisbrot in Antiochia" verspricht also wieder mal eine abwechslungsreiche und spannende Lektüre zu sein.

Nicht nur der Tod ihres Kaisers hat die Kreuzzügler erschüttert. Auch die höchst ungewöhnliche Art und Weise des Ablebens ihres Herrschers, ließ große Unsicherheit zurück. Wie es mit seinem Sohn, den Herzog Friedrich von Schwaben, weitergeht, das steht ebenfalls in den Sternen. Die Autorität seines Vaters hatte er nicht.

Auch in diesem zweiten Band der Reihe „Bittermandeln aus Byzanz“, um den Dritten Kreuzzug geht es oft um die Kochkünste der jungen Alkmene. Und ebenfalls können sich Leser auf Rezepte freuen, die vor jedem Kapitel aufgeführt sind. Die Autorin testete sie und befand sie für gut. Das Lesen war mir ein Genuss und ich konnte mich sehr gut hineindenken. In die damalige Zeit und den Kampf der Männer und Frauen des Kreuzzugs. Gespannt warte ich nun auf den dritten und finalen Band.

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Spannender Roman mit ernstem aber stets aktuellem Hintergrund

Wer mit den Wölfen heult
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Es herrscht helle Aufregung in Dover und die Gerüchteküche brodelt. War es etwa Absicht? Der Schuss von Martin Gordon auf seinen Kollegen? Nein, das kann nicht sein. Oder doch? Um das herauszubekommen ...

Es herrscht helle Aufregung in Dover und die Gerüchteküche brodelt. War es etwa Absicht? Der Schuss von Martin Gordon auf seinen Kollegen? Nein, das kann nicht sein. Oder doch? Um das herauszubekommen und zu entscheiden, ob er auch künftig für den Polizeidienst geeignet ist, wird er Patient von Lily Brown. Alleine ihr Gutachten ist also ausschlaggebend für die Zukunft des Mannes. Keine leichte Aufgabe.

„Wer mit den Wölfen heult“ ist der zweite Band einer Reihe, in der Psychologin Lily Brown die Hauptakteurin ist. Martin Gordon zeigt sich ihr gegenüber zwar zunächst noch kooperativ, das ändert sich aber bald. Und zwar ab dem Zeitpunkt, wo die Fragen von Lily in die Tiefe gehen. Sie merkt, dass ihr Gegenüber lügt und fragt sich, wen er decken will.

Die Autorin ist vom Fach und das kommt in ihren Büchern klar zum Vorschein. Der Roman ist spannend und der lebendige Sprachstil lädt zum Mitfiebern ein. Besonders mit Martin hatte ich Mitleid aber auch die Probleme von Lily nahmen mich mit. Neben den Gesprächen mit dem Polizisten gibt es auch ein Wiedersehen mit einer alten Bekannten aus dem ersten Band der Reihe.
Zwei Fälle, die nichts miteinander zu tun haben, aber beide spannend dargestellt wurden. Dem Leser wird weit vor der Lösung klar, wohin die Reise geht. Aber das Drumherum und die Namen der Täter, das bleibt bis zum Schluss ein Geheimnis.

Tessa Duncan schreibt, dass sie durch reale Fälle zum Schreiben dieses Buches kam. Dass sie bestens recherchiert weiß ich, da ich ihre historischen Romane kenne. Aber auch als Erzählerin spannender Krimis hat sie mich überzeugt. Zumal auch hier wieder ein Thema die größte Rolle spielt, das in der Öffentlichkeit immer mal wieder für Empörung sorgt. Das ist der Korpsgeist bei Polizei und Bundeswehr. Daraus entsteht häufig Mobbing und davon sind nicht selten die weiblichen Bediensteten betroffen.

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