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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2019

Mittelmäßig

Hardwired - verführt
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Von nataliegoodman
"Hardwired" ist ein erotischer Roman, der die (Liebes-)Geschichte von Erica und Blake erzählt. Blake ist ein reicher Unternehmer und Erica beendet gerade ihr Studium und will mit ihrem ...

Von nataliegoodman
"Hardwired" ist ein erotischer Roman, der die (Liebes-)Geschichte von Erica und Blake erzählt. Blake ist ein reicher Unternehmer und Erica beendet gerade ihr Studium und will mit ihrem eigenen Internet-Startup ins Berufsleben starten. Bei der Suche nach einem Investor lernt sie Blake kennen, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Die Dynamik zwischen junger, unerfahrener Frau und erfolgreichem, dominanten Mann ist zwar ein ziemliches Klischee, doch Meredith Wild spielt mit dem Ungleichgewicht zwischen ihren Protagonisten, indem sich Erica nicht alles gefallen lässt und Blake nicht ständig willenlos folgt.

Die Sex- und Liebesszenen sind recht glaubwürdig und gut dosiert in die Story eingebettet und wirken auch nicht stillos. Die Handlung ist prinzipiell nicht besonders tiefschürfend. Manche Wendungen wirken konstruiert, etwa wenn Erica in der Mitte des Buches nach einem Streit den Kontakt zu Blake abbricht und ohne ein Wort nach New York fährt, um eine Freundin zu besuchen. Der Konflikt wird von einem schrecklichen Ereignis in Ericas Vergangenheit ausgelöst, mit dem Blake nicht so umgeht, wie sie es sich gewünscht hätte. Da Erica zuvor ständig betont, wie sehr sie Blake mag und wie sehr sie sich zu ihm hingezogen fühlt, wirkt es jedoch etwas pseudo-dramatisch, dass sie einfach wegläuft und sich dann wundert, dass er nach tagelanger Funkstille, die von ihr ausging, nicht sofort auf ihre Textnachricht antwortet. An Stellen wie diesen hatte ich das Gefühl, dass die Handlung nicht organisch verläuft und die Autorin künstlich (sexuelle) Spannung aufbauen will, weil sonst einfach nicht genug im Buch passiert. Die Spannungen zwischen Erica und Blake entladen sich dann immer ziemlich absehbar in wildem Sex.

Sieht man über solche Ungereimtheiten hinweg, ist das Buch kurzweilig. Die Autorin schreibt sehr anschaulich und flüssig, so dass sich das Buch wie nix weglesen lässt. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der Neugier auf die vielen Fortsetzungen machen soll. "Hardwired" hat mich zwar gut unterhalten, allerdings haben mich Erica und Blake nicht genug gefesselt, als dass ich nun atemlos auf die nachfolgenden Bücher warten würde.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Gelungen

Craft Beer Kochbuch
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Im Cover des "Craft Beer Kochbuchs" ist ein Bierdeckel eingelassen - clevere Idee und toller Einstieg in ein Buch, das sich wie eine Liebeserklärung ans Craft Beer liest. Habe den Bierdeckel aber nicht ...

Im Cover des "Craft Beer Kochbuchs" ist ein Bierdeckel eingelassen - clevere Idee und toller Einstieg in ein Buch, das sich wie eine Liebeserklärung ans Craft Beer liest. Habe den Bierdeckel aber nicht herausgetrennt, sieht so besser aus. Das Buch enthält viele abwechslungsreiche und leckere Rezepte. Habe schon zwei ausprobiert und sie haben sehr gut geschmeckt. Ansprechend geschriebene Artikel ergänzen das Kochbuch. Man erfährt viele Hintergrundinformationen, beispielsweise über Weizen, den Brauvorgang und verschiedene Biersorten. Garniert wird das Ganze mit hochwertigen Fotos.
Es macht total viel Spaß, in dem Buch zu blättern und immer Neues zu entdecken. Man muss es nicht chronologisch lesen, stattdessen bleibt man immer wieder bei verschiedenen Themen hängen und liest sich richtig fest.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Irisch werden

How To Be Irish
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Wie hat das Rauchverbot die Pubszene verändert? Wer ist ein Plastic Paddy? Was verstehen Iren unter "cool aussehen"? Warum tragen sie ihre Straßenschuhe auch im Haus? Der Anthropologe David Slattery hat ...

Wie hat das Rauchverbot die Pubszene verändert? Wer ist ein Plastic Paddy? Was verstehen Iren unter "cool aussehen"? Warum tragen sie ihre Straßenschuhe auch im Haus? Der Anthropologe David Slattery hat in seinem Buch "How to be Irish" viele lustige, skurrile, ungewöhnliche und interessante Fakten über die grüne Insel und ihre Bewohner zusammengetragen. In zehn Kapiteln beschäftigt er sich mit so verschiedenen Themen wie Weihnachten, Beerdigung oder Politik, so dass man einen breiten Überblick über die Iren und ihre Eigenarten erhält.

Jedes Kapitel ist in mehrere kurze Abschnitte unterteilt, die sich schnell lesen lassen. Man hat die Wahl, ob man das Buch in längeren Sitzungen oder kleinen Häppchen lesen möchte. Manchmal hätte ich mir allerdings etwas tiefergehende Informationen und längere Abschnitte gewünscht, etwa zu konkreten Traditionen oder Abläufen bei Hochzeiten o.ä. Für irische Leser ist das sicher überflüssig, aber mir haben etwas konkretere Infos teilweise gefehlt.

Abgesehen davon ist das Buch jedoch gleichermaßen informativ und unterhaltsam. Es macht Spaß, es zu lesen und hat mich Irland mit neuen Augen sehen lassen, denn viele dieser Informationen würde man als Ausländer gar nicht so mitbekommen. Slatterys Ton ist sehr locker, so dass der Leser auch zu düsteren Themen (Beerdigung) oder eher trockenen Themen (Bauen) einen leichten Zugang findet. Die Übersetzung ist gelungen und verständlich. Einzig an manchen Stellen, wo die Mehrdeutigkeit einiger Wörter untersucht wird (z.B. des Wortes "fressen" in Kapitel drei), hätte ich mir gewünscht, dass die englischen Originalwörter, um die es geht, in Klammern oder als Fußnote hinzugefügt worden wären. So geht doch etwas Information verloren.

Veröffentlicht am 18.03.2019

London-Krimi

Kings of London
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Drei Leichen, zum Teil stark verstümmelt, tauchen in relativ kurzer Zeit in London auf. Detective Sergeant Breen versucht die Fälle zu lösen und vermutet eine Verbindung zwischen ihnen. Bei seinen Ermittlungen ...

Drei Leichen, zum Teil stark verstümmelt, tauchen in relativ kurzer Zeit in London auf. Detective Sergeant Breen versucht die Fälle zu lösen und vermutet eine Verbindung zwischen ihnen. Bei seinen Ermittlungen gerät er immer tiefer in ein verwirrendes Netz auf Lügen, Intrigen und Mord. Er selbst entgeht nur knapp einem Mordanschlag und wird später vom Dienst suspendiert; trotzdem lässt er sich von der Wahrheit nicht abhalten. Ihm zur Seite steht Helen Tozer, die als weibliche Polizistin in den 1960er Jahren zwar offiziell nur wenige Aufgaben im Dienst ausführen darf, sich aber wenn nötig über die Vorschriften hinwegsetzt und Breens Ermittlungen clever unterstützt.

Breen und Tozer sind kein typisches Glamour-Ermittlerpaar, das sich ständig einen witzigen Schlagabtausch liefert und nebenbei übermenschlich-perfekte Arbeit leistet. Beide sind Menschen mit Macken und Fehlern, aber genau das macht die Geschichte sympathischer. Breen wirkt sehr eigenbrötlerisch und spießig, obwohl er erst Anfang 30 ist; Tozer ist das Gegenteil - die junge Polizistin geht beruflich und privat Risiken ein, genießt die ein oder andere Affäre. Sie ist offen für die neue Zeit, macht jedoch nicht jeden Trend mit, sondern hinterfragt vieles und entpuppt sich als mitfühlender Mensch.

Anspielungen an die Handlungszeit, die Swinging Sixties, durchziehen den ganzen Roman. Man bekommt ungefähr ein Gefühl dafür, wie es 1968 und 1969 in London gewesen sein muss. Dabei hat mir gut gefallen, dass William Shaw die Zeit nicht verklärt oder romantisiert. Vieles wirkt aus heutiger Sicht befremdlich, etwa der alltägliche Sexismus, mit dem beispielsweise die Polizistinnen täglich konfrontiert werden. Themen wie diese nehmen die Figuren aus ihren unterschiedlichen Perspektiven wahr, so dass ein recht differenziertes Bild dieser Zeit entsteht.

William Shaws Vorgänger "Abbey Road Murder Song" habe ich bisher nicht gelesen (will das aber so schnell wie möglich nachholen!), Verständinsprobleme hatte ich trotzdem nicht. "Kings of London" könnte auch ein alleinstehender Roman sein, er funktioniert als eigenständiges Werk.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Spannend!

Blood on Snow. Der Auftrag
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Schnee fällt, es ist still. In diese friedliche Szenerie platzt gleich auf der ersten Seite der Auftragskiller Olav mit dem ersten, aber nicht letzten Mord im Thriller "Blood on Snow. Der Auftrag". Olav ...

Schnee fällt, es ist still. In diese friedliche Szenerie platzt gleich auf der ersten Seite der Auftragskiller Olav mit dem ersten, aber nicht letzten Mord im Thriller "Blood on Snow. Der Auftrag". Olav ist ein interessanter und widersprüchlicher Protagoinist: Er hält sich selbst für dumm, ist aber sehr belesen und streut immer wieder wie beiläufig interessante Fakten ein. Als Auftragsmörder ist er natürlich kein klassischer Sympathieträger, trotzdem zeigt er auch menschliche Regungen und hilft beispielsweise zwei Frauen, von denen er denkt, dass sie in Not sind. Die Ich-Perspektive, aus der das Buch geschrieben ist, passt hervorragend, um dem Leser einen Einblick in Olavs Psyche zu geben.

Jo Nesbos Stil, diese gekonnte Mischung aus Dramatik und immer wieder aufblitzendem Humor, gefällt mir sehr gut und ich habe das Buch förmlich verschlungen. Hatte es an zwei Abenden ausgelesen - bei 186 Seiten war das allerdings auch nicht allzu schwer. Der Thriller war so spannend, dass mir nicht mal aufgefallen ist, dass der Autor seinen Protagonisten - entgegen aller Tradition - am Anfang überhaupt nicht äußerlich beschreibt. Trotzdem hatte ich von Anfang an Bilder im Kopf. Eine physische Beschreibung von Olav liefert er im letzten Drittel - erst an dieser Stelle fiel mir auf, dass die bisher fehlte.