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Veröffentlicht am 27.11.2020

Anders als gedacht aber mit einer Chance wirklich gut

Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company
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Das erste was mich an diesem Buch begeistert hat, ist das Cover. Es spiegelt für mich komplett Weihnachten wider und versüßt einem die Zeit bis zum Heiligabend.
Wir treffen in diesem Buch auf ganz viele ...

Das erste was mich an diesem Buch begeistert hat, ist das Cover. Es spiegelt für mich komplett Weihnachten wider und versüßt einem die Zeit bis zum Heiligabend.
Wir treffen in diesem Buch auf ganz viele unterschiedliche Protagonisten.
Zum einen natürlich Freda. Sie eine ruhige, freundliche Person, die mein einfach gerne haben muss. Dennoch hat mir Freda ganz oft leidgetan, denn jeder hat erwartet, dass sie von jetzt auf gleich alles weiß was mit dem Nordpol zusammenhängt. Dies ist natürlich kaum möglich. Man hat die komplette Verantwortung auf die Schultern von diesem Mädchen abgeladen. Dennoch hatte ich das Gefühl, je mehr sie in den Nordpol vordringt, desto mutiger wird sie und wächst an ihrer Aufgabe. Allerdings passieren auf dem Weg dorthin viele Dinge, auf die es kaum Antworten gibt. Dies hat nicht nur Freda frustriert, sondern ganz klar, auch mich als Leser.
Mr. Livingstone hatte es anfänglich wirklich schwer bei mir. Er hat genau den Typ Tier verkörpert den ich nicht mag. Arrogant und herablassend. Vor allem am Anfang war er sehr zurückhaltend mit seinen Informationen, was mir gar nicht gefallen hat.
Die beiden Begleiter auf Fredas Tour, sind Engelchen Serafin und Kobold Jonker. Anfänglich merkt man die Spannungen zwischen den dreien, doch je mehr sie auf ihrer Reise vorankommen, desto inniger scheint ihr Verhältnis zu werden. Es wächst mit jeder Aufgabe.
Auf der Reise treffen sie auf viele alte Traditionsfiguren aus den unterschiedlichsten Weihnachtserzählungen. Die meisten davon kannte ich nicht, fand aber die Umsetzung der unterschiedlichen Figuren sehr gelungen und gut ausgearbeitet. Warum diese Figuren in dem Buch eine zentrale Rolle spielen, hängt damit zusammen, dass sie sich gegen den Weihnachtsmann auflehnen, da dieser in den Jahren an Popularität gewonnen hat und viele Traditionen und Bräuche in den Hintergrund gerückt oder komplett vergessen sind. Für die Neugierigen unter uns, gibt es im Anhang noch einmal alle Weihnachtsbräuche zum Nachschlagen. Was aber besonders ist, wir treffen nicht nur auf einen Weihnachtsmann, sondern auf ganz viele, aus den unterschiedlichsten Ländern. Sie heißen dort meist anders, symbolisieren aber das Gleiche. Fand ich spannend und neu. Dadurch bekommt die Christmas Company noch einmal ein ganz neues Flair.
Die Story lebt von ihren bildhaften Beschreibungen und dem wirklich schönen kalten und modernen weihnachtlichen Setting. Das Buch beginnt mehr oder weniger mit einem Rätsel, welches dafür sorgt, dass die Abenteurer aufbrechen um die Lösung zu diesem zu finden. Doch, was mich stutzig gemacht hat, ist das im verlauf des Buches dieses Rätsel nicht mehr erwähnt wird, sondern erst wieder zum Ende hin.
Das ist auch das Einzige, was ich wirklich zu kritisieren habe, denn ansonsten war ich gefesselt und musste wissen wie es weitergeht. Es hat einen ganz eigenen Stil, eine ganz eigene Ideologie von der Christmas Company, denn sie ist modern und mehr oder weniger unserer heutigen Zeit angepasst. Sie hat das alte verstaubte abgestrichen und wurde zu einer modernen Welt. Sucht man Weihnachtsidylle, sucht man hier ein wenig länger… denn die Christmas Company wurde gepimpt.
Finde ich persönlich super, denn gerade mein Sohn kann wenig mit dem Alten anfangen und war schier begeistert von der neuen Welt. Von der eisigen Landschaft, denn spannenden Szenen und der actiongeladenen Story. Ganz nach seinem Geschmack.
Das Ende ist anders als man denkt, denn die Weihnachtsüberraschung für Freda, war nicht das was ich erhofft hatte. Aber dennoch passend zum gesamten Buch und der Story. Zum Ende hin, hätte man 3-4 Seiten mehr investieren sollen, damit es nicht komplett abrupt endet, allerdings ist dies in meinen Augen kein wahrliches Defizit. Die Story ist abgeschlossen, alle Puzzleteile liegen an ihrem Platz und ich habe nicht das Gefühl, das etwas unbeantwortet geblieben ist.
Dieses Buch lässt sich wunderbar lesen, ist gradlinig, simpel und einfach geschrieben, so dass man komplett in dieses eintauchen kann. Dennoch glaube ich, dass es bei der Sprachewahl und den vielen Protagonisten und unbekannten Namen zu Schwierigkeiten bei Kindern kommen kann, hier wäre unter Umständen weniger mehr gewesen.


Meine Bewertung: 4 Sterne

Dieses Buch ist nicht einfach nur eine Erzählung, sondern es vermittelt uns Traditionen und Bräuche aus anderen Ländern. Entführt uns als Leser in andere Weihnachtsriten, andere Gegebenheiten und zeigt auf, dass nicht nur der Weihnachtsmann wichtig ist an diesem Tag. Erwähnt werden sollte noch die Freundschaft, der Mut, der Glaube an sich und andere und der Zusammenhalt, denn nur gemeinsam kann man Dinge schaffen. Ein Buch mit kleinen Makeln, aber ein Buch, welches jede Wartezeit auf Weihnachten versüßen sollte, denn es lädt uns ein, andere Länder und Sitten kennenzulernen und dann unser eigenen Fest noch einmal mit anderen Augen zu sehen.

Veröffentlicht am 27.10.2020

Bin mega begeistert, für einen Jugendthriller hat das Buch alles

Das dunkle Flüstern der Schneeflocken
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Ich muss es vorne weg nehmen, ich bin begeistert. Ich liebe alles was mit Thrillern zu tun hat und dieses Buch kombiniert auf eine grandiose Art, Spannung, Story und Idee miteinander.
Was dieses Buch ...

Ich muss es vorne weg nehmen, ich bin begeistert. Ich liebe alles was mit Thrillern zu tun hat und dieses Buch kombiniert auf eine grandiose Art, Spannung, Story und Idee miteinander.
Was dieses Buch besonders macht, ist die Erzählweise. Es wird aus der Sicht von Hannah erzählt, welches bei dem Umzug nach Island startet und aus der von Imogen, wobei hier der Erzählstrang weit vor der Reise nach Island beginnt. Hier wird das Feld sozusagen aus der Vergangenheit aufgerollt und dem Leser mit auf den Weg gegeben, was in der Vergangenheit passiert ist und warum? Es geht vor allem um ihre Ängste und die Arbeit.
Zusätzlich gibt es Seiten, auf denen ein gepostete Bild, welches Imogen auf Instagram hochgeladen hat, beschrieben wird, mit der tatsächlichen Bildunterschrift und drei möglich anderen Optionen, die mehr das Innere von Imogen wiederspiegeln, die sie eigentlich viel lieber geschrieben hätte. Dies wird aber erst im Verlauf des Buches klar. Zu Anfang scheinen es einfach nur ihre Posts zu sein, mit denen sie Millionen Follower begeistert, aber dahinter steckt mehr.
Der Schreibstil ist super angenehm zu lesen und sehr gradlinig. Er ist sehr einfach und simple geschrieben, so dass man nur so durch die Zeit fliegen kann. Adjektive werden vor allem genutzt um den Leser nach Island zu entführen und ihm diese besondere Insel näher zu bringen, vor allem die Kälte, den Schnee und die stetige Dunkelheit, die sehr markant ist.
Dadurch das die Story in zwei unterschiedlichen Zeitsträngen erzählt wird, nimmt das Buch schnell an Fahrt und Spannung auf. Es knistert dauerhaft vor Spannung und schraubt sich von Mal zu Mal ein wenig höher. Lange habe auch ich an Imogen als Mörderin geglaubt und konnte nicht auf das Pferd aufspringen, welches Hannah aufgezäumt hat um das Gegenteil zu beweisen. Als ich dann angefangen habe, an meiner Entscheidung zu zweifeln, war ich dennoch auf der falschen Spur. Die Auflösung hat mich überrascht! Ich wäre niemals darauf gekommen.
Denn es gab immer wieder Wendungen und Irrungen, die dazu beigetragen haben, dass wirklich alles auf Imogen gedeutet hat. Erst ganz am Ende, als auch das letzte Puzzlestück seinen Platz gefunden hat, war klar… wir wurden an der Nase herumgeführt. Genial! Für einen Jugendthriller, mega gut! Allerdings…. Ist das Ende nicht komplett… denn es wird auf der Vorletzten Seite ein Plot geöffnet, der leider viel Spielraum lässt. Entweder muss das Ende so sein, oder aber es kommt Band 2, was mich sehr freuen würde. Mal abwarten…
Die Protagonisten überzeugen in meinen Augen komplett.
Imogen die anfänglich als Überfliegerin der Influencer Szene dargestellt wird, hat bedeutend mehr zu bieten. Sie wird von Ängsten verfolgt! Ist anfänglich zufrieden gewesen mit ihrem Job in der Marketingagentur, doch als sie anfängt Dinge zu hinterfragen, merkt sie, dass nicht alles so ist, wie sie es sich erhofft hat. In Imogen schlummert eine verzweifelte Junge Frau, die gerne mehr aus sich rausgehen würde, ihren Gefühlen freien lauf lassen möchte, wenn sie könnte. Dies merkt man an ihren Instagram Post. Was wollen die Leser lesen, aber was hätte sie viel lieber geschrieben. Eigentlich eine Social Media Berühmtheit, die gar keine sein will. Vor allem verfolgt sie ihre Vergangenheit, mit der sie einfach abschließen möchte.
Dagegen ist Hannah ein wahrer Sonnenschein. Sie ist auch nicht das liebe Mädchen, was allen nach dem Mund redet, aber sie merkt schnell, dass sie sich ein wenig ändern muss, wenn sie in ihrer neuen Familie akzeptiert werden möchte. Das nicht das Ganze Leben eine Reise als Redakteur ist, muss sie ziemlich schnell feststellen. Das oftmals ihr hitziger Kopf, ihre forsche Art zu recherchieren und zu hinterfragen gefahren birgt, wird ihr erst spät klar. Ansonsten ist Hannah ein Mädchen, was schon viel mitgemacht hat und sich aktuell neu finden muss, in ihrer neuen Heimat, mit wenigen Freunden und einer neuen Familie, für die sie wohl ein Alptraum zu sein scheint.
Ein Buch, welches rundum stimmig ist.
Dieses Buch zeigt die Schattenseite der Social Media Karriere auf. Eine Seite die zwar schön ist, aber den Menschen dahinter ein Stückweit verändert. Es kritisiert diese schöne schimmernde Scheinwelt. Auch Themen wie sexueller Missbrauch durch Vorgesetzte, psychische Krankheiten und die Selbstfindung, sich treu zu bleiben, egal was andere sagen.
Ein Thema, welches für einen Jugendthriller zwar stark ist in der Umsetzung, aber nicht zu hoch gegriffen, da es genau diese Zielgruppe anspricht. Denn sie sind ganz klar die, die auf der Erfolgswelle der Sozialen Medien mitreiten wollen und oftmals noch nicht die Festigung in ihrem Sein haben, dies auch zu können.

Meine Bewertung: 5 Sterne
Es hat mega Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Für mich gibt es keine Kritik, denn für einen Jugendthriller war alles vorhanden.

Veröffentlicht am 15.10.2020

Tolle Story, mit zu wenig Ecken und Kanten

Immer ist ein verdammt langes Wort
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Dieses Buch hat mich nachdenklich zurückgelassen.
Im Fokus steht Rena, eigentlich Renate, die durch einen Unfall 4 Monate lang im Koma gelegen hat. Sie wurde mehrfach operiert. Mittlerweile hat sie gelernt ...

Dieses Buch hat mich nachdenklich zurückgelassen.
Im Fokus steht Rena, eigentlich Renate, die durch einen Unfall 4 Monate lang im Koma gelegen hat. Sie wurde mehrfach operiert. Mittlerweile hat sie gelernt mit ihrer künstlichen Hüfte zu leben und sich angefangen zu arrangieren. Das Einzige was sie immer wieder zurückwirft, sind die starken Schmerzen, die ihren Alltag begleiten.
Ich find sie extrem sympathisch, sehr lieb, herzensgut, aufgeschlossen und stark. Trotz ihrer eigenen Einschränkungen versucht sie immer für ihre Mutter da zu sein, die mit psychischen Problemen zu kämpfen hat und vergisst darüber sich selbst. Denn sie sollte mehr auf ihr innerstes hören, wenn es anfängt zu rufen, dass sie zur Ruhe kommen muss. Doch das kann sie nicht, da sie bereits früh Erwachsen werden musste und dies nicht gelernt hat.
Kick als zweiter wichtiger Protagonist, ist sympathisch, schlagfertig, hat einen wunderbaren Humor und bildet mit Rena ein tolles harmonisches Team. Mit Kick kann Rena das Erste mal offen sprechen, über sich, über das was sie berührt und belastet!
Der Schreibstil ist aus Sicht von Rena geschrieben. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Rückblenden, die aus ihrer Vergangenheit resultieren. Das dahinter mehr stecken könnte, wird erst im Verlauf des Buches klar.
Dieses Buch lässt sich gradlinig, einfach, schnell und flüssig lesen. Es beinhaltet keine verschachtelten Sätze und ist stets auf den Punkt. Der Lesefluss ist ungebrochen und man kann komplett in diesem abtauchen. Denn dieses Buch wird mit einer unbändigen Leichtigkeit geschrieben, dass man von jetzt auf gleich gefesselt wird.
Die Story hat mich oftmals zu Tränen gerührt, denn sie ist traurig, dramatisch, oftmals humorvoll und lustig aber auch melancholisch und regt zum Nachdenken an. Wir erleben dennoch ein paar Windungen und Wendungen im Verlauf des Buches, die überraschen und die Story noch einmal aufpeppen! Man will dieses Buch einfach lesen, will wissen wie es weitergeht und will Rena auf ihrem Weg zurück ins Leben begleiten.
Aber Obacht, man hat stets das Gefühl… etwas zu übersehen… etwas zu überlesen… und am Ende merkt man, man hatte Recht! Überraschungseffekt inklusive!



Meine Bewertung: 4 Sterne
Ein Buch welches mich begeistert hat, welches mit meinen Emotionen gespielt und gezaubert hat. Eine Story, die real ist, die überall passieren könnte und die gleichzeitig greifbar wurde.
Zwei Protagonisten die wie Puzzleteile zueinander passen und dem Buch einen ganz eigenen Touch und Flair verleihen. Witz, Humor, Gefühl, Tragik, Tränen, Trauer… all das finden wir in diesem Buch wieder.
Am Ende war es mir zu perfekt, ich hätte gerne mehr Ecken und Kanten gehabt, etwas nicht ganz Perfektes!

Veröffentlicht am 15.10.2020

Bin mir nicht sicher ob gut oder nicht meines!

Die Erwählten - Tödliche Bestimmung
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Puuh… dieses Buch hat mich fertig gemacht! Ich bin selbst jetzt noch hin und hergerissen, denn ich weiß nicht ob ich es feiern soll, oder ob es meinen Geschmack nicht getroffen hat.
Aber mal von Anfang ...

Puuh… dieses Buch hat mich fertig gemacht! Ich bin selbst jetzt noch hin und hergerissen, denn ich weiß nicht ob ich es feiern soll, oder ob es meinen Geschmack nicht getroffen hat.
Aber mal von Anfang an…
Was besonders an diesem Buch auffällt ist, dass das Kapitel in unterschiedlichen Stilen erzählt werden. Die meisten davon werden aus der Sicht der Hauptprotagonistin Sloane erzählt. Dann gibt es welche mit Zeitungsartikeln, die sich wiederum mit geheimen Akten ablösen, die von dem Ereignis von vor 10 Jahren berichten.
Zudem ist das Buch in drei Teile gegliedert. Im ersten lernen wir die 5 Erwählten, aber vor allem Sloane kennen, stellenweise mit Rückblicken in ihre Vergangenheit. Ich finde eine sehr lange und sehr mühselige Einleitung. Im zweiten Teil geht es dann endlich los mit der Action. Allerdings sehr sporadisch und viel zu wenig. Richtig in Fahrt kommt das Buch erst im 3. Teil. Hier wird es interessant und spannend. Doch der Weg dorthin ist sehr beschwerlich und mühsam.
Was man von Veronica Roth kennt ist der grandiose Schreibstil. Sie schafft es einfach den Leser mit ihrer Einfach- und Gradlinigkeit zu verzaubern. Daher lässt sich das Buch, rein vom stilistischen sehr gut lesen.
Die Hauptprotagonistin ist Sloane. Ich persönlich finde keinen direkten Zugang zu ihr. Sie ist mir zu unsympathisch und sie ist auch kein wirklicher Sympathieträger in der Story. Sloane war extrem schwierig zu greifen, denn sie ist sehr dickköpfig, stur, anstrengend und ihre Handlungen sind oftmals von Aktionismus geprägt, was beim Lesen extrem anstrengend ist. Auch das Thema psychische Erkrankung wird hier angesprochen, da Sloane nach dem Sieg über den Dunklen mental abgebaut hat und all dies nicht wirklich verkraften konnte. Daher zieht sie sich auch weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück.
Die anderen Protagonisten finde ich bleiben immer ein wenig im Hintergrund.
Sloane ist in dieser Story die Schlüsselfigur, denn sie hat eine besondere Beziehung zum Dunklen. Allerdings kann man dies am Anfang nur erahnen, denn es fehlen viele Puzzlestücke, um es greifbar zu machen und zu einem großen Ganzen zu führen. Dies war ziemlich schwierig, denn man hatte beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl etwas übersehen zu haben und dieses Gefühl hält an.
Das Setting was Veronica Roth erschaffen hat ist extrem komplex und nicht von Anfang an greifbar. Es geht um zwei große Themen, Magie und Wissenschaft. Um diese drehen sich viele Geheimnisse. Z.B. Siphons die man am Körper trägt um Magie zu beherrschen, Magie die durch puren Pfeifen und summen zum Leben erweckt wird. Diese winzigen magischen Kleinigkeiten machen das Buch interessant und man will wissen wohin die Reise geht.
Ja, die Reise geht weiter… aber leider sehr langsam.
Ich habe das Gefühl, dass hier einfach Potenzial verschenkt wurde. Die Story und das Setting bieten so viel, und es ist leider nicht optimal umgesetzt worden. Denn mir persönlich hat die wirkliche Action gefehlt. Die Action erlebt man als Leser nur in Form von Gedanken der Figuren, die Revue passieren lassen was wirklich in der Vergangenheit passiert ist. Dadurch war es immer wie in einer Blase und ist relativ schnell verpufft, weil keine Spannung dauerhaft aufrechterhalten werden konnte.

Trotzdem bin ich am Ball geblieben, denn irgendetwas war, was mich einfach gepackt hat und ich wissen wollte wie es weitergeht. Eine gewisse Neugierde, die mich nicht losgelassen hat. Allerdings konnte sie nicht befriedigt werden, da ich immer das Gefühl hatte, es fehlt etwas. Bis heute kann ich nicht genau sagen, was es ist. Denn dieses Buch summt vor einer Grundspannung, sie ist stets vorhanden, aber sie kommt nicht richtig zum Vorschein. Selbst das es immer wieder Wendungen innerhalb der Story gibt, konnte nicht dazu beitragen, dass die Spannung an die Oberfläche gekommen ist. Erst am Ende, die Auflösung, die hat mich überrascht! Und da habe ich dann das Erste Mal wirklich überlegt, ob ich etwas übersehen habe, welcher Hinweis ist mir durchgegangen.
Nun hat sich wirklich die Frage gestellt, war all dies Absicht? Hat Veronica Roth es darauf abgesehen, den Leser an der Nase herumzuführen indem sie das Buch genau in diesem Stil geschrieben hat oder bin ich kein Leser dafür?

Meine Bewertung: 3 Sterne
Ein Buch, welches sich als Anders herausgestellt hat, als anfänglich gedacht. Ich bin immer noch hin und hergerissen, ob sich der lange Weg ins Ziel gelohnt hat? Ein Buch mit einer tollen Story, mit grandiosen Ideen im Setting, leider einer nicht ganz so sympathischen Protagonistin verschenkt in meinen Augen sehr viel Potenzial. Ich hätte mir mehr reale Aktion gewünscht, ohne Rückblicke, direkt und greifbar, denn die Story hätte es hergegeben.
Rückblickend betrachtet würde ich sagen, dass es Leser für dieses Buch gibt, ich glaube aber, dass ich keiner davon bin.

Veröffentlicht am 15.10.2020

Ein Hauch Hollywood mit einer überraschenden Wendung

Die Valentines – verdammt berühmt. Happy Girl
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Ich schreibe ganz selten etwas über das Cover, aber dieses muss einfach Erwähnung finden, denn es ist so richtig schön Klischeehaft für Mädchen. Es glitzert, funkelt und ist mit goldenen Sternen versehen… ...

Ich schreibe ganz selten etwas über das Cover, aber dieses muss einfach Erwähnung finden, denn es ist so richtig schön Klischeehaft für Mädchen. Es glitzert, funkelt und ist mit goldenen Sternen versehen… nah, wenn das mal nicht ansprechend ist!
Aber dies alleine hat nicht ausgereicht um mich Neugierig zu machen. Daher hat der Klappentext sein Übriges gegeben. Irgendwie hat dieses Gesamtpaket auf mich ganz gut gewirkt, um bei mir daheim zu landen.
Ich glaube das prägnanteste an diesem Buch ist der Schreibstil. Musste mich ein wenig an diesen gewöhnen, denn er ist nicht ganz einfach. Jedes Kapitel beginnt mit einem Auszug aus einem Horoskop, nämlich aus dem von Hope. Diese sollten aufmerksam gelesen werden, denn Hope kommt immer wieder auf diese zurück. Da sie sich ihr Leben wie ein Film vorstellt, werden manche Szenen in Drehbuchmanie geschrieben. Hier ist es mir anfänglich schwerer gefallen dort hineinzufinden, aber je mehr man davon liest, desto selbstverständlicher wird es.
Ansonsten ist der Schreibstil, sehr einladend. Lustig, witzig, erfrischend, zum Schmunzeln und der Humor ist stellenweise sehr merkwürdig, passt aber grandios zur Protagonistin Hope. Dieses Buch lässt sich sehr gut lesen, ist gradlinig und unverschnörkelt geschrieben, lässt sich zügig und flott lesen, sobald man in die verschiedenen Stilmittel hineingefunden hat.
Was dieses Buch aber wirklich ausmacht, ist Hope die Protagonisten in diesem Band, um die sich alles dreht. Sie ist die jüngste von 4 Geschwistern. Sie ist absolut schrullig, schusselig, tagträumerisch unterwegs, strotzt nur so vor Phantasie und will nichts mehr als Schauspielerin werden. Hope ist stets guter Laune, lässt sich von nichts aus der Bahn werfen, allerdings war sie mir manchmal zu happy… schon sehr unnatürlich. Aber dennoch eine Protagonisten die man sofort in sein Herz schließt, weil sie Sonne in den grauen Tag bringt.
Was dieses Buch aber aus macht und das obwohl es so Girlie ist und nicht danach aussieht, es zeigt dem Leser… was man aus schlechten Erfahrungen und Erlebnissen lernen kann. Das einen nichts umwerfen muss, es darf an der Fassade kratzen, auch Dellen machen, aber auch mit 15 Jahren kann man standhaft sein und daraus seine eigenen Schlüsse ziehen und dies muss Hope mehr als einmal.
Dadurch kann das Thema Emotionen und die Achterbahnfahrt dieser großgeschrieben werden. Allerdings finde ich es gut dosiert und hatte keinmal das Gefühle, dass ich davon zu viel bekommen, es passt einfach zum gesamten Konzept und fügt sich harmonisch in das Ganze ein. Es untermalt eher noch einmal das Leben von Hope, welches sie sich als Film erträumt und in dem auch nicht immer alles reibungslos funktioniert. Aber sie nimmt es mit ihrem ganz eigenen Humor und Strahlen auf die oftmals Leichte Schulte.
Dennoch durchlebt sie einen Wandel in diesem Buch. Sie wächst über sich hinaus und wird zu einer jungen Erwachsenen, die anfängt gegen ihre Geschwister zu rebellieren und versteht, dass das Leben nicht immer ein Drehbuch ist.
Eine Story vom Finden, vom Erwachsenen werden mit all seinen Höhen und Tiefen, von Freundschaft, der ersten Liebe und dem oftmals chaotischen Familienleben und Zusammenhalt dieser.
Spannung in diesem Buch ist in meinen Augen eher ein wenig auf der Strecke geblieben, außer man münzt es auf Hope um. Denn sie ist eigentlich nur ein armes kleines Mädchen, was in Tagträumen unterwegs ist und sich alles so zusammenträumt wie es passt. Sie die schillernde, wunderschöne Welt der Jetset nur aus den Boulevard Zeitungen kennt und glaubt dort ist alles glänzend und voller Gold. Manchmal muss man dies selbst erleben um festzustellen, hier herrscht mehr Schein als Sein. Diese Entwicklung ist spannend, da man Hope plötzlich mit ganz anderen Augen sieht.

Die Story ist nichts Neues, nichts neu erfundenes, aber sie wird von Seite zu Seite tiefgründiger und präsentiert zum Ende hin ein Neues Bild von Hope als zum Anfang hin. Dies macht dieses Buch auch… kein schillernder Luxus, sondern das wahre ungeschliffene nackte Ich von unserer Protagonistin.
Ich finde es alles recht stimmig und habe nicht das Gefühl mir würde zum Ende hin etwas fehlen. Bin eher gespannt, wie Band 2 und 3 wird, ob dort noch einmal Brücken zu diesem Band geschlagen werden oder nicht?! Überraschen lassen…

Meine Bewertung: 4 Sterne

Ein wahres kleines Schätzchen, da bedeutend mehr in diesem Buch drinsteckt, als im ersten Moment vermutet. Ein Buch welches zum Lachen, weinen, Kopfschütteln, Herzschmerz und Verblüffung aufwartet. Diese Mischung ist exzellent und passt grandios zu der Story die hier erzählt wird.
Allerdings finde ich, benötigt es recht lang, bis wir als Leser erfahren wohin die Reise geht und wie sich Hope im Verlauf des Buches anfängt zu entwickeln und wandeln. Hier hätte ich es mir gewünscht, etwas schneller auf den Punkt zu kommen. Ein grandioses Buch, was man trotz kleiner Kritik unbedingt lesen sollte… Denn hier trügt der Erste Schein komplett!