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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2018

vergiftete Rache

Alte Feinde
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Dies ist der 8. Fall des Ermittlerduo Staatsanwältin Judith Flint und Bruno Cavalli.

In Zürich wird Albert Gradwohl erschossen aufgefunden. Die Tatwaffe ist ein Army No. 2 Revolver, der im amerikanischen ...

Dies ist der 8. Fall des Ermittlerduo Staatsanwältin Judith Flint und Bruno Cavalli.

In Zürich wird Albert Gradwohl erschossen aufgefunden. Die Tatwaffe ist ein Army No. 2 Revolver, der im amerikanischen Bürgerkrieg zum ersten Mal im Einsatz war. Der Tatort wirkt inszeniert mit der zurückgelassenen Patronenhülse. Die Ermittlungen geraten immer mehr ins Stocken. Die einzige Spur, der die Fahnder und die Staatsanwältin Regina Flint noch nachgehen können, führt nach Amerika.

Bruno Cavalli, weilt seit längerer Zeit in Amerika. Dort untersucht er verdeckt im Auftrag des FBI’s Mordfälle, die im Cherokee Reservat schon mehrere Tote gefordert haben. Cavalli kennt sich sehr gut im Reservat aus, hat doch einen Teil seiner Kindheit bei seiner Grossmutter in diesem Reservat verbracht.

In einem dritten wird dem Leser eine eindrückliche und schreckliche Rückblende in den amerikanischen Bürgerkrieg, mit all seinen Gräueltaten näher gebracht. Henry Wirz, mit schweizer Wurzeln, wird besonders erwähnt, da der Ermordete in Zürich mit ihm verwandt war.

Einige Figuren waren mir schon von Petra Ivanovs früheren Büchern bereits bekannt. So ist es mir leichter gefallen, in die Geschichte rein zu kommen. Was mir besonders gefallen hat, ist die hervorragende Recherchen und gut ausgearbeiteten Charakteren. Der Revolver spielt dabei wie ein roter Faden durch die einzelnen Schicksale. Ihr flüssiger sehr fesselnder Schreibstil hat mir auch in diesem Buch sehr gefallen. Was besonders auffällt sind die fundierten Recherchen betreffend den amerikanischen Bürgerkrieg. Sie versteht es hervorragend, einen Krimi mit historischem zu verbinden. Das Buch war für mich wirklich ein Leckerbissen, den gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 27.10.2018

aussergewöhnlich Mordserie in Edinburgh

Die perfekte Unschuld
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Als Auftakt wird die schottische Polizei mit zwei Morden konfrontiert, die aussergewöhnlich und sehr brutal ausgeführt wurden. Luc Callanach und Ava Turner leiten teilweise unabhängig voneinander die Untersuchungen. ...

Als Auftakt wird die schottische Polizei mit zwei Morden konfrontiert, die aussergewöhnlich und sehr brutal ausgeführt wurden. Luc Callanach und Ava Turner leiten teilweise unabhängig voneinander die Untersuchungen. Die Gemeinsamkeiten der Opfer waren, dass sie beide im sozialen Umfeld tätig waren und als „Gutmenschen“ tituliert wurden. Weitere Morde, die ähnlich wie die beiden ersten Fälle ausgeführt wurden, kommen dazu. Die Edinburgher Bevölkerung ist in Angst und Schrecken versetzt. Ein weiterer Fall beschäftigt die Cyber-Kriminal-Abteilung unter der Leitung von Joe Edgar. Die einzelnen Ermittlungen geraten immer wieder ins Stocken, da auch innerhalb der einzelnen Abteilungen Querelen herrschen. Dies führt zu Missverständnisse und Misstrauen.

Mir gefielen die relativ kurzen Kapitel mit einem flüssigen Schreibstil. Die Autorin versteht es, die Neugier des Lesers mit diesen brutalen Szenen abzuholen. Spannung, Grausamkeit und das Ausgefallene werden in diesem Buch gross geschrieben. Mir lief es ab und zu kalt den Rücken runter.

Zwischen den beiden Ermittlern Luc und Ava ist schon im ersten Buch eine kameradschaftliche Freundschaft entstanden, die leider im zweiten etwas verloren ging. Luc sah sich gezwungen, Unterstützung von aussen zu holen, die von Ava überhaupt nicht verstanden wurden. Überhaupt die privaten Beziehungsgeschichten nahmen für meinen Geschmack zu viel Raum ein.

In der Hälfte des Buches erfährt man, wer hinter den Morden stecken könnte und was für absurde und ausgefallene Idee denen vorangeht. Die Spannung nimmt nochmals Fahrt auf, der Leser wird förmlich durch die Seiten gepeitscht. Helen Fields ist es gelungen, aus all den falsch gelegten Fährten einen Showdown zu liefern, der es in sich hat.

Für das bessere Verständnis dieses Thrillers, wäre es vielleicht nicht schlecht, vorab das erste Buch zu lesen. Muss aber nicht sein. Den deutschen Titel „die perfekte Unschuld“ fand ich etwas unglücklich gewählt.

Insgesamt gesehen ein spannender Thriller, der mit einer Mordserie gespickt ist, die nicht für jedes Gemüt bestimmt ist. Eine Leseempfehlung gebe ich gerne weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Charaktere
  • Idee
  • Handlung
Veröffentlicht am 18.10.2018

spannender schottischer Thriller

Die perfekte Gefährtin
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In einer abgelegenen abgebrannten Waldhütte wird eine Frauenleiche gefunden. Für die Polizei und die Forensiker ist es durchaus schwierig, Spuren der Täterschaft zu finden. Vor einigen Tagen ist die Anwältin ...

In einer abgelegenen abgebrannten Waldhütte wird eine Frauenleiche gefunden. Für die Polizei und die Forensiker ist es durchaus schwierig, Spuren der Täterschaft zu finden. Vor einigen Tagen ist die Anwältin Elaine Buxton spurlos verschwunden. Könnte es sich um ihre Leiche handeln?

Detectiv Luc Callanach arbeitet noch nicht sehr lange bei der schottischen Polizei in Edinburgh. Als französisch/schottischer Doppelbürger hat er es nicht leicht, sich in dem teilweise verstaubten Polizeiteam zurechtzufinden. Der obige Leichenfund ist sein erster Fall, der für ihn eine anstrengende Herausforderung darstellt. Gute Unterstützung findet er in seiner Partner Ava Turner.

Helen Fields hat mit ihrem Debüt-Thriller einen fulminanten Start hingelegt. In zwei Erzählsträngen aufgeteilt, wird der Leser mit einem Täter konfrontiert, der mit seiner Obsession Handlungen vollzieht, die nicht grausamer sein können. So ist nicht verwunderlich, dass es für Luc Callanach und Ava Turner ausserordentlich schwierig wird, diesem speziellen Täter auf die Spur zu kommen. Helen Fields versteht es, diese Story mit all ihren Nebensträngen so spannend zu beschreiben, dass man das Buch nur ungern weglegen konnte.

Fesselnd und spannend bis zum Schluss.

Veröffentlicht am 16.10.2018

gemeinsam sind sie stärker

Er will dein Herz (Ein Marina-Esposito-Thriller 7)
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Gemma Adderley hat genug von ihrem gewalttätigen Ehemann. Sie hat nur noch einen Wunsch, zusammen mit ihrer kleinen Tochter zu fliehen. In ihrer Not ruft sie im Frauenhaus an, um in der Nähe ihres Wohnorts ...

Gemma Adderley hat genug von ihrem gewalttätigen Ehemann. Sie hat nur noch einen Wunsch, zusammen mit ihrer kleinen Tochter zu fliehen. In ihrer Not ruft sie im Frauenhaus an, um in der Nähe ihres Wohnorts abgeholt zu werden. Dort kommen die beiden niemals an, im Gegenteil Passanten finden eine Frauenleiche, der das Herz herausgeschnitten wurde.

Studenten finden ein verwahrlostes Mädchen. Die Kleine ist so stark traumatisiert, dass nur noch Marina Esposito eventuell helfen kann. Sie erfährt, dass sie die Tochter der getöteten Gemma ist.

Phil Brennan und sein Team übernehmen den Fall. Als wenig später eine weitere Frauenleiche gefunden wird, der ebenfalls das Herz herausgeschnitten wurde, ist klar, dass es sich hier um einen Serientäter der besonderen Art handelt.

Marina und Phil gehen seit ihrem letzten Fall gezwungenermassen getrennte Wege. Phil wurde von einer Stalkerin angegriffen und brutal niedergeschlagen. Marina fühlt sich seither von dieser Person so stark bedroht, dass sie sich und ihre Tochter komplett zurückgezogen hat. Obwohl Phil ihr immer wieder beteuert, dass er durchaus fähig ist, seine Familie zu beschützen.

Die umfangreichen Ermittlungen gestalten sich so schwierig, dass den beiden schlussendlich nur eines übrig bleibt, wieder zusammen zu arbeiten. Sie kommen zur Erkenntnis, nur gemeinsam sind wir stark, in jeder Beziehung.

Auch der 7. Fall beginnt spannend und dramatisch. Der Spannungsbogen hält durch bis zur letzten Seite. Die lebensnahen Beschreibungen der Protagonisten, die Schauplätze und die einzelnen Gefühle sind wiederum wie schon von früheren Fällen gewohnt, hervorragend beschrieben. In meinem Kopfkino entstanden Bilder, die mich wahrlich erschütterten. Entsprechend dem Titel ist auch das Cover stimmig für diesen Thriller gewählt worden. Misshandelte Frauen sind heutzutage ja immer noch ein schwieriges Thema.

Auch dieses Buch hat mich voll in seinen Bann gezogen und überzeugt. So freue ich mich heute schon, bald ein weiterer Fall mit dem Ermittlerduo Brennan/Esposito zu lesen. Eine klare Leseempfehlung spreche ich gerne aus.

Veröffentlicht am 29.09.2018

psychologischer und actiongeladener Roman

Der Abgrund in dir
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In meinen Augen beinhaltet dieses Buch zwei Geschichten über das Leben der Rachel Childs. Der erste Teil „Rachel im Spiegel 1977 – 2010“.
Das erste Kapitel beginnt mitten im jugendlichen Alter Rachels, ...

In meinen Augen beinhaltet dieses Buch zwei Geschichten über das Leben der Rachel Childs. Der erste Teil „Rachel im Spiegel 1977 – 2010“.
Das erste Kapitel beginnt mitten im jugendlichen Alter Rachels, als sie sich das erste Mal verlassen fühlt. Ihre Mutter, eine sehr dominante und gefühlskalte Person ist nicht gewillt, Rachel etwas über ihren Vater zu erzählen. Warum er die Familie verlassen hat, obwohl Rachel sich stark zu ihm hingezogen fühlte. Ihre Frage nach ihrem Vater wird für sie eine richtige Obsession. Als ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt, fühlt sich Rachel noch mehr verlassen und verraten. Nach ihrem Studium arbeitet sie erfolgreich bei einem Fernsehsender. Ihren unbekannten Vater versucht sie jetzt auf eigene Faust zu finden. Sie steigert sich förmlich in diese Suche.

Ein schicksalhafter Reporter-Einsatz auf der total zerstörten Insel Haiti bringt Rachel an den gesundheitlichen Abgrund. Abrupt muss sie diesen abbrechen und nach Hause zurückkehren.

Und hier beginnt der zweite Teil „Brian 2011 – 2014“. Sie haben sich zwar schon früher kennengelernt. Rachel gefangen in ihrer Angst- und Verlassenwerdenphobie, traut sich schon seit längerer Zeit nicht mehr unter die Leute. Brian, gut aussehend, charmant und herzlich setzt als ihr jetziger Ehemann, Rachel wieder in ein normales Leben zurückzuführen. Er setzt alles auf eine Karte, die in einer alptraumhaften, ja verbrecherischen Tragödie endet.

Dennis Lehane erzählt diese Geschichte sehr eindrücklich. Für meinen Geschmack waren die Kapitel manchmal zu lang, zu ausführlich und wiederholend. Trotzdem fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Das Fesselnde war Brian und seine Methoden und Gründe.

Für mich ist dieses Buch eher ein Schicksalsroman mit einem kriminalistischen Schlussteil. Unglaublich, welche Wendungen das ganze nahm. Die Figur „Rachel“ erlebt ein sehr facettenreiches Leben. Ihre Entwicklung von einer jungen verlassenen ja total verängstigten Frau in eine selbstsichere Person, unglaublich. Eine solche Wende kann ich mir kaum vorstellen.

Leider hat mich dieses Buch von Dennis Lehane nicht vollkommen überzeugt. Der erste Teil psychologische, der zweite Teil actiongeladen. Was mir hingegen gut gefiel, ist sein toller Schreibstil. Eines ist klar, dies war nicht mein letzter Dennis Lehane.