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Veröffentlicht am 09.09.2023

Spannender Geschichtsunterricht

Die Windsor-Akte
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Ich liebe historische Romane und das Rätseln darum, wo der Grat zwischen Wahrheit und Fiktion liegt.

In diesem Roman von Dirk Huseman geht es in der Hauptsache um die Flucht des abgedankten König Edward ...

Ich liebe historische Romane und das Rätseln darum, wo der Grat zwischen Wahrheit und Fiktion liegt.

In diesem Roman von Dirk Huseman geht es in der Hauptsache um die Flucht des abgedankten König Edward und seiner Frau Wallis quer durch Europa. Ob Edward wirklich ein Vertrauter Hitlers war? Ob er es war, der Hitler den schnellen Durchbruch nach Frankreich ermöglicht hat? Das alles soll aus den geheimen Dokumenten hervorgehen, die am Ende des Krieges von Deutschen versteckt und von Engländern entdeckt wurden.

In langen Rückblenden erzählt die Bibliothekarin, die diese geheimen Dokumente bewacht, die Geschichte von Ajax und Lydie, die dem ehemaligen König durch Europa folgen und ihn vor dem deutschen und englischen Geheimdienst schützen. Dabei geht es ihnen natürlich mehr um ihre frische Liebe als um Edward und Wallis...

Der Roman liest sich wirklich sehr gut, ich bin nur so durch die Geschichte gerauscht und habe gar nicht gemerkt, wie die Seiten verflogen. Das Tempo der Handlung bleibt auf einem konstanten Niveau, und trotzdem gibt es auch immer lustige Momente, vor allem zwischen Lydie und der deutschen Prinzessin, die Edward heiraten möchte, um die Einnahme von England zu beschleunigen und endlich wieder einen Thron besteigen zu können.

Zum Ende hin wird die Story allerdings immer unglaubwürdiger und skurriler, dabei aber auch absehbar. Der zweite Teil hat mir deutlich weniger gefallen und das Ende war ziemlich schmucklos.

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Veröffentlicht am 03.08.2023

Die Nachkriegszeit

Trümmermädchen
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In ihrem Roman Trümmermädchen beschreibt Lilly Bernstein die Zeit des Krieges und vor allem die des Hungerwinters 1946/47 aus Sicht zweier Frauen, die mit aller Kraft versuchen, ihre Bäckerei in der Kölner ...

In ihrem Roman Trümmermädchen beschreibt Lilly Bernstein die Zeit des Krieges und vor allem die des Hungerwinters 1946/47 aus Sicht zweier Frauen, die mit aller Kraft versuchen, ihre Bäckerei in der Kölner Altstadt so lange wie möglich zu erhalten und den schrecklichen Winter zu überleben.

Emotional und fesselnd erzählt sie von der Not der beiden Frauen Marie und Anna, wie sie zunächst bei einer jüdischen Familie Unterschlupf finden, wie Marie sich in den Bäcker Matthias verliebt und ihn heiratet, wie Matthias schließlich eingezogen wird und die jüdische Familie flüchtet. Der Bäckerei wird der Zwangsarbeiter Joseph zugeteilt, in den sich Anna verliebt, und Marie erwartet ein Kind aus der letzten Nacht mit Matthias.

Karl wird in der Nacht der 1000 Bomber im Mai 1942 geboren, und fortan suchen die beiden Frauen mit einem Baby/Kleinkind Schutz vor den Bomben.

Nach dem Krieg verschwindet Joseph, und die beiden Frauen schlagen sich mit Karl durch das eisige Köln. Marie scheint immer mehr aufzugeben, als Anna die Kraft hat, sich auf dem Schwarzmarkt durchzusetzen.

Mit allen Sinnen habe ich das Buch verschlungen. Ich liebe Köln und habe die alten Gassen förmlich vor mir gesehen. Außerdem komme ich ebenfalls aus einer Bäckerfamilie und der Geruch von frischem Brot lässt mich auch immer an meine Kindheit denken.

Manche schreiben, es wäre ihnen etwas zu viel gewesen, was den Frauen alles passiert ist. Sie haben das Gefühl, Lilly Bernstein wollte mit aller Kraft alle möglichen Gefahren mit einbringen. Das mag schon sein, aber es ist eben ein Roman, und ich kann mir schon vorstellen, dass es tatsächlich Menschen gab, für die alles zusammen kam. Ich finde, die Autorin hat die Zusammenhänge schlüssig aufgebaut und es hatte ja einen Grund, dass ein Unglück zum anderen kam.

Für mich eines der besten Bücher über den Krieg und die Nachkriegszeit. Es hat mich emotional sehr berührt und ich fiebere der Fortsetzung entgegen.

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Veröffentlicht am 24.07.2023

Etwas enttäuscht

Die Wunderfrauen
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Ich liebe die vier Wunderfrauen. Dieser Zusatzband kann meines Erachtens aber nicht ganz mit den anderen mithalten. Mir persönlich gibt es zu viele Rückblenden, und die Handlung gerät etwas in den Hintergrund. ...

Ich liebe die vier Wunderfrauen. Dieser Zusatzband kann meines Erachtens aber nicht ganz mit den anderen mithalten. Mir persönlich gibt es zu viele Rückblenden, und die Handlung gerät etwas in den Hintergrund. Die Spannung ist nicht so gut aufgebaut wie in den ersten Bänden.
Trotzdem immer wieder schön!

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Veröffentlicht am 14.07.2023

Düster

Der Sarg
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Eva wacht eines Nachts in einem Sarg auf, lebendig begraben. Sekunden später liegt sie wieder in ihrem Bett. War es ein Traum? Schlafwandelt sie?
Am nächsten Tag erfährt sie, dass ihre Halbschwester auf ...

Eva wacht eines Nachts in einem Sarg auf, lebendig begraben. Sekunden später liegt sie wieder in ihrem Bett. War es ein Traum? Schlafwandelt sie?
Am nächsten Tag erfährt sie, dass ihre Halbschwester auf die gleiche Weise ermordet wurde...

Die düstere, bedrohliche Stimmung zieht sich durch den Roman. Niemals weiß man so ganz genau, wer gut oder böse ist. Der Kommissar hat außerdem mit einer unschönen Trennung zu kämpfen und ist emotional manchmal zu nah am Fall.

Zwischendurch wird auch aus der Perspektive von Britta erzählt, die eigentlich nichts mit der ganzen Geschichte zu tun hat, sich aber an eine furchtbare Kindheit mit Vergewaltigungen und Misshandlungen erinnert.

Man kann schon recht früh erahnen, worauf es hinaus läuft, aber die Auflösung birgt doch noch einige unvorstellbare Einzelheiten. Leider bleiben ein paar Punkte offen, daher einen Stern Abzug.

Arne Strobel ist hier wieder mal ein wirklich packender Psychothriller gelungen, der von Nicole Engeln sehr gut gelesen wird.

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Veröffentlicht am 13.07.2023

Interessantes Thema schlecht umgesetzt

Das Leben, das uns bleibt
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"Das Leben, das uns bleibt - Die Goldschmiedin" spielt im Jahr 1945. Ruth muss mit ihrer Familie aus dem belagerten Breslau fliehen, und dabei ihre jüdische Herkunft verschleiern. Ihr ältester Bruder kämpft ...

"Das Leben, das uns bleibt - Die Goldschmiedin" spielt im Jahr 1945. Ruth muss mit ihrer Familie aus dem belagerten Breslau fliehen, und dabei ihre jüdische Herkunft verschleiern. Ihr ältester Bruder kämpft im Krieg und fällt schließlich, ihre jüngeren Geschwister Gili und Jo, sowie die Mutter, später auch der Vater landen schließlich in Freiburg.
Einige Jahre später heiratet Ruth in eine wohlhabende Juwelierfamilie ein, die von einem patriarchischen Oberhaupt geführt wird.
Die Ereignisse werden oft nicht direkt geschildert, sondern nur in Gedanken oder Gesprächen angerissen. So wird beispielsweise oft von den harten Entbehrungen auf der Flucht gesprochen, die Flucht selbst wird aber gar nicht beschrieben. Diese Art zu schreiben hat mich nicht wirklich in der Geschichte ankommen lassen. Ich konnte mich mit keine der Personen wirklich einfühlen. Viele Kleinigkeiten und Beschreibungen wurden mir hingegen zu ausschweifend beschrieben. So kommt schnell Langeweile auf.
Die vielen Perspektivenwechsel empfand ich als störend. Ich hatte oft das Gefühl, die Autorin hat die Perspektive so oft gewechselt, um auch wirklich alles unterzukriegen, was sie sagen wollte.
Im zweiten Teil des Romans passiert etwas mehr, allerdings konnte ich oft nicht nachvollziehen, warum etwas passiert. Insgesamt fehlte mir hier der Tiefgang und die Handlung.
Mir hat weder der Schreibstil noch die Geschichte gefallen, die sicher viel Potential gehabt hätte.

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